Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 16 (18.4.1913)
- Date
- 1913-04-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 286 Dr. Bkochs Wochenschrift. Nr. 16 Vorsatz in der Minderheit blieb. Mit achtzehn Stimmen wurde dieser gegenteilige Antrag angenommen unfc der Präsident mutzte es erfahren. datz seine Aktion, die er so glücklich und geschickt eingeleitet und geführt hat, mitten im Vollzüge auf einen Weg gedrängt wurde, den er für ungangbar erkannt hat. Darob begreiflicherweise ernstlich verstimmt, war der Präsident allerdings zur Resignation auf sein Amt entschlössen. Indessen ist es den Bemühungen des Vorstandes denn doch gelungen, den Präsidenten von seinem Entschlüsse abzubringen, ihn vielmehr zu bestimmen, von seiner Absicht Abstand zu nehmen. Die Mitteilungen, die von einer vollzogenen Resignation des Präsidenten gemeldet haben, entsprechen somit nicht den Tatsachen. Iüdisch-territoriaWisch: Organisation „Ito". Am 10. d. M., 7 Uhr abends, fand im Saale des Tempelvereines, VI., Schmalzhofgasse, die erste ordentliche Generalversammlung des Zentralvereines der jüdisch-territorialistischen Organisation „Ito" zu Wien statt. Obmann-Stellvertreter Direktor Dr. S. ^lrende rger, der den Vorsitz führte, begrüßte dir Erschienenen und berichtete über die Tätigkeit des Zentralvereines im vorangegangenen Jahre. Er verwies unter anderem auf die im Juni v. I. in Wien abgehaltene Konferenz der jüdisch-territorialistischen Organisation, die unter dem Vorsitz des berühmten englischen Dichters und Präsidenten der „Ito", Israel Zangwill, stattfand und die eme Manifestation des großen territorMlistischen Gedank-mwar. 2m weiteren sprach er in übersichtlicher und ausführlicher Weise über die Bestrebungen r.nd Ziele der „Ito", indem er ganz besonders auf die Tätigkeit der „Ito" als Regulator der Emigration hinmies. welche zu unterstützen die Hauptaufgabe der Wiener Vereinigung bilden soll. Herr Hermann,'K ö n i g -erstattete hierauf den Kassen- und Rechenschaftsbericht, der mit Dank für Me Tätigkeit des Referenten als Kassier und seine hingehende Unterstützung der Bestrebungen der „Ito" zür Kenntnis' genommen wurde. Zu der hierauffolgenden Diskusiion nähmen mehrere anwesende Herren das Wort, sprachen in ausführlicher und interessanter Weise über die allgemeine Lage der „Ito" und ihre speziellen Erfolge in Ungarn, wo dig Organisation, die im Juli v. I. ins Leben gerufen wurde, bereits 4500 Mitglieder zählt. In der hierauf stattgehabten Konstituierung und Neuwahl des Vorstandes wurden gewählt: Herr Dr. Jakob Engel zum Obmann, die Herren Direktoren Dr. S. Krenberger und Dr. Karl Löwy zu Obmann- StellvertreterN. Hermann König zum Kassier, Samuel Mohr zum Kassier-Stellvertreter, Mar Schmidt zum Schriftführer und Leopold P i ck zum Schriftführer-Stellvcrtreter. Als Vorstandsmitglieder die Herren Dr. Josef Bloch, Adolf H upper t, Jakob K r a u s z, Wolf Pappen heim, Bernhard Toch. Zu Revisoren: Charles Landeis, Emanuel Beer und Kommerzialrat B a tz. Jüdischer Verein „Einheit". Am 31. Marz d. I. fand im Turnsaale der Talmud-Thora die diesjährige Generalversammlung des jüdischen Vereines „Einheit" statt. Der Verlauf der Generalversammlung war abermals ein Beweis für die tiefgehenden Sympathien, welche dieser so segensreich wirkende. in des Wortes edelstem Sinne humanitäre Verein sich in den weitesten Kreisen bereits erworben hat. Der Vorsitzende Herr Bernhard H o f b a u e r, lebhaft akklamiert, begrüßte die Versammlung, insbesondere die Herren Rabbiner Schenk und Goldste i n, den Vertreter der Wiener israelitischen Kultusgemeinde und der Armenanstalt Herrn Adolf Schramek, das Vorstandsmitglied der Kultusgemeinde Herrn Dr. Heinrich Schreiber. Ferner begrüßte der Vorsitzende die Delegierten der Schiffschul, Adaß Iisroel, des Bethausvereines „Thorah Ez Chajim", des Tempel- und Schulvereines, VI., Slumpergasse, und des Bethausvereines „Agudas Achim". Ferner gab der Vorsitzende seiner besonderen Freude über das Erscheinen des Herausgebers der „Oesterreichischen Wochenschrift", Dr. I. S. Bloch, der Herren Oberkantoren M o r g e n st e r n, S ch o r r u.nd Leopold Müller, des Fräulein Cahn in Vertretung des Herrn Heinrich Men dl, des Herrn Arnold Lemberger in Vertretung des Elternvereines „Pestalozzi", des Herrn Ferdinand Spitz als Delegierten der Preßburger öffentlichen Rabbinatshochschule und der damit verbundenen Mensa, des Herrn Bezirksrates Philipp Bak, des Armenrates Sand, des Herrn Professors Antscherl u. m. a. Ausdruck. Dem vorgelegten Jahresberichte entnehmen wir, daß der Verein, der nach wie vor unter der rituellen Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners der Schiffschul S. 'Fürst steht, auch im vergangenen Jahre sich erfreulicherweise weilerentwickelt hat und den Erwartungen, die allseits an feine Tätigkeit geknüpft wurden, vollauf gerecht wurde. Die große Bedeutung dieser in ihrer Art einzigen Wiener Institution, die schon wegen ihrer großartigen modernen Einrichtung e'ne Sehenswürdigkeit bildet, trat während der letzten Monate der drückenden wirtschaftlichen Krise in glänzendster Weise zutage. Hunderte von Leuten aus dem Mittelstände suchten die Speiseanstalt des Vereines auf, in dem sicheren Bewußtsein, daß der Geist, der daselbst herrscht, vor Erniedrigungen schützt. In cher Debatte gaben sämtliche Redner der Anerkennung für1 die erfolgreiche Tätigkeit des Vorstandes uneingeschränkten Ausdruck und sprachen insbesondere dem Vereinsobmann Herrn Bernhard Hofbauer und dem Oekonomen des Vereines Herrn Adolf Fischer für deren unermüdliche, zielbewußte und hingebungsvolle Tätigkeit den Dank aus. Dieser Anschauung gab der Delegierte des Kultusvorstandes, Herr Adolf Schramek, Ausdruck, während Herr Bezirksrat Bak die Anregung gab, zur Sicherung der Mittätigkeit der 'Frauen an den Arbeiten des Vereines ein weite Krebse umfassendes Frauenkomitee zu schaffen. Herr Arnold L e mberger dankte dem Vorstände namens des Vereines' ..Pestalozzi" für das Entgegenkommen, mit welchem er die Ausiveisung der Zöglinge in den hellen, anheimelnden Hallen der „Einheit" ermöglichte. Kultusvorsteher!dr. Schreiber gab seiner besonderen Anerkennung darüber Ausdruck, daß der Vorstand des Vereines „Einheit" diese Institution aus dem Nichts zu ihrer heutigen Höhe entfaltete, was sicherlich nur deshalb möglich war, weil der Vereinsvorstand, in richtiger Erkenntnis der Anforderungen unserer Zeit, einerseits die Küche streng rituell führt, andererseits aber.es als seine soziale Hauvtpflicht ansiebt, die wirtschaftlich Schwachen in einer Weise zu stützen, die eine Demütigung durch die ' empfangene Wohltat ausschließt. Hierauf wurde über Antrag der Revisoren, die in ihrem Berichte die. vollständige Ordnung der Bücher und Belege konstatierten, dem scheidenden Vorstände das Abfolutorium erteilt. Bei der nunmehr vorgenommenen Wahl wurden die zur Ausscheidung gelangenden Vorstandsmi-glieder Moritz F e l se n b u r g. Samuel G o l d m a n n. Bernhard H o fb a u e r. Dr. S. Krenberger. Hermann K u u e r. Hoi- und Gerichtsadvokat Dr. Wolfgang Vollaczek. Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Dagobert Rybaczewski, Salamon Strasse wieder- und die Herren Benrksrat Philipp B a k, Leopold Für st. Dozent Dr. Heinrich Reumann, Hofrat Dr. Julius Schlag und Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Ignatz Weintraub per