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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-03-14 · 11 (14.3.1913) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
11 (14.3.1913)
Date
1913-03-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 11 Dr. Mochs Wochenschrift. Seite 185 und 10.300 Liter Milch konsumiert haben. Der Vorsitzende richtet an die Versammlung die Bitte, auch weiterhin in der eifrigen Propaganda für den Verein und die Anstalt in Laa nicht zu erlahmen. -Er verweist weiter auf die fortgesetzten Bemühungen, in der Nähe Wiens eine Realität zur Errichtung einer orthopädischen Station zu erwerben, und spricht dem gesamten Vorstande für dessen hingebende Arbeit, insbesondere aber der Seele des Vereines, Herrn Vizepräsidenten Heinrich Egger, sowie allen Mitgliedern und der Presse den innigsten Dank aus. (Lebhafter Beifall.) Hierauf erstattete der, Kassier-Stellvertreter Herr E n d den Kassabericht, wonach die Einnahmen 18.969.84 Lronen, die Ausgaben 18.850,50 Kronen betrugen. Auf Grund des von Herrn Adolf B a k erstatteten Reoi sionsberichtes erteilte die Versammlung dem Vorstände einstimmig das Abfolutorium. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgte die Versammlung den Mitteilungen des 'Vizipräsidenten Herrn Egger über die Heimstätte in Laa und über die an dieselbe angeschlossene Oekonomie. In eingehender, von liebevoller Sorge für das Wohlbefinden der Kinder und für das Gedeihen des ganzen Institutes zeugenden Weise schilderte Herr Egger die Haushaltung, die Erziehung der Kinder, ihre frohen Spiele, die Freude über erzielte Heilerfolge, die täglichen Sorgen der seiner Leitung anvertrauten Landwirtschaft. Den Ausführungen des Redners folgte anhaltender Beifall. Sodann erbat sich Herr Vizepräsident Kelet das Wort, um in begeisterten Worten die aufopferungsvolle und unermüdliche Hingabe des Herrn Egger Für das Heim zu schildern. Die Versammlung bereitete Herrn Egger, in dankbarer Anerkennung seiner Mühe und Sorge, eine spontane, stürmische Ovation. Nachdem noch Herr Gustav Frankl namens der Mitglieder dem Gesamtvorstande den innigsten Dank ausgesprochen hatte, schloss der Vorsitzende die Generalversammlung mit der neuerlichen Aufforderung, auch weiterhin dem Vereine treu zu bleiben und neue Mitglieder zuzuführen. An die Generalversammlung schloss sich ein geistvoller Vortrag des Schriftstellers Herrn Paul Wilhelm, der mit gewohnter Formvollendung und tiefer Empfindung den Gedanken ausführte, dass in dieser realistischen Zeit unsere Gesellschaft das Kind nicht nur vor körperlicher, sondern mehr noch vor geistiger Verkrüppelung bewahren müsse. Ehrung emes jüdischen Soldaten. Aus Lemberg wird berichtet: Am 26. Februar d. I. hat der jüdische Soldat des 89. Regimentes, Moses Fränkl aus Dynow, als er bei einer Essend ah nbnlcke Wachtdienst hatte, unter Lebensgefahr einen gefährlichen Spion gefangen genommen, in dessen Besitz wichtiges Spionagematerial und Aufzeichnungen gefunden wurden. Irl Anerkennung seines tapferen Verhaltens wurde Fränkl vom Oberst in Gegenwart des gesamten 69. Regimentes zum Gefreiten befördert. Der Oberst hielt aus diesem Anlasse an das Regiment eine Ansprache, in welcher er unter anderem sagte: Würden wir lauter solche Soldaterl haben, wie Moses Fränkl, so könnte uns kein Feind der Welt etwas anhaben. Emo freche Herausforderung. Die Firma Gebrüder Reichart, Fabrikanten in Dornbirn, versendet an christliche und jüdische Firmen ein Zirkular zur Anpreisung ihrer Erzeugnisse (Arbeiteranzüge), in welchem folgender Satz vorkommt: „Gerade zur heutigen Teuerung mutz jede Firma, die Arbeiter beschäftigt, besonderes Interesse daran haben, dass diese ihren Lohn gut verwerten und bei Deckung ihres B>edarfes nicht gewissenlosen jüdischen Ausbeutern, womit unsere Monarchie besonders in der Wäschebranche reichlich versehen ist, in die Hände fallen." Es bedarf keines besonderen Hinweises darauf, datz die Firma Gebrüder Reichart hier eine allgemeine Verleumdung ausspricht, die in keiner Weise zu rechtfertigen ist. Es gibt in aller Welt, und somit gewiss auch in der Wäschebranche, gewissenhafte und gewissenlose Leute. Ebenso gewitz überwiesen aber in der Wäschebranche, wie überall, die Christlich-Sozialen an Gewissenlosigkeit alle anderen Geschäftsleute. Dafür legt das Zirkular der Gebrüder Reichart wieder einmal ausreichendes Zeugnis ab. Wir hoffen, datz sowohl die anständigen christlichen, wie auch die anständigen jüdischen Geschäftsleute diese freche Herausforderung dorthin befördern werden, wo hin sie gehört. Jahrhundertfeier der Freiheitskriege in Deutsch laud. Tie Grossloge für Deutschland der U. O. B. B. erlässt folgenden Aufruf. „Eine große kunft- und kulturgeschichtliche Ausstellung zur Jahrhundertfeier der Freiheitskriege veranstaltet die Stadt Breslau, die Stadt des „Aufrufs An mein Volk, im Jahre 1918 von Mitte Mai bis Ende Oktober unter dem Protektorat des Kronprinzen des Deutschen Reiches. Die Ausstellung, mit der die Stadt ein ständiges Aussiellungsgebäude im Scheitniger Park eröffnet, ist den Fürsten, Heerführern, Staatsmännern, Dichtern, Künstlern und bedeutenden Frauen jener Zeit gewidmet, umfasst das damalige Heereswesen und vor allem Bilder der Ereignisse, als Rahmen aber die Kunst und das Kunstgewerbe der Zeit vor hundert Jahren. Ein Aufruf, den eine grosse Zahl von bekannten Grössen der Politik, der Wissenschaft und Kunst, des Handels und der Industrie, hohe Staats¬ und Gemeindebeamte und Nachkommen von >3elb:n der Freiheitskriege aus ganz Deutschland als Mitglieder des Ehrenausschusses unterzeichnet haben, erbittet Leihgaben für die Ausstellung nicht nur aus Deutschland, auch aus den mit Preußen damals verbündeten Staaten und aus Frankreich. Die Geschäftsstelle der Ausstellung befindet sich im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertiimer in Breslau, dessen Direktion die Gesamtleistung übertragen worden ist." - — — * * Es wäre wünschenswert, dass auch die Juden Deutschlands diesem von der Gesamtleiturrg der Ausstellung ausgehenden Aufruf Nachkommen und an dieser patriotischen und kulturhistorisch interessanten Veranstaltung grossen Stils sich in hervorragendem Masse beteiligen und dass jeder, in dessen Besitz sich Gegenstände der oben bezeichneten Art befinden, sie dem Schlesischen Museum für die Dauer der Ausstellung leihweise zur Verfügung stellt. Wir ersuchen daher alle unsere Glaubensgenossen, die in dem Besitze von Gegenständen sind, die für die geplante Ausstellung sich eignen, sofort eine Mitteilung hierüber nebst einem genauen Verzeichnis der in Betracht kommenden Sachen an Br. Dr. E. Z i o i e r. Fürstlich Plesssschen Archivar in Pless (Oberschlesien), zu schicken, der die weiteren Verhandlungen mit der Gesamtleitung der Ausstellung in Breslau übernommen hat. — Von dem Ergebnis, das dieser Aufruf zeitigen wird, wird es abhängen, ob die Breslauer Gesamtleitung ersucht werden soll, die von Juden herrührenden und aus Juden bezüglichen Stücke gesondert aufzusteilen, oder ob es ratsamer sein wird, von einer gesonderten Aufstellung Abstand zu nehmen. Grotzloge für Deutschland VIII A. O. B. B. Timendorfer. Präsident.

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