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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-01-03 · 1 (3.1.1913) · p. Seite 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
1 (3.1.1913)
Date
1913-01-03
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 5 sagte. Wer in seinen Pannkieis trat, fühlte sied sowohl vom Gelehrten als Menschen an gezogen, und wie kurz er auch in seiner Nähe verweilte, blieben ihm die Stunden unvergeßlich, die er mit ihm verbrachte', wie die Strahlen der Sonne, diel schon untergegangen, Wärme in Wesen und Gemüt zurücklassenl' und die Erinnerung an sie immer wieder wohltuend wirkt. Ein schöner Charakter, ein guter Mensch, ein unermüdlicher Gelehrter — das war Prof. Dr. D. H. Müller - A.g r a m (Kroatien), 25./XII. 1912. Prof. Dr. G. Sch w a r z. Korrespondenzen. Generalversammlung des israelitischen Tempel- Vereines für Mariahilf und Neubau. Die Jahresversammlung des Mariahilfer Tempelvereines vom Montag, den 30. Dezember 1912, gestaltete sich zu Beginn zu einer festlichen Ovation für den Präsidenten der Chewra Kadischa, Herrn Salo Cohn, aus Anlaß seines 70. Wiegenfestes, welches er zurückgezogen auf dem Semmering beging. Herr Salo Cohn fungiert seit vielen Jahren als Delegierter des Kultusvorstandes bei den Jahresversammlungen des Mariahilfer Tempelvereines, und er hat diesem ausgezeichnet geleiteten Tempeloerein wiederholt Beweise hohen Wohlwollens gegeben. Die Vereinsmitglieder schätzen und verehren in ihm einen warmen Freund und edelmütigen, großherzigen Gönner. Bei der Eröffnung der diesjährigen Versammlung ergriff denn auch der Vereinspräsident, Hof- und Eerichtsadvokat Dr. Jakob Engel, das Wort, um im Namen der Generalversammlung den jugendfrisd)en Jubilar zu begrüßen und in einer von uiimnerbrochenein Beifall begleiteten Ansprache Herrn Salo Cohn für das Wohlwollen, welches er dem Tempelverein unermüdlich gewidmet, zu danken. Der Verein ist stolz, zu seinen Gönnern einen Mann zu zählen mit echt jüdischem Herzen, der Tausender Tränen getrocknet, Not gelindert, zahllose Hilfesuchende aufgerichtet. Redner spricht zum Schlüsse den Wunsch aus, der .Allmächtige möge den edlen Jubilar noch lange Jahre zum Segen der Armen und Notleidenden ingendfrisch erhallen. (Lebh. Beifall.) Kultusvorsteher Salo Cohn dankt gerührt für die dargebrachten Glückwünsche. Er sei kein Freund von Ovationen, habe den 70. Geburtstag fern von Wien verbracht, allein in der Mtte der Mariahilfer Tempelvereinsmitglieder weile er gerne und erinnert sich stets nur mit Vergnügen an die Jahresversammlungen, an welchen er hier teilgenümmen. Dieser Verein hat es stets als seinen Stolz angesehen, unabhängig und ohne jede fremde Hilfe sein schönes Werk zu führen, in geordneter Finanzlage ein Muster und Vorbild strenger Verwaltung. Diese Tradition bewahren Sie für alle Zukunft, eine Tradition, die Ihnen die Achtung und Sympathie weitester Kreise gesichert hat. Herr Salo Cohn hat sodann mit kurzen Worten weiter mitgeteilt, daß er zuhanden des Herrn Präsidenten 10.000 Kr. österreichische Rente als Stiftungskapital auf seinen Namen für den Mariahilfer Tempelverein übermitteln werde. Die Versammlung bereitete Herrn Salo Cohn neuerlich eine stürmische Ovation und der Vereinspräsident Herr Dr. Engel leiht den Empfindungen der Versammlung treffliche Worte in einer Dankeskundgebung. Der Vorsitzende, Herr Dr. Jakob Engel, begrüßt sr.dann den Rabbiner und Prediaer Dr. Taalicht, den Knltnsvorsteber Samuel Steiner, die erschienene Deputation des Frauenwohltätigkeilsvereines (Vizepräsidentin Dr. Josefine Engel, Kassiererin Frau Dr. Taglicht und Frau Jda Wolf), den Präsidenten des Vereines „Nachlath Jeschurun", Dr. Löwy, . beglückwünscht sodann das Berünsmitglied Herrn Emil Polaeeo zu der ihm gewordenen Auszeichnung mit dem Titel eines Kommerzialrates und erte.lt schließlich dem Schriftführer, Herrn August Fischl. das Wort zur Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung. Nach Verifizierung des Protokolls erstattet der Vorsitzende den Bericht über das abgelaufene Verwaltungsjahr und widmet zunächst dem Andenken der im letzten Jahre verstorbenen Vereinsgenossen Worte des Gedenkens und nennt die Herren Josef Barkan, Siegmund Beer, Moritz Beier, Ferdinand Brill, Jacques Fischer, Julie Fuchs, David Ritter von Guttmann, Rudolf Lichtblau, Leopold Müller, Michael Pollak, Julius Seckbach, Samuel Silberslern, Leopold Stowasser, Naumann Warschauer. „Herr Leopold Stowasser, der Senior unseres Vereines, gehörte viele Jahre dem Vorstände an und mehrere Dezennien fungierte er als unser Revisor. In David Ritter von Guttmann verliert der Verein ein Mitglied, das, ein großzügiger Förderer aller gemeinnützigen Bestrebungen, auch unserem Tempel seine Munifizenz in einer reichen Bauspende erwiesen hat. .Wir zollen den Manen des Verblichenen in diesem Berichte unseren wärmsten Dank. Joses Barkan war ein besonders treues und anhängliches Mitglied unseres Vereines, der durch rege Teilnahme an unseren Generalversammlungen und durch opferwillige Spenden sein Interesse für unsere Sache stets warm bekundet«; in den Herren Leopold Müller, Julius Seckbach und Naumann Warschauer verliert der Verein treue Anhänger, die ihm seit dessen Bestand angehörten; durch den Heimgang der Herren Ferdinand Brill und Jacques Fischer, die leider in der Blüte ihrer Mannesjahre hinweggerafft wurden, raubte uns der unerbittliche Tod zwei wackere Freunde unseres Tempels. Sie sind wohl einverstanden, daß von Ihrer lebhaften Teilnahme in dem Protokoll der heutigen Generalversammlung Vermerkung geschehe. Von den 282 Mitgliedern zahlten im abgelausenen Jahre: 1 Mitglied einen Beitrag von 100 Kr. 1 Mitglied einen Beitrag von 60 „ 2 Mitglieder ä. 50 „ 2 Mitglieder ä. 40 „ 5 Mitglieder ä. 30 „ 3 Mitglieder ä. 25 „ 1 Mi gliel . 21 „ 33 Mitglieder ä. 20 „ 1 Mitglied . 18 ,, 3 Mitglieder ä. 16 „ 23 Mitglieder ä. 15 „ 3 Mitglieder ä. 14 und der Rest 12 Kr. Jahresbeitrag. Die laufenden Angelegenheiten des Vereins wurden in 6 Plenarsitzungen und einer Anzahl von Sektions- und Komitee- Sitzungen beraten. Das Erhibiten-Protokoll weist die Erledigung von 498 Eeschäftsstücken aus. In Würdigung der ausgezeichneten Leistungen unserer Angestellten und mit Rücksicht auf die schwierigen Verhältnisse, unter welchen die firbesoldeten Beamten in erster Linie leiden, haben wir den einstimmigen Beschluß gefaßt, die Bezüge sämtlicher Angestellten ab 1. Juli d. I. entsprechend zu erhöhen. Wiewohl diese Aktion unser Budget, dessen Gleichgewicht wir tatsächlich nur durch größte Sparsamkeit und den Zufluß außerordentlicher Spenden aufrecht erhalten können, stark belastet, so glauben wir uns in Erwägung der tatsächlichen Verhältnisse dieser Pflicht sozialer Fürsorge unseren Angestellten gegenüber nicht entziehen zu dürfen. Wir haben beschlossen, 'im heurigen Jahre eine Reform der Verkündigung von Spenden am Jom-Kipur versuchsweise einzuführen, da die bisherige Art des Verkündens vielfach Mißfallen erregt hat und wir auch in diesem Belange eine unseren sonstigen gottesdienstlichen Einrichtungen ebenbürtige Form einführen wollen. Wir hoffen hiebei, daß unsere vielbewährten hochgeehrten Spender es auch bei der Reform an Opferwilligkeil werden nicht fehlen lassen. Wir haben auch die Absicht, von nun an die dem Tempel gewidmeten Spenden in unserer alljährlichen Publikation zu veröffentlichen. Wie alljährlich, fand auch Heuer, und zwar am 19. Mai, die feierliche Konsirmierung von 24 Mädchen durch unseren ehrwürdigen Seelsorger Dr. Taglicht statt. Am 18. August wurde in der üblichen Weise ein Festgottesdienst anläßlich des Allerhöchsten Eeburtsfestes im Tempel abgehalten. Die Zahl der Trauungen betrug Heuer 51, der Barmizwahs 48 und der Namengebungen 3. Mit dem Ergebnis der heurigen Betsitzvermietungen können wir sehr zufrieden sein, da wir bei den Tempelsitzen» trotzdem die Feiertage Heuer schon in die erste Hälfte des Monates September fielen, nur ein unwesentliches Minus gegen das Vorjahr erzielt haben. Die Filiale im Ingenieur- und Architektenverein weist ein erfreuliches, stetig steigendes Erträgnis aus; bei der Bethausfiliale im VI. Bezirk hatten wir Heuer mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen, da wir zu den Neujahrstagen leider den großen Saal des Hotel Monopol nicht zur Verfügung hatten; wir mußten für diese zwei Tage den Saal „Zum grünen Baum" mieten, wodurch das Erträgnis dieser Filiale selbstredend ein geringeres wurde als im Vorjahre. Wie seit jeher, haben wir auch heuer 150 Freisitze armen Bewohnern unserer Bezirke gewidmet. An Spezialspenden kamen uns zu eine Spende des kaiserlichen Rates Josef Toffler anläßlich der Vermählung seiner Tochter per 200 Kr., eine Spende der Frau Fanny Liebermann von 200 Kr. ans Anlaß der Ehrung ihres Gatten, unseres unvergeßlichen Kollegen Hermann Liebermann; eine Spende des Herrn Architekten Leopold Fuchs anläßlich der Fertigstellung eines Neubaues per 300 Kr.; eine Spende von 50 Kr. des Herrn Wilhelm Meyer am Todestage seiner Gattin und eine Spende von 40 Kr. unseres Mitgliedes Herrn Bernhard Lömy anläßlich seiner silbernen Hochzeit. Frau Rosa Drach widmete eine Maskir- und Jahrzeitstiftung für immerwährende Zeiten für ihren Sohn weiland Josef Drach im Betrage von 2600 Kr. Am 19. Dezember v. I. beging unser hochverehrtes Mitglied, der langjährige wirkliche Vertreter der Kultusgemeinde bei unseren Jahresversammlungen, Herr Salo Cohn, einer der ausgezeichnetsten Männer unseres großen Gemeinwesens, in beneidenswerter Geistes- und Körperfrische seinen 70. Geburtstag. Wir ergriffen mit Freuden diesen Anlaß, um diesen mit Recht so hochgeschätzten Mann, der sich speziell um unseren Verein so vielfache

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