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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-04-25 · 17 (25.4.1913) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
17 (25.4.1913)
Date
1913-04-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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teertr 298 j*tt. 17 Dr. Blochs Wochenschrift infameres Motto für die Politik als das Zitat: „Ihr laßt den Armen schuldig werden,' dann überlaßt ihr ihn der Pein." Rußland hält seine Iuden in Hunger und werter und klagt sie dann an, daß sich in ihren Reihen so viele Revolutionäre befinden. In Galizien verfolgt man die Juden unbarmherzig moralisch und wirtschaftlich und wirft ihnen dann vor. daß sie mit den Sozialisten gingen. Die polnischen Bischöfe werfen die ganze Wahlreform über den Hausen, damit nur die Iuden politisch rechtlos bleiben, die paar Mandate nicht bekommen, und dann beschweren sie sich, daß die Iuden oppositionelle Kandidaten wählen. Niemals <Ut das Wort vom Iefuitismus eindringlicher illustriert worden. Die Bischöfe sollten es einmal mit der Gleichberechtigung der Juden versuchen und dann zusehen, ob diese sich der Opposition zmoenden, in deren Gefolgschaft sie von den Bezirkshauptleuten furchtbar gequält werden. Woher wissen denn die Bischöfe überhaupt, daß die Juden ihre voraussichtlichen acht Mandate den Sozialisten zuwenden würden? Nichts wissen sie, und das Ganze ist nur eine Spiegelfechterei, ein durchsichtiger Vorwand. D'e Allpolen. das sind die Feudalen. Sie wollten die Wahlreform stürzen und haben nach ewig gleicher Manier die Klerikalen als Bundesgenossen gefunden. Die Anklage gegen die Iuden ist ein Unsinn, d'rn die Ankläger selber nicht glauben. Die Klerikalen und Feudalen haben sich wieder einmal gefunden und zusammengeschlossen. Der Bannfluch des Episkopats hat denn auch bis jetzt seine Wirkung getan und den inneren Frieden im Reiche zerstört. Man muß sich nun vor Augen halten, daß es der oft wiederholte wärmste Wunsch unseres erhabenen Monarchen ist, daß der Friede unter den Nationalitäten hergestellt und eingehalten werde. Die ganze Bevölkerung sehnt ihn herbei, die öffentliche Wohlfahrt hängt von ihm ab, für Galizien ist er eine Lebensbrdmgung. Trotzdem das Veto der angeblichen Stützen von Thron und Altar. Wir haben diese rücksichtslose, zerstörende Wirksamkeit der Klerikalen schon oft nachgewiesen und gezeigt, daß ihnen der Bestand einer ganzen Monarchie gegenüber ihren Sonderzwecken ganz gleichgiltig ist. Das ist nicht bei uns der Fall, aber nur bei uns wagen sich die Klerikalen so weit vor. Wissen sie doch, daß sie an den von der Regierung so eifrig unterstützten Christlich-Sozialen zuverlässige Bundesgenossen haben. Aber man möge doch endlich den revolutionären Charakter des Klerikalismus und seiner Freunde erkennen. Von den Iuden sind einige Sozialisten, weil man sie durch üble Behandlung dazu treibt. Die Feudal-Klerikalen aber werden favorisiert und sie sind revolutionär, weil sie tyrannisch herrschen wollen. Nier;igfLhriges Jubitarrrrr der „Israelitische« Allianz f« Wie«". Unter sehr starker Beteiligung der Mitglieder und Teilnahme zahlreicher Delegationen verschiedener jüdischer Körperschaften fand Mittwoch!, 16. April d. I., 6 Uhr abends, im Saale der israel. Kultusgemeinde, unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stern, die 40. ordentliche Generalversammlung der „Israel. Allianz" statt. Vom Vorstande waren außer dem Präsidenten die Vize-Präsidenten Dr. Arthur Kuranda, Dr. Feli.r Katzau und Ministerialrat Reichsratsabgeordneter Camill Kuranda, ferner die Herren Michel Benies, Richard Vettelheim. Ferdinand Bloch, Dr. Josef Breuer, Moritz Eißler, Oberrabbiner Dr. Güdem a n n, Generalrat Adolf Klein, Dr. Jacob N i r e nstein, Dr. Bruno Pollack Edler von Parnau, Univ.-Prof. Med.-Dr. Josef Pollak und kais. Rat Leopold Sachs Edler von Sachsenhall anwesend. Ferner bemerkte Man die Vertreter der Wiener isr. Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn, Dr. M. Spitzer. Dr. I. Engel, kais. Rat S. Kanders, K. Lemberg er und S. Brod, Rabbiner Dr. Feuchtwang, . Dr. Grunwald, Moritz Kramer und Dr. Rosenm a n n, den Präsidenten der israel. Kultusgemeinde in Brünn Dr. H. Fialla, den Präsidenten der israel. Kultus g emeind e in Lemberg Dr. Simon Schafs, den Präsidenten der israel. Kultusgemeinde in Graz Simon Ren di. Die Großloge der Humanitätsvereine ,.B'nai V'rith" war durch die Herren Prof. Dr. Ehrmann und Dr. Edmund Kohn, der Humanitätsverein „Eintracht" durch kais. Rat Dr. Arnold Ascher, der Humanitätsverein „Wien" durch Herrn Rudolf Kohn, die „Oesterr.-Israel. Union" durch die Herren Dr. I. Samuel y, Dr. Iakob Ornstein, kais. Rat Wilhelm Anninger, Dr. Felir Hönigsmann und Sekretär Siegfried Fleischer, die I. C. A. durch Herrn D. Rotter, das Kuratorium der Baron Hirsch-Stiftung durch den Präsidenten Dr. Adolf Stein, der „Hilssverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien" durch Herrn Moritz Sonnenschein, der „Allg. österr.-israel. Bund" durch kais. Rat Dr. Ascher, Sekretär Iakob Kraus, der Verein „Osten" durch Hofrat Dr. Rappaport, Dr. A. Kapralik und A. Schwamm, Verein der Kurbedürftigen durch Obmann Herrn Dr. I. L. Braun, die Filiale der ..Israel. Allianz" in Krakau durch Herrn Dr. Raphael Landau, die Filiale der „Israel. Allianz" in CzernÄvitz! durch Kommerzialrat Mar Anhauch vertreten, außerdem waren Inspektor Prof. M. Kanitz, Prof. M. Antscherl, Hofrat Dr. Julius Schlag, die Schriftsteller Dr. I. S. Bloch, Dr. S. R. Landau. Wilhelm Breuer, Redakteur Dr. Klausner, Emil Kl äger und mehrere andere bekannte Persönlichkeiten anwesend. Präsident Dr. Alfred Stern eröffnet die Sitzung mit einer Begrüßung der zur Feier versammelten Mitglieder und D elegierten. Unter Bezug nähme auf die im Jahresberichte enthaltene Rückschau auf die vierzigjährige Tätigkeit des Vereines bringt er aus seine,?, persönlichen Erinnerungen charakteristische Züge aus der Wirksamkeit der Begründer des Vereines, Josef Ritter von Wert heim er, Dr. Ignatz Kuranda, Dr. Leopold K o m p e r 1 und des vor einem Iahre verstorbenen langjährigen Präsidenten David Ritter von Gutmann vor. Er hebt insbesondere hervor, daß ebenso wie die Allianz schon im Iahre ihrer Begründung eine Hilfsaktion für die Juden in Rumänien zu leiten hatte, und für die bürgerlichen und politischen Rechte der Glaubensgenossen in diesem Lande im Verein mit den anderen jüdischen Organisationen Schritte unternahm, die rumänische Aktion leider noch immer einen sehr wichtigen Bestandteil der Vereinstätigkeit ausmache und erst vor wenigen Monaten im k. und k. Ministerium des Aeußern das dem Jahresbericht beigefügte „Promemoria" überreicht werden mußte. Der Präsident gedenkt ferner der im Berichtsjahre verstorbenen, eifrigen Förderer des Vereines: Dr. Ludwig B e n d i e n e r in Prag, Rabbiner Dr. Iakob Unger in Iglau und kais. Rat Enrico Salem in Triest. Sekretär Dr. Armand Kaminka verliest eine Anzahl der eingelaufenen Begrüßungstelegramme und Zuschriften verschiedener jüdischer Korporationen. Der „Hilfsverein der deutschen Juden" in Berlin telegraphiert: „Seit Begründung unseres Vereines mit Ihnen in Arbeitsgemeinschaft stehend, erlauben wir uns, Ihnen unsere aufrichtigen Glückwünsche zu dem Jubiläum Ihres vierzigjährigen Bestandes herzlich zum Ausdruck zu bringen. Als Vorkämpfer für die

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