Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 11 (14.3.1913)
- Date
- 1913-03-14
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr- 11 Dr. Blochs Wochenschrift Ue 193 Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Organ der Alliance Israelite Universelle. XIIL Jahrgang. Heft 3. März 1913. Inhalt: Felix Halte: Die Emanzipation der Juden in Preußen. — P. B.: Leo Bakst (mit 7 Illustrationen). — Binjamin Segel: Geld und Gott. — Marie Biesenfeld: Jahrzeit. — Abraham Zewi Idelsolvn: Reste althebräischer Musik. — Dr. S. Weissenberg: Alte jüdische Grabdenkmäler aus der Krim (mit 4 Illustrationen). — Sch. Gorelik: Von Kiew bis Alexandrowo (Reisebilder. 11. Kiew). — Prof. Dr. Ermano Loeviuson: Die Juden Italiens (III) (mit 6 Illustrationen). — Helene Lilien: Zehn neue Bibelbilder von Franz Hein (mit 1 Illustrationen). -- Prof. Fränkel: Von den heutigen Juden Salonikis. — Mitteilungen des Zentral-Komitees der Alliance Israelite Universelle: Das Lehrlingswerk der Alliance in Konstantine. — Bericht aus Mossul. — Sammlung zu Gunsten der Juden auf dem Balkan. — Notizen. — Inserate. — Verlag Ost und West Leo Winz, Berlin-G'liarlotfenburg, Knesebeckstraße 32. Dr. .1. Ziegler, Karlsbad. Volksschriften über die jüdiset e Religion. I. Jahrgang. VI. Heft. — Paul Goodman. London : Die Liebestätigkeit im Judentum. — Verlag J. Kauf f m a n », Frankfurt am Main, 1913. Adar I. und Adar II. Wir erhalten folgende Zuschrift: Sehr geehrter Herr Doktor! Im Briefkasten der Nummer 7 der , Oesterreichischen Wochenschrift" vom 14. Februar 1913, finde ich die rituelle Aufklärung, datz, wenn der Todesfall in einem Gemeinjahr im Adar war, so ist im Schaltjahre Fahrzeit im Adar I. Diese Ansicht, welche von R. Moses Fsserles Orach Chajjim 8 568, 7 und Fore Dea § 402, 12 angeführt wird, hat nicht bei allen Gesetzlehrern im Prinzipe und hinsichtlich der Praxis als Norm gegolten. Selbst N. Moses Fsserles hat seinen Standpunkt, das; der Adar eines Gemeinjahres dem Adar I im Schaltjahre entspricht, nicht konsequent behauptet, denn Orach Ehajjmi § 55, 10 bemerkt er, datz der im Adar geborene Rnabe wird im Schaltjahre im Weadar Barmizwa. R. Josef Caro, Verfasser des Schulchan Aruch, verordnet Orach Chajjim 8 568, 7, datz die Rinder des im Monat Adar gestorbenen Vaters oder der Mutter, im Schaltjahre Adar II fasten sollen. Dieser Beschluß hat ihre Grundlage im jerusalemischen Talmud Megilla I, 7, wonach im Schaltjahre Adar I nur als Anhang und als eigentlicher Adar der Adar II zu betrachten ist. R. Fakob Emden in seiner Gutachtensammlung, Responsum 117, überliefert die Entscheidung seines Vaters, des Chacham Zewi, datz der Todestag von Moses, der 7. Adar, im Schaltjahre Adar II gefeiert wurde, obzwar unser Lehrer Moses — s. R. Abraham Gumbinnen zu Orach Chajjim 8 580, 2, und Gutachtensammlung des Jona Landsofer, Meil Zedaka, Responsum 21 — in einem Gemeinjahr gestorben ist. Die größte Autorität des neunzehnten Fahrhunderts auf dem Gebiete der jüdischen Gesetzesauslegung, R. Moses Schreiber, hat in einer scharfsinnigen Auseinandersetzung, Chatham Sofer I, Responsum 163, bewiesen und gegen R. Moses Fsserles ausdrücklich festgesetzt, datz die Rinder für die Eltern, welche in einem Eemernjahr im Adar gestorben sind, im Schaltjahre Fahrzeit im Adar II halten sollen. Siehe auch darüber R. Simon Sidon's Sebet Simeon zu Fore Dea § 402. Ganz ergebenst Dr. Alerander BüchDr, Nabbiner. Reszthely am Plattensee, 26. Februar 1913. Kriefkasten. „Schwarz-gelb". Das „Biographische Handbuch" der in der k. u. k. Armee und Marine je aktiv gedienten Offiziere, Aerzte, Truppen-Rechnungsführer und sonstigen Mititörbeamten jüdischer Nationalität, ist bereits erschienen. Die Adresse des Autors ist uns unbekannt. _ Gegendemonstration. Der Historiker Prof. Breslau in^ Stratzburg, dem die dortige Studentenschaft anläßlich seines scheidenaus dem Lehrkörper der Universität einen Fackelzug bereitete, ist wohl Jude, doch hat der Verein jüdischer Studenten an der Straßburger Universität an dieser Ehrung nicht teilgenommens weil Prof. Breslau feine Rinder hat taufen lassen. Wir können dieses Vorgehen der jüdischen Studenten nur billigen. R. F. Eugen Dühring schreibt in einer der ersten Nummern des „Modernen Völkergeist" über Bismarck: „Das von Bismarck geschaffene Gruppengebilde großer und kleiner Dynastien ist weder von besonderer Dauerhaftigkeit noch von sonderlich harmonischem Gefüge. Bismarck arbeitete mit den Mitteln der alten Diplomatie, unter denen das Belügen, Betrügen, Täuschen und Erheucheln an erster Stelle stehen. Wenn nun jemand vermittelst solcher Rünste eine Ausbeutungs- und Beherrschungsgelegenheit durch mehrere Fahrzehnte hindurch für sich und seine Tnuastten aufrecht zu erhalten vermag, so mag er in seiner Art und in seinen Rreisen immerhin als "Talent gelten, ein Politiker in unserem Sinne, geschweige denn ein großer, ist er jedoch keineswegs." Nimmt man noch hinzu, datz dieser selbe Bannerträger des wissenschaftlichen Antisemitismus auch das Christentum mit gütigem Haß überschüttete, das er bekanntlich die „Schmach des Fahrtausends" nannte, so wird man es verstehen, wenn die „fromme" antisemitische Presse den 80. Geburtstag Eugen Dührings, wenn überhaupt, nur im Sti.len feiert. Eolizianer in Wien. Die unter der Beschuldigung, Bestechungssummen in Amtsangelcgenheiten verlangt und angenommen zu haben, in Lemberg verhafteten Fohann Lopuszqnski und Morgan Zeno Nottenberg sind keine Fuden. Lopuszynski war Sekretär in der Statthalterei und dem Departement für jüdische Matruelangelegenheiten zugeteilt. Für die Erledigung dieser Angelegen heilen Uetz sich L. von den Provinzjuden bedeutende Summen zahlen, sonst blieb eine günstige Erledigung aus. Sein Romplize. Morgan Zeno Rottenberg, trat schon vor langer Zeit zum Rm tholigismus über. Der ganze Schwindel wurde von einem jüdischen Advokaten aufgedeckt, von dessen Riienten das edle Paar für die günstige Erledigung einer einfachen und gerechten Sache gleichfalls eine größere Bestechungssumme forderte, aber nicht erhielt. Die Rlerikalen möchten begreiflicherweise Rottenberg, dessen Seele sie seinerzeit reif für die Rettung zugunsten der Rirche fanden, jetzt gerne abschütteln. Statistiker. Laut den Tabe'.l.m des Raiferlichen Statistischen Amtes waren 1607 im Deutschen Reiche Fuden unter den Aerzten 4719, Privatgelehrte und Schriftsteller 712, in den Bernfsarien Musik und Theater 190!, unter den Richtern und Staatsanwälten 906, den Rechtsanwälten, Notaren, Patentanwälten 1877, den Staatsbeamten 244 und den Offizieren der Armee rind Marine 16. Notizen. Jüdische Bühne. Direktion M. S t i e g 1 e r. Hotel Stefanie, 11., Taborstraße 12. Freitag, den 14, Samstag den 15. und Sonntag den 16. März 1. F.: „RttchuL", Roinöüie in 4 Aufzüge» von Lataine r. Sonntag, den 16., halb 4 Uhr nachmittag: „Der Majchgiach". Montag, den 17. Mürz: „Rreuzer-Sonaie", Drama in 4 Aufzügen v. F. Gvrdin. Dienstag, den 18. März. Benefiz „Fungwirth" und Frl. Konter: „ChanaL. die Näherin", Lebensbild in 4 Auszügen v. F e i n nt ci n ». Miti woch, den 19. März: „Der Gert", Lebensbild in 4 Aufzügen von G i j u e t. Donnerstag, den 20. Mürz, Wohltätigieitsvorstcllung : „Dawids-Geige", Lebensbild in 4 Aufzügen von L a t a i n e r. Fn Vorbereitung: „Facob und E s o w". Union-Bank. Die dreiundvierzigste ordentliche G e n er a 1 - V e r s a m m 1 u n g der Aktionäre der Inion-Bank findet Donnerstag den 27. März um 11 Ihr vormittags im Anstalisg'ebäiide, L, Holmgasse Nr. 1, statt. Tagesordnung: I. Bericht des Verwaltungsrates und Vorlage des Bilauzahsehlusses pro 1912; 2. Bericht des Hevisionsattsschusscs und Beschlußfassung hierüber; 3. Beschlußfassung über die Verwendung d^s Reingewinnes; L Wahlen in den Vcrwa’tutigsrui : 7. Wahl des Revisionsaussehusses für das Jahr 1918. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der General-Versammlung teiizunehmen wünschen, wollen ihre Aktien in Ge. mäßheit des § 27 der Statuten spätestens am 19. März d. Js. deponieren, und zwar: itt Wien bei der Liqiiiditur der 1 nion-Bank; in Triest bei der Filiale der l ’nion-Bau k; in Lemberg hei der Union-Bank, Filiale Lemberg; in Berlin bei dem A. Schaaffhausonscheii Bankverein oder bei der Dresdner Batik; in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Effekten- und Wechsel-Bank oder bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. M.; in -München hei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank oder hei der Dresdner Bank, Filiale München; in Nürnberg hei der Dresdner Bank. Filiale Nürnberg; in Basel, Genf, St. Gallen und Zürich hei dem Schweizerischen Bankverein oder bei der Eidgenössischen Bank (A.-G.). Die Aktien sind unter Anschluß von Konsignationen zu erlegen, welche vom Einreicher eigenhändig zu unterzeichnen und für Wien in zwei Exemplaren, für die anderen Erlagstellen in drei Exemplaren an.sznl'erligen sind. — Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung verseilen zurück; nach abgehaltener Generalversammlung werden die Aktien gegen Rückstellung dieser Konsignationen ausgefolgr. — Das Stimmrecht kann vom Aktionär oder von dessen gesetzlichem Vertreter persönlich oder durch Bevollmächtigung eines anderen Stimmberechtigten Aktionärs atisgeübf werden. (§ 2N der Statuten.) Wien, 7. März 191 Union-Bank.