Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 17 (25.4.1913)
- Date
- 1913-04-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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SeiLc 302 Dr. Blochs Wochenschrift. Bestrebungen David R. v. G u 1 ni a n n und Karl Edler v. Auspitz. An dieser Stelle sei auch dem edlen Volksfreunde und unermüdlichen Vorkämpfer für die verfassungsmäßige Gleichberechtigung, Dr. Ferdinand Kronawetter, ein Wort treuer Erinnerung geweiht. Wir betrauern ferner das Hinscheiden der Herren: Markus Anselm, Julius Bachrach, Dr. Julius Baum, Dr. Ludwig Blau, Julius Boskowitz, Hermann Böhm, Moritz Braun, Carl Breuer, Ferd. Brill, Oskar Brumlik, Moriz Buchwald, Mar Dcnes, Dr. Emil Eijenschltz, Edmund Fischer, Simon Eciringer, Theodor Gomperz, k. k. Hofrat, Carl Hirsch, Johann Jokl jun., Dr. Moriz Kalmann, Josef Klein, Bernhard Kohn jun., David Kohn, Wilhelm Kollmann, Dr. Mar Kopetzky, Isidor Kraus, Ing. Josef Lcoitus, Philipp Löffler,- Hermann Löwy, Mar Lowi, Emanuel Mandl, Dr. Ferdinand Mandl, Jacob Modern, Friedrich Nadler, David Perelis, Emil Pollatschek, Adolf Prehburger, Sigmund Rabitz, Moriz Seidler, Sam. Silberstern, Michael Simon, kgl. Rat Dr. Mathias Singer, Emerich Schönbrunn, Jsak Schumer, Ignaz Stein, Moriz Steiner, S. Steiner, Wilhclni Stern, Bernhard Tcltscher, S. Tiktin, Sam. llnger, Sam. Wörndorser, Leopold Wasjeroogel, Jacob 'Weinberger, Ludwig Weinberger, Ludwig Weishut, Felir Wohlmuth, Isidor Wunsch, sämtlich in Wien. Ferner die Herren: Jakob Brunner, Horie, Dr. Richard Deutsch, Mäyr.-Ostrau, Jakob Eisler, Boskowitz, Adolf Eisner, Pilsen, Heinrich Fantl, Neuhaus, Heinrich Fischer, Budweis, Leopold Forell, Wischau, Isidor Fürth, Budweis, Dr. Friedrich Guttmann, Tabor, Karl Gärtner, Teplitz, Leopold Haas, M.-Ostrau, Isidor Hermann, Pilsen. Josef Hosmann, Pilsen, Josef Jellinek, Brünn, Jakob Kohn, Pilgram, Bernhard Kraupa, Budweis, Dr. Leo Lederer, Teplitz, Cmanuel Leiner, Saaz, Josef Löwy, Adlerkosteletz, Arnold Mandl, Gaya, Wilhelm Müller, Linz, Elias Pollak, Linz, Heinrich Porges, Pilsen, Erico Salem, Triest, Isidor Seidner, Jungbunzlau, Jakob Spitz, Brür, Ignatz Tandler, Brünn, Markus Zuzak, Pilsen. Die geehrte Generalversammlung hat sich zum Zeichen der Trauer von den Sitzen erhoben und wir bitten um die Erlaubnis, diese Trauerkundgcbung dem Protokoll einverleiben zu dürfen. Geehrte Generalversammlung! Die Hoffnungen, welche an den Sieg des freiheitlichen Gedankens bei den Wiener Reichsratswahlen im Iahte 1911 geknüpft wurden, find nur in geringem Matze in Erfüllung gegangen. Bei den vorjährigen Eemeinderatswahlen haben die Christlich-Sozialen durch den in der Stichwahl geübten Verrat der Deutschnationalen ihre Stellungen zum größten Teile behauptet. Das damalige Bündnis ad hoc n nun zu einer festen und dauernden Allianz ausgestaltet worden. Vor wenigen Tagen hat bei dem Abschlüsse dieser Allianz der ehemalige deutsche Landsmannminister Dr. Schreiner erklärt, es sei gleichgültig, ob man freiheitlich, klerikal oder christlichsozial sei. Wieder also stehen wir einer Vereinigung aller antisemitischen Gruppen gegenüber, während sich anderseits auf freiheitlicher Seite eine fortschreitende Spaltung und Zersetzung zeigt. Angesichts dieser bedauerlichen Erscheinungen können wir nur immer und immer wieder an die Einigkeit und stete Kampfbereitschaft unserer Elaubensbrüder und an die opferwillige und werktätige Unterstützung unserer Rechtsschutzarbeit appellieren. Halten wir fest zusammen, verteidigen wir mit zäher Energie jeden Zollbreit unseres Rechtsbodens! Dazu aber ist notwendig, daß jeder Einzelne sein Scherslein zu dem gemeinsamen Kampfe beitrage, daß jeder Jude in unserem Vaterlande Mitglied der „Union" werde und datz jedes unserer bisherigen Mitglieder uns neue Freunde und Anhänger werbe. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Es folgte sodann die Verlesung des Kassaberichtes, worauf Herr S. B r o d im Namen der Revisoren die Erteilung des Absolutoriums beantragte. In der darauffolgenden Diskussion nahm zunächst Herr Flandrak das Wort, um unter allgemeinem Beifall zu dem Berichte als langjähriges, treues Mitglied des Vereines seine volle Zustimmung auszusprechen. Herr Prof. Antscherl drückt gleichfalls sowohl dem Vorstände, als auch dem Bureau der „Union" seine volle Anerkennung aus und gab die Anregung, datz der „Monatsschrift" an hohen Festtagen Beilagen angeschlossen werden, durch welche auch die Jugend auf die wichtigen Aufgaben der „Union" aufmerksam gemacht und so die Propaganda in die Familien getragen werde. (Beifall.) Die Versammlung votierte dem Vorstande einstimmig das Absolutorium, worauf die Herren: Dr. Arthur Mahler und Richard T e w e l e s in. den Vereinsvorstand wieder-, Herr Dr. Bruno Pollack von Parnau neugewählt wurden. Mit herzlichen Dankesworten schlotz der Vorsitzende die Versammlung. Dom Jahrmarkt des Lebens. Ausgezeichnete jüdische Offiziere in Italien. 'Für ihre im tripolitanischen Kriege bewiesene Tapferkeit wurden unter anderem auch Artilleriehauptmann Carlo Archivolti und Leutnant Ernesto Enriquez. ein Enkel des berühmten Seminarprofestors von Livorno. Rodolfo Mondolfi, mit hohen Orden ausgezeichnet. Ebenso wurde Adjutant Hauptmann Emanuel Pual'.ese aus Turin zum Kavalier des Militärordens von Savoyen ernannt. Rührend gestaltete sich die Ueberreichung der goldenen Kriegsmedaille an den Vater des Korporals Luigi Guetta aus Livorno, der in dem tripolitanischen Krieg sich in verschiedenen Tressen durch seinen Heldenmut und Geistesgegenwart ausgezeichnet hatte und schließlich im Kriege den Heldentod fand. Unter den dekorierten jüdischen Soldaten befindet sich, auch eme grotze Anzahl von Marineoffizieren. Unter ckamschL Minister Ehrengäste der V'naL B'rirh. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Marshall, erschien dieser Tage in Begleitung des Marineministers Iosephus Daniels, des Staatssekretärs Bryan und des Arbeitsministers Wilson bei einem Bankett der B'nai V'rith-Loge in Washington als Ehrengast der Loge. In dem Vegrützungstoaste sagte der Präsident der Loge, datz die Juden in Amerika sich vollständig als Amerikaner fühlen und fordern von der amerikanischen Regierung, datz sie blotz nach Recht und Gesetz behandelt, nicht aber sür patriotische Haltung eine EXlrabelohnung erhalten, als ob die Juden eine Prämie dafür verdienten, datz sie Patrioten sind. Sowohl der Vizepräsident von Amerika Mr. Marshall, als auch die anwesenden Mitglieder der Regierung sprachen ihre besondere Genugtuung darüber aus, im Kreise dieser Repräsentanten des amerikanischen Judentums erscheinen zu können, und sagten, datz sie gekommen seien, weil sie stets gewohnt sind, in Gesellschaft intelligenter Juden etwas zuzulernen. Recht launig war die Rede des Marineministers, der unter allgemeiner Heiterkeit davon sprach, datz sein biblischer Kollege Noah — der erste Admiral — heute sicherlich, verurteilt würde, wenn er sein Schiff ungeschickterweise an den Berg Ara rad führen würde. Viel bester erging es dem ersten Kapitän eines Torpedoschisfes, Ionah. Am zweiten Tage der IahreskonveNtion der Loge wurden sämtliche Delegierte vom Präsidenten Wilson im Weitzen Hause empfangen und mit ihren Damen zum Lunch geladen. Hohe jüdMr Beamte m den französischM Ministerien. Das französische Amtsblatt veröffentlicht die folgenden bemerkenswerten Ernennungen: Der Minister für Agrikultur hat Dr. Albert Keim zum Sektionschef in seinem Kabinett ernannt; Ministerpräsident Barthou hat den bekannten jüdischen Rechts g elehrten und Literaten Dr. Pierre Marcel zum Chef-Adjoint in seinem Kabinett ernannt: Emilie Solal wurde vom Finanzminister zum Chef des Sekretariats für das Finanzrestvrt ernannt, während der Handelsminister Mästet Herrn Cremieur zum Ministerialrat in feinem Ministerium! ernannt hat. Der neue Präsident der französischen GesMchaft für jüdische Wissenschaften. Bei der vorige Woche in Paris abgehaltenen Generalversammlung der Societö des Etudes juifes wurde nach Anhörung hes Berichtes des abtretenden Präsidenten Isidore Levy, Professor an der Ecole des Hautes Etudes, und des Schatzmeisters Baron Edouard Goldt-