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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-04-18 · 16 (18.4.1913) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
16 (18.4.1913)
Date
1913-04-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 16 Dr. Vkochs Wochenschrift. Sette 287 Akklamation neugeMählt. Zum Schlüsse wird über Antrag des Herrn Professors Antscherl dem Gesamtvorstande, insbesondere aber den Herren Bernhard Hofbauer, Adolf 'Fisch er und Mar Hosbauer der einhellige Dank der Versammlung votiert. Namens des Vorstandes dankt Dr. Rybaczewski für dieses Dankesvotum und bittet die Freunde und Gönner des Vereines, deren Opferfreude allein dem Vereinsvorstande die erfolgreiche Tätigkeit möglich machte, auch in Hinkunft dieser heute schon unentbehrlich gewordenen Institution ihre dankenswerte Unterstützung nicht zu versagen, noch Weitere Freunde für dieselbe zu werben, um den täglich steigenden Anforderungen auch ganz gerecht werden zu können. Die isr. Distriktspräsidenten beim Kultusminister. B u d a p e st. Die isr. Eemeindedistriktspräs'denten hielten diese Woche ihre ordentliche Versammlung ab. in der sie über die öffentlichen Angelegenheiten der Konfession berieten und die für die religiösen Zwecke von. der Legislative votierten Dotationen verteilten. Anwesend waren: Dr. Moriz Mezei als Präsident und Dr. Franz Mezey als Vizepräsident der Landeskanzlei, ferner als Vertreter der einzelnen Distrikte die Präsidenten Dr. Eugen Guth, Ludwig Singer, Dr. Joseph Singer, Wohl-Rumi v. Mucsiny, Joseph Freund, Baron Wühelm i(5:uitm''ami jde Gelse, Armin Wertheim de Enyig. Dr. Philipp Pfeiffer, Dr. Joseph Propper, Dr. Bola We:ß, Dr. Heinrich Szendrey, Dr. Izso Rosa de Vnrhely, Salomon Sternthal de Nagypal, Dr. Ma.r Weih und Joseph Taglicht. Die Versammlung beschloß, in Angelegenheit der Allerszulage der Rabbiner ein neuerliches Memorandum an den Kultusminister zu richten. Nach der Sitzung begaben sich sämtliche Teilnehmer, denen sich Hofrat Dr. Franz Szvkgly und Baron/ Adolf Kohner anschlossen, zum Kultus- und Unterrichtsminister Bola v. Iankovich, an den Moriz Mezei die folgende Ansprache richtete: Der Kongreß der Distriktspräsidenten als Landesvertretung des auf kongressistischer Basis stehenden Teiles der ungarländischen Judenschaft — sagte Redner — hat mit Freude die Gelegenheit ergriffen, vor Ew. Erzellenz der tiefempfundenen Hochachtung und jenem Vertrauen Ausdruck zu geben, mit dem wir von fern. Erzellenz die Abstellung der unhaltbaren Lage unserer Konfession und die Schaffung unserer Autonomie erwarten, nach der wir uns seit nunmehr vier Jahrzehnten sehnen. Vierundeinhalb Jahrzehnte sind vergangen, seitdem die ungarländische Judenschaft ihren einzigen Landeskongreß abgehalten und den Versuch gemacht hat, _ ihre autonome Organisation zu schaffen. Unsere damals geschaffenen Normen sind zum größten Teile veraltet und auch seither wurde uns nie Gelegenheit geboten, die erforderlichen Aenderungen an denselben vorzunehmen. Dankbar erkennen wir an, daß in dem der Leitung Ew. Erzellenz unterstehenden Ministerium in letzter ZM unsere in den Kreis der Administration fallenden Angelegenheiten mit Gerechtigkeit und Wohlwollen erledigt werden. Nichtsdestoweniger ist es aber zweifellos, daß wir ohne gesetzliche Sicherung unserer Autonomie nicht jene Rechtsgleichheit genießen, auf welche wir als rezipierte Konfession rechtlichen Anspruch haben und daß wir in unserem konfessionellen Leben nicht jener Unterstützung teilhaftig werden, welche der ungarische Staat den übrigen rezipierten Konfessionen in so reichem Maße zuteil werden läßt. Exzellenz! Es ist Tatsache, daß die Rezeption der israelitischen Konfession derzeit nur im Gesetzbuchs existiert, im praktischen Leben aber nicht. Wir sind jedoch nicht vor Ew. Exzellenz erschienen, um hier unsere diesbezüglichen Gravamina und Bitten zu unterbreiten. Das werden wir zu einem anderen, gelegenen Zeitpunkte ausführlich und mit der erforderlichen Gründlichkeit tun. Jetzt wollen wir nur unserer Freude Ausdruck geben darüber, daß wir Ew. Exzellenz an der Spitze dieses Ministeriums sehen. Exzellenz! Unsere Konfession leidet seit Jahrhunderten unter der Wucht der aus ihr lastenden Vorurteile. Um so mehr erfüllt es uns mit dem Gefühle der Dankbarkeit, wenn wir nunmehr die oberste Leitung der Angelegenheiten in der Hand eines Mannes sehen, an den diese Vorurteile nicht heranreichen und von demUr wissen, daß er auch uns gegenüber jenes Wohlwollen und jene Gerechtigkeitsliebe an den Tag. legen wird, mit welchen er die Angelegenheiten der übrigen rezipierten Konfessionen leitet und erledigt. (Begeisterte Eljenrufe.) Der 'Minist « r, der die Deputation auf das freundlichste empfing, drückte seinen Dank dafür aus. daß die Führer der religiösen und kulturellen Bewegungen der Juden des ganzen Landes bei ihm erschienen sind. Während seiner Amtstätigkeit werde er stets dahin streben, das; die Rechtsgleichheit der Konfessionen auf allen Gebieten zur Geltung gelange, denn oör ihm gibt es nichts Heiligeres, als daß der Staat den verschiedenen Kirchen, ihren gleichen Pflichten entsprechend, gleiche Rechte gebe. Er ersucht die Erschienenen, ihm ihre konkreten Vorschläge zukommen zu lassen, damit er ehestens in die Lage komme, sich mit diesen Angelegenheiten eingehend zu beschäftigen, die Konfession befriedigende Verfügungen zu treffen und die der Ordnung und der Kultur dienenden Bestrebungen der Konfession zu fördern. Bisher kannte er nur im allgemeinen die Verhältnisse der jüdischen Konfession, doch wird er bestrebt sein, nch mit denselben eingehender zu befaßen und dadurch das in seine Person und seine Tätigkeit gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Die Rede des Ministers wurde von den Erschienenen mit enthusiastischen Eljenrufen ausgenommen. Sodann wurden die Mitglieder der Deputation dem Minister vorvestellt, mit denen er eine lebhafte Konversation führte Landeskongreß der ungarländischen Itoisten, Vorige Woche fand in Budapest eine Sitzung des Kuratoriums der ungarländischen Itoisten statt, in weicher ein Statut für die ungarländischen Itooeceine und -Verbände angenommen wurde. Aus dem Statut seien hier besonders die zwei wesentlichen Punkte bervorgehoben. Die Landesorganisation ist autonomes Mitglied der Iewifh Territorial Organisation. Die Aufgabe der Landesorganisation ist: die Kolonisation von Juden, die in ihrer Heimat wegen 'hres Glaubens veriolot werden, und die Erwerbung eines neuen Territoriums, auf welchem die lokale Autonomie erreichbar erscheint. Mitglied der Landesorganisation kann jede moralisch einwandfreie Person ohne Unterschied des Geschlechtes werden. Auf Grund dieses Organisationsstatutes werden nun in ganz Ungarn, woselbst die Ito bereits nahezu 4500 Anhänger zählt. Äokalgruppen gebildet werden, die dann noch im Laufe dieses Jahres zu einem Landeskongreß der ungarländischen Itoisten zusammentreten werden. Ern bemerkenswerter Zwischenfall in Saloniki. Aus Saloniki wird berichtet: Vor einigen Tagen hat sich hier der folgende bemerkenswerte Zwischenfall ereignet. Das jüdische Tagblatt ..Independant" brachte anläßlich der russischen Romanow-Feier einen ausführlichen Artikel, in welchem der Verfasser die russische Negierung wegen ihres Verhaltens den Juden gegenüber heftig angriff. Der griechische Zensor hat den Artikel anstandslos passieren lassen. Merkwürdigerweise erschien am Taae nach Veröffentlichung des genannten Artikels der russische Generalkonsul in Saloniki bei dem griechischen Stadtkommandanten und verlangte die Suspendierung des ..Independant". Nun ist es bezeichnend, daß die griechische Behörde dem Wunsche des russischen Generalkonsuls entsprach und das Erscheinen des Blattes inhibierte und ein Wiedererscheinen nur für den Fall gestatten sollte, als der Herausgeber des gemaßreqelten Blattes sich bereit erklärt, den russischen Generalkonsul uni Entschuldigung zu bitten. Der Herausgeber des Blattes, Matarasso. lehnte jedoch eine solche Zumutung mit dem Bemerken ab, daß er gegenwärtig keine andere Autorität in Saloniki als die griechische anerkenne und daß er als selbstbewußter Jude es als eine Erniedrigung ansehen müsse, den Repräsentanten einer Macht um Ent-'

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