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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-12-06 · 49 (6.12.1912) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
49 (6.12.1912)
Date
1912-12-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 49 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 831 den der Balkanländer eingeleitet. Hochherzige Spenden werden im Bureau der Israelitischen Allianz in Wien, II., Untere Donaustraße 33, in den Vormittagsstunden zwischen 9 und 1 Uhr oder durch die Postsparkassa (Scheckkonto Nr. 8152) mit Dank entgegengenommen. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis. II., Taborstraße 59. Am Donnerstag, den 28. November d. I.. hat im Vereinslokale des israelitischen HuManitätsvereines „B'nai B'rith" die 13. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines stattgefunden, die folgenden Verlauf hatte: Der Vorsitzende, Kommerzialrat Eduard Wiener, begrüßt, nachdem er die ordnungsmäßige Einberufung, sowie die Beschlußfähigkeit der Generalversammlung konstatiert hatte, die zahlreich erschienenen Dereinsmitglieder und Gäste, namentlich Herrn Dr. 2. S amuely als den zur Generalversammlung delegierten Vertreter des israelitischen Kultusvorstandes, ferner den Vertreter des israelitischen Humanitätsvereines „B'nai B'rith Wien", Herrn Richard Petschek, den Präsidenten des Vereines zur Hebung der Gewerbe, Herrn S. B r o d. den Vertreter des Vereines zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Gewerbetreibender, Herrn Dr. Rudolf Fürth', Herrn Rabbiner Dr. M. Grunwald, sowie den Reichsratsabgeordneten Herrn Dr. Julius Ofner. Die Herren Oberrabbiner Dr. M. Gübemann. Rabbiner Dr. I. M. Vach. Rabbiner Dr. David F e u ch t w a n g. die Herren kaif. Rat Iacgues F e i t l e r. kais. Rat Jonas W e i t, kais. Rat Dr. Arnold Ascher. Gemeinderat Edmund Melcher, Professor Dr. Josef Pollak und mehrere Mitglieder haben ihr Fernbleiben entschuldigt. Aus deM Jahresberichte, den der Obmann des Erekutiv-Komitees. Dr. Bela Taussig. verliest, geht hervor, daß es trotz mehrfacher erschwerender Umstände möglich war. 3735 Arbeitwerber männlichen und weiblichen Geschlechtes zumeist dauernd zu plazieren. Die Zahl der Besucher an den Schaltern des Bureaus betrug 38.888, die Zahl der Neuanmeldungen von Arbeitnehmern 6252, wovon 60 Prozent vermittelt wurden. Im ganzen sind seit dem Bestände des Vereines 38,819 Vermittlungen durchaeführt worden. Nachdem der Schriftführer, Dr. Gustav Langstein. die statistischen Tabellen über die Landeszugehöriqkeit. das Geschlecht und Alter, sowie den Familienstand der angemeldeten Arbeitwerber verlesen und der Kassier Eduard Schwarz den Gebarung sausweis und Rechnungsabschluß zum' Vortrag gebracht hatte, bringt der Vorsitzende den Bericht und den Gebarungsausweis zur Abstimmung. Beide werden einstimmig genehmigt. Herr Dr. Samueln spricht dem Vorstand des Vereines den Dank und die volle Anerkennung des Kultusvorstandes für seine eifrige Tätigkeit aus und beglückwünscht den Vereinsvorstand zu seinen Erfolgen. Herr Reichsratsabgeordneter Dr. Ofner hält es für notwendig. daß alle Freunde des Arbeitsnachweises dahin wirken, daß das Vorurteil gegen iüdische Arbeitnehmer. das gegenwärtig noch bei manchem iüdischen Arbeitgeber vorherrscht, beseitigt werde, und spricht leine Anerkennung für die hervorragenden Leistungen des Vereines aus. In ähnlichem Sinne spricht auch Herr Kommerzialrat SigmUnd Blau. Der Vorsitzende dankt für die freundlichen Worte der Anerkennung. Der Obmann weist darauf hin. daß die kräftige Propaganda gegen das erwähnte Vorurteil die zielbewußte Tätigkeit des Vereines selbst bilde, insbesondere die möglichste Befriedigung der Auftraggeber, wofür die eingelangten Zufriedenheitsberichte Zeugnis ablegen. Bei den hierauf vorgenomMenen Wahlen werden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Sigmund Popper, Albert Winterberg, Julius Wolf mit Stimmeneinhelligkeit in den Vorstand wiedergewählt. In seinem Schlußworte richtet hierauf der Vorsitzende Kommerzialrat Wiener an die Versammlung einen eindringlichen Appell, den Arbeitsnachweis auch in Zukunft bei seiner sehr wichtigen gemeinnützigen Tätigkeit sowohl durch Akquisition von Mitgliedern, als auch durch möglichst häufige Zuführung von Arbeitsgelegenheit für jüdische Arbeitnehmer in kräftigster Weise zu unterstützen. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin versendet ihren 10. Jahresbericht, dem wir folgendes entnehmen: Die Gesellschaft beklagt den Heimgang zweier verdienter Mitarbeiter, des Privatdozenten Dr. Georg Caro von der Züricher Universität und des Berliner Universitätsprofessors Nikolaus Müller, von denen ersterer der verdienstvolle Verfasser der „Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter und in der Neuzeit", letzterer der Verfasser der Studie über „Die jüdische Katakombe am Monteverde in Rom. den ältesten jüdischen Friedhof im Abendland", ist. Die Gesellschaft hat im Berichtsjahre wieder einen Zuwachs von nahezu 150 Mitgliedern zu verzeichnen, an welchem, wie der Bericht ausdrücklich hervorhebt. Oesterreich-Ungarin einen hervorragenden Anteil hat. Ebenso erfreulich wie die Zunahme an Mitgliedern ist die Tätigkeit der Gesellschaft. Sie hat wieder eine Reihe für die Wissenschaft des Judentums wertvoller Schriften herausgegeben, von denen wir den 3. Band der bedeutsamen talmudischen Archäologie von Prof. Dr. S. Krauß- Wien hervorheben, die nun noch durch zwei Bände, Synagogale und politische Altertümer, ergänzt werden soll: das Erscheinen einer weiteren Anzahl von Werken wurde durch Subventionen der Gesellschaft ermöglicht. Das neue Geschäftsjahr dürfte für dfe Gesellschaft besonders bedeutungsvoll werden, denn der Bericht kündigt das Erscheinen der ersten Bände sowohl der seit langem in Vorbereitung befindlichen Mischnaausgabe wie der Germanica Judaica an. Ihre Aufmerksamkeit hat die Leitung der Gesellschaft in diesem Jahre auch dem Grundriß der Gesamtwissenschaft des Judentums zugewandt und durch Gewinnung einer Anzahl von hervorragenden Mitarbeitern für die Fortsetzung dieses viel beachteten Unternehmens Sorge getragen, von dem nunmehr schon 9 Bände vorliegen und als 10. Band die Geschichte des Synagogenkultus von Dozent Dr. I. E l b o g e n in Druck ist. Alles in allem ist es erstaunlich, was die Gesellschaft mit verhältnismäßig geringen Mitteln zu leisten vermag. Und dabei sorgt sie in geradezu vorbildlicher Weise für das literarische Interesse ihrer Mitglieder: so hat sie in diesem Jahre außer der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums und dem Jahrbuchs für jüdische Geschichte und Literatur kostenlos unter ihre Mitglieder verteilt die Gesammelten Abhandlungen von Ludwig P h i l i p p s o n, ein Geschenk der Familie des Verfassers, den Festvortrag von I. Elbogen über Ludw. Philippson, die R i e g e r s ch e Festschrift Zur Jahrhundertfeier des Judenedikts vom 11. März 1812, die Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden und die Nr. 11 des Korresvondenzblattes des Verbandes der deutschen Juden. — Die ordentliche Mitgliederversammlung der Gesellschaft wird in B r e slau am 30. Dezember d. I. im Festsaale der Lessingloge stattfinden: Herr Professor Dr. Ludwig Blau wird dabei einen Vortrag über Aegyptische Papyri und Talmud in gegenseitiger Beleuchtung halten. — Der sehr lesenswerte Jahresbericht ist von der Gesellschaft, Berlin N 24, Große Hamburgerstraße 29. kostenlos zu beziehen.

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