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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-01-24 · 4 (24.1.1913) · p. Seite 60

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
4 (24.1.1913)
Date
1913-01-24
Page
Seite 60 (sequence 8)
Language
German
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journal issue
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Seite 60 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 4 Meinung irach ist nur ein solches Ruhegesetz gerecht, welches einen Ruhetag in der Woche statuiert, und wenn die Juden diesen Ruhetag am Sabbat halten wollen, so dürfen sie das nicht mit materiellen Schäden durch die zwangsweise Arbeitsruhe an einem anderen Tage büßen. Die Ausweisung Kierim Aga's. Aus Saloniki wird uns geschrieben: Wie aus durchs aus verläßlicher Quelle versichert wird, hat die griechische Behörde gegen Kierim Aga, dem Chef der Hamäl- und Kernergenossenschaft von Saloniki, einen Ausweisungsbefehl erlassen. Bekanntlich waren bis vor Ausbruch des Krieges sämtliche Lastträger und Kerner in Saloniki Juden. Sie unterstanden jedoch ihrem Chef Kierim Aga, einem Kurden, der eine unbeschränkte Konzession für das gesamte Lastträgergeschäft in Saloniki besaß und die jüdischen Lastträger auf die schändlichste Weise ausbeutete. Um sich den jeweiligen Machthabern für die erträgnisreichen Konzessionen dankbar zu zeigen, hat Kierim Aga alle Boykottbewegungen der letzten Jahre, so auch den Boykott gegen Oesterreichi-Ungarn inszeniert und für Denselben stets die Juden, die jedoch bloß von seiner Gnade abhingen, verantwortlich gemacht. Nun ist Kierim Aga seiner Konzession für verlustig erklärt und aus Saloniki ausgewiesen worden. Es scheint, daß dies gleichzeitig der erste Schritt dazu ist, unl den Griechen in dieses seit undenklichen Zeiten ausschließilich jüdische Erwerbsgebiet freien Eingang zu verschaffen. Während also einerseits die Vertreibung Kierim Aga's seitens der Juden mit Freude begrüßt werden könnte, sehen sie anderseits darin den Anfang des kommenden schwerenden Konkurrenzkampfes mit den nunmehr herrschenden Griechen. Grand Offizier der Ehrenlegion. Das Pariser Journal „Officiel" veröffentlicht die Ernennung des Sektionspräsidenten im Staatsrate Lyon zum Grand Offizier der Ehrenlegion. Lyon nimmt auch im jüdischen Leben Frankreichs verschiedene Ehrenstellen ein und ist auch Vizepräsident des Israelitischen Zentralkonsistoriums von Frankreich, zu dessen eifrigsten und tätigsten Mitgliedern er gehört. Ein Mischer Aldermann m Kanada. Laut Londoner Berichten aus Winnipeg wurde bei den letzten Gemeinderatswahlen der Winnipeger Jude Alter Skotliar zum Aldermann gewählt. Es ist das der erste Jude, der in dieser Stadt diese hohe Ehrenstelle in der Gemeindeverwaltung einnimmt. Die Juden nehmen in Winnipeg überhaupt eine einflußreiche soziale und politische Stellung ein. denn auch in die Legislative des Staates Manitoba gelang es ihnen, einen Vertreter, Mr. Green, durchzusetzen. Ikorrespondenzen. Zentralstelle für jüdische Wanderarmen-Fürsorge in . Oesterreichs Im Saale des „Hotel Europe" fand am 18. ds. die konstituierende Generalversammlung der „Zentralstelle für. jüdische Wanderarmenfürsorge in Oesterreich" statt. Zu derselben hatten sich zahlreiche Delegierte österreichischer Kultusgemeinden, sowie von Korporationen, die an der Regelung des Wanderarmenwesens interessiert sind, eingesunden. Es waren anwesend die Herren: Wim: Kultusvorsteher Adolf Schramek als Delegierter der Kultusgemeinde, Dr. I. Ornstein, Siegfried .Fleischer, als Delegierte der „Oesterreichischi Israelitischen Union", Dr. Armand Kaminka, Sekretär der „Israelitischen Allianz", Dr. M. Löwy, Sekretär der „Zentralstelle für jüdische Armenpflege in Wien": ferner BeueschMl: Dr. Ottokar Krauß: Böhm.- Leipa: Dr. I. Oester reicher: Eger: Mar Aböles: Gablonz: Dr. Alois Zeller: Gänserndorf: Sam. Pisk aus Marchegg: HoWchau: Adolf Nasch: Leipnik: David Spitzer: LeitlMritz: Vinzenz P o l l a k; Mistckbach: Ludwig Abeles: Pardubitz: Dr. Berthold Thein: Pifek: Wolfgang Bloch: Rerchenberg: Alois Soudek: St. Pöltm: Albert Leicht: Soböslau: Viktor Rind: Saar: Mar Mendl: Trautenan: W. Weiß: Teplitz-Schönau: Dr. Sigmund Hahn. Entschuldigt hatten sich die Kultusgemeinden: Linz: Berhard Taussig: Lllnvrnburg: Josef Holländer: Bittitz: Heinrich Heilpern: Pilsen: Dr. Josef Schanzer: Strakonitz: Eduard Fuchs: Brraun: Rudolf Matzka: Horardowitz: Dr. D. Popper: Tachau: Heinrich Steiner: Brünn: Dr. Friede. Aug. Hermann: Neu-Rautznitz: Richard L ö w: Winterberg: S. W e d e l e s: Bad Königswart: Wilhelm L ö w i; Ung - Brod: M. H. B ramm er. Als Gast nahm der Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift", Herr Dr. I. S. Bloch, an den Beratungen teil. Die Versammlung wurde vom Obmanne des provisorischen Erekutivkomitees, Dr. I. Ornstein, mit herzlicher Begrüßung der erschienenen Delegierten eröffnet. Der Vorsitzende machte zunächst Mitteilung von der behördlichen Genehmigung der Statuten und kennzeichnete in markanten Worten die wichtigen Aufgaben der neu zu schaffenden Organisation. Sekretär Fleisch er gab die Namen jener Kultusgemeinden bekannt, von welchen bereits Beitrittserklä!- rungen vorliegen. Es sind dies die Kultusgemeinden Beneschau. Beraün. Bodenbach, Brünn, Budweis, Brür, Eger, Fried ek-Mistek, Graz, Gablonz, Gänserndorf. Jungbunzlau, Horn, HoraLdowitz (Kultusgemeinde und Chewra-Kadischa), Holleschau, Königsberg, Königswart, Kuttenberg, Kuttenplan, Laun, Leipa, Leipnik, Leitmeritz, Linz, Lundenburg, Melnik, Mistelbach, Nikolsburg, NeubydLow, Oberhollabrunn, Pilsen, Pisek, Postelberg. Pohrlitz, Reichenberg, Saaz, St. Pölten, Schlan, Strakonitz, Sobeslau,- Tachau, Teplitz-Schönau, Teschen. Trautenau, Ung.-Brod: Winterberg, Wischau und Zwittau. Sekretär Fleischer rekapitulierte kurz die Erundzüge, nach welchen die Regelung des Wanderbettels in Oesterreich erfolgen soll, und beantragte sofort die Konstituierung der „Zentralstelle" durch Wahl des Vorstandes, ferner von fünf Schiedsrichtern und zwei Revisoren vorzunehmen. Nach kurzer Diskussion wurde dieser Antrag angenommen und folgende Herren mit Akklamation in den Vorstand gewählt: Adolf S ch r a m e k, Dr. I.Ornstein, Heinrich Mendl, Dr. Josef Schanzer (Pilsen), Dr. Armand Kaminka, Dr. Berthold Thein (Pardubitz), kais. Rat Dr. S. Krüger, Wilhelm Pappen he im, ferner Dr. S. Hahn (Teplitz), Bernhard Taussig (Linz), Mar Mayer (Eraz), Dr. Friedr. Aug. Hermann (Brünn). In das Schiedsgericht wurden entsendet die Herren kais. Rat Wich. A n n i ng e r, Dr. Gustav K o h n, Dr. I. Oe st re ich er, Dr. I. Samuely, Dr. A. Zeller. Zu Revisoren wurden bestellt die- Herren: Albert Leicht (St. Pölten) und S. Pisk (Marchegg). Sekretär Fleischer entwickelte sodann die Grundsätze, nach welchen die Errichtung der einzelnen Kreisiarmenkassen erfolgen soll. Als Standort solcher Kreis!- armenkasien sind in Aussicht genommen: a) für Böhmen: Prag, Pardubitz, Reichenberg. Aussig, Saaz, Eger, Budweis und Tabor: b) für Mähren: Brünn, Prerau, Jglau ev. Mähr.- Ostrau: e) für Schlesien: Bielitz: ä) für Niederösterreich: Wien: e) für Oberösterreich und Salzburg: Linz:

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