Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 8 (21.2.1913)
- Date
- 1913-02-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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'Jh. 8 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 137 nur gesetzlich formuliert und festgelegt sind, sondern auch, daß in unserem Volke ein Geist lebt, der die Grundsätze unserer Staatsverfaffung widerspiegelt und zur Ausführung bringt. Was nun die jüdische Glaubensge-- meinschaft betrifft, so brauche ich dieser wahrlich keine Lobrede zu halten. Hinsichtlich des berechtigten Stolzes auf eine glorreiche Vergangenheit müssen wir, die wir der jüdischen Gemeinde nicht angehören, bescheiden sein. Der Geist, die Kraft Ihres Stamnkes, die Geduld und Beharrlichkeit, mit der Sie Ihre Ziele verfolgt haben, um Ihre Rechte zu schützen und die Aufwärtsbewegung des jüdischen Stam'm>es zu fördern, — alles dies macht Ihre Geschichte zu einer in der ganzen Welt einzig dastehenden. Die Verfolgungen, die Sie um Ihres Glaubens Willen erleiden mußten, haben in gewissem' Sinne zweifellos den Charakter und die Zähigkeit Ihres Stammes höher entwickelt. Aber nur ein freies Land, wie es die Vereinigten Staaten sind, 'kann die Saat zur Reife bringen und sie befähigen, der weiten Welt zu beweisen, daß Ihre Glaubensgenossen eine wunderbare Fähigkeit besitzen, Gesetz und Ordnung in einem freien Gemeinwesen zu stützen, allerdings im Schutze einer Regierung, die auf der Gleichheit vor dem'Gesetz beruht. 'Nur eine persönliche Erinnerung. Mein Vater war Unitarier; ich wurde in demselben Glauben erzogen. Gerade gegenüber der llnitarierkirche in Cincinnati lag die jüdische Synagoge, in der Rev. Isaac M. Wise als Rabbiner wirkte. Unsere Geistlichen vertraten einander häufig aus der Kanzel, und so faß ich in meiner Kindheit zu Füßen Dr. Wises in der Unitarierkirche und lauschte seinen Predigten. Darum ist wohl kaum anzunehmen, daß lein Vorurteil irgend welcher Uri sich in meinem Hlerzen hätte einnisten können. Leute mit so engem Horizont, daß sie dem Vorurteil Raum geben, habe ich immer nur bedauert. Lieber Herr Kraus! Geehrte Herren! Es unterliegt keinem Zweifel, daß eine Gemeinschaft, wie die Ihrige, immer an der Spitze der fortschreitenden Zivisation marschieren und alle Zurücksetzungen und Verfolgungen überdauern wird, die leider in einigen Ländern Europas noch immer an der Tagesordnung find. Das ist klar wie der Tag. Uns aber gereicht es zu lebhafter Befriedigung, daß dies Streben der Juden nach der ihnen gebührenden allgemeinen Anerkennung und nach sozialer Gerechtigkeit gegenüber allen Unterdrückten, einen lebhaften Impuls von unserem Vaterlande erhalten hat. Und nun, meine Herren, schließe ich mit der Versicherung, daß ich mir diesen Beweis Ihrer Anerkennung zur höchsten Ehre rechne und daß es eine der größten Freuden meiner Amtszeit gewesen ist, wahrzunehmen, daß Sie mich, den Staatschef, für einen weitherzigen, vorurteilslosen Mann halten! Vermischtes. Kranzablöflnigsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I.. Seitenstetteugaffe 4 für arme kranke Glaubensgeuoffen. Anläßlich des Ablebens des sel. Mar Barber: Marie. Jacobson Thenen 20, Julius Thenen 30, zusammen 50 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Moritz Kris: Alexander und Jda Bodenheimer, Prag 20, Rosa Stein 50, Familie Kris 100, Jakob Waldler 10, Friedrich Schiller 10, Julius und Regine Thenen 50, Jgn. Thenen 20, Sami Thenen 20, Dr. Jos. Auerbach 20. Ing. Julius Radua 30, Bela Zoltün 20, Felix Ungar 20, Süßkind Kris 20, Bernhard Korf und Frau 20, Jgn. Bleier 20, Leon Willner, Biala bei Tarnopol 50, Leopold Stein 30, Benno Rothziegel 10, Dr. Mar Schönbach 20, Dr. Oskar Bleier 10, Dr. Fritz von Fischer 10, Dr. Ludwig Kallier 10, Dr. Leon Steiner 10, S. Frankl 20, Dr. Moriz Bloch 10, zusammen 600 Kronen. Anläßlich des Ablebens der sel. Franziska Freund: Hermann Kohn 5 Kronen. Anläßlich des Ablebens der sel. Klara Schlesinger: Paul Kohn 5, Wilhelm König 10, Reumann und Scheuer 10, zusammen 25 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Isidor Krauß: Dr. Alfred Spitzer 10 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sei. Dr. Göza Modern: Dr. Max Modern 10, Richard Modern 10, Dr. Jakob Scheu 10, Solomon Bauer 10, zusammen 40 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Hermann Uhlselder: Salomon Herz! 10, Dezsö und Lily Spielberger 30, Leopold Schasranek 10, Berta Fröhlich 10, Norbert und Maria Winternitz 10, S. Chiger und Frau 10, I. Alsegg 10, zusammen 90 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Eduard Sinnreich: Joachim Rittermann 10 Kronen. Anläßlich des Ablebens des Jel. Leopold K u f f l e r: Alfred und Gisela Frankl 20, Friedrich «chiller 10, zusammen 30 Kronen. Anläßlich des Ablebens der sel. Sofie Katz: Sigmund Handofskn 20, Franz Katz und Kinder 20, Dr. Albert Strauß und und Frau, Rumburg 10. Ing. Ernst Handofsky, Prag 10, Dr. Bunzlau und Frau 10, Friedrich Freund 10, Leopold Winter 3, Adolf Jacobi 10, Leopold Bunzlau 5, zusammen 08 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Isidor Schmetterling: N. N. 50 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Joses Fischer: Familie Witz 50 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sei. Julius Hermann I i r n e r: Josefine SzaUay-Singer 60, Sam. Löwy 10, zusammen 70 Kronen. Anläßlich des Ablebens der sei. Sofie Katz: Adolf Löw 20, Alois Lemberger 20, Richard Teweles 10, Andor und Lasziv Kowücs 10, Adolf Freund 10, Norbert Ullmann 10, zusammen 80 Kronen. Anläßlich des Ablebens der sel. Eharlotte Maier: Sigmund Beck 10 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sei. Dr. Ignatz Husse-rl: Frau Direktor Bloch 10, Armin Eisler 20, Robert Eisler 5, Otto und Irene Popper 20, Natan Bombach 5, Arnold Popper 5, Rosa Fischer 4, Paula Hahn 2, Ludwig Dörfler 5, zusammen 76 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Victor Stern: Clara Pfeffer 5, Dr. Alfred Stern 25, Dr. Norbert Klinger 20, Dr. Goldberger 20, zusammen 70 Kronen. Anläßlich des Ablebens des sel. Siegfried Friedrich Fleischer: P. F. 20, Martin und Mathilde C ohn 30, Adolf B. 20, A. B. 20, R. B. 20, F. B. 20, Salo und Camilla Cohn 30, Hedwig Kaufmann, Prag 20, Wilhelm Kaufmann, Prag 20, Oscar und Hermine Weinfeld 20, zusammen 220 Kronen. Bortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Donnerstag den 27. Februar 1913, 1ji8 Uhr abends> findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Bereines, 1, Elchenbachgasse 9, ein Bortrag des Herrn Oberrabbiner Dr. Ludwig Beuetianer aus U j p e st, Dozent an der Landesrabbinerschule in Budapest, statt. Thema: „W a s hat das Judentum der Menschheit gegeben?" Eintritt frei ohne Karten. Dr. Maximilian Steiner verunglückt. Der Vertreter der Wiener israelitischen Kultusgemeinde Phil. Dr. Maximilian Steiner ist Sonntag gegen 9 Uhr vormittag schwer verunglückt. Der 80jährige Mann ist auf dem Kaiser Wilhelmring von einem fahrenden Train der Straßenbahn abgesprungen und gestürzt. Er wurde vom Beiwagen gestreift und hat mehrfache rechtsseitige R ppenbrüche erlitten. Die Rettungsgefellschaft hat ihm erste Hilfe geleistet und ihn in die Wohnung, Alsergrund Günthergasse Nr. 2, gebracht. Dr. Steiner ist durch sein wohltätiges Wirken sehr bekannt. Er ist einer der Begründer des Asylvereines für Obdachlose und gehört dem Verein durch dreißig Jahre an. Jetzt noch fungiert er als Schriftführer des Vereines. Im Vorstand der Kultusgemeinde nimmt er seit Jahren eine einflußreiche Stellung ein und er wendet insbesondere allen Unterrichts- und Kultussragen das regste Jnteresie zu. Wie wir vernehmen, befindet sich derselbe bereits aus dem Wege erfreulicher Besserung. Wien. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler veranstaltet als Nachkränzchen ihres diesjährigen Dalles eine Kostüm- Redoute, welche Dienstag, den 4. März l. I., in den Beelhovensälen stattfindet. Das Komiteelokal befindet sich ab 34. Februar (täglich von 4—6 Uhr) im Beelhovensaal, I., Strauchgasse 4, wo Gruppenanmeldungen entgegengenommen sowie Auskünfte erteilt werden.