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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-01-17 · 3 (17.1.1913) · p. Seite 44

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
3 (17.1.1913)
Date
1913-01-17
Page
Seite 44 (sequence 12)
Language
German
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Sette 44 Dr. Blvchs Wochenschrift. Nr. 3 Frauen und Mädchen, sich in Mosien dem Misrachi anzuschließen und für den Anschluß der weitesten Kreise wirksamst tätig zu sein.' Der junge Verein zählt bereits hundert Mitglieder. Wie». (Imber-Abend.) Mittwoch den 22. d. M. liest der jüdische Dichter S. I. Jmber im Ingenieur- und A'chitektenverein, L. Eichenvachgasse 9, aus seinen Werken, darunter auch seinen neuen Pulästlnaliedern; einige vertonte Lieder des Dichters wird Herr Sonzertsanger Dr. Merrasche zum Vortrag brinaen. Beainn 8 Uhr abends. — Kurten ä K 3.—, 2.—, 1.— und «0 Heller sind im Vereinslokal der „Poale Zion", II., Stefanieftraße 3, zu haben. Wie«. (Freitag-Abendvorträge im Bethamidrasch »Talmin» Tvora", U„ Malrgasse 16, auch Frauen zugänglich.) Am 17. Jänner: Herr Rabbiner L. Goldsteiu: „Rabbi Akiba und seine Zeitgenossen". Am 24. Jänner: Herr Prof. Mor. Autscherl: „Geschichtliche Ereignisse des Monats S ch e w a t". Beginn jedesmal um halb 8 Uhr abends. Am Israelitische« Bethaus - Verein „Eumuas Awes" (Wien, XIV.. Storchenprsse 21) wurde Sr. Edrwü.ben Herr R bblner Joiua Schill, bisher Sadrubbiner der o»tb G meinde zu Pozioi y, eu.stimmig zum Vereinsrabbiner bestellt. Derselbe wird Samstag, den 18. ds. um 10 Uhr Vormittag seine Fm ktion mit einer feierlichen Ansprache ntr“n beginnen. Am darauf foloenden Sonntag, den 19. ds., um 7s*> Uhr Nachmittag wird der Herr Rabbiner eine Trau-randacht für den verewigten Rabbiner M. A. Fürst s. A. abbatten. Den kantoralen Teil der Trauer-Feier hat Herr Ober kantor Müllcr von der Schffchul übernommen. Jüdischer Turnverein Favoriten. (Schauturnen.) Der jüdische Turnverein Favoriten veranstaltete am 28. Dezember 1912 im Festsaale des Verbandsheunes sein 2. Schauturnen, das den zahlreich gekommenen Zuschauern bewies, daß der Verein in ernster, sachlicher Arbeit seinen Zielen zustrebt. Die Freiübungen der Herrenabteilung, die Keulenübungen der Damen- und die Freiübungen der Kinderriege wurden erakt vorgeführt. Besonders dre Vorführung der Kinder mit ihren wirklich reizenden Hebungen versetzten die Zuschauer in helles Entzücken. Das Geräteturnen der Herren am Reck, Barren und Pferd, der Damen am Pferd und der Zöglinge am Bock zeigte, daß die Turner und Turnerinnen schon viel gelernt haben. Besondere Erwähnung verdient noch der von Zöglmgen gezeigte Eewehrsprung. Alles in allem kann man wohl sagen, daß dieser junge Verein im schönen Ausstieg begriffen ist — ein Verdienst seines unermüdlichen Turnleiters Herrn cand. med. Adolf Taglicht. Unter seiner Führung kann der Verein beruhigt der Zukunft öntgegensehen, wenn auch die leidigen finanziellen Kalamitäten, wie dies eben bei einem jungen .Verein nicht anders sein kann, noch manche Sorgen bereiten werden. Sache der jüdischen Bevölkerung wäre es, den Verein zu unterstützen, doch nicht nur mit — Worten. Austritte aus dem Judentum. Vom 5. Jänner 1913 bis inkl. 11. Jänner 1913. Beok Hedwig, Privat, ledig, geb. 24. Oktober 1894, Pfibram, II., Roberteasse 1. Brandl Or. Julius, Arzt, ledig, geb. 22. Jänner 1869, Lackenbacb, Ungarn, IV., Gußhausstraße 20. Frankfurt Sigmund, Privatbeamter, ledig, geb. 15. April 1889, Wien, III., Obere Weißgärberstraße 11. Jarmai Armn, Kaufmann, verh., geb. 26. September 1872, Budapest, IX., Strudelbofgasse 3. Kobn Malvine, Handarbeiterin, ledig, geb. 18. Februar 1883, Hadynkowce, Galizien, IX., Achamergasse 2. Schneider Siegmund, Redakteur, verh., geb. 4. Jänner 1861, Wien, XIL, Hauptstraße 15. Weiss Johanna, ledig, geb. 24. Februar 1875, Hodos, XII., Dunklergasse bl. Zur BürsermMerwahl in Göding. Aus Göding, 12. d., wird uns geschrieben: In der heute abgehaltenen Plenarversammlung des Gödinger Gemeindeausschusses wurde infolge Ablebens des Bürgermeisters Rechtsanwaltes Doktor Viktor Mayer zur Wahl des neuen Stadtoberhauptes geschritten. Wie nicht anders zu erwarten war, vereinigten sich die gesamten Stimmen aus den bisherigen Vizebürgermeisler Herrn Kommerzialrat Fritz Redlich, und dank den Bemühungen des Gemeinderates gelang es auch, ihn zu bewegen, die Wahl zum Bürgermeister der Stadt Göding anzunehmen. Bürgermeister Fritz Redlich ist mit einer Tochter des verstorbenen Staatsbahnpräsidenten, Gouverneurs Theodor Ritter von Taussig vermählt, die von Sr. Majestät dem Kaiser in voller Würdigung ihrer vielen Humanitätsatte durch Verleihung des Kaiserin Elisabeth-Ordens ausgezeichnet wurde. Holleschau. Zu dem Bericht über Frau Beer wird uns geschrieben: Es ist wohl richtig, daß Frau Johanna Beer;ede Ovation dankend ablehnte. Doch der Frauenverein ließ es sich nicht nehmen, seiner verdienstvollen Präsidentin aus Anlaß ihres 60. Geburtstages einen wunderbaren silbernen Dardm'eur mit Blumen und einer Widmung zu überreichen. Die Vizepräsidentin, Frau Rabbiner Dr. Freimann, hielt eine herzliche Ansprache, in der sie die humane Wirksamkeit der Präsidentin hervorhob und gratulierte namens des Frauenvereines. Die Präsidentin dankte gerührt und versprach, auch fernerhin ihre Kraft in den Dienst des Frauenwohltätigkeitsvereines zu stellen. Karlsbad. (Ehrung eines Arztes.) Unsere Gemeinde stand verflossenen Samstag unter dem Eindrücke eines freudigen Ereignisses dadurch, daß Se. Majestät die Gnade hatte, den hiesigen Arzt, Dr. Richard Rosenfeld, Primarius des jüdischen I ubiläums--Hospizes, zum Medizinalrat zu ernennen. Dr. Richard Rosenfeld ist der älteste Sohn des hiesigen wohlbekannten Kaufmannes, Herrn Adolf Rosenfeld, der seit einem Menschenalter als Vorsteyerstellvertreter der israelitischen Kultusgemeinde und Stadtverordneter wirkt, während seine Gattin, Frau Paula Rosenseld, einen hervorragenden Platz im Vorstande von Wohltätigkeitsanstalten und allgemeinen Veranstaltungen einnimmt. Dr. Richard Rosenfeld ist seit Jahren als Arzt in Karlsbad ansässig, und hat sich, man darf es ohne Zögern sagen, einen vorzüglichen Namen durch sein menschenfreundliches Wirken gegenüber allen Kranken der Stadt, die, ohne Unterschied der Konfession oder Nationalität, seine Hilfe in Anspruch nehmen, erworben, welches um so wertvoller ist, als er zu den geschicktesten Aerzten Karlsbads gezählt werden darf. Allein in ganz besonderer Weise ist sein Wirken als Arzt und Primarius des israelitischen Jubiläums- Hospizes zu erwähnen, welches anläßlich des Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers errichtet wurde, in welchem Dr. Richard Rosenfeld seit Jahren die Oberaufsicht in der uneigennützigsten Weise über hat und wo er von seinen Patienten mehr als hochgeschätzt wird. Die freudige Aufnahme, welche die Nachricht in Karlsbad fand, liefert aber auch ein beredtes Zeugnis dafür, welcher Wertschätzung sich Dr. Rosenfeld allgemein erfreut, und dieselbe äußerte sich in zahllosen Telegrammen und Glückwünschen, welche sofort nach dem Bekanntwerden der Auszeichnung vom In- und Auslande einliefen. Bielitz. Der Mittelschullehrer Herr Dr. B. Berkowicz wurde vom schlesischen Landesschulrate in seinem Lehramte am k. k, Staatsgymnasium in Bielitz bestätigt und gleichzeitig.zum Professor ernannt. Herr Dr. Berkowici besitzt als Schriftsteller ein wohlbegründetes Ansehen und als Gelehrter einen guten Namen. Djakovo. Im Laufe dieses Jahres werden es fünfzig Jahre, seit das Geschäftshaus Heinrich Bruck in Djakovo besteht, dessen Seniorchef in ungeschwächter Schaffensfreude noch heute sein angesehenes Geschäft leitet. Ein halbes Jahrhundert in rastloser Arbeit und strenger Ehrenhaftigkeit seine Firma rein und makellos zu erhalten und' diese durch alle Klippen und Fährlichkeiten des kommerziellen Lebens zu steuern, ist ein derart seltenes Ereignis, daß alle jene, die Zeugen davon sind und welche die Bescheidenheit, die Bürgertugenden und den Familiensinn des Jubilars kennen und schätzen, voll Hochachtung den Hut ziehen. Möge es dem Jubilar gegönnt sein, noch eine lange Reihe von Jahren sein renommiertes Geschäftzu leiten und nicht nur der Kaufmannschaft das Vorbild des pflichttreuen und rechtschaffenen Mannes der. alten kaufmännischen Schule zu sein, sondern noch weiter beizutragen zur Entwicklung und - Hebung des Ansehens des Marktes Djakovo. Aus diesem Anlässe hat Herr Heinrich Bruck den Betrag von Kr. 2000.— heute beim hiesigen Gemeindeamte für wohltätige Zwecke erlegt. — g. Klattau. Die Generalversammlung der hiesigen Chewra-Kadischa fand am 12. d. M. statt. Nach einem solennen Gottesdienste, bei welchem - Herr Rabbiner Dr. S. Bret die Festrede hielt, versammelten sich nahezu alle Mitglieder im jüdischen Gemeindehause. Der Obmann des Vereines, Herr Simon Hahn, begrüßte die Anwesenden. Hierauf gedachte er der verschiedenen verdienstvollen Mitglieder, Herren JUDr. I. Steiner, Mar Singer und Aler. Löwit. Dann erstattete er einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Vereines. Der letztere verfügt außer den Immobilien über ein Vermögen von 19.000 Kr. In den Vorstand des Vereines wurden gewählt die Herren: S. Hahn, L. Schleißner, l. Feigl, A. Drucker, I. Pollak. I. Steiner und I. Lederer Als Ersatzmänner die Herren: W. Bruml, L. Krauskopf und I. Frankl. Am Abende fand im großen Saale des Hotels „zur Rose" die Ehewra-Sude statt, die dem jüdischen Restaurateur Herrn Hendrich und seiner Frau, respektive ihrer Kochkunst, alle Ehre machte. Während des Banketts wurden mehrere Toaste ausgebracht, von denen wir den Kaisettoast des Herrn I. Pollak und den geistreichen Toast des Herrn Dr. S. Bret auf das Wohl der Chewra hervorheben. Das Bentschen wurde lizitiert und dem Meistbietenden um 476 Kr. überlassen. Dieser Betrag wird heute unter die jüdischen Ortsarmen verteilt werden. Wir wünschen der Chewra-Kadischa, deren Leitung sich in vorzüglichen Händen befindet und die zugleich ihr fünfzigjähriges Jubiläum würdig gefeiert, ein weiteres Gedeihen. B.

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