Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 17 (25.4.1913)
- Date
- 1913-04-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 17 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 293 Rechte unserer Elaubensgenosjen auf kulturellem und charitativem Gebiete haben Sie die Interessen der Iudenheit in langjähriger großzügiger und erfolgreicher Wirksamkeit jederzeit gefördert. Wir wünschen Ihnen noch eine dauernde gleich segensreiche Tätigkeit im Dienste unserer Humanitären Ideale und hoffen, auch fernerhin, mit Ihnen bei unseren großen gemeinsamen Aufgaben Hand in Hand zu gehen/' „Alliance Israölite Universelle" in Paris: „Zentralkomitee gratuliert herzlichft anläßlich vierzigjährigen Stiftungsfestes, gedenkt mit Freude unseres steten, freundschaftlichen Zusammenwirkens, wünscht dem Bruderverein segensreichen Fortbestand zum Besten der Iudenheit." „Iewish Colonization Association in Paris: »A l’occasion anniversaire que celebrez aujourd-ami tenons vous feliciter vivement de feconde activite qu’ avez deployee durant les quarante annees de votre existence formulons tous nos voeux pour develoqpemeat toujours croissant de votre oeuvre« Hebrew Sheltering and Immigrant aid Society in Newyork: „Herzliche Gratulation, Wünsche für weiteres Gedeihen." „Anglo Iewish Association" in London und das „Hilfskomitee für die notleidenden osteuropäischen Juden" in Frankfurt a. M. begrüßen die „Israelitische Allianz" anläßlich des Jubiläums in herzlichen Zuschriften, in welchen sie die segensreiche Tätigkeit des Vereines hervorheben. Die „Repräsentanz der Landesjudenschaft des Königreiches Böhmen" in Prag, die „Oesterr.-Israelitische Union" und der „Galizische Hilfsverein" in Wien, der „Zentralverein zur Pflege jüdischer Angelegenheiten" in Prag feiern ebenfalls in ihren ausführlichen Zuschriften das vielseitige Wirken der Allianz. In der Zuschrift des Zentralvereines heißt es: „ . . Nicht nur der Umstand, daß auch unser Verein in den ersten Jahren seines Bestandes seitens der Israelitischen Allianz wohlwollende und verständnisvolle Förderung fand, sondern vielmehr die dankbare Würdigung ihrer für das gesamte Judentum durch vier Dezennien so segensreich geleisteten Arbeit gebietet uns, unserer verehrungsvollen Gesinnung gelegentlich des festlichen Anlasses Ausdruck zu geben und hiebei die Hoffnung auszusprechen, daß es dieser Ihrer Vereinigung eXceptioneller Männer auch noch weiters beschieden sein möge, die vielfachen Werke der Humanität, sowie die dem sozialen Wohle dienenden Aktionen gleich förderlich wie bisher zum Heile der jüdischen Gemeinschaft auszuüben." In einem Schreiben des Herrn Oberrabb. Dr. M. B e tf in Bukarest an den Vorstand heißt es u. a.: „ . . . Wenn die Zeiten normale wären, müßten sich unsere rumänischen Glaubensbrüder an dieser Feier lebhaft beteiligen; denn vom Beginne Ihrer Tätigkeit an bis heute waren die rumänischen Juden Ihr Schmerzenskind, für welches Sie Opfer aller Art gebracht haben. Und wie es scheint, ist der Zeitpunkt noch nicht gekommen, daß Sie sagen könnten: Nun habe ich für meine Schützlinge genug getan; mögen sie sich von jetzt ab selber Helsen, wie sie können! Sie dürfen und werden das nicht sagen, weil Sie das talmudische Wort kennen. Nein, wir sind leider noch nicht so weit, daß wir Ihrer Fürsorge entbehren könnten, nicht einmal so weit, daß wir Muße hätten, Ihnen für die Opfer aller Art, die Sie der guten Sache gebracht haben, zu danken. Um das zu begreifen, erinnere ich an das Verhalten unserer Ahnen in Aegypten, von denen die Bibel erzählt. Aus ganz anderen als den vorstehenden Gründen werden sich schwerlich die bulgarischen Glaubensbrüder erinnern, wie Sie im Jahre 1877 die aus Kazanlik hieher geflüchteten 335 Sefardim in ihre Heimat repatriierten, eine großzügige Aktion, bei der Sie von keiner anderen jüdischen Organisation unterstützt wurden. Obschon es gar nicht lange her ist, hat man vielleicht in Rumänien doch schon vergessen, was Sie an der Spitze der anderen jüdischen Organisationen in Europa und Amerika für die durch den rumänischen Bauernaufstand verunglückten Glaubensbrüder geleistet haben. Das alles habe ich mit eigenen Augen gesehen, selber milerlebt; es sei mir darum verstattet, daß ich Ihnen in meinem Namen und in demjenigen aller rumänischen Glaubensbrüder, obschon ich von ihnen kein förmliches Mandat besitze, aus tiefstem Herzen danke für alles, was Sie zu unserem Besten getan, und daß ich daran den Wunsch knüpfe: Mögen die Samen, die Sie so großherzig ausgestreut haben, zur herrlichsten Ernte blühen; mögen Sie das Ziel, das Sie seit 40 Jahren mit unermüdlicher Beharrlichkeit verfolgen, erreichen: zu Ihrer Genugtuung und zu aller Freude." Herr Handelskammerpräsident Lazar Bloch in B r o d y schreibt: „ . . . Die hiesige Filiale, als eine der ältesten auf dem klassischen Boden Ihrer seit drei Dezennien der Hilfsaktion für unsere verfolgten russischen Glaubensgenossen gewidmeten Tätigkeit stehend, ist in der Lage, Ihre eminenten Verdienste um das Judentum und Ihre vollständige Erfüllung Ihrer statutarischen Pflichten zu würdigen. Wir waren in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Mitarbeiter an dem großen Hilfswerke anläßlich der ersten Pogroms in Rußland, eine Aktion, die durch die Beförderung vieler Tausende russischer Flüchtlinge nach dem neuen Weltteile bahnbrechend war und seit jener Zeib ungezählten Mengen verfolgter und bedrohter Glaubensbrüder den Weg in das Land der Frecheit und der Toleranz wies. Sie sind ununterbrochen und unermüdet bestrebt, den armen Emigranten mit Rat und Tat Ihren Schutz angedeihen zu lassen, zu welchem Zwecke Sie mit allen, gleiche Tendenzen verfolgenden Vereinen des Kontinents eine dauernde und in ihren Details wohldurchdachte Schutzaktion in allen Einbruchstellen und Hafenorlen ununterbrochen durchführten. Wo und wann der Weheruf der Verfolgung und des Drangsales eines jüdischen Gemeinwesens zu vernehmen ist, erscheinen Sie als Helfer und Wohltäter. Und dabei vergaßen Sie nicht, jüdische Bildung und Wissenschaft zu fördern und der Förderung des jüdischen Schulwesens Ihr Augenmerk zuzuwenden, wie wir es hier vor Jahren durch die Errichtung von Kursen für die profanen Gegenstände in der hiesigen Talmud-Thora und in den letzten Jahren durch die Subventionierung der hiesigen, in ihrer Eristenz bedrohten jüdischen Volksschule mit Befriedigung zu sehen Gelegenheit haben. Und so können Sie mit dem frohen Selbstbewußtsein treuester Pflichterfüllung auf die vier Dezennien zurückblicken, und wir fügen den Wunsch b.ü, das; der AUgütige Ihnen und allen Förderern Ihrer Bestrebungen seinen Segen angedeihen lassen möge." I Außerdem sind Glückwunschtelegramme eingelangt: Von den Filialen in Stanislau, Krakau, Czernowitz. Baden bei Wien, Triest, von Inspektion und Lehrkörper der israelitischen Knaben- und Mädchenschule in Brody, von der israelitischen Vereinigung Innsbrucks u. a. Korporationen. Dr. Adolf Stein dankt der Dereinsleitung namens der Baron Hirsch-Stiftung in einer begeisterten Ansprache für ihre kulturelle Wirksamkeit in Galiz'en und hebt hervor, daß alle Parteien und Richtungen des Judentums auf dem Boden der „Israel. Allianz" sich vereinigen können. Cr schließt mit dem Wunsche, daß der Verein stets so hingebungsvoll und tapfer für die jüdische Gesamtheit wirkende Männer wife b'sher an der Spitze haben möge. Kultuspräsident Dr. H. Fialla spricht namens der Gemeinde Brünn, Kultuspräsident Dr. Schaff aus Lemberg namens der galizifchen jüdischen Gemeinde, kais. Rat Dr. Arnold Ascher namens der Humamtätsvereine „B'nai B'rith", Dr. Samuely namens der „Oesterr.-Israel. Union", Herr D. Rotter namens der I. C. A. den Dank für die segensreiche Tätigkeit des Vereines auf dem Gebiete der Volkserziehung, der Hilfe für die verfolgten Glaubensgenossen, sowie der Emigrantenfürsorge aus. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwan g dankt dem Vorstande namens der Vereinsmilglieder und hebt die Tätigkeit des Sekretärs Dr. Kami n k a besonders hervor. Der Jahresbericht und die Rechnungsabschlüße werden hierauf einstimmig genehmigt, ebenso die erfolgte Kooptation der Herren Wilhelm Ritter von Gut mann und Dr. Bruno Edler von Parnau in den Vorstand und die vorgeschlagene Erweiterung des Beirates auf 20 Mitglieder. Die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder: Direktor S. Fischer, Ministerialrat i. P. Camill Kuranda. Dr. Arthur Kuranda, Prof. Dr. Jos. P o l l a k, Julius Reitlinger wurden per Akklamation wiedergewählt. In der konstituierenden Vorstandssitzung wurde Herr Dr Alfred Stern zum Präsidenten gewählt. Der mit zahlreichen Illustrationen ausgestattete Jahresbericht enthält eine ausführliche Darlegung der