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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-01-10 · 2 (10.1.1913) · p. Seite 26

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
2 (10.1.1913)
Date
1913-01-10
Page
Seite 26 (sequence 10)
Language
German
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ME- « ,'Dßk-...Mschs^B^ch«Mrjst. Nr. 2 - Jüdische UoyubeehaLe. :, XX., Othmargasse 46. Samstag den 11. Jänner: Konzert. Arrangement Oberkantor Reumann. — Sonntag den 12. Jänner: Der Bergsport und die Juden. Schriftsteller Siegfried Fleischer. — Montag den 13. Jänner: Deutscher Literatur-Zyklus (Foittttzung). Herr Arthur Winter. — -Dienstag den 14.-Jauner :' Jüdische Geschichte (Zyklus-Fortsetzung). Prof. Dr- K. Kupfer .— Mittwoch den 15. Jänner: Thema Vorbehalten. Dozent Dr. Otto Reurath — Donnerstag den 16. Jänner: Das Schöne und die Kunst (Fortsetzung). Regierungsrat Prof. Dr. Wilhelm Jerusalem. — Freitag den 17. Jänner: Bibelvortrag. Anmeldungen von-Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Samuely. Wien, I., Fstcherstiege 6, gelangen lassem. Wien. (Jüdischer Hanblungsgehilfen-Verband. Sitz: Wien, II.. Taborstraße 11 d). Dienstag den 14. d. M. findet "im Vetbandslökäl ' Än VorMg des Herrn H. Löw Vogel statt. Thema: „Christentum, Heidentum und Abrahamrsmus." Beginn 6 Uhr abends. Gäste -willkommen.- Austritte aus dem Judentum. Vom 29. Dezember 1912 di« inkl. 4. Jänner 1913. Angel Oskar. Rechtshörör, geh. 31. Oktober 1889, Wien, XVI., Grundsteingasse 40. Block Pesire, Private, geb. 3. November 1887, Wien, IV. Bezirk, Theresianumgasse 5 V Bloch geh. May Söfie,. geb. 24. April 1854, Hatschein, Mähren, . IV-', Theresiairumgasse Granichstätten Dr. Phil. Julius, Privat, geb. 4. August 1884, Wien, IX., Hörigasse 18 Kerner Robert, Privat, geh. 18. Juli 1884, Wien, IX., Seegasse 2 ' Pohoryles r. Hirsch Julius, Magister der Pharmazie, geh. 22. Mai 1887, Husyatyn, Galizien* VIH., Josefstädterstrasse 52 Sanders Paul Sigmund, Beamter, geh. Purkersdorf, I., Vorlaufstrasse 5 - * : * Hayek Emanuel, ViJI.; Kochgasse 32, ist zum Judentum zutückgetreten. -;, . HoUeftHau. Am 1. Jänner feierte die langjährige verdienstvolle Präsidenttn de§ hiesigen israelitischen Frauenvereins, Frau Johanna Beer, ihren 60.. Geburtstag. Aus diesem Anlasse waren , - settens der Kultusgemeinde, des Frauenvereines und der änderen Vereine besomrete ^Ehrkchgen' -vbrbereitet,^ doch -die -Präfidettttn in ihrer Bescheidenheit Jehttte jede Ovation dankend ab und feierte; das. Fest im. engsten Familienkreise. Deren Gatte, Herr Heinrich B«r, lieh sich Samstag zur Thora rufen und bedachte sämtliche ' Vereine mit namhaften Beträgen und widmete überdies dem Fräuenvereine 5000 Kr. zu einer Heiratsausstattungs-Stiftung für eine arme Bräüt »us Holleschau. Marjenbach. Am 3. Jänner wurde hier der in Meran verstorbene. Herr Adolf Holub zur ewigen Ruhe bestattet. Der Verstorbene Zeichnete sich als Raufmann stets durch seine Reellität und freundliches Entgegenkommen aus und brachte es dadurch zu Vermögen und hohem Ansehen? Er war Mitglied des Stadtverordnetenkollegtunis,. der städtischen Sparkassa, des Ortsschulrates und des Vorstandes der.-hiesigen Rultusgemeinde. Unter zahlreicher Beteiligung der... hiesigen Ortsbewohner, der Stadtvertretung und verschiedener Abordnungen fand die Leichenfeier statt, bei welcher Se. Ehrw. Herr'Rabbiner Dr. I. Diamant den Verklärten in ergreifender, treffender Weise als Mann rastloser Arbeit, der niemals vom Wege abgewichen, würdigte. Rlattau. <U nt er'h a Tt u n g sabend. — Chewra-Radischa. — Sterbefäll e.) Der hiesige jüdische Chor- und Eeselligkeitsvercin veranstaltete unlängst einen Unterhaltungsabend, der in jeder Hinsicht geluugen -war. Das Programm eröffnete Herr Oberkantor- Rofenfchein durch trefflich oorgetragene Lieder von Wolf, Jensen, Abt und Schubert. Dem folgten in gewählter Reihe zwei lustige Einakter, die vorzüglich aufgeführt wurden. Das reizende Tänzduett „Der lustige Ehemann" von O. Strauß wurde von ben Damen Milly 'Fleischer und' Helene Wiener in geschmadvollen Rokokokostümen^ mit seltener Verve vorgetragen. Nachdem Frl. Hermine Pollak einige Dichtungen meisterhaft rezitiert hatte, brächte die Buhne unter der Leitung des Frl. Lilly Laschansky mehrere allegorische Figuren. Die Regie lag in den bewährten Händen' der Herren Dr. Reiser, Paul Wiener, Rarl ' Fischer-und Paul Baum. Ein? animiertes Rränzchen beschloß die Unterhaltung, die sehr.gut besucht war. — Die Chewra-Radischa feiert am 12. Jänner ihr,50jayriges Gründungsfest. Nach dem festlichen Gottesdienste findet unter dem Vorsitze des verdienten ' Obmannes Herrn Hahn'die-Generalversammlung und hierauf im Saale des' Hotels „zur. Rase" - das Festbankett (Chewra-Sude) statt, — Am. ß. Jänner fandrunter Zahlreicher Beteiligung aller BepötterüngsschiHten das Leichenbegängnis des im 30. Lebensjcchre verschiedenen,'Älgemein'beliebten Raufmannes Herrn Sieg- -- Mund Bäume! statt... Auf dem-Friedhofs widmete Herr Rabbiner '• Du. Bvvt dem: Verblichenen: Worte. innigen Gedenkens. - Am 5. Januar verschied zu Neuern der um die dortige Rultusgemeinde hochverdiente Rabbiner Mar Reiser im 73. Lebensjahre. Der Verblichene hatte in der genannten Gemeinde nahezu 37 Jahre segensvoll gewirtt. ' . (Baum.) Nagy-Raroly. Unsere Gemeinde und mit uns die ganze ungarische Judenheit hat einen überaus großen Verlust zu verzeichnen. Oberrabbiner Efraim Franz Fürth wurde in seinem 50. Lebensjahr von dannen plötzlich in ein besseres Jenseits abberufen. Oberrabbiner Fürth, eine imposante, patriarchalische Erscheinung von ehrfurchtgebietendem Aussehen, wirkte hier 17 Jahre als Nachfolger unseres verewigten berühmten Eaon Oberrabbiner Meir Perles s. A. Seine rabbinische Ausbildung erhielt er beim Putnoker Eaon Tannenbaum j. A. und beim Preßburger Gaon S. B. Schreiber >. A. Er war ein Schwiegersohn des berühmten Rabbiner Sußmann in Budapest. Seine innige Frömmigkeit, seine tiefe Gelehrsamkeit auf talmudischem und wissenschaftlichem Gebiete, seine Redebegabung, sein kristallreiner Charakter, seine edle Menschenfreundlichkeit und Wohltätigkeit , verschafften ihm in allen Rreisen unserer Bevölkerung und auch weit über die Grenzen unserer . Stadt großes Ansehen und tiefe Verehrung. Bezeichnend für seine Beliebtheit und allgemeine Wertschätzung ist, daß der Verewigte in unserer Adeligen-Stadt stets einstimmig zum Stadlrepräsentanten gewählt wurde. Als Stadtvater war er Mitglied der städtischen Finanz- und Wirtschaftskommission und sogar einige Jahre Präses des städtischen Schulstuhles, welche Ehre gewiß noch wenigen Rabbinen in einer zumeist von Christen bewohnten großen Stadt zuteil wurde. Das Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer imposanten Trauerkundgebung. Anwesend waren: Obergespan Csäba, Bürgermeister Debreceni, Vertreter sämtlicher Behörden, die Geistlichkeit sämtlicher Ronfessionen, die Schuljugend sämtlicher Mittel- und Volksschulen, Vertretungen vieler jüdischen Rultusgemeinden und eine mehrtaujendköpfige Menge. Neun Rabbiner hielten ergreifende Trauerreden: Oberrabbiner Rraus - Debrecen, Schönfeld - Vinkovci, Schwiegersohn des Verewigten Dr. Jordan-Szatmür, Lebovrtsch-Magocs, Stein-Tyrnau, Friedmann-Nyiregyhaza, Groß- Butyin, Eppler-Budapest und Dr. Danzig-Marmaros-Sziget. Oberrabbiner Förth spielte im jüdisch-politischen Leben der ungarischen Juden eine hervorragende Rolle. Er vertrat stets einen streng konservativen Standpuntt. Die ungarische Judenheit verlor in ihm einen hervorragenden Führer und unsere viele hundert Jahre alte Rultusgemeinde ihren verehrten Lehrer und Wegweiser. R^dslosfe« z«m Kalkankriege. i. ■ 28. N o v e m b e r 1912. „Sechs Arien von Feuer gibt es. . . die letzte Art ist ein Feuer, das Feuer verzehrt." Joma 21 b. D i e Gott es fl am me der Friedensliebe soll die verheerende Kriegesslamme verzehren. König Ferdinand von Bulgarien, der Freund und Forschungsgenosse unseres unvergeßlichen Kronprinzen Rudolf, mit dein er hervorragendes Verständnis und Interesse für die Vogelwelt teilte, hat als Fürst im Jahre 1894 einem Naturforscher in Brünn (Dr. B. Placzek) zum Danke für dessen ornithologische Studien als Ehrenzeichen sein Bildnis zukommen lassen. Darauf erwiderte der «Empfänger: „Euere Hoheit scheinen von der geschichtlichen Providenz berufen zu sein, den alten Spruche „Ex Oriente lux“ in die neue Devise zu umwandeln: ,.Ex Oriente lux“ — das Licht der Gesittung", einer freiheitlichen, menschenwürdigen Entfaltung!" Die Beziehungen hatte damals der Sekretär des Fürsten, der rühmlichst bekannte Ornithologe Hosrat Dr. Paul Leverkühn aus München, vermittelt. Wer die eminente, die vitalsten Weltinteressen gegenwärtig mächtig erregende, ernste Gestalt des Bulgarenkönigs mit manchem seiner Bundesbrüder in Vergleich, stellt, dem mag wohl ein köstliches altserbisches Volks? Heb in den Sinn kommen: Eule sitzt auf einem Buchenaste, Adler über ihr im Tannenhorste. Sehr verschämt zum Adler spricht die Eule: „Geh' doch, Adler! Winke nicht beständig!

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