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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-02-21 · 8 (21.2.1913) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
8 (21.2.1913)
Date
1913-02-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8 De. Blochs Wochenschrift. Seite 133 dische Sprichwörter, zweifellos, um sie eines Tages herauLzugeben. Dem sind wir nun zuvorgekommen. Und das kann ein Segel nicht verwinden. Es steht somit Motiv und Führung des Angriffs seitens Segels und seitens der Redaktion auf gleich hohem Niveau! Berlin. Tr. Artur Landsberger. Wien. Hermann Vlumenthal. vom Jahrmarkt des Lebens. Rumänen. Der bekannte Antisemit Johann Bursuk veröffentlichte in der rumänischen Presse einen Artikel gegen die Gleichberechtigung der Juden in den Provinzen, welche Rumänien von Bulgarien zu erhalten hofft. Die Vukarester Studenten nahmen daraufhin eine Protestresolution gegen die Gleichberechtigung der Juden an. Verschwmdm einer groben Jndenstiftung? Aus Petersburg wird berichtet: Der bekannte jüdische Großindustrielle Poliakow errichtete noch im Jahre 1880 eine Stiftung von 30.000 Rubel, von deren Zinsen die jüdischen Religionslehrer an den Mittelschulen des Wilnaer Lehrbezirkes bezahlt werden sollten. In den ersten Jahren nach Errichtung dieser Stiftung, da die Mittelschulen noch von vielen jüdischen Schülern besucht wurden, mußten die Stiftungszinsen zur Bezahlung der Religionslehrer nicht herangezogen werden, da das Schulgeld der jüdischen Schüler für den Religionsunterricht zur Deckung dieser Auslagen hinreichte. Als jedoch die menschenunwürdige Perzentnorm für die Mittelschulen eingeführt wurde, ist die Zahl der jüdischen Mittel^ schüler so herabgesunken, daß man gezwungen war, die Erträgnisse der genannten Stiftung, die inzwischen auf 42.000 Rubel angewachsen sind, heranzuziehen. Einige Jahre geschah dies auch anstandslos, als man jedoch im vorigen Jahre an die Verwaltung der Mittelschulen von Wilna, die auch diese Stiftung zu verwalten hatte, herantrat, um den jüdischen Religionslehrern das Gehalt auszahlen zu lassen, blieb eine solche schriftliche Aufforderung unbeantwortet und fand auch bis heute keine Erledigung. In den beteiligten jüdischen Kreisen herrscht hierüber eine um so begreiflichere Verzweiflung, als das Gerücht umgeht, daß die große Poliakow'sche Stiftung überhaupt nicht mehr vorhanden sei. Die Irrfahrten des Emigrationskongrestes. Aus Petersburg wird uns berichtet: Der jüdische Gmigrationskongreß, der schon so viele Phasen durchgemacht hat und schließlich als russisch-jüdischer Emigraitionskongreß enden sollte, wird, wie es heißt, auch in dieser Form nicht abgehalten werden können. Noch vor kurzer Zeit hieß es, daß wir in Rußland zwei verschiedene Beratungen über die jüdische Emigration haben werden, und zwar eine Besprechung der Rayonvertretung der Jca in Rußland und einen allgemeinen russisch-jüdischen Emigrationskongreß, von der jüdischen Emigration^-, gesellschaft in Petersburg einberufen. Eine Vereinigung dieser beiden Veranstaltungen fst nicht gelungen. Während jedoch die Jca zu ihrer Konferenz die Erlaubnis der Regierung bereits erhalten hatte, wartete die jüdische Emigrationsgesellschaft aufeine Legalisierung ihres Kongresses bisher vergeblich. Nun hat auch die Jca sich entschlossen, aus bisher unbekannten Gründen ihre Konferenz bis zum Herbste dieses Jahres zu verschieben. Auf diese Weise bleiben viele wichtige Fragen, die auf diesen beiden Beratungen zur Erörterung gelangen sollten, auch weiterhin in Schwebe, zum großen Schaden sowohl der Emigranten, als auch der an der jüdischen Emigration beteiligten Organisationen. Catharma W rjgeL Lukas Gornicki, Präfcki von Tykoczyn, erzählt in seiner Chronik: „Im Jahre 1539, zur Zeit des Königs Sigismund, wurde Katharina, die Frau des Bürgermeisters Melchior Wejgel — (manche nennen ihn Melchior Zalaschowski) eine Frau von 80 Jahren, wegen Abfalls zum Judenlum auf dem Märkte zu Krakau, wie ich selbst gesehen habe, verbrannt." Die Gesch'chte dieser Märtyrerin, die wir hier kurz folgen lassen, wird ausführlich in den Acta Episcopalinm J und in der Slavonia reformata von Wengierski behandelt. Schon im Jahre 1529 wurde der Bischof von Krakau auf die Frau Katharina Wejgel aufmerksam gemacht, weil sie ganz offenkundig sich von der katholischen Religion, in der sie erzogen wurde, lossagte und sich zum Judentum bekannte. Ihr Abfall stand nicht vereinzelt da, denn kurz nach dem Auftreten Luthers in Deutschland fand der Protestantismus in Polen sehr viele Anhänger, nur während der Abfall zum Protestantismus unbestraft blieb, wurde jeder Versuch, das Judentum anzunehlnen, mit dem Tode bedroht. In Gegenwart vieler Theologen und Rechtsgelehrten wurden am 9. Juni 1529 die Verhandlungen gegen Katharina Wejgel eröffnet. Auf die Frage, wesbalb sie das Judentum angenommen habe, antwortete sie, daß sie mit ihrem schwachen Verstände die Lehre von der Dreieinigkeit nicht verstehen kann. Der Bstchof verföchte durch Ermahnung und Belehrung sie von ihrem Abfalle abzubringen, als aber dies nicht half, begann er mit den ewigen Höllenstrafen und mit dem Gefängnis zu drohen. Es wurde ein Termin festge'etzt. an dem Katharina öffentlich ihre Fehler bekennen und zum Katholizismus zurückkehren sollte. Katharina ließ den festgesetzten Termin vorübergehen. ohne ihr Glaubensbekenntnis abzulegen. Sie wurde daraufhin ins Gefängnis geworfen und so lange darin behalten, bis sie sich dem Drucke fügte und am 11. August 1530 in Gegenwart der versammelten Geistlichkeit ihren jüdischen Glauben abschwor. Innerlich blieb sie aber dem Judentum trotzdem treu. Sie verstand es. längere Zeit sich dem Kirchew besuche zu entziehen, erst neun Jahre später wurde sie wieder der Ketzerei angeklaqt und zum zweitenmal vor das geistliche Gericht gestellt. Diesmal war sie in ihrem Glauben gefestigter und gab den Drohungen kein Gehör. Befragt um das Glaubensbekenntnis, antwortete sie: „Ich glaube an den Gott, der das All geschaffen, den man mit dem Verstände gar nicht fasten kann und dessen Liebe alle Lebewsten erfüllt." Auf die weitere Frage, ob Tie an die Dreieinigkeit glaube, antwortete sie: ..Gott hatte weder Frau noch Sohn, beide stnd ihm überflüstig: denn nur diejenigen haben Söhne, die sterben müssen, aber Gott ist ewig, er ist weder geboren, noch sterblich. Wir sind seine Söhne und alle sind seine Kinder, die seine Wege wandeln." Darauf wurde ihr zuaerufen: ..Du sprichst falsch!" Die Theologen versuchten, ste zu überreden, da sie nicht imstande waren, sie zu belehren. Sie blieb aber standhaft und bestieg unerschrocken einige Tage später den Scheiterhaufen. Das WaPchm der Hände. In einer der letzten Sitzungen der Acad»mie des Sciences hat der mit der Bekämvfung der Epidemien im Kanton 'Neuville-mr-Saone betraute Awt Doktor Henri Rondet ein Referat gehalten über die besten Mittel zur Abwehr des Tnpbus. Als hauptsächliches Schutzmittel empfiehlt er häufiges Waschen. Er sagt: „Eines der einfachsten und leichtesten Mittel gegen die Der-» breitung der Krankheitskrime ist, sich beim Verkästen

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