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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-03-21 · 12 (21.3.1913) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
12 (21.3.1913)
Date
1913-03-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 12 Seite 203 Dr. Mochs Wochenschrift. name „Pithom-Suchoth" herausgelesen werden kann. Dann wanderten die Israeliten südöstlich und lagerten sich „gegen das Tal Hiroth, Mischen Migdol und dem Meere, gegen Baal-Zephon". Dort holten die Scharen Pharaos die Israeliten ein, und hier war es. wo Moses aus des Herrn Geheiß seine Hand ausstreckte, so daß die Israeliten trockenen Fußes hinüber zum anderen Ufer wandern konnten, während die Krieger des Pharao, die ihnen nachzufolgen trachteten, elendig in den über sie hereinbrechenden Wassern umkamen. Im Papyrus ist nun die Rede von «einem See Kharta.. Das Wort Kharta klingt aber unzweifelhaft an das biblische „Hiroth" an. Ferner erwähnt der Papyrus einen „Migdal von Baal- Zephon", während die Bibel von „Migdol Baal' Zephon" spricht. Ein Migdol war im alten Aegypten so viel wie ein Fort oder befestigter Turm, und wahrscheinlich stand dieses Migdol außerhalb der Stadtmauern von Baal-Zephon. So bestätigt dieser aufgefundene Papyrus die geographischen Angaben des „Erodus" in vollem Umfange. Das Modell eines Luftballons in einem Bibelkommentar angedeutet. Dem „Frkst. isr. Fmbk." wird geschrieben: Schon mehrfach hatte ich in diesen Blättern nachgewiesen, welches Verständnis die Juden schon im Altertume für Witterungserschemungen zeigten und daß ihnen manche Grundlagen der heutigen Meteorologie damals schon bekannt waren, was ia auch, da he in der Hauptsache Ackerbau betrieben, leicht erklärlich ist. Auch wird im Talmud, wie bereits früher erwähnt, die Beschäftigung mit der Wettervoraussage als besonders lobenswert bezeichnet. Bekanntlich finden sich auch in der Bibel viele Stellen, die auf atmosphärische Vorgänge Bezug nehmen, so baß schon aus diesem Grunde für die Kommentatoren eine eingehende Beschäftigung mit dieser Materie nötig war. » Eine merkwürdige Erklärung zur Bibelstelle M. 4, Kap. 16, V. 14: „Ws die Lage Tau ausgestiegen, da war auf der Oberfläche der Wüste etwas feines Gekörntes, wie der Reif auf der Erde" finden wir in Raschi .(lebte vor ca. 1000 Jahren). Es heißt dort: „Als die Sonne strahlte, stieg der Tau, der auf dem Manna lag, zur Sonne auf, wie dies die Eigenschaft des Taues ist; ebenso wie eine Eierschale, die mit Tau gefüllt und nachher verstopft in die Sonne gelegt wird, von selbst in die Luft aufsteigt/' _ In unserer Gegend scheint vielleicht im Sommer die ^-onne nicht so heiß, daß bei uns das Experiment wiederholt «werden könnte; ob es im Orient jemals geschah, ist nicht bekannt. Die Erklärung vom physikalischen Standpunkte aus scheint mir zu sein, daß der Tau in der Eierschale verdunstet und der sich dadurch bildende Wasserdampf die Schale in die Höhe treibt, oder daß die Lust in der Schale wärmer als dis der Umgebung wird und hierdurch ein Aufstieg entsteht. Möglich ist auch, daß durch starke Erwärmung des Erdbodens sich in der unteren Lustschichte ein aufsteigender Wirbel bildet, welcher die Eierschale mit in die Höhe führt. Von den Kommentatoren wird diese Raschistecke zum Teil bildlich ausgefaßt, nämlich, daß durch Gottes Wunder das Brot vom Himmel und das Wasser von der Erde kam, während es bekanntlich sonst umgekehrt ist. Immerhin läßt sich das Beispiel, das Raschi bringt, als Andeutung eines Luftschiffmodells auffassen. L. L. Das antike Goldland Ophir. Die fabelhaften Schätze an Gold und Edelsteinen, welche König Salomo aus einem nicht näher bezeichneten Lande Ophir bezog und vermöge dessen ein so glänzendes Hofleden entfaltete, das seinen Höhepunkt während des Besuches der Königin von Saba erreichte, die aus der gleichen Gegend eine Fülle kostbarer Geschenke brachte, bildeten von jeher eine eifrige Studie aller Altertumsforscher. Nicht nur die biblischen Berichte geben hievon Kunde, a'.le antiken Schriftsteller erzählen von. den rauschenden Festen, die der König aus den Reichtümern von Ophir veranstaltete. Ursprünglich meinte man, daß dieses Land in Indien gelegen haben mag, obgleich Anhaltspunkte sich nicht dafür Nachweisen ließen. Der Begründer der deutschen Kolonialherrschaft Dr. Karl Peters hat auf seinem Zuge durch Innerafrika auch in dieser Frage eine überraschende Aufklärung gebracht, worüber er in der Wiener Urania einen höchst interessanten Vortrag hielt. Im Maschona- und Matabelelande längs des Flusses Zambesi _ entdeckte er wohlausgebaute Minen, in denen, wie der Augenschein erkennen ließ, einst ein ausgedehnter Bergbau betrieben worden sein muß. Die hierauf unternommenen Untersuchungen förderten ungeahnte Ergebnisse zutage. Es wurden über 80.000 alte Minen festgestellt. Der ganze Weg entlang führt über längst versunkene Reste von Städten, Tempeln, Burgen und Festungen. Auf den Anhöhen finden sich Felsterrassen, die eine ausgedehnte Totenstadt in sich bergen. Technische Anlagen und mehrere Wasserleitungen waren noch nachweisbar; eine von diesen war so gut erhalten, daß sie sogar leicht wieder in Betrieb gesetzt werden konnte und jetzt zur Bewässerung der Gegend dient. Am erstaunlichsten waren jedoch die Staiuenfunde; sie sind unverkennbar dem Baalskultus gewidmet und ein astronomisches Sternbild bringt den Beweis, daß diese Darstellung aus dem 2. Jahrhundert vor Ehristi stammt, denn damals hatte der Firsternhimmel ein solches Aussehen. Ein weiteres auffallendes Moment ist, daß die Einqebornen dieser Umgebung verwandte religiöse Gebräuche mit dem semitischen Altertum aufweisen. Auch sind sie bedeutend intelligenter und körperlich feiner gestaltet als alle anderen Negervölker Afrikas. Es ist, nach Dr. Peters kein Zweifel mehr «möglich, daß das so lange vergeblich gesuchte Ophir hier gelegen ist. Eine Reihe von Belegen in alten Schrifttümern, die erst jetzt verständig werden, deuten darauf hin, wie beispielsweise, daß die Griechen Ophir mit Sophara übersetzten, was das heutige Sophala ist, ein Vorland von Ovhir. Sogar der Name Afrika, dessen Ursprung auch noch nicht sicher war, findet hiedurch seine Erklärung. Die Alten nannten eben den ganzen Kontinent Ophir, woraus nach und nach das Wort Afrika sich bildete. Wie die Geologen jetzt nach vorläufiger Schätzung angeben, sind aus diesen Minen für mindestens zweieinhalb Milliarden Kronen Gold ausaebeutet worden und es ist nicht ausgeschlossen, daß mit den heutigen modernen Hilfsmitteln der. Goldbergbau wieder ausgenommen werden könnte. Das NMfche Recht der Nachlese im französischen Rrchtskeben. Das Gericht von Veziers (Südfrankreich) hat in einem interessanten Prozeß, von dem dir französischen Zeitungen berichten, auf das biblische Recht des Armen auf Nachlese zurückgegriffen. Eine Bäuerin in Capelstang (Hörault) wurde vom 'Feldhüter dabei betroffen, wie sie nach der Weinlese in ihrem eigenen Weinberge die Nachlese hielt; dieser machte ichr ein Protokoll deswegen. ..Sie haben nicht das Recht, nachzulesen." sagte der Feldhüter. „Was." rief die Eigentümerin aus. „in meinem Eigentum sollte ich die kleinen Trauben, die an meinen eigenen Reben hängen geblijrben sind, nicht schneiden dürfen.'" „Sie haben ebenso wenig das Recht, auf Ihrem Eigentum nachzulesen, wie in fremdem Weinberg." beteuerte der Biedere. „Dieses Recht gehört ausschließlich den Armen.";;; Es kam zum Prozeß. Ende Dezember v. I. sprach die Strafkammer von Beäers das Urteil und verurteilte auf Grund der bestehenden Gesetze die Verbrecherin zu 25 Franken Geldstrafe. Die ersten Grundsätze dieser Gesetzgebung beruhen auf der Bibel (Lev. 19). Eine französische Verordnung vom 7. Iuli 1779 hat dieses Recht der Nachlese zugunsten der Greise, Invaliden und Kinder aufrechterbalten und ein Urteil des Kassationshofes vom 8. Oktober 1840 hat diese Verordnung bestätigt. Das Gericht von Veziers hat also nur die übliche Rechtsprechung fortgesetzt, indem es. im Geiste der Bibstl. die Nachlese als Eigentum der Armen erklärte und die Eigentümerin ausdrücklich unter Strafe davon ausschloß. Ein jüdisches Knabenorchester. Vorige Woche fand in einem großen Konzertsaale des Newyorker Eastend, das hauptsächlich von Iuden bewohnt wird, die erste Aufführung eines Konzertes des jüdischen Knabenorchesters statt. Die Mitglieder des kugendlichen Orchesters rekrutieren sich aus Schülern dcr jüdischen Schulen im Londoner Ghetto. Die Zahl derselben beträgt 250 und ihr erstes Konzert war, wie die Londoner Tagesblätter melden, ein durchschlagender Erfolg. Nach diesem gelungenen Debüt, bei welchem

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