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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-01-10 · 2 (10.1.1913) · p. Seite 25

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
2 (10.1.1913)
Date
1913-01-10
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 3 Dr. Bkochs Wochenschrift. Sette 35 Chewra-Kadischa Wien. Der Vorstand der Chewra-Kadischa benützte den A?.- laß des 70. Geburtstages seines hochverdienten Präsidenten, Herrn Salo Cohn, um ihm eine seiner her-' vorragenden Wirksamkeit entsprechende Ehrung zu bereiten. Da sich der Jubilar jede festliche Veranstaltung verbeten hatte, beschlossen die Vorstandsmitglieder der Chewra-Kadischa, als ein Zeichen ihrer persönlichen Verehrung für den Jubilar, ein Porträt ihres Präsidenten anfertigen, es im Sitzungssaale der Chewra-Kadischa anbringen zu lassen und dem Vereine zur dauernden Erinnerung an die hervorragenden Verdienste des Präsidenten oU widmen. In der Montag, den 30. Dezember 1912. stattgehabten Sitzung des Vorstandes fand die Uebergabe des vom akad. Maler Lazar Krestin' in gewohnter Meisterschaft hergestellten Bildes in das Eigentum der Chewra-Kadischa statt, wobei der Vizepräsident, Dr. Markus Spitzer, in schwungvollen, das Wesen und Wirken des Präsidenten anschaulich schildernden Worten der Liebe und Verehrung des Vorstandes herzlichen Ausdruck gab. Der Redner gedachte hiebei insbesondere des Umstandes, daß der Präsident seinen 70. Geburtstag wieder benützt habe, um der Chewra-Kadischa neuerlich seine ganz besondere Sympathie zu bekunden, indem er einen Betrag von 50.000 Kronen einem Fonds zur Unterstützung verarmter Mitglieder der Chewra-Kadischa zuwandte. Herr Salo Cohn, der durch die unerwartete und spontane Kundgebung auf das Tiefste gerührt war. dankte für die vielen Freundschaftsbeweise in herzlichen Worten und gab die Versicherung, daß er nach wie vor sein lebhaftes Interesse der Chewra-Kadischa und ihren Bestrebungen zuwenden werde. Ueber Antrag des Vizepräsidenten Dr. Markus Spitzer wurde die Sitzung nach dieser festlichen Kundgebung zum Zeichen der Verehrung für den Präsidenten geschlossen. Wien. (Verleihung des Titels Schulrat.) Der Kaiser hat dem Profcffor am Akademischen Gymnasium in Wien Dr. Mor tz T s ch i a ß n y aus Anlatz des Uebertrittes in den bleibenden Ruhestand den Titel eines Schulrates verliehen. Wien. Der Israelitische Humanitäts-Verein für den X. Gemeiudebezirk Wiens hält Sonntag den 19. Jänner 1913, um 6 Uhr abends, im Lehrsaale des jüdischen Schulvereines, X., Hasengasse 7, die Generalversammlung ab. Voran geht ein Trauergottesdienst im Kaiser Franz Joseph-Jubiläums- Tempel, X., Humboldtgasse 27. Wien. Dienstag den 14. Jänner 1913, präzise 8 Uhr abends, findet im Lehrsaale des jüdischen Schulvereines, X., Hasengasse 7, die 37. ordentliche Generalversammlung des israelitischen Tempelvereins für den X. Gemeindebezirk Favoriten in Wien (Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Tempel) X., Humboldtgasse 27, statt. Vorlesung für das Kaiser Franz Josephs-Arbeiterimre-i- Heim m Grebenstein. Frau Sofie Deutsch, die Schwester der bekannten Wiener Philanthropen Heinrich und Fritz Men dl, welche seit Jahren einem geladenen Publikum durch Vorträge und ethnographische Demonstrationen über ihre Weltreisen einen erlesenen Genuß bot, hat sich auf vielseitiges Verlangen entschlossen, auch einein großen Publikum die Erlebnisse ihrer Reisen zugänglich zu machen. Die Dame wird am 20. Jänner. Montag V»8 Uhr, im Gewerbeverein, I., Eschenbachgasse 11, einen Lichterbildervortrag: „Das Wunderland Indien i n Wr> r t u n d B i l d" zugunsten des Franz Josephs- Arbeiterinnen-Erholungsheims in Seebenstein halten. — Karten ä 5, 3, 2 Kronen, Stehplätze ä 1 Krone, im Kartenbureau Kehlendorfer und beim Portier des Gewerbevereines erhältlich. Im Interesse des Heimes, das in der kurzen Zeit seines Bü-i standes über achthundert Wiener Arbeiterinnen in Gebirgsluft vier Wochen Erholung verschaffte, ist eine recht lebhafte Beteiligung an den hochinteressanten Vorführungen dringend geboten. Wien. (Heimann - Krünzche n.) Diese bekannte Faschingsveranstaltung des Tanzlehrinstitutes I. Heimann findet heuer am 12. Jänner im großen Beethovensaale, I.. Strauchgasse 4, statt. Erfreut sich dieses Fest alljährlich einer großen Beliebtheit bei der heranreisenden Jugend, jo gibt sich heuer mit Rücksicht auf die Vorbereitungen, welche getroffen werden, ein ganz betonderes Interesse kund. Ein Festreigen, zusammengestellt vom Leiter des Institutes, Herrn Rudolf Heimann, Musik von Herrn Heinrich Heimann, wird sämtliche modernen Tänze in sinniger Folge und formvollendetster Ausführung zur Schau bringen. Wien. (Todesfall.) Frau Sofie Baß, Gattin des Rabbiners i. R. Herrn Salomo» Baß, ist nach schweren Leiden Donnerstag den 2. Januar verschieden. Die Verblichene lebte mit ihrem Gatten durch 42 Jahre in glücklichster Ehe, sie war ein *rn voll edlen Sinnes für jüdische Interessen und humane Bestrebungen. In Aussig (Böhmen), woselbst ihr Gatte durch viele Jahre als Rabbiner und Religionsprofessor segensreich wirkte, war die nun Heimgegangene Vizepräsidentin des Frauenvereines. Das Leichenbegängnis fand Sonntag, den 5. Januar auf dem Zentralsriedhose statt und gestaltete sich durch die außerordentliche Teilnahme zu einer imposanten Kundgebung. Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Fruchtwang hielt der Verblichenen einen zu Herzen gehenden Nachruf, es waren dies herzerschütternde Worte des Abschiedes. Der schwer geprüfte Gatte erhielt eine Unzahl von Beileidskundgebungen auf telegraphischem und schriftlichem Wege. Namens ler .Auffiger Gem.inde kondolierte dec Kultu-vorsteher Herr Dr. Wittenberg, namens der Chewra-Kadischa der Vorsteher Herr Hammerschlag, namens des Frauenvereines Frau Anna Hammerschlag. Wie». (Jüdischer Turnverein Leopoldstadt.) Diese erste Turnstunde di.sts neugrgründeten Vereines fiidet am Sonntag den 11. Jänner 1913 im Saale der Talmud-Thorafchule, 1l., Malzgasfe, statt. Beginn 9 Uh: vormittags. Die bisher angemeldeten Mitglieder werden ersucht, bei dieser Turnstunde zu erscheinen. Neuanmeldungen werden am Turnp atz entgegengenommen. Der Verein wird vorläufig 2 mal wöchentlich turnen; für die nächsten Monate sind bereits 4 Turuzeiten festgeletzt. Wien. (Fceitag-Abendvorträge im „Bet-Hamidrasch Talmud Thora". II., Malrgosse 16, auch Frauen zugänglich.) Am IO. Jänner: Herr Rabbiner H. Schenk: «Die Psalmen." Am 17. Jänner: Herr Rabbiner L Goldstein: „R. Akiba und seine Zeitgenossen." Beginn jedesmal um halb 8 Uhr abends. Wien. Am 22. d. M. findet im Saale des Ingenieur- und Architekten-Bereines I.» Eschenbachgasse 9. ein Abend des hervorragenden Dichters S. I. Jmber statt, an welchem der Dichter selbst nebst anderen Schöpfungen auch seine neuen Palästina-Lieder lesen wird. Außerdem wird eine Sängerin einige in Musik gesetzte Lieder des Dichters?um Vortrag bringen. Karten zu 3, 2 und 1 K erhält! ch im Verein „Moriah" II., Leopoldsgasse 3l. „Wiener Postbüchel . Sehr geehrter Herr Redakteur! Es scheint, daß man den Juden alles bieten darf, weil sie sich alles bieten lassen; wenn man einem ins Gesicht spuckt, muß er „danke schön" sagen. Da bringen die Briefträger uns „Postbüchel" ins Haus und verlangen dafür ein Neujahrsgeld. Aber diese Postbüchel (Herausgegeben vom Landesverband der k. k. Post» nnd Telegraphenbediensteten Oesterreich unter der Enns. Druck von Friedrich Sperl, Wien, III/l, Linke Bahngasse Nr. 9. Bewilligt vom k. k. Handelsministerium, Z. 8113 v. 3. IV. 1912.) enthalten fade, abgeschmackte Witzeleien, bald über einen „Bücherjudea", bald über einen „schäbigen Juden", bald über einen „schmutzigen Juden". Wohl gemerkt, das wird dem Juden ins Haus gebracht als — Neujahrsgabe, wofür er ein Neujahrsgeschenk geben soll. Und der Jude protcstiert nicht dagegen, läßt es sich gefallen, so daß die Feinde annehmen, der Jude muß das von rechtswegen hinnehrnen und mit einem Trinkgeld sich obendrein dafür bedanken. Wollen Sie wenigstens in der „Oesterreichischen Wochenschrift" diesen Unfug brandmarken und öffentlich an den Pranger stellen. B. t i

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