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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-12-06 · 49 (6.12.1912) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
49 (6.12.1912)
Date
1912-12-06
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 88S Dr. Mochs Wvchenßchrfft Str. 49 Vorurteils gegen die Juden. Die zweite Stelle enthält eine Zurückweisung des Märchens vom Bitualmorde. Als Beweis führt der Verfasser 14 Gründe aus der Geschichte, viele Stellen aus der Thora und die negativen Erfahrungen, welche die Prozesse der letzten Jahre ergeben haben, an. Die neue Auflage ist so ausgestaltet, daß der Besitzer der 1. Ausgabe darin sehr viel Neues finden wird. Auch ist sie einem wohltätigen Zwecke, nämlich dem Unterstützungsvereine für mittellose jüdische Techniker in Brünn, gewidmet. .0. D. Die Psalmen. Sachlich und sprachlich erklärt von Doktor Adolf Prankl-Grün. Einleitung I. Buch. Wien, 1912. Selbstverlag, XIX., Haup Straße 13. Der Autor dieses Buches (enthaltend die Psalmen des ersten Buches 1—41) als Verfasser mehrerer wissenschaftlicher Werke und einiger Schulbücher rühmlichst bekannt, hat mit der Herausgabe dieses Buches, eines sachlichen und sprachlichen Kommentars, sich um Lehrer und Schüler wohlverdient gemacht. Voran geht eine Einleitung, welche als grundlegend für den Unterricht in den Psalmen bezeichnet werden muß. Die reifere Jugend wird darin vertraut gemacht mit der Bedeutung und Stellung der Psalmen im biblischen Schrifttum und in der Literatur im allgemeinen, dann mit der Zeit ihrer Abfassung, der Autorschaft usw., auch mit der Bibelkritik, soweit diese in den Lahmen der Schule gehört, vide S. 13 (Widerlegung der Ansicht von Hitzig über die zwei ersten Psalmen), wobei jedoch immer — es sei dies nachdrücklichst hervorgehoben — der traditionelle Standpunkt beibehalten ist. Nach ihrem Inhalt werden die Psalmen eingeteilt in a) Lehrpsalmen, b) Natur-, c) Geschichtepsalmen. So verschieden auch — heißt es mit Eecht Seite 9 — die Motive der Psalmen sind, alle verfolgen das gleiche einheitliche Ziel, den Menschen Gott durch die Förderung eines religiösest und sittlichen Lebenswandels näher zu bringen. Der Einleitung folgt eine nach Versen gegliederte detaillierte Inhaltsangabe, wobei auf den logischen Aufbau, sowie auf die Uebergänge von einem Vers zum anderen, in geschickter Weise verwiesen wird und dieselben unter Hinweis auf die biblische Geschichte dargelegt werden, anknüpfend an ethische und religiöse Satzungen und reflektierend auf die jüdische Weltanschauung. Und gerade die Lektüre der Psalmen ist es, die Geist und Gemüt befriedigt, Glaubensinnigkeit und Gottvertrauen einflößt und gegen Abfall und Unglauben sich richtet. Es würde aber die Brauchbarkeit und den praktischen Zweck sehr erhöht haben, wenn der Autor eine gute, deutsche, an den hebräischen Text sich möglichst anschließende Uebersetzung geboten* hätte, da nicht alle Psalmen in der Schule im Urtext gelesen werden können. Endlich folgt eine Worterklärung, worin die einzelnen Worte grammatikalisch erklärt werden und dadurch das Verständnis des Textes wesentlich erleichtert wird. Und so ist der Inhalt des Buches, welches dem Andenken des unvergeßlichen Prof. Dr. D. Kaufmann gewidmet ist, in den Schlußworten der Einleitung richtig zusammengefaßt, daß es die historische Unterlage, den Grundgedanken, den Gedankengang jedes Psalmes, die Wurzel und Konstruktion jedes Wortes angeben soll. In typographischer Beziehung ist dasselbe sehr schön ausgestattet, von Druckfehlern bis auf wenige, die zum Schluß als Berichtigungen verzeichnet sind, fast ganz frei. Und so wird das Buch wirklich — wie einleitend bemerkt wurde — für den Lehrer als Wegweiser, für den Schüler als häusliches Hilfsmittel für den Unterricht sich bestens bewähren. Von der Förderung, welche dieses Buch finden wird, soll es abhängen, ob auch die folgenden Teile erscheinen werden. Möge darum dem vorliegenden Buche die verdiente Beachtung geschenkt und die erwünschte Verbreitung zuteil werden. Dr. P. Wien, 17. Nov. 1912. Wolf Sängpr: „Die Kunst im Eisenstädter Ghetto.“ Separat-Abdruck aus „Mult es Jövö“, Budapest, 1912. Kais. u. königl. Hofbuchdruckerei Viktor Hornyänszky. Diese Monographie, meisterhaft in Wort und Bild, aus der ungarisch-jüdischen Monatsschrift „Mult 6s Jövö“ (Budapest, VL, Podmaniczky-u. 6) wiedergegeben, führt uns in die alte berühmte Eisenstädter Gemeinde, zeigt uns wie zu allen Zeiten die Kunst bei uns Juden eine Heimstätte, fand und ist für unsere Kulturgeschichte von eminentem Interesse. Jedes einzelne der hier wiedergegebenen Bilder spricht einen Band Geschichte und was der Verfasser, ein Mann mit warm pulsierendem jüdischen Herzen, uns erzählt, erweckt unser besonderes Interesse. Neben dem ungarischen ist auch ein deutscher Text, beide Texte sind sehr anregend geschrieben. Wir wissen dem Verfasser aufrichtigen Dank und hoffen bald ähnlichen Arbeiten zu begegnen, die unser Wissen nur wesentlich bereichern können. Ueber die wirklich elegante, reichlich illustrierte jüdische Zeitschrift „Mült 6s Jövö“ („Vergangenheit und Zukunft“),*) unter der Leitung des rühmlichst bekannten Redakteurs Dr. Patai, wollen wir demnächst berichten. A. „Lustige Zoologie“ (Zoologie comica). Das ist eine genaue Beschreibung aller in diesem Buche vorkommenden lebendigen Tiere der Welt mit fast 100 naturgetreuen Abbildungen von Wilhelm Busch. Herausgegeben von Rudolf Will. Gebunden Mark 2.—. Verlag von Walther Fiedler, Leipzig. Diese „Lustige Zoologie“ ist unzweifelhaft eins der spaßigsten Bücher, die es überhaupt gibt. Wie natürlich ist schon das wissenschaftliche Prinzip der Einteilung der Tiere, nämlich in solche, welche andere fressen und in solche, welche von anderen gefressen werden, wie Löwen und gebackene Hübner! Unsagbar komisch sind auch die Bilder, man kann noch immer nichts Besseres sagen, als lauter echte Busch, unwiderstehlich in ihrem schlagenden Humor und treffsicher in jedem Strich. Daß Deutschland größter Humorist, Wilhelm Busch, die Texte zu dieser „Lustigen Zoologie“ vervollständigt und die Zeichnungen dazu gemacht hat, haben bis vor Kurzem auch die besten Buschkenner nicht gewußt. Indem der um Wilhelm Busch verdiente Herausgeber diese Zoologie zum ersten Mal als Busch- Werk herausgibt, ist für die ungezählten Busch-Verehrer eine seiner interessantesten humoristischen Schöpfungen wiedejhergestellt, die sicher bald ebenso bekannt und beliebt sein wird wie „Max und Moritz“, „Die fromme Helene“ usw. Le Traducteur, The Translator, II Traduttore, drei Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen, italienischen und deutschen Sprache. Gar manche haben in der Schule französisch, englisch oder italienisch gelernt und lassen die erworbenen Kenntnisse aus Mangel an Uebung wieder zerfallen, anstatt sie zu erweitern und zu vervollkommnen. Diesem Uebelstande wird durch die oben genannten Publikationen auf möglichst einfache und unterhaltende Weise, durch Darbietung reichhaltigen Lese- und Uebungsstoffes abgeholfen mit ganz besonderer Berücksichtigung der alltäglichen Sprache, für die man leider in den Schulen so wenig Zeit findet. — Probenummern für Französisch, Englisch oder Italienisch kostenfrei durch den Verlag des „Traducteur" in La Chauxde-Fonds (Schweiz). ' Dr. J. Ziegler, Karlsbad. Volksschriften über die jüdische Religion. 1. Jahrgang, H. Heft. Dr. Ludolf Leszynsky, Berlin-Grunewald. Pharisäer und Sadduzäer. Frankfurt am Main, 1912. J. Kauffmann. Kriefkaste«. Fritz W. Pilsen ist selbstverständlich ein Druckfehler. Es soll heißen Preisgericht Pisek. D. T. Ernst Rothauser ist am 16. Mai 1900 aus dem Judentum ausgetreten. R. Zu der Mitteilung in der „Oesterreichischen Wochenschrift" (Nr. 46), bettefsend die Ausgrabungen auf der Insel Delos, wo die alten Ueberreste eines jüdischen Gotteshauses zutage gefördert wurden, verweist Herr Rabbiner Dr. Rosen mann darauf, daß nach dem Buche der Makkabäer, I. L. 15, 23, und Josephus Anliqu. XIV. 10, 7, die Insel Delos als Wohnstätte der Juden bekannt gewesen ist. L. F. Die landwirtschaftliche Mittelschule in Palästina ist erst seit kurzem eröffnet worden. Der Lehrplan berücksichtigt allerdings in erster Reihe die Schüler aus Pethach-Tikwah selbst. Doch ist der Leiter der Schule, Dr. agr. P i ck h o 1 z, der Ansicht, daß die dem Lehrplan zugrunde gelegten Prinzipien es auch auswärtigen Schülern ermöglichen werden, die Landwirtschaft theoretisch und prattisch zu erlernen. N. I. K. In einigen Wochen wird Herr Pros. Boris Schatz sich mit einer reichen Kollektion von Waren aus den Werkstätten der Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem nach Amerika begeben. Dort sollen Ausstellungen der Bezalel-Erzeugnisse veranstaltet werden, und es ist zu hoffen, daß diese Ausstellungen die Popularität des Bezalel in Amerika erheblich steigern werden. Sowohl für den Absatz von Waren, wie für die Gewinnung von Freunden und Förderern des Bezalel wird die Reise des Herrn Prof. Schatz von großem. Nutzen sein. Notizen. Jüdische Bühne. Dir.ktion: M. S i e g 1 e r, „Hotel Stefanie", II., Ta»-orstratze 12. Freitag den 6. und Samstag den 7 Dezember „Kol Nidre" Operette in 4 Akten von Scharkanski, Sonntag den 8. und Montag den 9. Dezember: „Mensch soll man sein". Komische Operette in 4 Allen von M Schorr. Sonntag den 6. *) in der die genannte Kunstschrift erschien.

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