Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 3 (17.1.1913)
- Date
- 1913-01-17
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Dr. Vkochs Wochenschrift. Sette 87 (Plinius. XIII,11) und der zu diesen Arten gehörige Lebens» bäum oder gar der Ahorn (acre album, Jer. Keth VII, 11 gemeint wären, die von diesem größten Emporium des Altertumes nach Palästina kamen und nach jener Bucht so benannt Wurden.; Korinth, zufolge seiner günstigen Lage am Isthmus zwischen Nord- und Südgriechenland, mit zwei Haferplätzen, dem einen nach Asien zu und dem einen nach der südeuropäischen Seite hin, war von Natur aus zu einem Handelsemporium prädestiniert. Dort konzentrierte sich der ganze Handel von Makedonien, Asien und frühzeitig auch schon von den südeuropäischen und nordafrikanischen Häfen des Mittelmeeres (Strabo VIII, 6). Dort herrschte außerordentlicher Wohlstand und Reichtum, weshalb Homer (Jl. II> 570) es das reiche Korinth „ocyvklov Koptyfrog“ nennt. Die seit der vorsalomonischen Zeit in Kolchis angesiedelten Hebräer (s. w. u.) sind zwelfellos schon früh auf der Handelsstraße mittelst des Seewegs nach Korinth gekommen und zu ihnen rüstete Salomo ein Schiff aus, damit sie ihm beim Tempelbau ihre Unterstützung gewährten. Es wird auch (I. Reg. 10, 15) der Rückkehr dieses Sch ffes, beladen mit Gold und den erwähnten Bauhölzern, Erwähnung getan, indem hinzugefügt wird: o^rrcm anrn »tokö -i 3 „Außer dem von den wandernden Händlern und ansässigen Kaufleuten erhaltenen brachten noch die Könige des Abendlandes Gold rc." Diese unsere Annahme verdichtet sich zur geschichtlichen Tatsache, wenn man noch einen Umstand in Rücksicht zieht. Eswird (ibiä) weiters, wahrscheinlich ebenfalls aus den angegebenen Quellen, der alten Chronik der Könige Judas und Israels, geschöpft, erzählt: Salomo baute in der Vorhalle oder im Hofedes Tempels zwei Säulen, die eine nannte er und die andere wn. Diese Namen scheinen deshalb rätselhaft und sind bis nun unerklärt geblieben, weil man eben dem Zusammenhänge der ganzen Erzählung nicht das nötige Verständnis entgegenbrachte. Herodot nämlich berichtet auch II, 44, daß im Tempel zu Tyrus sich zwei Säulen befunden haben, die eine von reinem Golde, die andere von Smaragd. Plinius XXXVII, 19 bemerkt schon mit Recht, dies müsse ein Aftersmaragd gewesen sein, da ein Smaragd in dieser Größe nicht vorkomme und dürfte es nach Manchen vielmehr ein Lapis lazuli gewesen se-n. Eine Säule war gewiß dem Sonnenlichte (Baal), die andere der Königin des Himmels . (own rwvs) bei Jeremia, 7, 18, Astarte oder der Mond, Lucian, Da dea Syr. 4) geweiht. Solche Säulen waren gewiß auch in allen pelasgischen Tempeln Altgriechenlands plaziert. Salomo also, der den Tempel in I rusalem nach diesen Mustern mit den dortigen Arbeitern aufsührte, legte diesen beiden Säulen, gewiß aus Dank für die Opferwilligkeit der in Griechenland lebenden Hebräer zwei griechische Namen bei. Die eine nannte er pa' uaxtvfros. „himmelblau" (Homer, Jl. XI, 24 rc. erwähnt den Daxis lazuli unter dem Namen xuavog; Schliemann fand ihn bei seinen Ausgrabungen in Tuyis pg. 324) den zweiten V« cpaog oder ycttog Licht, Sonnenlicht.2) So faßt eF auch schon Midrasch Tadscha 0 II richtig auf: *) Diese Säulen sollen aus p»N3 gewesen sein. Die LXX übersetzen es mit XaXxos Erz; es wird damit das wie Gold glänzende Aurichalcum der Allen (griechisch opet^aXxoc). das sich auch in der Natur in der Mischung von Kupfer mit anderen Erzen fand und in der Bibel 2nna rrorw oder bbp heißt. Ezechiel nennt dieses Metall bairn — eine Synzese von Chascham oder Äscham«al. Wie die Gegend bis über Cölchis hinaus heißt (s. w. u.) — weil es dort im Naturzustände vorlaut und von dort überall gebracht wurde. In II. Sam. 8,8, wird es 'auch als die von Datvid in 'pro gemachte Kriegsbeute angegeben, töofür in der Parallelstelle I. Par. 18, 8 ps steht. In der obzitierien Stelle (Par. idiä.) hnßt es auch, daß die Säulen aus diesem Erze angefertigt wurden. Diese Säulen üehen daher also in. einem gewissen Zusammenhänge mit den aus Colchis in Corinth angefiedelten Hebräern.und dürfte dies also auch mit eine Ursache gewesen sein, warum Salomo den Säulen gerade griechische Namen beilegte. wa»n *1333 ipu ,m»n 1333 }*3* B'Ttöjn pk D'pn nabr Aus welchem Grunde sonst, als um sich den in Griechenland lebenden Hebräern für ihre Opferwilligkeit erkenntlich zu erweisen, hätte Salomo diesen Säulen gerade griechische Namen beigelegt? Diese Säulen erzählen uns demnach über das Verhältnis der Hebräer Palästinas zu denen Griechenlands, mehr, als ein hundertbändiges Geschichtswerk eigentlich tun könnte, k'aeta loquuntur! Noch ein Beweis ist hier am Platze, der einerseits viel beitragen dürfte, die bisherigen Ausführungen zu bestätigen, andererseits zugleich aber auch eine Handhabe bietet, die Lömng eines seit langer Zeit bestehenden geschichtlichen Rätsels zu ermöglichen. Wir haben bereits oben (ll. 5) erwähnt, daß es auf den ersten Blick befremden muß, wieso die noch unter seleukidischer Oberhoheit stehenden Makkabäerfürsten nach Erlangung des selbständigen Münzrechtes zu einem ganz eigenartigen Münzfüße griffen, der weder dem seit Alexander dem Großen in fast ganz Asien eingeführten ältlichen noch dem üblichen syrischen oder ptolemäischen glich, sondern, nach den in neuerer Z it mehrfach vorgenommenen Kewichtskonstatierungen einz'g und allein mit seinem Gewichte von 274 par. Gran, dem äginetischen entspricht. Wir haben demnach auch den einzig richtigen Standpunkt zur Erklärung dieser Tatsache akzeptiert, daß dieser von den Makkabäerfürsteu g prägte „Schekel Jisroel", dem alten „Schekel Hakodesch", oder „Schekel der Hebräer wie Josephus ihn nennt, gleichkam, wie auch schon der Name Schekel Jisroel" allein darauf hindeutet, daß er noch vor der Zweiteilung des Reiches in Juda und Israel bestand; desgleichen wurde für die Legende auch die archaistische altaramäische Schrift gewählt. Es bleibt nach alledem noch die Frage rffen, wie denn die alten Hebräer zu dem Münzfüße Aeginas kamen? Strabo (VIII, 6) zitiert den älteren Ephorus, wonach Pfiwn 750 v. Ehr., Fürst von Argos in Aegina, die ersten Siib rmünzen Griechenlands prägen ließ. Dies ist wohl insoferne richtig, als in A-gina die erste Silbermünze Griechenlands hergestellt wurde, aber schon viel früher, denn die Paxiiche Chronik erwähnt ihrer schon um 900 v. Ehr. Der entschieden handgreiflich wahrnehmbare Kausalnexus zwischen dem äginetischen Münzfüße und dem Jerusalems läßt sich daher auf folgende Weise leicht erklären. Die alten Rabbineu überlieferten nämlich eine uralte Tradition, indem sie dem hebräischen Münzfüße und Gewichtssysteme nordische Provenienz beilegen und sie deshalb '""2 oder 'pbv'U nennen, wie die Gegend um Trapezunt oder Südkolchis von ihnen bezeichnet wurde (s. 0. II, 5). So geriert sich auch die ägmetische Münze schon ihrem äußeren Merkmale nach als gleichfalls von dorther stammend. Die in mehreren Exemplaren noch vorhandenen äginetischen Münzen sind gleich allen ältesten griechischen Münzen aufichriftlos, nur b« findet sich auf der einen Seite die Abbildung einer Schildkröte (arain. prbn). Solche Typen waren nämlich in Griechenland üblich, um damit den Ursprungsort kenntlich, zu machen, weshalb sie auch „selbstredende Münzen" hießen. Solche Münzlypen hatten immer direkte Beziehungen zum Namen des Prägeortes, so z. B. weist die Münze von Rhodos eine Rose (poSov, Rose) die von Melos einen Apfel (p>]Xov, Apfel) auf rc. Die abgebildete Schildkröte auf der Münze von Aegina konnte auch nur auf ihren Ursprungsort Kolchis pTbn (Schildkröte) Hinweisen. Wir haben berrits (0. II, 1) festqestellt, daß Südkolchis im Altertume auch Lazica hiesi (Plin. VI, 4 Lazi. gentes colcliormn). Die Rabbinen bedienten sich hiefür synonymer Bezeichnungen wie „Jndica" und ptbn (Bab. Kid 72 a pibn 1, nPn), nur scheint Lazica eine spätere altpersische Uebersetzung der ursprünglichen aramäischen Bezeichnung dieser ältesten von den Rabbinen tradierten Urform, zu sein?) Diese ») Es scheint, daß die noch von den byzantinischen Schriftsteller» erwähnten „Ehalifen" von dorther (ptbn) stammten. Erwähnenswert scheint die Mitteilung des Ioh. EinnanuS, de» Historiker» der bhzautinischen Kaiserfamilie der Eomnenen in seiner Kiitori» M, x. 107,