Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 8 (21.2.1913)
- Date
- 1913-02-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 8 Dr. Vlochs Wochenschrift Sette 139 den Ärenadiere". In Herrn Oberkantor Bernhard Löwensohn lernten wir ebenfalls einen vorzüglichen Sänger kennen. Er sang mit seiner schönen großen Stimme „Valentins Gebet" aus der Oper „Margarete" von Gounod und die Ballade „Rattenfänger von Hameln" von Weinzierl und löste ebenfalls durch seine schöne, künstlerische Darbietung stürmischen Beifall aus. Ruch dieser Sänger mußte sich zu einer Zugabe herbeilassen. Die Klavierbegleitung sämtlicher Gesangsvorträge besorgte in vorzüglichster Weise der Theater-Kapellmeister Herr Karl Fürmann, welcher mit Recht an dem großen Beisalle der drei genannten Sangeskünstler partizipierte. Ein vorzüglicher Flötist ist Herr Albert Kletschla, welcher ebenfalls für die prächtig gespielte Konzert-Phantasie über das Lied „O schöne Zeit, o goldene Zeit", von W. Popp und die Walzer-Serenade „An dich" von Czidulka rauschenden Beifall erntete. Da nach Abwicklung des schönen Programmes auch noch die zahlreich vertretene Jugend durch ein improvisiertes Tänzchen auf ihre Rechnung kam, kann dieser Vereinsabend als in jeder Be- Ziehung vollkommen gelungen bezeichnet» werden. Vorlesung Ferdinand Gregor!. Am 12. d. M. las Herr Prof. Ferd. Gregori im Beetbovensaale über Einladung der Lese- und Redehalle Mischer Hochschü'er eine Auslese jüdischer Dichtungen. M t seiner in die Tlefe dringenden, durchgeistigten Jnterpretationskunst verstand es der Künstler, die lyrische Fülle, die in jenen Dichtungen verborgen li-gt, voll auszuschöjnen und den reichvericklungenen Pfaden echter jüdischer Volksseele bis in ihre hehrst n Empfindungen zu folgen. Er begann mit Barbers fein abgetönten „J.ngen Harfen". Darauf folgten Auerbachs „Das große Wecken" und Proben „Aus dem Hohenliede", deren festliche Stimmung zu wundervollem Ausdruck kam. Von ergreifender Wirkung war Beer Hofmanns „Schl'flied für M»jam", einzig schön, mit schlichter Innigkeit rezitiert, wie überhaupt das eine der stacksten Seiten Gregorischer Vortragskunst lst. Bial'ks „Josua vor der Landnahme", Boruchowitschs „Traum", Zlocistis „Erster Sterbetag" spiegeln die Sehnsucht nach dem heiligen Lande wieder. Den mächtigsten Eindruck erzielten drei Gedichte von Morris Rosenfeld „Weckstatt", „Sturm", „Der jüdische Mai", die, mit elementarer Wucht und großartiger Empfindungikraft wtedergegeben, das grausame Schicksal jüdischer Heimatlosigkeit vor Augen führen. Den Schluß bildeten zwei reizende Erzählungen; Schalom Aschs „Der Z rddlk vom Dorfe" und Perez' „Bonze Schweig". Das distinguierte Punnkam, das den Saal bis auf den letzten Platz füllte, lauschte dem Vortrage mit gespannter Aufmerksamkeit und belohnte mit reichem Beifalle den Künstler, dem im Namen der Korporation ein herrlicher Lorbeerkranz überreicht wurde. Jüdische Toynbeehalle. XX., Othmargasse 46. Samstag den 22. Februar: Konzert. Arrangement Fräulein Freystädt. — Sonntag den 23. Februar: „Ankläger, Richter, Verteidiger". Dr. Karl Lifesis. — Montag den 24. Februar: Deutscher Literaturzyklus (Fortsetzung). — Dienstag den 25. Februar : Bilder aus dem alten Griechenland. Dr. Moriz Kaufmann. — Mittwoch den 26. Februar : Stimme und Sprache. Unrv. Prof. Tr. Wilhelm Roth. — Donnerstag den 2. Februar: „Was hält dos Judentum zusammen?" Dr. Th. Jänner. —Freitag den 28. Februar r Bibelvortrag. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Samuely, Wien, I, Fischeckt,ege 6, gelangen lc.ssen. Wien. (Verein jüdischer Hochschüler „Eheruth", A l l g. j ü d. A r b e i t e r v e r e i n „P o a l e Z i o n".) Am 21. Februar 1913, im Festsaale des Hotel „Continental", II., Taborstraße 4: Perez-Abend. Mitwirkende: Herr I. L. Perez (Warschau), Herr Mathias Acher, Dr. N. Birnbaum (Berlin), Direktor Ferdinand Eregori. Beginn' 8 lUhr abends. Karten ü Kr. 5, 4, 3, 2, 1 bei Kehlendorfer, I., Krugerstraße 4; Cafö Herz, I., Rotenturmstraße 31, und im Vereinslokal, II., Stephaniestraße 3, zu haben. Wien. (Wohltätigkeits-Konzert.) Sonntag, den 2. März 1913, findet im Festsaale der Schule, H., Malzgasse 16, zu Gunsten des Fonds zur Ausspeisuna hungernder Schulkinder unter der künstlerischen Leitung des Herrn Musiklehrers Heinrich Autscherl ein Wohltätigkeits-Konzert statt. Ihre Mitwirkung haben bisber zugesagt: Herr Dr. Julius Flesch (Klavier), Herr Moritz Menzer (Harmonium). Fräutem Helene Kahn (Klavier), Fräulein Else Guttmann (Gesang), Herr I. F. Urman (Viola), Herr Defider Rattner (Violine), Herr I. Popovici (Cello), u. a. Beginn präzise 7 Uhr, Ende gegen halb 10 Uhr. Karten ä K 2.—, K 1.50 und K 1.— sind in der Direktion der Schule und bei allen Komiteemitgliedern erhältlich. Austritte aus dem Judentum. Vom 9. Februar bis inklusive 15. Februar 1913. Berger Klara, Schriftstellerin, geb. 23. Februar 1869 in Wien, VIII., Josefstädterstrasse 34. Fischer Otto, Kaufmann, geb. 31. Oktober 1878 Postubitz, II., Aspernbrückengasse 4— 6. Fischhof geh. Ernst Rosa, k. k. Kommerzialratswitwe, VIII., Langegasse 74. Grfinwald Josef, Goldarbeiter, geb. 28. Mai 1874, Wien, I. Nibelungengasse 8. Kallis Gisela, geb. 18. Juli 1882, Nikolsburg, II., Ybbsstrasse 12. Lang Sachor, Spenglergehilfe, geb. 17. November 1884, Suczawa, VII., Burggasse 125. Nenmann Isabella, geb. 26. Mai 1893, Essek, XIII., Tempierga'se 49. Pick Hans, Universitätshörer, geb. 17. April 1889, kgl. Weinberge, \f I f fcT r* 16A1acfl*{| CCA K| ^»R5 Prochaska Franziska Maria, geb. 13. März 1888, Wien, XVIII., Hildebr ndgasse 8. Schlesinger Richard, Bankbeamter, geb. 28. Oktober 1872, Wien, I., Si hotlenring 22. Schwa z Dr. Emil, geb. 23. September 1881, Wien, II., Praterstrasse 32. Spielmann Engenie, geb. 6. Juni 1882, Wien, II., Arnezhoferstrasse. Tanssig Marie, geb. 2. Jänner 1880, Wien, XII., Wolfganggasse 28 * * * Berta Jellinek, geb. in Wien X., am 7. Jänner 1899, wohnhaft in Augenthal (Haugsdorf Nr. 80, vollzogen am 9. Jänner 1913 Z. 180/1 St.) Linz. Am 12. d. M. starb hier Herr Josef Klein, der lange Jahre hindurch dem Vorstande der Kultusgemeinde und der Chewra-Kadischa angehöcte. An seiner Bahre widmete Herr Rabbiner Friedmann ihm einen warmen Nachruf. N'kolsburg. (Verein Nikolsburger israelitisches B e r s o r g u n g s h a u s.) Der Vereinsleitung sind weiters folgende Betrüge übermittelt worden: Als einmalige Spenden: Isidor Alsegg, Wien, Kronen 100. Dr. Alfred Koritschoneh, Wien, 100.—, Heinrich Abeles, Wien, 100.—, Eugen Teltfcher 100.—. Als Mitgliedsdeiträge pro 1913: Brüder Krakauer, Dürnkrut, Kronen 12. ~ , Wolf Wellifch, Oderberg, 10.—, Dr. Adolf Herzfeld, Wien, 10. , Dr. Eisler, Wien, 10. F. T. R., Wien, 20.—, Karl Fischer, Wien, 10. , Leopold Skutetzki, Ober-Hollabrnnn 10. - , Samuel Schiller, Wien. 10.—, David Deutsch» Wien, 10.—, Siegmund Paschkes, Wien, 12.--, S. Oesterreicher, Wien, 6. . Den hochherzigen Spendern sei aus das herzlichste gedankt. An alle ehemaligen Nikolsburger, an alle Freunde Nikolsburgs, an alle jene, die in Nikolsburg chren Studien oblagen, denen mangels uns zugänglicher Adresse unser Aufruf nicht zugekommen ist, richten wir die innige Bitte desungeachtet ihre Beiträge, Spenden und Mitgliedsanmeldungen uns gütigst zukommen zu lassen. Stand der Mitglieder mit 15. Februar 1913: 151. Statt »sla«. Donnerstag nachts, den 13. dS., starb hier der Nestor der hiesigen jüdischen Gemeinde der Bankier Herr K. K i e s l e r. Er bekleidete bis znm letzten Augenblick seines tatenreichen Lebens viele Ehrenstellen, unter anderem das Amt des Präsidenten der Kaltusgemeinde, war Direktor der hiesigen städtischen Sparkaffa, deren Mitbegründer er in den 1860er Jahren war; auch gehörte er Zeit seines Lebens dem hiesigen Stadt-, Bezirks- und Schulrat an. Der Verblichene ragte durch seine besonderen bürgerlichen Tugenden und schätzenswerten Eigenschaften hervor und wußte sich in allen Lagen des hiesigen sozialen und politischen Lebens auszuzeichnen und trauert um diesen herben Verlust die ganze hiesige Bevölkerung. Auch verfocht er stets mit großer Wärme die Interessen seiner gedrückten Glaubensgenossen und war ein treuer Jude bis zu seinem letzten Atemzuge. Freitag, den 14. ds., wurde dieser große Mann zu Grabe getragen und gestaltete sich das Begräbnis, an welchem sich fast alle Schichten der hiesigen Bevölkerung beteiligten, wahrhaft imposant. Die hiesigen Rabbinen hielten ergreifende Trauerreden. Ebre und Ruhm seinem Andenken! Ang.-Brod. Der Gesangverein „Hazomir" in Ung. Brod veranstaltete am 9. Februar l., I. in den Lokalitäten des Kasinovereines seinen ersten Unterhaltungsabend, der einen überaus günstigen Eindruck machte und einen in jeder Beziehung glänzenden Verlaus nahm. Die Einleitung des Abends erfolgte durch einen voni Vereinsmitglieds Herrn Fritz Brammer verfaßten und vorgetragenen Prolog, woraus zwei gelungene Einakter, durchwegs von Mitgliedern des Vereines in ausgezeichneter und wirkungsvollster Weise dargestellt wurden. Um die Regie des Theaters machte sich Mitglied Herr Dr. M. Weil, der seine Rolle besonders treffend darstellte, in liebenswürdiger Weise verdient. — Hieraus folgten in angenehmer Abwechslung gemischte Chöre (besonders schön präsentierte sich Dr. Ant. Dvoiüks „Wiegenlied", R. Schumanns „Schön-Rothraut" und „Abendchor" aus Kreuzers Opeo „Das Nachtlager von Granada"), dann folgten Sologesänge und Duette von Mendelssohn u. a., welche von dem unermüdlichen Chormeister Herrn Oberkantor M. Körner einstudiert und unter dessen tüchtiger und persönlicher Leitung überaus schön vorgetragen