Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 9 (28.2.1913)
- Date
- 1913-02-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3022035-3022045--21916-3047035- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
©eile 152 Dr. Vkochs Wochenschrift. Dr. Lieben vertritt die Gemeinde auch nach außen hin bei Gericht, bei Behörden, Statthalterei und den Ministerien in würdiger Weise und es ist deshalb kein Wunder, wenn er überall das größte Entgegenkommen findet. Wir tönnen uns gratulieren, Dr. Lieben seinerzeit für unsere Administration gewonnen zu haben und ihn bisher zu besitzen. Wir hoffen, daß er noch recht lange, noch eine große Anzahl von Jahren feines Amtes walten wird. Wir gratulieren ihm aufs Allerherzlichste, wünschen ihm ein langes glückliches Leben und eine recht lange Amtstätigkeit in unserer Mitte. Von der Anerkennung, welche der Vorstand dem Ersten Sekretär als Anlaß seines Doppeljubiläums votiert hat, habe ich Herrn Dr. Lieben mit Ueberschreitung des Arntsgeheimniffes, bereits früher in Kenntnis gefetzt." Erster Sekretär Dr. Lieben dankt in bewegten Worten für die ihm zuteilgewordene besondere Ehrung seitens des Vorstandes, sowie für die durch den Präfidenten in so wohlwollender Weise zum Ausdruck gebrachte Anerkennung seiner Tätigkeit im Dienste der Gemeinde. Spitals angelegenheiten. Ueber Antrag des Vertreter-Kollegium wird beschlossen, den Asfistenzärzten des Spitales nach zurückgelegter dreijähriger zufriedenstellender Tätigkeit im Spitale eine Gehaltszulage von Kronen 400.— p. a. zu gewähren. Auf Grund von Vorschlägen der Spitalskommisfion werden mit Rückficht der allgemeinen Teuerungsverhältnisse die Löhne des Dienst- und Wartepersonales reguliert. Das Gesamterfordernis der Lohnerhöhung des derzeit im Dienste befindlichen Personales beträgt pro anno eea. Kronen 2800.— Subventionen werden an nachstehende Vereine und Institutionen bewilligt: Bethausverein „Machfike Thora", Bethausverein „Beth Hachtneseth", Bethausverein „Gemilas Chesed", Bethausverein „Schomer-Jsrael", Bethausverein „Achdus-Jsrael", Tempelverein für die Bezirke Wieden und Magarethen (Bau- Subvention für die Bibel- und Leseschule des Vereines), der Privatschule für den israelitischen Religionsunterricht des Vereines „Adaß Jsroel", Tiferes Bachurim, Tefilath Jeschurun, Elternverein „Pestalozzi", Jüdischer Turverein Favoriten, Jüdischer Turnverein in Füufhaus, Jüdischer Tunverein „Maffada", Zionistischer Verein „Neure Jehuda", Wiener zionistische Vereinigung zum Zwecke der Abhaltung jüdischer Geschichtskurse, Verein jüdischer Export-Akademiker, Mensa Academica Judaica, „Tefilath Haneorim", den Wiener jüdischen Studentenvereinen, dem Brigittenauer Frauenwohltätigkeitsvereine und „Die Brüder", Wiener Unterstützungsverein für aus der Haft Entlassene und Familien von Verhafteten, „Leopoldineum", Hum.-Verein „Treubund", „Philanthropia", „Greisenschutz", Kaiser-Franz-Josefs- Ambulatorium, Lupus-Heilstätte. Nach Erledigung einer Reihe von Stistungs-, Steuer- und Personalangelegenheiten wird die Sitzung um 9 Uhr abends geschlossen. Spenden im GemeindebethauseLeopoldstadt: Moriz Oesterreicher K 20—, JacqueS Mayer K 50.—, Jakob Brück K 10.—, Isidor Rechnitz K 20.—, Theodor Porges K 10.—, Jakob Schweb K 10.—, Josef Saphir K 50.—, David Pollitzer K 50.—, Alfred Kisch K 10 —, David Schwarz K 30.—, Albert Körner K 10.—, von 11 Personen zusammen K 270.—. Verein zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibender. Am 20. Februar fand die Generalversammlung dieses seil mehr als 24 Jahren in segensreichster Weise für die armen israelitischen Handwerker und Kleingewerbetreibenden tätigen Vereines in den Räumen der Bne Vrith-Vereinigung unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Bela Taussig bei zahlreicher Beteiligung der Mitglieder statt. Der Präsident begrühte die erschienenen Ehrengäste, die Vertreter der beiden Wiener Bne Brith-Bereinigun- >}l .*'9 gen, Dr. Rudolf Fürth und kaiserl. Rat Dr. Ascher, den Präsidenten des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Kommerzialrat Wiener, die beiden um den Verein sehr verdienten Damen, Frau Baurat Julie Stiaßny und Frau Charlotte Jolles, ferner-Dr. Bloch als Vertreter der Presse, und gab dem Bedauern Aufdruck, daß der Delegierte der israelitischen Kultusges meinde, Kommerzialrat Simon, durch Krankheit der Tagung fernbleib en müsse. Aus dem vom Schriftführer Herrn Richard Petschek verlesenen Berichte entnehmen wir, daß der Verein auch heuer seiner Aufgabe, Darlehen zur Beschaffung von Arbeitsmaschinen und dergleichen für atme handwerksbeflissene Glaubensgenossen zu erteilen, nachgekommen ist und an 91 würdige Bewerber Darlehen von K 40. bis K 400.— im Gesamtbeträge von K 13.210.— erteilt hat, wodurch der Rot von den verschiedensten Berufszweigen angehürigen Israeliten gesteuert werden konnte. Der Verein hat seit seinem Bestände Darlehen im Betrage von K 132.910.— bewilligt, auf die Kronen 78.162.— rückgezahlt wurden. Das Stammkapital des Vereines im Betrage von K 23.500.— erfuhr gegen das Vorjahr keine Veränderung: dagegen erreichte der Baurat Stiaßny-'Fonds den Betrag von Nom. Kronen 8400.— in Wertpapieren (1911 K 7810.—) und K 79.— in einem Einlagebuche. Herr Rudolf Kohn dankte unter dem lebhaften Beifall der Versammlung dem Vorstand für seine Gestion, die er im Geiste des Begründers des Vereines, weil. Baurat Stigßny, weiterführe, worauf der Präsident, Herr Dr. Bela Taussig, etwa wie folgt erwiderte: „Das Prinzip der Auslese, das der Gärtner und der Weidmann in seinem Bereiche zur Geltung bringt, ist gegenüber Wirtschaftssubjekten nicht am Platze, weil Menschen, denen keine Mittel zur Verfügung stehen, deshalb nicht schon die weniger wertvollen und erhaltungswürdigen find. Der Verein erblicke seine Aufgabe darin, eben diese Elemente.zu kräftigen und ihnen den Kampf um das Dasein zu ermöglichen: daß ihm dieses glücke, geht am besten aus der großen Zahl der Rückzahlungen hervor, die fast zwei Drittel der vorgestreckten Beträge erreichen. Der Verein, der vor zwei Jahren eine Neuorganisation durchgemacht und dem es gelängen ist, unter die Patronanz der Bne Vrithu-Vereinigungen zu kommen, verfügt nun über verstärkte Mittel und über Männer im Vorstände, die ihre Kräfte und Erfahrungen dem Vereinszwecke jederzeit selbstlos zur Verfügung stellen. Er richte einen Appell an die Anwesenden, jeder in seinem Kreise neue Mitglieder zu werben, so daß es ihM ermöglicht werde, imMer größeres zu leisten und schließlich das Ziel zu erreichen, das Herr Rudolf Kohn ausgesprochen hat: durch die Gesundung der Verhältnisse der israelitischen Handwerker und Kleingewerbetreibenden — überflüssig zu werden." Oberbürgermeister Franz Hektar. Der Fürst-Primas von Ungarn Johann Csernoch richtete an den neugewählten Oberbürgermeister Franz Heltai ein in sehr herzlichem Tone gehaltenes Begrüßungsschreiben, in welchem er ihU zu seiner Wahl beglückwünscht und aus die Wichtigkeit der Entwicklung der Hauptstadt hinweist. Der Fürst-Primas drückt die Ueberzeugung aus, daß der Oberbürgermeister auf diesem Gebiete eine hervorragende Tätigkeit entfalten Wird. Der neue Oberbürgermeister von Budapest entstammt einer angesehenen jüdischen Familie. Seine Gattin ist eine geborene Christin, die vor der Vermählung ihm zuliebe zum JudentuMe übertrat. Jeden Freitag abends zündet sie die Sabbathkerzen an. Franz Heltai war Jahre hindurch Mitglied des Reichstages und entfaltete jn allen ökonomischen Frageu