Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 12 (21.3.1913)
- Date
- 1913-03-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Ar. 12 Seite 19)' Dr. Blochs Wochenschrift Es geschah eines Tages, als König Saragosanus ausgezogen war und das ganze Volk, das mit ihm mar, die Fürsten und die Statthalter nach ihrem Range, um nach ihrem Gutdünken auszuziehen; da zog er durch die Stadt und ies erhob sich Markus, man möge ziehen durch die Straße der Jehudim'. Da eilten die Jehudim und verkündeten es den Häuptern der Synagogen und sagten: Sieh! Der König zieht durch die Straße. Da erhoben sich die Chachamim der Gemeinden und ihre Beisitzer und das ganze Volk, das Mit ihnen mar, und brachten heraus die leeren Behälter, nach ihrer Art bekleidet mit den buntgewirkten Mänteln und segneten den König mit hocherhobener Stimme und das ganze Volk stimmte ein und rief Amen, und der König zog in 'Frieden weiter. Und es mar am' Abend, als der König auf seinem Throne saß, bekleidet mit dem königlichen Gewände in Himmelblau und weiß, und mit der großen goldenen Krone, eingelegt mit Edelsteinen, auf seinem Haupte, da sprachen seine Fürsten, Räte und Weisen: Wie herrlich war der Tag des Königs Saragosanos, mehr als vor allen Königen der Erde, in den Augen aller Jehudim', als sie zogen vor dem Könige, die Häupter ihrer Richter, alle Männer in Israel, mit den Thorarollen, um sich vor ihm zu bücken und ihn zu segnen! Da entgegnete Markus der Bösewicht vor dem König und den Fürsten und sprach : Ferne ist es diesen niedrigen Jehudim, dies zu tun,- es werde dem Könige bekannt, daß die Behältnisse leer sind und nichts befindet sich in ihnen, denn mit Kr st tun sie das! Als der König dies hörte und die Fürsten, die Weisen und die Räte, erzürnte sie dies sehr und der König ergrimmte und sein Zorn entbrannte in ihm. Da sprach der König zu den Weisen, die das Gelsetz und Recht kennen und das Urteil fällen, was mit den Leuten zu tun fei, die sich so mit ihrem Leben versündigen, die untereinander einen solchen festen Bund schließen, den König zu überlisten. Und allesamt antworteten und sprachen: Diese Leute sind des Todes zu verurteilen! Wenn es dem Könige wohlgefällt, so möge er schreiben, sie zu vertilgen und es siegeln mit dem Siegel des Königs: denn die Schrift, die geschrieben ist mit der Schrift des Königs und gesiegelt mit dem Siegel des Königs, ist unabänderlich. Und es wurden berrufen die Schreiber des Königs in jener Zeit, im elften Monat, das ist der Monat Schewat, am 16. Tage desselben und sie schrieben (das Urteil) über die Je^ hudim. Mit ihnen nach Willen zu verfahren und siegelten es mit dem Siegel des Königs. Und es war als die Schrift gesiegelt war, da sprachen sie, morgen in der Frühe wollen wir plötzlich und unversehens über sie hergehen und ziehen durch die Straße der Jehudim', und wenn sie vor dem Könige erscheinen mit den Behältnissen, wollen wir sie öffnen und sehen, ob richtig sind die Worte des Markus, daß sie leer sind ohne Thora und den König betrügen: dann soll über sie herfallen .das ganze Heer des Königs, welches bewaffnet ist und kriegsgeübt, ein Jeder mit seinem Schwerte an der Seite und sie sollen Erschlagen alle insgesamt in der Mitte ihrer Gemeinde, und ihre Bethäuser sollen verbrannt werden durch Feuer und ihre Kinder und ihre Frauen genommen zu Knechten und Mägden, und ihr ganzes Vermögen soll kommen in die Schatzkammern des Königs. Und es gefiel die Sache in den Augen des Königs und der 'Fürsten also vorzugehen und es wurde geschrieben und gesiegelt mit dem Siegel des Königs. In derselben Nacht wich, der Schlaf dem E f r a i m Baruch, dem Diener der Gemeinde, welcher in der Stadt Saragosanos war. Es war ein frommer Mann, ehrlich und gottesfürchtig, der das Böse mied und dem Ewigen diente Mit vollem frohen Herzen. Und er sah einen Mann, ehrwürdig, mit lockigem Haar, gegürtet mit Fell um seinen Lenden, ein Mann, beauftragt, Gutes zu berichten, sein Aussehen wie das Aussehen eines Mannes Gottes, sehr ehrfurchterregend. Elija hu. der Prophet ist sein Name, er hatte ihn aus seinem Schlafe erweckt und sprach zu ihm: Warum schläfst Du? Erhebe Dich rasch und eile, halte Dich nicht auf und fülle die leeren Behältnisse mit den Thorarollen und komme wiedec und begib Dich aus Dein Lager in Frieden. Hüte Dich aber und hüte sehr Deine Seele, daß Du hievon erzählst Jemandem außer Dir! Denn wenn Du es erzählst, mußt Du sterben und es kommt Blutschuld auf Dein Haupt. Da stand Efraim auf und sieh, eine große Angst befiel ihn, und er tat, wie der Mann der frohen Kunde es ihm befohlen, und kam zurück und legte sich auf seine Lagerstätte und sein Schlaf war angenehm. Und es geschah, ganz so wie die Erscheinung war, die Efraim hatte, so sahen sie auch alle Diener der zwölf Gemeinden in dieser Nacht und in der selben Zeit, und sie taten also und sagten es niemand anderem, wie es ihnen befohlen wurde und Jeder von ihnen dachte, daß nur er allein diese Erscheinung hatte, und es war die Sache wunderbar in ihren Augen. Und es geschah am Morgen, am 17. Tag des Monates Schewat, im 13. Jahre des Königs Saragosanos, im Jahre 1352 nach der Zerstörung unseres Heiligtumes - - welches bald in unseren Tagen erbaut werden möge, so sei es wahr - welches ist im Jahre 5180 der Schöpfung-') da erhob sich der König Saragosanos. er und seine Fürsten, seine Führer, seine Räte, seine Weisen, an denvselben Tage, und er zog plötzlich durch die Straße der Jehudim, und Markus der Bösewicht ging zur Rechten des Königs und das ganze Gefolge des Königs nach ihm, bewaffnet mit aller Art von Kriegsgeräten und bei 300 Pagen des Königs, alle mit Schwertern ausgerüstet, Meister des Krieges, jeder fein Schwert an der Hüfte, um mit den Juden nach ihrem Willen zu verfahren. Und es war, als sie durch die Straße der Jehudim zogen, da eilten sie und verkündeten es den Juden, den Chachamim und den Beisitzern und sie nahmen in Eile die Behältnisse, um den Köniig zu segnen nach ihrem Brauche. Da sprach der König zu ihnen: Mein Wille ist es, zu sehen die Lehre Mosis, des Gottesmannes, mit der ihr mich segnet in seinem Namen! Und es war, als die Chachamim und die Beisitzer und das ganze Volk es horte audem Munde de- Königs, da entfiel ihnen das Herz und es verzagte, sie erschracken einer gegen den anderen, sich sagend, was hat uns Gott dies getan — sie aber wußten nicht, was ihnen der Gott ihrer Väter bereitet hatte — und es beeilten sich die Fürsten des Königs und öffneten ein Behältnis und fanden es ausgefüllt mit der Thora Mosis und es war geschrieben am Anfang de: Seite: „Allein auch alsdann, wenn sie sich schon im Lande ihrer Feinde aufhalten, werde ich sie deswegen nicht verwerfen, auch ihrer nicht überdrüssig werden, sie aufzureiben, meinen Bund mit ihnen völlig aufzuheben. denn ich bleibe der Ewige, ihr Gott." Und sie lasen es vor dem König. Da nahm Man ein anderes Behältnis und öffnete es, und auch dieses fand man gefüllt mit der Thora, so auch mit dem dritten und allen anderen. Als nun der König und alle Fürsten alle Behältnisse gesehen hatten ausgefüllt mit der Thora Gottes, da lobte sie der König und *) AuS der hier angeführten Jahreszahl, die nach der bürg. Z'.itrechnung auf das Jahr 1420 fallt, läßt sich der Name des Sö. igS bestimmen» von welchem hier die Rede ist. Alfonso V., genannt der Großmütige. König von Aragonien, regierte von 1417—1458. Daß er den Juden wohlgesinnt war, ist aus dem von Samuel ibn Vergas verfaßten Buche Schewet Jehuda zu ersehen, in welchem von Alfonso V. in diesem Sinne oftmals erzählt wird.