Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 52 (27.12.1912)
- Date
- 1912-12-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 62 Dr. Bwchs Wochenschrift «eue 885 der Einrichtung des Spitales schon durch Kursverluste eine starke Reduktion des für den Betrieb verbleibenden Deckungskcrpitales Eintreten wird. Ich möchte dieses Thema nicht verlassen, ohne der folgenden Bemerkung Ausdruck zu geben. Es war eine merkwMdige Fügung, daß der Mann in hochangesehener gesellschaftlicher Stellung, der Chef eines großen Welt- Hauses und der Mann, der in einem kleinen Kabinette wohnte, sein Leben lang sich Entbehrungen auferlegte, ja, in seiner ganzen Lebensführung sich der äußersten Sparsamkeit, um nicht einen anderen Ausdruck zu gebrauchen. beflissen, der Kreuzer auf Kreuzer, Gulden auf Gulden legte und aus diese Weise ein ansehnliches Vermögen zusammenbrachte, daß diese beiden so grundverschiedenen Männer sich in dem Gedanken begegneten, eine Heilstätte zu schaffen für arme kranke Kinder. Ehre ihrem Andenken. Eine zweite große Aufgabe, mit der wir uns schon längst befassen und in hohem' Maße werden in der nächsten Zeit befassen müssen, ist die Anlegung des neuen Friedhofes. Wie Ihnen, sehr geehrte Herren, bekannt ist, haben wir im' Vorjahre den hiezu geeigneten Grund gekauft, teilweise aus eigenem, teilweise durch Aufnahme eines Darlehens bezahlt. Anläßlich des Einschreitens um die*Baulinie ergab sich die Notwendigkeit zu Straßengrundabtretungen eine weitere Grundfläche zu erwerben. Die diesbezüglichen Verhandlungen haben zu einer Einigung geführt. Es stellte sich jedoch im weiteren Verlaufe heraus, daß nicht so viel an neu zu erwerbendem Grund notwendig ist, als ursprünglich angenommen wurde, und zwar war rM Verlaufe der Zeit eine Grenzverschiebung zu Ungunsten des von uns zuerst erworbenen Grundstückes eingetreten und hierdurch ein geringeres Flächenmaß zu StraßengrundAVecken zu erwerben gewesen. Nun sind wegen Richtigstellung der Grenzlinien die Arbeiten im Zuge, und erst wenn dies durchgeführt und richtige Grenzlinien festgestellt sein werden, wird der Vorstand an die eigentliche Arbeit schreiten können. Daß hiedurch nicht bloß ein weiterer Betrag von zirka K. 48.000 für den Ankauf der zu Straßengrundzwecken dienenden Grundfläche notwendig war. sondern zur Applanierung des Grundes, Einteilung desselben. Aufführung der Umfriedung smauer rc. sehr bedeutende Beträge notwendig sein werden, daß wir das nicht aus den budgetären Eingängen zu decken in der Lage sein werden, daß wir also wiederum zu Anleihen greifen Müssen, das ist eine Tatsache. Mit der wir rechnen müssen und mit der wir auch gerechnet haben. Diese Auslagen werden freilich nicht im Laufe des nächsten Jahres zur Gänze zu decken sein und wir haben hiefür vorläufig nur, wie Ihnen dargelegt wurde, einen Betrag von K. 50.000 präliminiert, allein diese Herstellungen werden vom nächsten Jahre an sukzessive zur Ausführung gelangen müssen, da die relativ geringfügige Anzahl von Plätzen, welche in dem derzeitigen, diesem Zwecke dienenden Teile des Zentralfriedhöfes noch belegt werden können, wenn hoch, gerechnet, nur noch für vier Jahre ausreichen. Es ergibt sich daher die dringende Notwendigkeit, sich im Laufe der nächsten zwei Jahre Mit dieser Frage gründlich und intensiv zu befassen. Ich gestatte Mir bei dieser Gelegenheit eine Anregung zu geben, welche meiner unmaßgeblichen Meinung nach eine Vermehrung der Einnahmen zur Folge haben könnte. Ich habe schon vor Jahren, das letztemal. als wir mit Ballestrin wegen Herstellung von Arber' er auf de'M Friedhofe und wegen Uebernahme der Gräberausschmückungen verhandelt haben, die .Frage aufgeworfen, warum wir die Gräberausschmückungen nicht selbst in die Hand nehmen. Die Lösung dieser Frage wurde damals vertagt und ist bis heute noch eine offene. Wenn dieser Meiner Anregung Folge gegeben und die Berasung und Ausschmückung der Gräber auf unserem Friedhofe von uns selbst in die Hand genommen würde, so würde dies nach meiner Ueberzeugung und nach den Daten, die mir vorliegen, eine beträchtliche Einnahmsquelle für unsere Gemeinde bilden. Schon der Betrag, der uns von Ballestrin als vertragsmäßiger Anteil aus den Erträgnissen der Gräberausschmückung zufließt, ist Mit K. 22.000 veranschlagt, und haben wir hierauf im heurigen Jahre bis Ende Oktober K. 21.000 erhalten. Es ist nun fraglos, daß diese-Einnahmsquelle von Jahr zu Jahr eine Steigerung erfährt, weil zu den bereits bestehenden Gräbern immer neue hinzukommen, deren Ausschmückung von überlebenden Familienmitgliedern angeordnet und vielfach für alle Zeiten sichergestellt wird. Wenn wir diesen Betrieb selbst fn die Hand nehmen, so würden uns statt wie gegenwärtig ca. K. 22.000 weit über K. 100.000 zufließen. Man wendet dagegen zweierlei ein. 1. es sei dies nicht dem Ritus entsprechend, 2. daß wir als Gemeinde eine teurere Verwaltung haben, als ein Privatunternehmen. Ich halte beide Einwände nicht für stichhältig. Was den ersten Einwand betrifft, so wird derselbe schon durch die allgemeine Uebung entkräftet, daß alle Gräber auf unserer Abteilung berast und mit Pflanzenwuchs versehen erhalten werden, daß ein sehr großer Teil der Gräber mit Blumen geschmückt, teilweise, wie schon erwähnt, von den Familienmitgliedern, teilweise durch uns selbst mit Blumenschmuck versehen wird. Und wir wollen diese Uebung Möglichst nach Kräften fördern, weil der Zustand, wie er heute besteht, einen wohltuenden und freundlichen Eindruck auf jeden Macht, der unsere Friedhöfabteilung besucht. In dem Wachstum der Pflanzen auf den Gräbern liegt geradezu ein Symbol des Wiederauflebensgedankens, indem aus der Stätte, in welcher die Hingeschiedenen ruhen. Wachstum' und Leben der Pflanzen erblüht. Aber auch den zweiten Grund kann ich nicht gelten lassen. Denn es ist absolut nicht einzusehen, warum' wir gerade kostspieliger arbeiten Müssen, als ein Privatunternehmen, insbesondere, wenn wir uns bemühen d''e richtigen Personen an die Spitze eines solchen Betriebes zu stellen. Allein selbst wenn dies der Fall wäre, wenn wir auch teurer als ein Privatunternehmen arbeiten würden, würden Mir noch immer einen höheren Betrag erzielen, als den von mir angegebenen, weil wir den Parteien entgegenkoMMen und billiger als die Privatpersonen die Arbeiten Herstellen könnten, ohne unsere Interessen damit zu beeinträchtigen. Es verdient also diese Anregung sehr reifliche Ueberlegung und baldige Berücksichtigung. Eine Frage, die dringend der Lösung harrt, dieselbe jedoch bis heute noch immer nicht gefunden hat, muß auch heute zur Sprache gebracht werden, und das ist der Bau eines der größten Kultusgemeinde des Kontinents würdigen, den Anforderungen der Gegenwart und der Hygiene entsprechenden GeMerndehauses. Der Zustand, der gegenwärtig in den beiden den Bureauzwecken unserer Gemeinde dienenden Häusern herrscht, ist ein geradezu unerträglicher. Schon der Eintritt durch einen der beiden Eingänge ist geradezu deprimierend und ich möchte sagen, beschämend für uns alle. Die Treppen der beiden Häuser müssen auch die Gesundheit derjenigen, die sie öfter zu frequentieren genötigt sind, schädigen. Der Saal, in dem wir wöchentlich einig eMale in Kommissions-, Vertreter- und Plenarsitzungen Beratungen pflegen, ist, das heutige Bild zeigt es ja klar, weder räumlich entsprechend, noch auch ist es möglich, ihn derart auch nur halbwegs herzustellen. daß Man bequem und mit Muße in demselben den Obliegenheiten Nachkommen könnte. Die Bureaus, in den die ersten Beamten arbeiten und die täglich von einer großen Anzahl von Parteien aufgesucht werden, müssen, weil