Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 1 (3.1.1913)
- Date
- 1913-01-03
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Dr. Vwch« «Mm»« Nr. 1' Verdienste erworben, in einer kalligraphischen Adresse zu ehren und hoffen, daß diese Ehrung auch bei Ihnen, verehrte Herren, lebhaftesten Widerhall finden wird. Möge uns und der gesamten Judenheit der Allmächtige diesen trefflichen Mann bis an die äußersten Grenzen irdischen Lebens erhalten! (Lebh. Beifall.)" In Vertretung des durch Unpäßlichkeit am Erscheinen verhinderten Kassaverwalters kais. Rat Friedrich Pollak erstattet der Kontrollor, kais. Rat Josef Toffler, den Bericht über die Kassaverwaltung, den Rechnungsabschluß und die Bilanz, erklärt sich bereit, etwaige Aufklärungen zu erteilen und stellt schließlich die Bitte an die Vereinsmitglieder, in der warmen Teilnahme und Opferwilligkeit für den Tempelverein nicht zu erkaltend (Lebhafter Beifall.) Im Namen der Revisoren erstattet Herr Moritz Mantler den Bericht, hebt die exakte Buchführung hervor, die Umsicht, die Gewissenhaftigkeit der Kassaverwaltung und beantragt die Erteilung des Absolutoriums. Nach einstimmiger Annahme des Antrages wurden Herr Moritz Mantler und Herr Dr. Karl Löwy für das kommende Verwaltungsjahr zu Revisoren ernannt. Der Vorsitzende verliest ein Schreiben des Vorstandsmitgliedes Herrn Ernst Schüller, demzufolge derselbe infolge Arbeitsüberbürdung erklärt, eine neuerliche Wahl in den Vereinsvorstand nicht annehmen zu können. Der Vorsitzende gibt dem Bedauern über diesen Entschluß des Kollegen Schüller Ausdruck und beantragt, die Generalversammlung möge dem ausscheidenden Kollegen für seine bisherige Mühewaltung den Dank votieren. Der Antrag wird einstimmig zum Beschluß erhoben. In Abwesenheit des durch Unpäßlichkeit am Erscheinen verhinderten Kassaverwalters kais. ^Rat Friedrich Pollak erklärt der Vorsitzende, daß derselbe bereit ist, trotz großer Ueberbürdung und lleberhäufung mit Arbeiten aller Art das Vorstandsamt neuerlich zu übernehmen. Die Vereinsmitglieder kennen unseren hochverehrten Kassaverwalter seit mehreren Jahrzehnten, wir sind alle stolz darauf, einen solchen Mann in unserem Vorstande zu besitzen, und ich drücke im Namen der Versammlung meine Freude aus, daß Herr kais. Rat Pollak in unserer Mitte zu wirken auch fernerhin gewillt ist. (Lebhafter Beifall.) Redner erinnert daran, daß auch er selber in diesem Jahre einer Neuwahl sich unterziehen muß. Nachdem er bereits durch lange Jett die hohe Ehre genießt, an der Spitze des Vereines als Präsident zu fungieren, glaube er der Pflicht enthoben zu sein, neuerdings eine Programmrede zu halten; er wiederhole bloß, daß er diese Stellung innerhalb des Mariahilfer Tempelvereines als die höchste Ehre ansehe, und wenn das Vertrauen der Vereinsmitglieder ihn fernerhin begleitet, so will er wie bisher der gemeinsamen heiligen Sache sich widmen. (Lebhafter Beifall.) Kultusvorsteher Samuel Steiner sagt, der Kultusvorstand ist glücklich, in Ihrem Präsidenten ein tätiges und hochgeschätztes Mitglied zu besitzen und dantt ihm. daß er die doppelte Ausgabe aus sich genommen, sowohl im Kultusvorstand als auch an der Spitze des Tempelvereines zu wirken. Wir wären gerne bereit, dem Mariahilfer Tempelverein eine Subvention zu bewilligen, allein der Mariahilfer Tempelverein lehnt das immer ab und er ist stolz darauf, keine Subventionen anzunehmen. Der Vereinsvorsteher Herr Leopold Waller sagt in kurzen Wotten, er war stets bemüht, seine Pflicht zu erfüllen, war stets auf dem Posten und erachte die ihm gewordene Aufgabe innerhalb der Vereinsagenden als eine hohe Ehre. Wenn das Vertrauen der Vereinsmitglieder ihn auf seinem Posten belasse, so würde er sich glücklich schätzen, seine Pflichten weiter zu erfüllen. (Lebhafter Beifall.) Um das freiwerdende Mandat eines Vorstandsmitgliedes bewirbt sich Herr Fabrikant Leopold Louriö und richtet an die Versammlung eine Ansprache. Als langjähriger Bewohner des Bezirkes, als mehrjähriges Mitglied des Vereines, als Jude, dem jede jüdische Angelegenheit nahe ans Herz geht, erklärt er sich bereit, dem Vereine seine Kraft zu widmen. Er halte es als die höchste Ausgabe, das Judentum im Ansehen der Welt zu heben und zu hoher Achtung zu bringen; von diesem Streben geleitet, wirtt er in mancher anderen jüdischen Organisation und ist gerne bereit, wenn die Generalversammlung ihm das Vertrauen votiert, auch in diesem Verein zu wirken. (Lebhafter Beifall.) Der Vorsitzende Herr Dr. Engel empfiehlt die Wahl des Herrn Louri« in warmen Worten. Es wird sodann zur Wahl geschritten. Als Skrutatoren fungieren: Die Herren David Kohn, Obmann, Leopold Pick, Adolf Möller, Friedrich Schwarz. Das Skrutinium ergibt, daß nahezu einstimmig die Herren Dr. Jakob Engel, kais. Rat Friedrich Pollak und Leopold Waller wieder-, und Herr Leopold Louri6 neugewählt „ wurden. Die Vereinsmitglieder Artur Wassertrilling und Ellis Nothberg brachten sodann zum Teil einige Beschwerden und zum Teil einige Anregungen vor, auf welche der Präsident Herr Dr. Jakob Engel, der Kontrollor kais. Rat Kofflee und der Vereinsrabbiner, Herr Dr. Taglicht Auskünfte und Antwort erteilen. Mit einem Danke an die erschienenen Vereinsmitglieder schließt der Vorsitzende, Herr Dr. Engel, die Generalversammlung. GeneMversaminftung des Brigittenmter ffraelttffchen Temipekoeveinesi Montag, den 16. Dezember abends, hielt der genannte Verein in den Saallokalitäten der Restauration Hermann Kohn! seine ordentliche Generalversammlung ab, welche von den Mitgliedern zahlreich besucht war. . , - Nach Eröffnung der Versammlung begrüßte der. Vorsitzende, Vereinsobmänn, Herr Dr. Ernst Rosenthal, die Erschienenen, insbesondere den Delegierten des Kultusvorstandes, Herrn Dr. Heinrich Schreiber, die Delegierten des Bezirksfrauenvereines, Präsidentin-: Frau Dr. Emilie Weiß und . Vizepräsidentin Frau Marie Kohn. Der -Vorsitzende entwickelt, sodann in. prägnanten- Worten ein Bild der Ereignisse des Vereinslebens im abgelaufenen Vereinsjahre. Insbesondere wies er darauf hin,'daß in der' so lange strittigen Frage der Besetzung des Rabbinates endlich im Kompromißwege ein Provisorium für drei Jahre geschaffen wurdewelches Aussicht aus eine spätere, wirklich befriedigende Lösung dieser Angelegenheit bietet. Der Vorsitzende erwähnt weiters, daß^ die Vereinsbibelschule, die infolge ihrer gediegenen Organisation anerkannt glänzende Erfolge erzielte, mit Ende des abgelaufenen Schuljahres zu bestehen ausgehört habeda der Kultusvorstand den Verein verständigte, daß er selbst eine solche Schule im Bezirke unterhalten und sohin die bisher geleisteten Subventionen nicht weiter bewilligen werde. Der Vereinsvorstand, welcher die Schule als sein Juwel und seinen Stolz betrachtete, kann nun nichts anderes tun, als der neuen Schule das beste Gedeihen zu wünschen und dem nunmehr ausgelösten Schulromitee — insbesondere aber dessen Obmann,. Herrn Josef Kohn, — den herzlichsten Dank für die jahrelange Mühewaltung anszusprechen. Redner erwähnt auch rühmend die Verdienste, welche sich die interne Sektion um den Gottesdienst im Tempel und im Filialbethause erworben hat, und sprach dieser und deren Obmann, Herrn Heinrich Neuhaus, den herzlichsten Dank aus. In besonders warmen Worten gedachte der Vorsitzende des 70. Eeburtsfestes des Vertreters der Kultusgemeinde und Präsidenten der altehrwürdigen Ehewra-Kadischa, Herrn Salo Cohn, welcher, überall ein werktätiger Förderer alles Schönen und Guten, auch um die Vollendung unseres Tempels sich unvergängliche Verdienste erworben. Redner ersucht um die Erlaubnis, den Jubilar namens der Generalversammlung zu beglückwünschen. Nachdem der zustimmende Beifall, welcher diesen, Worten folgte,, sich gelegt hätte, führ der''Obmann fort: „Wir leben jetzt in bösen, bitteren Zeiten. Täglich lesen wir in den Zeitungen ernste Nachrichten über vielleicht bevorstehende Kriegsereignisse, welche ihre Schatten vorauswersen, indem bereits viele unserer Söhne dem ehrenvollen Rufe zu den Waffen gefolgt haben. Wir Juden lieben unser Vaterland und haben trotz vielfacher uns zugefügter Unbill auch Grund, es zu lieben, denn an seiner Spitze steht (die Anwesenden erheben sich) unser gütiger, gerechter und weiser, den Juden stets wohlgesinnter Monarch, Kaiser Franz Joseph I., der bewährte Friedensfürst, und wir hoffen — und mit uns alle Völker dieses Reiches —, daß es ihm gelingen werde, dem Reiche einen gewiß ehrenvollen Frieden zu sichern. Wie immer aber seine Entscheidung sein möge, werden wir Juden, getreu den Geboten unseres Glaubens, fest und treu zu unserem angestammten Herrscher und zu unserem Vaterlande halten. Unser geliebter guter Kaiser Franz Joseph I. lebe hoch, hoch, hoch!", in welchen Ruf die Versammlung mit von Herzen kommender Begeisterung einstimmte. Nach einhelliger Erteilung des Absolutoriums ergriff Herr Dr. Schreiber das Wort, um als Delegierter des Kultusvorstandss den Verein zu den erzielten Erfolgen zu beglückwünschen und seiner Freude darüber Ausdruck zu geben, daß der Friede zwischen dem Verein und dem Kultusvorstande hergestellt worden sei. Nachdem der Obmannstellvertreter Herr D. I. Roth den Vorsitz übernommen hatte,'wurde zu Punkt 2 der Tagesordnung, „Ernennung eines Ehrenmitgliedes", übergegangen. Det Referent, Herr Josef Kohn, berichtet, daß der Vorstand, im Sinne der Statuten, der Generalversammlung vorschlage, den Obmann; Herrn Dr. Ernst Rosenthal, zum Ehrenmitglieds zu ernennen und führte in Begründung dieses Vorschlages an, daß derselbe seit mehr.als 15 Jahren dem Vorstände, und zwar kurze Zeit als Kassier, 14 Jahre als Obmannstellvertreter und seither als Obmann angehöre und in allen diesen Ehrenstellungen durch seine Rechtlichkeit, Klugheit und Energie sich um den Verein mannigfache große Verdienfte erworben habe. Nachdem Herr Dr. Schreiber als langjähriges Ehrenmit- ' glied des Vereines diesen Vorschlag befürwortet hattewurde -derselbe unter brausenden Beifallskundgebungen einhellig angenommen. Die vorgenommenen Wahlen ergaben, daß die /Herren Dr. E. Rosenthal, Dr. M. Weitzenftein, A. Löwy und S. Schlesinger, als Vorstandsmitglieder,- die Herren Josef Back,. Jakob Bauer, , S. Dnb, Leopold Fischer, Siegmund, Frommer, Ignaz Körner, Bernhard Schick, Dr.--Heinrich Schreiber, Josef -Süß und Philipp; Weiß., als Vertrauensmänner. wicdergewählt, die Herren Josef Fal- . titschek und Adolft Stern als solche.neugewählt wurden. . V