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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-01-17 · 3 (17.1.1913) · p. Seite 38

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
3 (17.1.1913)
Date
1913-01-17
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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Helle 86 Dr. Vlochs Wochenschrift. Nr. 3 Deduktionen finden ihre Bestätigung vollauf durch altklassische Zeugen. Homer (Ilias, II, 855) zählt alle an der Verteidigung Trojas telluehmenden Vvlksstämme nach ihrer geographischen Lage au der Südküste des Schwarzen Meeres auf und erwähnt, „Paphlagonten, wo die Maulesel wild aufwachsen", dann: Aötap ’AXi^tbvwv "Ooiog xat ’Eraarpo<pog fjpxov -njAoitev ’AAöjfyg Sitev apyupou eazh/ veveAIbj. „Ader Hvdlv»* * * 4) kam und Eplsiropyvs fern mit den „Alizoneu", fern aus „Alybe" her, wo des Silbers (S i lbergeldes) Geburtsstärte ist". Strabo XII, 2, hat einen ganzen Heerbann griechischer, alter Autoren ausgeboten, zur Erklärung dieser Stelle, warum wohl die Cyalyber hier Atyoer und Alizoneu genannt werden, ebenso, was mit der Gevurtsstälte des Silbers gemeint sei. Diese Erklärungsschwlerlgkclteu konnten aber nicht behoben werden und blieb diese Stelle bis heute fast unerklärt. Diese Schwierigkeiten entstanden aber eben dadurch, daß die Griechen, wie dies stets der Fall war, die aramäischen Namen der Gegend des Nordoftens aus dem griechischen Sprachsatze zu erklären versuchten, während dresetven sich von selbst beheben, wenn man den richtigen Sinn der aramäischen Worte ermittelt. Das Wort Cyalyber ist nicht vom griechischen Worte XaXußes (Stahlarbeiter), sondern vom aramäischen 'K2*?n „weißfarbig" abzuleiteu. Denn sie heißen im Gegensätze zu den im Osten wohnenden schwarzen Aramäern Winius VI, 29: Die Alten nennen die Saken Aramäer bei Homer und Herodot „Aethiopier von Osten" und in der Bibel genannt (s. o. II, 2)) m der Bibel b'2& (stets in Zusammenhang mit den eben erwähnten angeführt) uno entsprechend bei den aiteo Griechen. „Leukosyrer". Diese Gegend des südöstlichen Gestades des Schwarzen Meeres führte auch den Namen;nvn4). Homer und die Homeriden, die das Ch im Anlaute nur schwer aussprechen konnten, (wie auch die Septuaginta für Cyaggai stets Aggai, für Chananja: Anauja rc. schreibt) setzen dafür ein A und geben für '^n Alybi und für p6n Alizonen. Der Talmud Sab. 61a, nennt deshalb die von Homer erwähnten, hier lebenden wiloen Maulesel richtig *n»n, weil aus dieser Gegend des Schwarzen Meeres ('Min »a s. o. Ü, 5) kommend. Die obzitrerte Stelle Homers gibt schon jetzt einen klaren Sinn ab, er nennt die L.ukochrer '«21V, indem er gleichzeitig den Namen von Südkolchis mit pfcn (in Synh. 91 wird der Plural von Jihn, wie bei Homer rimbn geschrieben) angrot. Das Zeugnis Homers, daß hier die Gevurtsstätte des Silbergeloes war, ist in vielfacher Beziehung von Bedeutung. daß „die Chalifen bis heutigen Tages noch nach den Gesetzen Mosis leben." Emnamus gibt da als Wohnort der Chalifen Dalmatien oder Albanien und Epirus an. Wie zweifellos feststeht, haben im Altertum an dlesen Küsten des Abriatlfchen Meeres sich Colchier, Pelasgler ober nennen wlr sie richtiger Leucosyrer niedergelassen, wie dies u. a. aus den Angaben Pllnms III, 26—L7 hervoigeht; dies bestätigen auch noch alle dortigen Flamen wie Albania Epirus (donsch (ZTteipog, s. o. II, 1) mit dem alten Haupthafen Ephyr am Meerouicu bei Burhrotium Phömce (Strabo VII, 5) und das Eeraunische Gebirge (“nx s. o. II, 5). Gewiß sind Hebräer schon in äUester Zell aus dem nahegelegenen Corrnth dorthin und behielten donselbst den allen Namen „Ehallsen" von ihrem Ulsprungsorte p6n bei. Aus Mischna Krlaim IX, 7 geht hervor, daß die Juden alle an der im Altertum berühmten Handelsstraße, genannt Via Egnatia, die sich von Rom über Barl, Dalmatien, Päonien bis Byzanz erstreckte, gelegene Lanostrtche bewohnten. Es finden sich auch noch eine ganze Reihe Gesetze und Gackle, die die römischen Kaiser Theodosius, Arcavius, und Honorms zugunsten dieser Juden erlassen haben. (Codex Theodosianus 16, 6, 2l rc.) 4) Dieser Hodios kann mit dem Hadadeser der Bibel identisch sein. Dieser Name war em Titel der aramäischen Könige, der, da das hebräische Daleth oft wie Sain ausgesprochen, in der Aussprache auch Hob»os lauten konnte. Der Zusatz „eser* konnte eine Hebiätsierung des aram. jn*w der Starke, Große sem, welches Epitheton die nordischen Könige führten; übrigens brücken die orientalischen Völker vielfach die ungestüme Tapferkeit durch den Beinamen >Azer« aus (Hyde, de relig. vet. Pers. II p. 62) Homer, Jl. V, 39 nennt ihn auch apycN ’AXi^övidv, ’OScov {jisyav, welche Bezeichnung in der Bibel (II. Sam. Io, 8) mit sm W'K wredergegeben sein dürfte. Die darauf bezughabende Geschichte im allgememen, wie auch die dieses Krieges würde dadurch ein anderes Relief gewinnen. Denn es bestätigt nicht nur vollauf die Bezeichnung kp-2 bpv (Srlberschekel) der Thora, wie auch die darauf bezügliche Tradition der Rabbmen, die hierher ('->iL *p2j den Ursprung des althebräischen Geld- und Gewlchtssystems verlegen?) als sehr alt und echt, sondern beweist auch, daß hier zurzeit des trojanischen Krieges ein altes kultiviertes Arämäervolk wohnte, dem diese kulturellen Errungenschaften-zugesprochen werden. Da nun nach Homer (Jl. VII, 471 rc.) während der Zeit des trojanischen Krieges bei den Griechen der Naturaltauschhandel bestand, welchen die Bibel gar nicht kennt, das erste griechische Silbergelo hingegen erst viel später in Aegina, einer Insel in der Bucht von Korinth (zu Argos gehörig), angefertigt wurde, zu einer Zeit, als hebräische Kaufleute aus Kolchis, wo sie bereits lange vor der salomonischen Zeit lebten, nach Korinth Handel trieben und wo sie sich zweifellos auch schon sehr früh fest mederUeßen, — all dies läßt folgerichtig den Schluß zu, daß die Hebräer die Colchische Münze in Griechenland in Schwung brachten und einbürgerten, zumal auch die Bibel diese Münze mit imo^» -cip ppa ^„Silberschekel", kursierend im kaufmännischen Verkehre, bezeichnet und gewiß nur die Hebräer dabei im Auge haben konnte. S. Spinner, Wien. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen. Hilfsaktion Kr Ae Juden der Bakkanländer. Der Israelitischen Allianz zu Wien, II. Untere Donaustraße 33, sind bis zum 12. Januar 1913 zugunsten der durch den Krieg in Not geratenen Juden der Balkanländer insgesamt 40.318° 13 Kronen zu gegangen. In diesem Betrage ist das Ergebnis einer Sammlung des Verbandes der israelit. Humanitäts- Vereine „B'nai B'rith" in Oesterreich in der Höhe von 10.000 Kronen, ferner Beiträge von Kultus gemeinden enthalten: und zwar von der isr. Kultusgemeinde in Wien 5000 Kronen, von der isr. Kultusgemeinde in Prag 1000 Kronen, Brünn 500 Kronen, Teplitz!- Schönau 500 Kronen. Eine jüdische Schülerin in Brest Litewsk (Rußland) hat unter ihren Freundinnen eine Sammlung zugunsten der türkischen Juden veranlaßt und das Ergebnis im Betrage von 14 Rbl. der Israelitischen Allianz mit einer hebräischen Zuschrift eingesandt. b) Blau, der in der Zeitschrift der Deutsch-Morgenländischen Gesellschaft IX, 185o, p. 79 eine bereits obenzitierteFramälscke Münze von Smope aus dem IV. Jahrhundert ante, die aber jedenfalls viel älter zu sein scheint als er anmmmt, in erner Abhandlung beleuchtet und als phönrzrjche Prägung zu erklären versucht, will das. p. 465 ff. von dieser Annahme zurücktreten und meint, diese dürfte vielleicht eher von Affyrern aramänifcher Nationalität, die sich dort unter assyrischer Herrschuft ntederließen, herrühren. Drese Annahme ist entschieden falsch und sind solche gezwungene Hypothesen überflüssig. Aus der odzrtierten Stelle Homers allein geht schon hervor, daß hier gegen 1200 ante ein Hochkult vrertes Volk der Aramäer seine allen Wohnsitze inne Hane. Nach tzerodot I, 95 (konform den Beruhten des Barosus) regierten die Assyrer in Oberasien nur 520 Jahre (die Angaben Etesias [bet Diovor von Sizilien II, .8) verwirft die Kritik fast einstimmig als falsch) also bis 747 ante, oagegen war das hier heimische Arämäervolk ein uraltes, von dem die Bibel Abraham abstawmen und ausziehen läßt. Wir teilen eben die der landläufigen gerade entgegengesetzte Ansicht, daß die Assyrer von dem nordwestlichen Aram der Bibel und der Keil-, schnften, den Api\LOi des Homer (Jl. II, 783) wie die Götternamen, die Gesetzgebung unv die ganze Kultur, so auch das Münz- und Grwichtssystem entlehnten. Dean wäre in Ostasien eine Geldwährung bekannt, würde doch in erster Reihe die Zendavesta ihrer erwähnen? Dies ist aber nicht der Fall, es wird vielmehr des Tauschhandels als des einzigen Verkehrsmittels gedacht (Spiegel I, 94 u. oft). Ferner wäre das Münz- und Gewrchtssystem nicht von diesen Aramäern direkt entlehnt worden, wie käme es, daß die meisten brsnun aüfgefundenen assyrischen Gewichtsstücke neben der heimischen Keilaufschrist auch eine solche in altaramäischen Schriftcharqkteren avfweisen? Unter den von Layard aufgefundenen seltenen Gewichtsstücken(Dis->‘ coveries in the ruins of Niniveh, p. 601) trägt Nr. 9 die aramäische Aufschrift Kp-iK S3B „Landschaft Sinope", was viel sagt!

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