Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 6 (7.2.1913)
- Date
- 1913-02-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 99 Begeisterung darin lesen — auch eine ergriffene, ja erschüttert e Stimmung, die Ihre wunderbare^ Beredsamkeit erzeugte. Mögen Sie, hochverehrter Herr Doktor, per aspera ad astra gelangend, den Triumph des Kampfes feiern können, den Sie, ohne Mühe und Opfer zu scheuen, sich zur Lebensaufgabe gestellt haben. Indem ich Ihnen, hochverehrter Herr Doktor, meinen herzlichsten Dank im Namen des Einberufungskomitees sage, bitte ich noch einen Mann, das Wort zu ergreifen, einen Mann, bei dessen NamensklangjedemWiener das Herz wärmer schlägt: Herrn Dr. Ferdinand Kronaw! etter. Dr. Kronaw etter (stürmisch begrüßt) führte nun aus: Hochverehrte Versammlung! Nur wenige Worte erlauben Sie mir, an Sie zu richten. Es hieße die ausgezeichnete Rede des sehr verehrten Herrn Referenten abschwächen, wollte ich über diese Frage auch nur ein einzigles Wort verlieren. Ich bitte Siei nur. meine Meinung zur Kenntnis zu nehmen, die dahin geht, daß es sich in dieser Angelegenheit nicht um eine Sache der Juden allein handelt. Es handelt sich um Recht und Gerechtigkeit, und wenn eine solche Frage aufgeworfen wird, muß jeder Mensch, ohne Rücksicht auf Nationalität, ohne Rücksicht der Konfession, jeder, der überhaupt den Namen „Mensch" fuhrt, für Recht und Gerechtigkeit eintreten. Sie werden daher - und um das zu sagen, habe ich das Wort ergriffen und danke dem Herrn Vorsitzenden, daß er es mir erteilt hat - diesen Kampf nicht als Juden führen. Sie werden ihn auch nicht allein führen, sondern hinter Ihnen werden, wie Sie schon aus dem Verzeichnisse der illustren Persönlichkeiten, die diese 'Einladung mitunterfertigt haben, ersehen, auch andere stehen. Es wäre traurig, wenn dieser Kampf in Oesterreich nicht mit dem Siege des Rechtes und der Gerechtigkeit endigen würde, es wäre traurig, wenn es finster bleiben und nie licht werden wollte. Alle guten und edlen Menschen müssen für diese Sache eintreten. Es ist keine Schlacht der Juden gegen Antisemiten, die hier geführt wird, es ist der Kampf des Rechtes gegen Unrecht! Und alles, was für Recht Gefühl hat, wird für diese Sache einstehen! Das möge auch der Herr Referent zur Kenntnis nehmen, und. was er noch kann, noch weiter unermüdet für diese gute Sache aussechten. Selbstverständlich lösten auch diese Worte minutenlangen Beifall aus. Wiedereröffnung des jüdischen Museum. IT., Malzgasse 16. Sonntag, am 2. ds., fand die Wiedereröffnung des „Jüdischen Museums" in den neuen Lokalitäten II. Malzgasse 16 statt. Ein auserlesenes Publikum aus den Kreisen der um das Museum besonders verdienten Freunde und Förderer der Gesellschaft war der Einladung zur Besichtigung des neuen Heimes des Institutes gefolgt. Man bemerkte u. a. Präsident Dr. Alfred Stern, den Präsidenten des österr. Distriktes der Bne- Brith, k. k. Universitätsprofessor Dr. Ehrmann, die Präsidentin der Humanitätsvereine Wien und „Eintracht", die Witwe des Gründers, Frau Baurat Slitt ß n y, die Kultusvorsteher kaiserlicher Rat Leopold Langer und Dr. Jacob Engel, die Witwe des Baurates Fleischer etc. Nach der feierlichen Begrüßungsrede vom Präsidenten des Museums, Herrn Hofrates Prof. Dr. Pollitzer, dankte Herr Präsident Dr. Stern in warmen Worten, wobei er des verdienstvollen Gründers des Museums, des verstorbenen Baurates Stiaßny. gedachte. Hierauf übernahm Herr Dr. Mar Erunwald. nach einer übersichtlichen, geschichtlichen Einleitung, die Führung durch die großen, lichten Räume, indem er in interessanter Weise auf die Schönheit und den großen Reichtum der Sammlungen hinwies. Allgemein wurde die vom Herrn Dr. S. Stiaßny getroffene Gruppierung der Objekte gelobt. Besonderen Anklang fand auch die sogenannte „Gute Stube", geschaffen von Maler Prof. D. Kaufmann. Die ganze Feier machte einen erhebenden Eindruck und sie dürfte dem Museum neue Freunde gewinnen - und auch neue Spenden, die. mit dem Namen des Spenders sichtbar versehen, im Museum ausgestellt werden. Besuchszeit: Samstag und Sonntag von 11 dis 1 Uhr. Vsrdanll rar llnterstütrunA armer israelitisebsr lVöoknsrivnsn. Ausweis über die Hilfstätigkeit des Verbandes in der Zeit vom 1. Jänner bis 31. Dezember 1912. Ansuchen wurden eingebracht von 428 Petent innen Hievon wurden zur rnterstützung bewilligt 412 Die bewilligten Unterstiitzungsfiüle verteilen sieh auf die einzelnen Monate wie folgt: Jänner 1912 40 Petentinnen Februar 1912 43 März 1912 36 April 1912 21 Mai 1912 40 Juni 1912 25 Juli 1912 41 August 1912 42 September 1912 30 Oktober 1912 32 Xovember 1912 23 Dezember 1912 39 Die bewilligten Untcrstiitzungsfälle verteilen sieh auf die einzelnen Bezirke bezw. Verbandsvereine wie folgt: I. Bezirk. (Isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein) . 2 Petentinnen II. » (Isr. Frauen-Verein »Greisinnenfürsorge «).85 » II. Bezirk. (Isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein »Zuflucht«).74 » III. u. XI. Bezirk. (Isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein »Providentia«).15 » IV. u. V. Bezirk. (Isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein f. d. IV. u. V.) 6 VI. u. VII. Bezirk. (Isr. Flauen-Wohltätigkeitsverein f. d. VI. u. VII.) . 2 * VIII. Bezirk. (Isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein »Josefstadt«). 1 » IX. u. XIX. Bezirk. (Isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein »Frauenhort«).lo » XI. Bezirk. (Isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein »Simmering«). 1 » XII. bis XV. Bezirk. (Isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein im Bezirke Sechshaus) ... . . 18 » XVl. u. XVII. Bezirk. (Isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein f. d. Bez. XVI. u. XVII.). 21 » XVIII. Bezirk. (Isr Frauen-Wohitätigkeitsverein f. d. XVIII. Bezirk) . 6 XX. Bezirk. (I. Brigitt. isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein) .168 » XXI. Bezirk. (Isr. Frauen-Wohitätigkeitsverein »Floridsdorf«). 3 » Von den verschiedenen Arten von Hilfeleistung wurden bewilligt: Geldunterstützungen an.351 Petentinnen Bettwäsche an.- . 4 » Leibwäsche an. . . lo » Kinderwäsche an. 300 » Geburtshilfliche Utensilien an . . . 246 » Honorierung von Hebammen an . -285 » Honorierung von Aerzten an ... 89 » Honorierung von Pflegerinnen an . 127 » Kosten der Hilfstätigkeit des Verbandes im Jahre 1912 K 19.542.54 An die vom Verbände unterstützten Wöchnerinnen wurden nebst den Gaben aus Verbandsmitieln überdies gewährt: 1. seitens der Israel. Kultusgelm-iinHvir n m der Verwaltung derselben befindlichen Stiftungen und Widmungen für W'öehHerinnen an 1.4 Petentinnen mit dem Betrage von Kronen 732. . 2. Kindennilch seitens der israel. Armen-Anstalt an 122 Petentinnen im Ausmaße von 3650 Liter mit dem Kostenbeträge von K 1098.—.