Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 4 (24.1.1913)
- Date
- 1913-01-24
- Page
- Seite 65 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 4 Dr. Vlochs Wochenschrift. Sette 6b „Palme", Unterstützungsverem ber Wiener israelitischen Religionslchrer. Am 6. Jänner d. I. fand die diesjährige General-Versammlung des Religionsleyrer-Vereines „Palme" stall. Genannter Verein macht es sich zur wichtigsten Ausgabe, seinen hilfsbedürftigen Mitgliedern, bezw. Lehrerswitwen und -Masten im Bedarfsfalls beratend und helfend unter die Arme zu greifen. An der Spitze des Vereines steht seit vielen Jahren Dr. L. Langfelder, aufs wackerste von den Herren B. Planer und B. Fuchs sekundiert. In den Vereinsausschutz wurden außerdem die Herren H. Ascher, I. Antscherl, I. Faltitschek, G. Kühner, L. Richter und A. Rotier delegiert. Das Revisorenamt wurde neuerdings den Herren I. Kappelmacher M. Rieden und H. Fehl übertragen. T. A. Wien. Die Konstituierung des israelitischen Tempelvereines für den X. Gemeindebezirk Favoriten in Wien (Kaiser Franz Joseph- Jubiläumstempels, ergab folgendes Resultat: Zum Obmann wurde Herr Johann Lampel, zum Obmannstellvertreter Herr Heinrich Weiß, zum Schriftführer Herr Emanuel Schidrowitz, zum Schriftsührerstelloertreter Herr Dr. Leo Halberstam, zum Kassaverwahrer Herr Emil Müller, zu Aufsichtsräten die Herren: Leon Abrahamer, Mar Berger, Wilhelm Cohlmann, Bernhard Fehler, Hermann Fischmann, Adolf Schindler, Friedrich Seligmann, Adolf Spira, Karl Weiß und Emanuel Weitz gewählt. Wien. Frau Sofie Deutsch hielt am 20. Jänner im Gewerbeverein ihren Reisevortrag: „Das Wunderland Indien in Wort und Bild" zu Gunsten des Kaiser Franz Joseph- Arbeiterinnenheims in Seebenstein. Herr Beirat Julius Kopstein führte die Vortragende mit lebhaftem Dank für ihre Bemühungen ein. In glänzender Weise schildert die Rednerin an der Hand von 200 Lichtbildern Religion, Sitte, Hochzeiten, Begräbnisse der Hindus, Parsen, Mongolen, die herrlichen Baudenkmäler zweier Jahrtausende, die Kunstschätze der Mongolenherrschaft, die modernen Prachtbauten. Namentlich die indische Frau, die bedauernswerte Sklavin des lebenden und toten Mannes, fand an Frau Deutsch eine liebevolle und scharfsichtige Beobachterin, wie sie auch die Bestrebungen der ersten indischen Frauenrechtlerin, Frau Romodai, eingehend studierte. Die Vortragende wußte ihr Publikum bis zum Schlüsse durch Humor, Geist, ihr glänzendes Organ und ihre ganz vortrefflichen photographischen Ausnahmen zu fesseln. Tobender Beifallssturm lohnte ihre Ausführungen, und ein gewesener Schützling des Heims, die heute Chefin und glückliche Frau ist, überreichte Frau Deutsch eine prachtvolle Blumenspende mit passenden Dankesworten. Unter den zahlreichen Anwesenden bemerkte man außer sämtlichen Vorsteherinnen des Heims die kais. Räte Fröhlich, Schefftel, Kommerzialrat Hirsch, Bezirksrichter Bettelheim, die Hofrätinnen v. Frydman und v. Keposi, Professor Benedikt, Dr. Bloch, die Industriellen Biach, Brukner, Heinrich und Fritz Mendl und viele andere. Wien. Freitagabend-Vorträge im Bethamidrasch „Talmud-Thora", II., Malzgasse 16. auch Frauen zugänglich: Am 24. Januar: Herr Prof. Mor. Antscherl: „Was erzählt uns der Monat Schewat?" — und am 31. Januar: Herr Rabbiner L. Goldstein: „Rabbi Akiba und seine Zeitgenossen." Albert Saborsky. Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redakteur, der in der letzten Nummer > Ihres geschätzten Blattes enthaltenen Notiz über den verstorbenen Herrn kaiserlichen Rat Albert Saborsky einige pietätsvolle Worte hinzuzufügen. Albert Saborsky hat ein tatenreiches Leben beschlossen, nachdem er kurz zuvor wegen seines beginnenden leidenden Zustandes sich von seiner vielfachen und anstrengenden Tätigkeit in sein neugeschaffenes idyllisches Heim in Hietzing zurückgezogen hatte, wo er mit seiner liebevollen Gattin den Rest seiner Tage zu verleben gedachte. Ein biederer, charaktervoller, durchaus moderner Mensch von gediegener Bildung, ausgestattet mit ungewöhnlichen Verstandes- und Herzensgaben, trug er den aktuellen Erfordernissen auf kommerziellem, politischem und humanitärem Gebiete voll und ganz Rechnung. Die große Wertschätzung für den Verblichenen gab sich bei der zahlreichen Beteiligung an dem Leichenbegängnisse kund. Nach Beendigung der Zeremonie in der Zeremoniehalle widmete Bez'.rksrat Bak namens des Donauklubs dem Verblichenen einen warmen Nachruf. Für den Verein „Franz Joseph-Kinderhort" im II. Bezirke, dessen Vorstandsmitglied, Gönner und Förderer der Verstorbene war, sprach die Vereinspräsidentin Frau Dr. Frischauer tief empfundene Worte ehrenvollen Gedenkens. Ein wahrhaft edler Mensch, ein guter Bürger, ein. treuer Anhänger des Judentums, ein liebevoller Gatte und Vater hat seine irdische Laufbahn vollendet. Die Erde möge ihm leicht sein. Charlotte Frischauer. Wien. In dem Bethauslokale des Vereines „Machsike- Hadach", I., Lazzenhos 2, findet allwöchentlich zwischen 4—5 Uhr nachmittags ein Vortrag Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiners M. Fleischmann über den Wochenabschnitt und Megides statt. Um zahlreichen Zuspruch wird gebeten. Wien. (Literarischer Abend zu Ehren des Dichters F ru g.) Dienstag den 23. d. veranstaltet der Akademische Verein „Jüdische Kultur" im Festsaale des Hotel Gut einen Frug- Abend, bei dem der bekannte Kritiker, Herr Dr. Bickels (Zewi Spitzer) die Conference halten wird. Außerdem werden deutsche und jüdische Gedichte zur Vorlesung und die wunderschönen vertonten Lieder durch Herrn Kantor I. Grob zum Vortrag gelangen. Regiebeitrag 50 Heller. Anfang Uhr. Gäste willkommen. Austritte aus dem Judentum. Vom 12, Jänner bis inkl. 18. Jänner 1913 Bloch Dr. Robert, Hofu. Gerichts-Advokat, geb. 26. Oktober 1877, Wien Bloch Guido, Ingenieur, geb. 3. März 1882, IV., Theresianumgasse 5 Fischer Helene, Private, geb. 13. April 1890, Wien, II., Castellezgasse 34 Fritsch, geb. Edeles Mathilde, geb. 1. Dezember 1851, II., Stefaniestrasse l Guittner Theresia, geb. 23. Februar 1884, Wien, IX., Elisabeth- Promenade 33 Hetrman Johanna, Private, geb. 13. Mai 1886 in Eiwanowitz (Mähren), III., Obere Weissgärberstrasse 19 Krassa Dr. Pani, Ingenieur, geb. 2. Jänner 1885, Wien, IX., Thurngasse 11 Leitner Robert, Pfeifeneinlasser, geb. 20. November 1881, V., Hauslaubgasse 35 Pohorylles Albert Emil, Magister der Pharmazie, VIII., Josefstädterstrasse 52 Scheiner Margit, Private, geb. 23. Februar 1884, Wien, IX., Porzell'ingasse 44 Scheiner Susanne geb. Feischels, geb. 17. Jänner 1861, Wien, IX., Porzellangasse 44 Silberfeld Berta, geb. 23. Dezember 1894, Wien, wohnhaft Nusle bei Prag Weissenberg Ella, Kanzlistin, geb. 20. Februar 1888, Jägerndorf, 111., Klimschgasse 6 * * * Herr Ernst Bresslaner aus Daruvar hat hieramts seinen Austritt aus dem Verbände der jüdischen Konfession zwecks Uebertrittes zur katholischen Religion angemeldet. Brünn (Auszeichnung.) Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 31. Dezember v. I. dem Statthaltereirate und Landes-Sanitätsreferenten bei der Statthalterei in Brünn Dr. Salomon Spitzer den Titel und Charakter eines Hofrates mit Nachsicht der Taxe allergnädigst zu verleihen geruht. H e i n o l d m. p. Salzburg. Unser Rabbiner, Se. Ehrwürden Herr Dr. A l t m a n n, hat die ehrenvolle Berufung als Rabbiner nach Kiel erhalten. Seine zahlreichen Freunde in der hiesigen Gemeinde geben sich die Mühe, ihn seinem bisherigen Wirkungskreise zu erhalten und zur Ablehnung der Berufung nach dem Auslande zu bewegen. Nikolsburg. Dem Vereine Nikolsburger israelitisches Versorgungshaus find als erste Stifter mit einem einmaligen Beitrag von 1000 K beigetreten: die Herren Leopold Pollak Edler Parnegg, Pollitzer in Firma Pollitzer und Werlheim, Jakob Karpeles in Firma Löffler und Co., als erste Gründer mit einem einmaligen Beitrage von 500 K Herr Ludwig Abeles, Chef der Holzhandlungsfirma gleichen Namens Wien- Mistelbach. Falkenau a. d. Eger. Herr jur. Dr. Arthur Edgar Mohr, Sohn des Kultusvorstehers Herrn Leopold Mohr in Falkenau. ist zum k. k. Richter am Bezirksgericht Falkenau ernannt worden. Seit 1894 ist das die erste Richterernennung eines Juden in Oesterreich. Kostet (Mähren). Am 13. ds. verschied hier im 96. Lebensjahre der Nestor unserer Gemeinde, Herr Emanuel Spitz, Vater des Kultusvorstehers David Spitz. Der Verblichene, ein streng konservativer Jude, unterstützte lange Jahre mit namhaften Beträgen die Preßburger, Mattersdorfer und Pakjer Jeschiva. An seiner Bahre hielt Rabbiner Dr. Böck aus Auspitz einen warmempfundenen Nachruf. Prag. Gestern fand hier die Trauung des Herrn Felde Ritter von Kahler, Sohn des Großindustriellen und Präsidenten der Prager Effektenbörse. Herrn Mar Ritter von Kahler, mit Fräulein Lilly Stein, Tochter des vor Jahresfrist verstorbenen Landesadvokaten Dr. Sigmund Stein, statt. Die vornehmsten Kreise der