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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-01-31 · 5 (31.1.1913) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
5 (31.1.1913)
Date
1913-01-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 80 Dr. Blochs Wochenschrift. Herr Obmcmn E. Bettelheim eröffnet die Generalversammlung. konstatiert deren Beschlußfähigkeit und begrüßt die Erschienenen, insbesondere den Vertreter der Kultusgemeinde, Herrn Dr. Schreiber, die Damen Kopstein und Benedict als Vertreterinnen des Vereines „Frauenhort", Herrn Lampel als Vertreter des Vereines „Bikur Cholim", die Herren V e l l a k und Dr. Körner als Vertreter des LZereines „Menschenliebe^^. Vorstandsmitglied Dr. Knöpfmacher verliest das Protokoll der letzten Generalversammlung, welches genehmigt wurde. Der Obmann erstattet sodann den Jahresbericht, welcher zunächst konstatiert, daß im abge-- laufenen Vereinsjahre die Leitung provisorisch amtiert und keine bindenden Beschlüsse gefaßt habe. Redner gedenkt zunächst der verstorbenen Vereinsmitglieder, widmet ihnen Worte wehmütigen Gedenkens, welche die Generalversammlung stehend anhört, und fährt dann fort: Die Zähl unserer Mitglieder ist von 310 auf 300 zurückgegangen. An Eingarg aus Tempelsitzmieten weisen wir den Betrag von 15.231.07 Kr. gegen 15.708.54 Kr. im Vorjahre aus, an Spenden zur Tempelerhaltung 5496 Kr. gegen 6310 Kr. Die Anzahl der Konfirmationen betrug bei Knaben 63 gegen 75 im Jahre zuvor, bei Mädchen 42 gegen 38, Trauungen wurden im abgelaufenen Jahre 93 gegen 69 im Jahre 1911 abgehalten. Der Stiftungsfond ist, dank dem hochherzigen Legate unseres verstorbenen Vorstandskollegen, des Herrn Emil Fürth s. A., um 1500 Kr. gestiegen, der Pensionsfond, dem wir auch in diesem Jahre 2000 Kr. zugeführt haben, ist auf 53.800 Kr. Rente und 3117.39 Kr. bar angewachsen. Die Verhandlungen mit dem Kultusvorstande, welche von beiden Seiten mit ernstem Bestreben geführt werden. haben noch zu keinem positiven Resultat geführt. Im Verlaufe seiner weiteren Mitteilungen und Ausführungen gibt Redner im Namen des Vereinsvorstandes der Hoffnung Ausdruck, daß die Möglichkeit geschaffen werde, das religiöse Interesse im Kreise der Vereinsmilglieder zu beleben und zu fordern, in welcher Betätigung allein die Existenzberechtigung des besonderen Tempelvereines gelegen ist. Nach Erstattung dieses Jahresberichtes verliest Vorstandsmitglied Moser den Kassabericht und die Bilanz. Der Delegierte des Kultusvorstandes, Herr Dr. Heinrich Schreiber, gibt zunächst seiner Sympathie Ausdruck für die Bestrebungen des Vereines, preist in beredten Worten den selbstlosen Eifer, die Hingebung und die erfolgreiche Arbeit der Vereinsleitung im Interesse des Judentums im 9. Bezirk und schließt mit der Versicherung, er werde jederzeit im Vorstandskollegium ein eifriger Dolmetsch der Interessen des Tempelvereines bleiben. Nach einer kurzen Debatte wurde der Jahresbericht genehmigt, dem Vorstände einstimmig das Absolutorium erteilt, der Dank der Generalversammlung ausgesprochen. Die ausscheidenden Mitglieder der Vereinsleitung wurden einhellig wieder gewählt. An Stelle des durch den Tod abgegangenen Herrn Emil Fürth wurde Herr kais. Rat Messing er in den Vorstand gewählt, worauf der Vorsitzende die Generalversammlung für geschlossen erklärt. Die Cenemwersamimlung des jfr. Tempelveremes W jedsEargarethW, Wim fand Sonntag, den 2. Januar, im Sitzungssaale des Vereines unter dem Präsidium seines Obmannes Herrn Adolf Hofmann statt, der vom Krankenbette weg, in Erfüllung seiner Pflicht, nur mühsam, aber in gewohnter Weise die Versammlung« nach Konstatierung Iber Beschlußfähigkeit eröffnet*. Nach Begrüßung der erschienenen Gäste, Frau Karoline Hofmann, Vorsteherin des isr. Frauen-Wohl-- täligkeitsvereines Wieden-Margarethen, Herrn Guido F u ch s g e l b, Amtsleiter der Kultusgemeinde und in deren Vertretung, da der Gesamtvorstand der Kultusgemeinde infolge einer zur gleichen Stunde tagenden dringenden Plenarversammlung sich entschuldigt hatte, Herren Schidrowitz und Jakob S. ^»traßberg als Vertreter des 10. Bezirkes, Herren Josef K o h n und Heinrich We in er vom 20. Bezirke, Herrn Simon Spitzer, Obmann des Margarethen-Krankenvereines, bittet der Obmann um die Erlaubnis, die Versaminlunq wegen seines leidenden Zustandes sitzend leiten und sich möglichst kurz fassen zu dürfen. Aus dem vom Schriftführer Herrn Franz Frankl erstatteten Jahresberichte entnehmen wir: Die Zahl der Mitglieder hat sich um 33 auf 216 vermehrt. Als besonders erfreulich konstatiert der Bericht den Beitritt der Herren Dr. Alphons Freiherr v. Rothschild und Louis Freiherr v. Rothschild, welche gleichzeitig erklärten, Sitze im Tempel zu mieten. Ebenso ehrend ist der Beitritt des Herrn Wilhelm Ritter von Gut mann, in pietätvoller Erinnerung an seinen Großvater, Herrn David Ritter v. Gut in a n n gesegneten Angedenkens. Trauungen fanden 34, Barmizwahs 28 statt. Als besondere Festgottesdienste fanden statt: Der Trauergottesdienst um den verstorbenen Stifter Herrn David Ritter v. Gutmann. Die Festfeier anläßlich der diamantenen Hochzeit des Herrn Erzherzog Rainer und seiner hohen Gemahlin, bei welcher Vertreter des hohen Paares, der staatlichen und kommunalen Behörden und eine imposante Anzahl Andächtiger anwesend waren. Ihre kaiserlichen Hoheiten statteten ihren Dank in folgendem Telegramme ab: Ihre kaiserlichen Hoheiten danken herzlichst für Ihre patriotische Huldigung, über welche Höchstdieselben sehr erfreut waren. Der Obersthofmeister: R v s e n b e r g, G. d. K. Die Feier der Konfirmation von 14 Mädchen, als die erste Feier dieser Art in unserem Gotteshause gestaltete sich zu einer besonders erhebenden Feier. In dankbarer Würdigung haben die Herren Moritz E^chl er und Frau eine wertvolle Schulchan- Decke, Richard Kllnger und Frau eine prächtige, reichgestickte Kanzeldecke namens ihrer konfirmierten Töchter gespendet. Als weitere Spenden erhielt der Verein im abgelaufenen Jahre: Von Herrn und Frau k. k. Kommerzialrat Moritz Hach er, k. k. Silberwarenfabrikant, einen in ihrer Fabrik nach Originalentwürfen hergestellten monumentalen Aufsatz (Shiwissi), nebst dazugehörigen zwei Armleuchtern; das Ganze in vollendet künstlerischer Ausführung. Eine Zierde unseres Gotteshauses, wie sie wohl kein anderes besitzt. Von Herrn Samuel K o r i t s ch o n einen wertvollen Sefer Thora-Mantel. Herr Hermann 35enes spendete einen Teil der Verglasung unserer neuerbauten Bibelschule. Die Herren Hofmann und Robitschek spendeten die besonders wertvolle Verglasung unseres großen Eisengittertores und eine große Spiegeltafel für den Schulchan. Der Verein ist den beiden Herren, welche seinerzeit auch den großen Rundbogen an der Außenseite des Tempels als Spende kunstvoll verglasten, zu besonderem Danke verpflichtet. Herr Eisenmöbelfabrikant Leopold Walter schenkte eine große zerlegbare Metallgarderobe. Von den Erben des Ehepaares Moos erhielten wir zur Errichtung einer Kaddischstiftung Kr. 1050.— und als Grabausschmückungsstiftung Kr. 500.—. Heber Antrag unseres Mitgliedes Herrn Desider W o l l n e r bei der Generalversammlung 1911 wurde die Errichtung einer Lese -und Bibelschule (Talmud Thora) beschlossen. Da passende Räume nicht vorhanden waren, entschloß sich der Verein, das erforderliche Lehrzimmer an dem Tempel anschließend zu erbauen. Wie dringlich die Eröffnung dieser Schule als Ergänzung des unzureichenden Unterrichtes an den öffentlichen Schulen war, erhellt aus dem erfreulichen Umstande, daß derzeit bereits 100 Schüler und Schülerinnen in 4. Gruppen an dem Unterrichte tcilnehmen. Dem Unterrichte wurde auch versuchsweise ein Gesangsunterricht für stimmbegabte Schüler angefügt, um die jüdischen und deutschen Gesänge für den Jugendgottesdienst und für die Festtage auf Grund des Notensystems zu lehren. Der Verein beabsichtigt dadurch, taugliche Sänger für den Tempelchor heranzuziehen und dem fühlbaren Mangel an Chorknaben abzuhelfen. Dem geäußerten Wunsche, die Jahresberichte in Druck zu legen und an einen größeren.Kreis von Glaubensgenossen behufs Erlangung neuer Mitglieder zu versenden, soll im näch ste n Jahre, anläßlich des 40jährigen Vereinsbestände tz, durch Herausgabe einer Festschrift entsprochen werden. Mit Rücksicht aus die Verteuerung aller Bedarssmittel wurden die Gehalte aller Funktionäre erhöht.

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