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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-12-27 · 52 (27.12.1912) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
52 (27.12.1912)
Date
1912-12-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 52 Wochenschrift Seite 883 Das Targum gibt dies hier in Frage kommende Wort merkwürdigerweise auch mit wieder, was so viel wie ArgoUer (mit Digamma geschrieben) heißen dürste. S. Spinner, Wien.' (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen. Aus der öffentliche» Plenarsitzung der Wiener israelitischen Kultusgemeinde vom Sonntag den 22. Dezember IS>2, IS Uhr vormittags. In Verhinderung des Präsidenten Dr. Alfred Stern eröffnet der 1. Vizepräsident, Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, die Sitzung, konstatiert die Beschlußfähigkeit und widmet dem verstorbenen Hosrat Prof. David Heinrich Müller Worte des Gedenkens, der nicht bloß eine Leuchte der Wissenschaft, sondern auch eine Zierde der Gemeinde bildete und dessen Verdienste eben erst von Allerhöchster Stelle durch Verleihung des erblichen Adelsstandes anerkannt wurde. Die Versammlung hat sich von den Sitzen erhoben und stiMmt dem Anträge des Präsidenten zu, daß die Trauerkundgebung der Familfe des verstorbenen Hofrates zur Kenntnis gebracht und im Protokoll der Sitzung vermerkt werde. Sekretär Dr. Adler verliest folgendes: Der am 16. Dezember 1912 verstorbene, zuletzt Wien, I., Biberstraße 3, wohnhaft gewesene Herr Eduard Gottlieb hat in seinem Testamente ddo. Wien, 8. Mai 1911, angeordnet: „VII. Da mir bekannt geworden ist, daß die israelitische Kultusgemeinde in Wien beabsichtigt, ein Kinderspital oder Siechenheim in Wien zu errichten, so verfüge ich, daß mein gesamter leg aisfreier Nachlaß der von mir hiermit errichteten „Eduard und Rosa Gottlieb'schen Wohltatigkeilsstiftung zur Errichtung eines Pavillons in hem' von der israelitischen Kultusge- Meinde in Wien zu errichtenden Kinderspitale oder SiechenheiMe 'mit der Bezeichnung: „Eduard und Rosa GottlieL-Pavillon" zu verwenden ist, und setze ich hiermit diese Stiftung zur Errichtung eines „Eduard und Rosa Gottlieb-Pavillon" in hem zu errichtenden Kinderspitale oder SiechenheiMe zu meiner Erbin ein." Sollte das Kapital zur Errichtung und Erhaltung eines solchen Pavillons nicht sogleich hinreichen, so ist dasselbe für so lange fruktifiziert anzulegen, bis das Kapital zusamMen mit den angewachsenen Fruktifikaten zur Errichtung und Erhaltung eines solchen Pavillons hinreicht." Diese Stiftung hat in der Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde in Wien zu verbleiben." Die Versammlung ehrt das Andenken des Erblassers durch Erheben von den Sitzen. Das Vertreterkollegium stellt sodann den Antrag, dem Hilfswerk zu Gunsten der notleidenden Juden in den Balkanländern eine Spende von 5000 Kr. zu bewilligen. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Kultusvorsteher Dr. Leopold Kohn erstattet hierauf den Bericht über den Voranschlag für das neue Verwaltungsjahr 1913: Sehr geehrte Herren! Bevor ich an die -Erstattung des Mir von unserem geehrten Präsidenten übertragenen Referates schreite, erachte ich es für Meine Pfticht, vor allem pietätvoll desjenigen zu gedenken, der durch eine Reihe von Jahren än dieser Stätte das Budgetreferat in ausgezeichneter und geradezu vorbildlicher Weise erstattet hat und zu unserem tiefgefühlten Bedauern in seiner Vollkraft dem Leben entrissen wurde. Es ist mir ein tiefgefühltes Bedürfnis, diesem meinem Empfinden, welches Sie alle gewiß auch teilen, heute Ausdruck zu geben. Ich gehe sohin zur Ausführung her mir übertragenen Ausgabe über. s Ich lege Ihnen hiemit die Voranschläge über die Einnahmen und Ausgaben unserer Kultusgemeinde für das Jahr 1913 vor. Inhaltlich desselben beziffern sich die Einnahmen mil.. K. 3,327 428 65 die Ausgaben mit.. „ 3,452.324 86 der Zuschuß ist sonach um K. 21.330 78' höher als im Vorjahre und ergibt .einen Fehlbetrag von K. 124.896 21. Zur Aufflärung über die Höhe dieses Fehlbetrages bemerke ich. daß derselbe vornehmlich in zwei außerordentlichen Ausgaben, welche nur für das Jahr 1913 in Betracht koMmM, seinen Grund hat. und zwar in der auf einem Plenarbeschlüsse beruhenden Post per K. 70.000welche den Betrag zum Baue des Tempels in her Fugbachgasse bildet, und in der Post per K. 50.000°—, welche unter den außerordentlichen Ausgaben für Vorarbeiten auf dem neuen Friedhofsgrunde angeführt.erscheint. Diese letztere Post bildet einen Teil des Anlagebetrages für den neuen Friedhof und wird seinerzeit, sowie die anderen noch bestehenden Ausgaben, für diesen Friedhof zu dem Kaufschillinge zugeschlagen sein. Die Ihnen vorliegenden Voranschläge weisen tn den einzelnen Abschnitten folgende wesentliche Aenderungen aus. Abschnitt A. Bethäuser, Kultus- und rituelle Angelegenheiten weist aus: Einnahmen: K. 250.638 — Ausgaben.. „ 656.365 — erfordert daher einen Zuschuß von . . „ 405.727 — daher um K. 92.243°— mehr als im Vorjahre. Abschnitt B. Unterrichts-Angelegenheiten weist aus Gesamteinnahmen K. 61.204 96, denen Ausgaben von K. 411.158 96 gegenüberstehen, daher ein Zuschuß von K. 349.954 — erforderlich erscheint, gegenüber dem Vorjahre ein Plus von K. 6096°—. Abschnitt C. Friedhofs- und Beerdigungs-Angelegenheiten weist aus Einnahmen K. 941.165 26. Ausgaben K. 502.442 daher Ueberschuß K. 408.723 26. . Abschnitt D. Israelitisches Spital weist aus Einnahmen K. 248.394 09, daher K. 8834 18 mehr als im Vorjahre. Es ist somit ein Zuschuß von Kronen 208.952 97 erforderlich. Abschnitt E. Israelitische Versorgungsanstalt weist an Einnahmen aus K. 130.065 91, somit gegenüber 1912 ein Plus von K. 6428 81: die Ausgaben betragen K. 223.532° -, daher um K. 1798°— weniger als im Jahre 1912. Zuschuß K. 93.466 08. Ich darf annehmen, im Sinne des Vorstandes zu sprechen, wenn ich anläßlich des diese Institution betreffenden Teiles des Budgets den Dank ausspreche dem geehrten DaMenkomitee. welches seine eifrige Fürsorge dieser Wohlfahrtsanstalt zuwendet, und vor allem der Frau Diamant, sowie unserem verehrten Vizepräsidenten Herrn Hofrat Rappaport. der sich mit seltenem Eifer die Angelegenheit dieser Anstalt angelegen sein läßt. Abschnitt F. Armen- und Wohltätigkeitsange legen heilen: Einnahmen K. 53.954 —, Ausgaben K. 410.340° -, Zuschuß K. 356.386—, um K. 22.481 — mehr als im Vorjahre. Abschnitt G. Finanz- und Administrativ n s - Angelegenheiten Einnahmen Kronen 1.639.93235. Ausgaben K. 720,722 60. Überschuß K. 919.209 75. Hiebei ist zu bemerken, daß die Post

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