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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-01-17 · 3 (17.1.1913) · p. Seite 48

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
3 (17.1.1913)
Date
1913-01-17
Page
Seite 48 (sequence 16)
Language
German
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Nr. 3 Seite 48 Dr. Blochs Mochenßchrfft Vorhandensein unter den ersten Bischöfen. in der Karolingerzeit und unter der Oberherrschaft Bayerns in höchst anschaulicher, streng historischer Form und Weise verführt. Der zweite Zeitraum (1220—1498) schildert das Leben und Leiden der Juden und ihr verhältnismäßiges Wohlbefinden, namentlich unter Orto 1 pIi v. Veißeneck. Die wirtschaftliche, politische und soziale Lage der Juden» ihr .Privatleben, Geschäftsleben und Gemeindeleben werden urkundlich genau belegt. Hochinteressant ist unter anderem die Nachricht, daß unter Erzbischof Konrad IV. .die Grafschaft Gastein durch Beihilfe jüdischer Gelder von ihm erworben worden. ist, wie denn dieser geistliche Würdenträger die offene Hand seiner Juden stets kräftig in Anspruch genommen hat. — Die ersten urkundlichen Nachrichten über Juden im Salzburgischen stammen aus dem Jahre 1267. Sie siedelten in Hallein, Mühldörfl, Pettau und Friesach. Bei dieser Gelegenheit sei die verdienstvolle Publizierung der Friesacher alten Grabsteininschriften und deren photographische Wiedergabe, wie auch die des Judenwirtshausschildes erwähnt. Die Geschichte dieser alten Judensitze zeigt uns, daß die dortigen Juden schon im 14. Jahrhundert Landwirte waren und eifrig Oekonomie betrieben; auch von jüdischen Weinbauern wird berichtet. Es gab regelrechte Judenlehen. Wahrhaft wohltuend wirkt der Zustand der sonst auch im Salzburgischen von zahllosen Drangsalen heimgesuchten Juden unter dem bereits erwähnten Erzbischof Ortolph (1344—1365). In Pettau gab es um diese Zeit bereits eine Synagoge und einen Judenfriedhof. — Der schwarze Tod brachte auch den Salzburger Juden das allgemeine Judenelend der furchtbarsten Verfolgung. Die Wiederniederlassung fand unter Erzbischof Pilgrim H. statt. Als er 1395 starb, waren die Judengemeinden in Salzburg und auf dem Lande wieder erblüht. Salzburg besaß eine Synagoge, die A11 - mann sicher im jetzigen Gastzimmer „zur Hölle" entdeckte. Sie stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Wir sehen die Räume im Bilde vor uns, wie uns auch die einstige, aus dem 15. Jahrhundert stammende Synagoge Zu Hallein vorgeführt wird, die Altmann durch scharfsinnige urkundliche Kombination feststellte; und die ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert stammende Salzburger Judenschul. — Um 1404 fand eine zweite Judenverfolgung in Salzburg statt. Aber schon unter Erzbischof Johann II. (1429—1441) finden wir sie wieder, und zwar in ziemlich behaglichen Verhältnissen. — Sehr interessant ist die klare Beleuchtung der Stellung der Erzbischöfe und des Erzbistums Salzburg zu Kaiser und Reich für die allgemeine Geschichte*, wie auch die Ausblicke auf die weltgeschichtliche Lage überhaupt* die Zu machen Altmann nie versäumt. Im 15. Jahrhundert finden wir in Salzburg zahlreiche Judenhäuser außerhalb des einstmaligen .Ghetto (Judengasse). Die oberherrliche Macht Friedrich iV. über das Salzburger Erzbistum gereichte den Juden zum Vorteil. Am Ausgange seiner Regierungszeit aber beginnen um 1487 wieder ernsteste Plackereien. Die Judensau, das entsetzliche Spottbild, wird am Rathaüsturm angebracht. — Der Verfasser widmet diesem edlen Symbol damaliger christlicher Nächstenliebe einige interessante historische Notizen. Von da ab geht es immerzu abwärts mit den Salzburger Juden unter einigen judenfeindlichen und selbstsiici lig-n Erz* ischöfen. bis sie unter Leonhard von Keutschach endgültig vertrieben werden (1498). Die der historischen Darstellung beigebenen Urkundentexte sind sehr wertvoll. Dankbar sind wir auch für das im Nachtrag gegebene Handschriftenverzeichnis aus dem Archiv der Benediktinerabtei St. Peter in Salzburg. Alles in allem: ein treffliches, wissenschaftliches Buch, eine "wirkliche Bereicherung der Geschichte der Juden in Oes t|erreich. Mit ganz anderen Gefühlen als bisher wandert jetzt der historisch-empfindende Jude durch das herrliche Salzburg. Wenn auch die „Judengasse“ und die „Judenalpe“ allen bekannt waren, jetzt können wir alle vagen Erinnerungen genau lokalisieren. Wenn man im schönen Stadtpark lustwandelt und am Rosenhügel vorübergeht, dann hört man die Weherufe der dort verbrannten Juden. Allerdings', eine unwillkommene Störung. Das entzückende Salzburg mit seinen trefflichen "Bürgern und hohen geistlichen Würdenträgern’, die dem jetzigen Rabbiner insgesamt die größte Hochachtung entgegenbringen und ihn als Historiker ihrer Stadt feiern', wird uns nur um so teurer und wertvoller. Altmann aber danken wir herzlich für sein schönes Werk. Es ist sinnreich dem ersten, gewählten Kultus Vorstände der 1911 neu kreierten Kultusgemeinde für das Herzogtum Salzburg und dem ersten Israeliten der Neuansiedelung der Juden, Herrn Hofantiquar Albert Pollak gewidmet. Die Ausstattung ist vortrefflich. Dr. D. Feuchtwang. Ost and West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Organ der Alliance Israölite Universelle. XIU. Jahrgang. Heft 1. Januar 1913. Inhalt: Bin jamin Segel: Der Drang nach Osten. -— Emil P o 11 n e r: Adolf Eduard Herstein (mit. 14 Illustrationen^. - Felix H.a Ile: Dr. Js.' E. ZIo ci.s ti: Der Geldhandel der Christen in. Deutschland während des Mittelalters (bis c. 1350) (I). -- Dr. Max Granwald: Gabriel Riesser in- Bild und Karikatur (mit 19 Illustrationen). — Sch. Gorelik: Von Kiew bis Alexandrowo. Reisebilder (I),. — Stephanie Forchheimer: Jüdisch-soziale Frauenarbeit in 'Frankfurt a. M. (mit 3 Illustrationen). — Rabbiner Dr. M. L. Bamberg er: Zur Geschichte der -Juden in den Balkanländern (II). —- Clementine Krämer: Getauft. — 8. R. Moritz Ants c h e r 1: Rabb. .Dr.. J, J. Enger (mit Porträt), — Mitteilungen des Zentralkomitees der Alliance Israölite Universelle: Die Neu - Organisation der Alliance Israölite Universelle in Deutschland. — Die - Angriffe auf - die A.. I. U. — Prof. Dr. Ludwig Blau: Dr. Adolf Sidon. Zu seinem 70. Geburtstage. > - - Notizen. — Prof. Br. Schäfer: Literarische Rundschau. — Dr. Emanuel L a s k e r: Schach. — Inserate. —Verlag Ost und West, Leo W i n z; Berliri-Chärlottenburg, Knesebeckstraße 32. - The Jewish Review. Edited'by Norman B entwich and Dr. Joseph Ho chm an. Contents: Editorial Notes: An International Jewish Organisation; The Community and the State; The Chief Rabbinate; Religion and Politics. — Bertram B. B e nas: A Jewish Renäsence. — Bertha Pappenheim: The Jewish Woman in Religious. Life (translated from the German by Margery Bentwich). —-Dr. Abramowiz: The Organisations of the Jews of. Poland in the 16th, 17th, and 18tli Centuries. — Dr. M. Gast er: The Biblical Lessons: A Chapfer on Biblical. Archaelogy (co'nclüded). — Reviews of Books: Gaonica; The Ezra-Apocalypse; The Promised Land;, etc, etc. VoI. III. No. 17. Jan,, 1913, Geo, Rout: ledge u. Sons, London. Für das Jahr .1913. hat die auf dem Gebiet der Kalender: literatur den ersten Rang einnehmende Hofbuchhandlung Moritz P e r I e s'iii W i e n I., Seilergasse 4, wiederum hebst der gewohnten reichhaltigen Kollektion auch einige Novitäten gebracht. In erster- Linie den 1. Jahrgang des herausgegebenen Deutschen B.iblio.philenka.Ien d er s. ein Jahrbuch für den edelsten und geistigsten Sammelsport: für Bücherfreunde und' Büchersämmler. — Eine weitere Novität des Kaien der Verlages Perles ist ein künstlerisch ausgestatteter „M-u seumkaLen der" betitelter Abreißkalender. .Weiters verdienen einen speziellen Hinweis die F a.c hk a 1 e n d e r, z. B. für die 'Apotheker, Aerzte, Baütechnikerj, Juristen, Landwirte,' Lehrer; Veterinäre etc. Fiii' die Damen gibt es - den zierlichen D a m e n a 1 m a n a c Ii die Feine - W eit usw., den Ha-ushaltungskal e n d er, das H a u sh a.l tu ngsbuch,. den. Kücheiiblockkalende r usw. Die Geschäftswelt findet im Verlage Perles die größte Auswahl von Blöckkälendefn für den Geschäftsverkehr. Außerdem sind noch zu erwähnen die zierlichen, in zahlreichen Einbänden . vorrätigen Portemonnaiekalen - . der, ferner die mannigfachen Unterhaltungskalender. KriefKaste«. S. Fried, Purgstall. Daruvar, Slavonien. R. F. Nach der letzten Volkszählung vom Jahre 1910 befinden sich in Ungarn — mit Ausschluß von Kroatien und Slavonien — 911.175 Juden (5°/g der Gesamtbevölkerung) gegen 831.162 im Jahre 1900, von denen nach dein Statistischen Jahr- , buch der Städte im Jahre 1900 334.380 in den Städten, die übrigen aus dem Lände wohnten. Die ungarische Judenheit verfügte im Jahre 1911 über 563 Muttergemeinden und 1808 Filialgemeinden, an denen 416 Rabbiner und 1324 Rabbinerstellvertreter amtierten, . L, B. Das Verhalten der Wiener Rultusgemeinde hei Bemessung Ihrer Rultussteuer ist ein vollständig legales., Die Tatsache, daß Sie in Wien eine dauernd angemeldete Wohnung haben, gibt der Rultusgemeinde das Recht, Ihnen eine Rultussteuer auszuerlegen, ohne Rücksicht darauf, daß Sie Ihre Hauptwohnung. in Prag haben. In diesem Sinne hat auch der Verwaltungsgerichtshos in wiederholten Fällen entschieden. Rach den Normen des Privatrechtes, sowie des öffentlichen Rechtes ist die Möglichkeit mehrerer Wohnsitze nicht ausgeschlossen. Bei Vorhandensein mehrerer Wohnsitze aber haben biczur Entscheidung berufenen Administrationsbehörden — in. letzter Linie der f.!. Verwaltungsgerichtshof — in wiederholten Erkenntnissen die Zulässigkeit der Besteuerung einer Person durch alle zuständigen Rultusgemeinden ausgesprochen. Stein, Linz. Die Trauung des Herrn Dr. Moritz Me i s weiler mit Fräulein Wertheimer hat im israelitischen Tempel Wien I., Seitenstetlengasse 4, stattgesunden. — Der k, k. Oberst Josef Rozower ist kein Steuerträger der israelitischen Rultusgemeinde.

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