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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-03-28 · 13 (28.3.1913) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
13 (28.3.1913)
Date
1913-03-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Ar. 13 Dr. Vlochs Wochenschrift. Seite 225 Korrespondenzen. Für Seder-Abende. Hochgeehrter Herr Redakteur! Aus Anlaß des bevorstehenden PZsach-Festes möchte ich mir erlauben, hiermit eine Anregung zu geben, welcher gewiß vielseitig zugestimmt werden dürfte. Es fehlt nämlich an Gelegenheit, einem Seder beizuwohnen für alle alleinstehenden oder verwitweten Personen und solche, die Angehörige haben, welche keine religiösen Zeremonien mehr halten, ebenso für die Fremden, welche gerade um diese Zeit in Wien weilen. Es wäre darum wünschenswert, wenn der Vorstand der Kultusgemeinde oder wenigstens unter seiner Patronanz ein Seder arrangiert würde. Nur müßte das ein Seder sein, wie er sein soll. Fürs Erste darf Arrangement nicht zu einem Geschäft für den Wirt herabsinken. Der Wirt erhält sein Fixum, soll aber Niemand zum Essen oder Trinken drängen und pressen. Ferner darf der Seder keine Theater-Vorstellung sein, wo die „noblen" Teilnehmer durch Zuspätkommen die klebrigen stören, sondern um 7 Uhr müssen die Saaltüren geschlossen werden und darf Niemanden mehr der Eintritt gestattet werden. Auch muß der Saal geräumig und ausgiebig ventiliert sein. Es kann ja für alle Fälle ein Termin bestimmt werden, wenn bis dahin die nötige Zahl Teilnehmer sich nicht gemelder und ihren Beitrag geleistet haben, wird der Seder nicht abgehalten. Ich glaube, daß nach Bekanntwerden dieses Vorschlages gewiß so viel Anmeldungen erfolgen, daß die Spesen gedeckt sein werden. A. M. Kaiserlicher Rat Dr. Theodor Lieben. Der Erste Sekretär der Wiener isr. Kultusgemeinde Dr. Theodor Lieben beging in diesen Tagen ein seltenes Toppeljubiläum: das vierzigjährige Dienstjubiläum und das siebzigste Geburtsfest. Bei der überaus großen Wertschätzung und Beliebtheit, deren sich kaiserl. Rat Dr. Lieben, sowohl als Chef des Beamtenkörpers der größten jüdischen Gemeinde in Mitteleuropa, wie auch als ausgezeichneter Mensch und stets hilfsbereiter Freund in den weitesten Kreisen erfreut, war es selbst bei der peinlichsten Bemühung des Jubilars, an diesem Doppeljubiläum unbemerkt vorbei zu schlüpfen, ausgeschlossen, den Ovationen und Glückwünschen des großen Kreises seiner Verehrer zu entgehen. Ueber die vom Vorstande der Wiener israelitischen Kultusgemeinde beschlossene Ehrung des Ersten Sekretärs anläßlich des vierzigjährigen Dienstjubiläums haben wir bereits seinerzeit berichtet. Am Tage des siebzigsten Geburtsfestes fand sich der Vorstand der Kultusgemeinde unter Führung des Präsidiums in der Wohnung des Jubilars ein und überbrachte ihm nebst den Glückwünschen ein herrliches Oelgemälde, eine Abendlandschaft darstellend, als Geschenk der Vorstandsmitglieder. Die Verwaltungsbeamten der Wiener Kultusgemeinde hatten schon anläßlich! des vierzigjährigen Dienstjubiläums dem Jubilar eine silberne Plakette überreicht und überdies im Vereine mit den Dienern der Kultusgemeinde zur Errichtung einer Stiftung ein Kapital von 2500 Kronen gewidmet. Die Gemeinderabbiner von Wien überreichten eine silberne Iardiniere als Ehrengeschenk. Die Verbände der jüdischen Religionslehrer erschienen gleichfalls korporativ und überreichten eine kunstvoll ausgestattete Glückwunsch-Adresse. Die Kantoren Wiens stellten sich mit einem herrlichen silbernen Lorbeerkranz ein. Es gratulierten ferner: Tie Bethausvorstände, Chewra-Kadischa Wien, I., Chewra-Kadischa XII.—XV., Chewra-Kadischa XVI. und XVII., Bezirkskommission XII.—XV., Bezirkskommission XVI. u. XVII., die Bethausvereine im IX., XIII. u. XI X. Bezirk und der Bezirke Wieden und Margarethen, der Verband der türkischen Israeliten (Sephardim) in Wien, Adaß Iisroel (Schiff-Synagoge), der isr. Hum. Verein „Eintracht" (B'nai Brith), Lese- und Redehalle jüdischer Hochschü er, der Verein „Frauenhort". Hietzing er Frauenverein, Kaiser Franz Josef-Ferienheim, der österr.-ung. Kantorenverein, Verein der Synagogensänger, Verein zur Unterstützung jüdischer Kurbedürftiger, Verein der Kinderfreunde. Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnen-Heim, Mädchen-Unterstützungsverein, Verein zur Ausspeisung irsrael. Schulkinder des XII.—XV. Bezirkes. die Kultusgemeinden in Reichenberg und Karlsbad, die Schriftsteller Ludwig Klingenberger, kais. Rat Johann Lichtenstadt, Redakteur des „Fremdenblatt" Julius Stern. Chefredakteur Moriz Ring. Friedrich Stern. Siegmund Hahn, Dr. Siegfried Klausner. Alois Kulka, Tr. M. Löwy. Heinrich Hernfeld. Von den sonstigen Glückwunschschreiben und Telegrammen seien aufs Geratewohl die folgenden hervorgehoben: k. k. Statthaltereirat von Heily. Baronin Charlotte Königswarter, Familie Hugo Kadisch, Familie Dr. Leopold Kohn, Dr. Camill Kraus, kaiserl. Rat Dr. Firbas, k. k. Hofrat Dr. August Fournier, Karl Lemberger. Tr. Ferdinand Brüll. Familie kais. Rat Kauders, Kommerzialrat S. Simon. Wilhelm Zisarsky. Dr. Katzan, Dr. Bachrach,. Familie Leipen, Prag. Richard Petichek, Czernowitz, Dr. Kuranda, Familie Moriz Kuffner. Familie Josef Sulzer. Prokurist Richard Bettelheim, Familie Gustav Horsetzky, Regierungsrat Dr. Frankfurter. Familie Salo Cohn, Kommerzialrat S. Rosenzweig, Rektor Dr. A. Schwarz, Familie Rabb. Dr. Grunwald. Rabb. Dr. Ziegler, Karlsbad. Brüder Goldmann. Schulrat Dr. Moriz Tfchiaßny, Gottlieb Bettelheim. Familie Tr. Arnold Borer, Friedländer u. Deutsch und viele andere. Danksagung. Anläßlich dev Vollendung meines 10. Dienstjahres und aus Anlaß meines 70. Geburtstages sind mir vom Vorstande der Wiener israel. Kultusgemeinde, von den einzelnen Mitgliedern derselben, von den Bethausvorständen, Bezirkskommissionen, Chewra Kadischas. von den Herren Rabbinern der Wiener Kultusgemeinde, von den Religionslehrern an Mittelschulen, Volks- und Bürgerschulen, sowie von einer Anzahl Wiener und auswärtiger Korporationen, Kultusgemeinden, von meinen Kollegen im Amte, den Dienern der Kultusgemeinde, von Gönnern und Freunden so viele Beweise .ehrenden, liebevollen .Gedenkens ontgegengebraohr worden, daß es mir unmöglich erscheint, schon jetzt, wie ich es wünschte, jedem einzelnen den gebührenden Dank abzustatten. Ich bitte daher alle, die meiner in so liebevoller Weise gedachten, vorläufig auf diesem Wege meinen aufrichtigsten, ergebensten und tiefgefühlten Dank entgegen zu nehmen. Wien, 26. März 1913. Dr. Theodor Lieben. Eme Aktion der Prager Kantoren. Auf die an alle Synagogen- und Kultusgemeinden Prags und der Vororte gerichtete Kollektivschrift der hiesigen Kantoren, worin ersucht wird, datz die Herren Rabbinen bestimmt werden mögen, bei den in Prag außerhalb der Synagogen stallfindenden Trauungen die kantorale Funktion nur von Berufskantoren ausüben zu lassen und nicht von Unberufenen, Laien, Dienstmännern und Tempeldienern, sind bisher folgende Antworten eingelangt: Smichow, 28. Feber 1913. An die geehrte Vereinigung der Kantoren Prags und der Vororte in Prag. Auf die Hieramts eingebrachte Eingabe vom 20. Feber 1913 beehrt sich der gefertigte Vorstand zu erwidern: Wir billigen Ihr Ansuchen bezüglich der Abstellung der obwaltenden Mitzstände bei den in Prag stattfindenden Hoteltrauungen,

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