Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 3 (17.1.1913)
- Date
- 1913-01-17
- Page
- Seite 43 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Dr. Vkochs Wochenschrift. Sette 43 — Samstag, den 1. Februar 1913, findet im Saale „zum goldenen Engel", Wien. XXI., Am Spitz ein Wohltätigkeits- Kränzchen des Israelitischen Frauenwohltätigkeits - Vereines Floridsdorf statt. Beginn: halb 10 Uhr. Entree: Kassa K 4.—, Vorverkauf K 3.—. Karten sind erhältlich bei sämtlichen Vorstandsdamen, Cafe Spann und „goldener Engel". Jüdischer Verein „Einheit"» Wien II., Malzgasse 12. Jüdischer Gemeinsinn, gepaart mit der Opferwilligkeit hiesiger Philanthropen, hat es dem Vorstand des Vereines „Einheit" ermöglicht, ein tulturell notwendiges Wert ins Leben zu rufen und in einer Wehe zu vervollständigen, die wahrlich ihresgleichen sucht; die eben vergrößerten Speijesäle und Neuanlagen der „Einheit" dürfen ohneweiteres eine Wiener Sehenswürdigkeit genannt werden. Speziell dir für die Studentenschaft bestimmten Lokalitäten mit ihrer schmucken und reinen Ausstattung, mit ihren lichten und luftigen Räumen sind geeignet, in zedem Besucher ein Gefühl der Behaglichkeit zu erwecken. Die Art, wie die schmackhaft und kräftig zubereiteten Speisen gereicht und serviert werden, hat nichts gemeinsam mit der Gebarung von Garküchen, zeigt vielmehr eine gewisse Vornehmheit, wie wir sie vielleicht in gut bürgerlichen Restaurants zu finden gewohnt sind. Wer die amerikanische Kühlanlage, wer den für die Fleischzurichtung bestimmten Raum, wer die elektrische Maschinenanlage, wer die Küche und die Fleisch- und Lebensmittelvorräte besichtigt, kann begreifen, daß das Zuströmen in die Hallen der „Einheit" täglich größer wird. Neben dem Opfermute und der Hingebung des Vorstandes gereicht es allen Menschenfreunden, welche die Bestrebungen des jüdischen Vereines „Einheit" fördern, zur Ehre, diese Institution zu erhalten. Es wäre noch erwünscht und notwendig, daß dem Vereine durch neue Gönner und Freunde die Sorge der finanziellen Gebarung erleichtert und durch reichliche Mittel aus weiten Kreisen die Möglichkeit geboten wird, das begonnene Werk, auf das wir vor allem als Juden stolz sein dürfen, weiter nuszugestalten. Wim. (Josefstädter Tempel.) Die ordenllickr Generalversammlung des VIII. Bezirkes der Stadt Wien findet am Sonntag, den 26. Jänner d. I., vormittags präzise 10 Uhr. im Tempelgebäude, VIII., Neudeggergasse 12, statt. Kaiserlicher Rat Albert Saborsky gestorben. Am 14. d. M. ist hier in seiner Wohnung, 13. Bezirk, Titlgasse Nr. 1, der bekannte Biehkommissionär und frühere Mitchef der Firma Josef Saborsky u. Söhne, kais. Rat Albert Saborsky, gestorben, kaiserlicher Rat Saborsky war ein hervorragender Fachmann in Approvisionierungsfragen, und sein Rat wurde auch von behördlicher Seite gern gehört. Mit einer nicht gewöhnlichen Rednergabe ausgestattet, hat er wiederholt auch in politischen Versammlungen des 2. Bezirkes das Wort ergriffen und dieses Thema überaus wirkungsvoll behandelt. Sein großes Verständnis für alle handelspolitischen Fragen und eine umfassende Kenntnis der in- und ausländischen Verhältnisse befähigten ihn, in Enqueten, welche die Regierung veranstaltete, Richtungslinien zu weisen. Als Viehkommissionär wirkte Herr Saborsky als Mitchef der alten Firma sowohl auf dem Wiener als auf dem Vudapester Platze durch viele Jahre, bis er sich vor einiger Zeit wegen Krankheit vom Geschäfte zurückzog. Der Kaiser hat Herrn Albert Saborsky durch Verleihung des Franz Joseph-Ordens und des Titels eines kaiserlichen Rates ausgezeichnet. Herr Albert Sa>- borsky, der im 65. Lebensjahre stand, hinterlätzt außer einer Witwe vier Söhne: Hans, Eugen, Stephan und Dr. Andreas Saborsky. Wien. (Eine edel sinnige Spende.) Eine ungenanntseinwollende Dame hat anläßlich der ersten Geburtstagsfeier ihres Kindes dem Obmann-Stellvertreter der Toynbeehalle und der Kinderhorte, Herrn Karl Freund, eine größere Geldspende mit der Bestimmung übergeben, „daß armen Kindern Freude bereitet werde". In Ausführung des Wunsches der edelsinnigen Spenderin findet Sonntag, den 19. d. M-, halb 3 Uhr, eine Kinder-Festjause in der Toynbeehalle statt, zu welcher 330 der ärmsten Brigittenauer-Kinder eingeladen wurden. Verein zur Ausspeisung armer israel. Schulkinder, Kaiser Franz Josephs Kinderhort. Zu Gunsten dieser Vereine findet am 22. Jänner im Raimundtheater die Aufführung der Novität „Mein Mäderl", Operette in 3 Akten von R. Schwänzer und C. Lindau, Musik von Henry Böreriy, statt. Restliche Karten find an der Tageskassa und bei den Damen des Vorstandes zu haben. Wien. (Jüdischer Handlungsgehilsen-Verb a n d.) Samstag den 18. Jänner 1913 findet im Festsaale des Hotel Guth, II. Bezirk, Stefaniestraße Nr. 14, ein Gesellfchaftsabend mit anschließender Komiteesitzung und Tanz statt. Beginn .9 Uhr abends. Entree im Vorverkaufe Kr. —.80, an der Kasia Kr. 1.- . Gäste willkommen. Wien. (B e r u f s z u b i l ä u m.) Der bestbekannte Tanzmeister Professor Julius Singer begeht am 19. Jänner im großen Sofiensaale das Jubiläum ferner 30fährigen Tätigkeit. Herr Singer hat es verstanden, durch seinen Pflichteifer und seine Gewissenhaftigkeit als Lehrer der ästhetischen Körpergymnastik und modernen Tanzkunst, sich die Sympathien seiner nach Tausenden zählenden Schüler zu erwerben, was auch die Frequenz seiner erstklassigen Schule bestätigt. — Als Choreograph ist Herr Singer nahezu an allen unseren Privattheatern und Varietees tätig, ebenso wie demselben die Tanzarrangements unserer hervorragendsten Elite-Bälle anvertraut werden. An seinem Ehrenabend werden sich in einer Tanzakademie seine Schüler zu Ausführungen der neuesten Ereationen auf dem Gebiete der Tanzkunst vereinigen, und wird es an Ehrungen für diesen Meister gewiß nicht fehlen. Jüdische Toynbeehalle. XX., Othmargasse 46. Samstag den 18. Jänner: Konzert. Arrangement Frl. Alice Goldberg. — Sonntag den 19. Jänner: Die Entwicklung der Flugmalchine (mit Lichtbild rn) l Herr Paul Bellak. — Montag den 20. Jänner: Deutscher Literatur-Zyklus (Fo'tietzung). — Dienstag den 21. Jänner: Kaiser Heinrich IV. Herr Sch rlrat Prof. I. Baß. — Mittwoch den 22. Jänner: Die Entwicklung der Luftballons (mit Lichtbildern) II. Herr Paul Bellak — Donnerstag den 23. Jänner: Thema folgt. — Freitag den 24. Jänner: Bibelvortrag. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Sanurely. Wien, I., Fischerstiege 6, gelangen lassen. „Beth Haam" (Jüdisches Volksheim). .Wien, XVII., Hormayrgaffe 7s. Samstag den 18. d. M., halb 8 Ubr abends: „Jüdische Autoren III.", Schriftstellerin Frau Rahel Edelstein-Friedmauu. Samstaq den 11. d. M. veranstaltete Herr Kantor Leo Heller m unserer Halle einen sehr gelungenen Konzeitabend. Das Programm eröffnete dessen jüngere Tochter Fräulein Sophie Heller mit »LeRossignol« dort Liszt. Herauf trug Herr Kantor Heller „O, du mein holder Abendstern" u >d „Die beiden Grenadiere" mit besonderer Innigkeit vor. Der jugendliche Geiger Mischa Stielmann brachte die „Ballade und Polonaise" von Bieuxtemps und „.«rupawiak" von Wieniawski mit künstlerischer Technik zu Gehör. Die Koloratursängerin Frl. Nunia Heller entzückte mit der Ane aus „Riqoletto" und „Fnihlingsstimmen" von Strauß die Zuhörer. Die Technik und die vornehme Behandlung der zart beseelte», lieblichen Stimme machte auf die Zuhörer tiefen Eindruck. Nicht weniger begeisterte Herr Dr. Georg Daniel durch meisterhaften Vortrag einer Arie aus der „Jüdin" und „Robert der Teufel" die Zuhörer. Ein Duett aus „Rigoletto", gesungen von Frl. Nunia Heller und Herrn Kantor Heller, hat eine wodloerdrente Beifallsentladung hervorgerufen. Besonders erwähnt sei das famose Klavierspiel der Begleiterin Frl. Sophie Heller. Anmeldungen von Vorträgen oder Mitwirkungen bei Konzerten wolle man gefl. an den Präsidenten Herrn Dr. M. Förster, X Vl, Thaliastraße 22, gelangen lasten. Wien. Der bekannte Gelehrte Abraham Landmann hält täglich im Vereinsbethause „Ansche Dath wu Zedek". XX., TraunfelSgaffe 3, nach dem Abendgebete Vorträge aus Bibel und Midrasch. Wien. Die am 8. d. M. stattgefundene Verfammlung deS „Misrachi". Wien, wies eine überaus rege Beteiligung aller jüdischen Kreise auf. Der Referent, Vereinsobmann I. Austerlitz, hielt einen Rückblick auf die vorzionistische Zeit, auf das Entstehen des Zionismus und dessen bisherige Tätigkeit und Erfolge und überging sodann auf die Tendenzen des Misrachi und dessen Wirksamkeit. Er kam unter reichem Beifalle der anwesenden Damen und Herren zu der Folgerung, daß sich alle Kreise des Judentums im Z'onrsmus zusammenschließen müffen. die lhoratreuen Juden aber sich dem Misrachi, als dem Regulator für Tradilion und jüdische Sitte im Zionismus, anschließen müssen. An der darauf folgenden Debatte beteiliqten sich die Herren Ing. Löwenbein. Lektor Landtmaun, Schwertfinger, Lebowitsch aus Budapest nu2 Rabbiner Goldstein. Nach dreistündiger Dauer schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Appell, auch insbesonders an die