Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 48 (29.11.1912)
- Date
- 1912-11-29
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 622 Dr. Vlochs Wochenschrfft Nr. 48 „Ick hebbe di gliek seggk, et is en Pierd as ne Popp. Hefte schon ne Popp fein, de kieken kann? Ne Popp hat Ogen un kann nich sein." („Ich habe dir ja gleich gesagt, es ist ein Pferd wie eine Puppe. Hast du schon eine Puppe gesehen, die gucken kann? Eine Puppe hat Augen, und kann nicht sehen.") Auch vergnügte jüdische Lieder mit eigenen Melodien konnte man in Strelitz hören. Ein solches, das mit Variationen nach Tert und Melodie auch anderwärts gesungen wurde, war: „Singen kenn ich nach Noten, „An Schabbes ist's verboten! „Schnitzeredie, schnitzeredie, schirimirischnitzeredie." „Singen kann ich wie 'ne Nachtigall, „Und springen wie ein Wasserfalls „Schnitzeredie, schnitzeredie, schirimirischnitzeredie." „Meine Fieh und deine Fietz, „Sennen e poor scheine Fietz. „Schnitzeredie usw." Weitere Strophen habe ich nicht mehr im Gedächtnis, und der fröhliche Erzähler weilt schon lange nicht mehr unter uns. (Fortsttzmig foifc.i) Zu Seite 806, Feuilleton der Nr. 47. Der Witz über Madame Wohlfahrt erhält erst die rechte Pointe, wenn man erfährt, daß die junge Mutter der in Breslau zahlreich vertretenen Familie Falk angehörte. So ergibt sich die klassische Fassung: „Wo sich die F ä 1 k e r selbst befrei’n, Da kann die Wohlfahrt-nicht gedeili’n.“ Auch der Unterschied zischen C li u p p e und L e w a j e wird schärfer gefaßt, wenn man fragt: „Weshalb hat die Mitte (Totenbahre) zwei Tragstangen, die Chuppe aber vier? Weil dort nur einer, hier zwei beerdigt werden. Dr. Gr. Kleratur. Ein Vorschlag für geeignete Jugendlektüre. Sehr geehrter Herr Redakteur! Mit größtem Interesse lese ich Ihre Zeitschrift nun schon seit mehreren Jahren, und es ist ganz besonders jener Teil Ihres Blattes, der die Erfolge bedeutender Stammesgenossen in so vielen ehrenvollen Berufen berichtet, wie auch die kulturellen Leistungen der Juden auf den verschiedensten Gebieten hervorhebt. Stets erfüllt mich diese Lektüre mit Begeisterung, und ich empfinde es mit Stolz, dem Juden turne anzugehören. Leider wird schon von der Schule an der jüdische Knabe zurückgesetzt, er hat oft unter den Schmähungen seiner Kameraden zu leiden. Tritt er ins Leben voll Zuversicht und Hoffnungen, so merkt er bald Zurücksetzung, oft Geringschätzung, die ihn einzig und allein wegen seines Glaubens trifft. Er fühlt sich gar bald durch seine Abstammung als ein minder zu wertendes Geschöpf, trägt seinen Glauben, der ihm eine Stütze fürs Leben sein soll, als Quelle dieser Zurücksetzung oft nur wie eine Bürde, deren er sich leider nur allzuoft entledigt. Wir Juden, die ersten Aposteln der Kultur, haben gewiß keineswegs Ursache, uns unserer Religion, der ältesten, zu schämen; aber wir müssen unserer jüngeren Generation zu Hilfe eilen, daß Ihnen das Selbstbewußtsein nicht geraubt, ihr Stolz gewahrt werde. Und dies können wir gewiß am ehesten erreichen durch ein Sammeln, Aufzeichnen von rühmenswerten Leistungen, welche Juden vollbracht haben und deren Lektüre unter unserer Jugend verbreitet wird. Eine Sammlung' „klassischer Heldentaten“ wahrer Begebenheiten. In Form eines Kalenders für die studierende Jugend, der auch sonst für den Studenten wichtige Behelfe bietet, wäre für die Verbreitung dieser Sammlung zu sorgen. Die Kosten werden durch Inserate bestritten, die in Anbetracht der großen Verbreitung des Kalenders (zu unserem Besitzstände in Oesterreich allein gehören ja über 20.000 Mittelschüler) gewiß leicht zu beschaffen wären. Für Veröffentlichung in Ihrem Blatte wäre Ihnen ganz besonders dankbar. Ragusa, 19. November-1912. Georg Simon. Geheimer Justizrat Dr. Adolf Bacliracli, Advokat in Wien, Oesterreichisck-ungarisckes Eherecht. Verlag von Doktor Walther Rothschild, Berlin. Kopi. Joel Gern. Der Werdegang eines jüdischen Mannes. Frankfurt a. M. 1912. Verlagsbuchhandlung J. Kau f fm a n n. Adnotationes Criticae. Ad Duos Talm. Bab. et Hierosolym. Tractatus Baba Kama et Baba Mezia. Textum Constituit, res Explicavit Historicamque Originem ex Fontibua Investigavit. J. II. Dünner. Tomus Sextus. Francofurti ad Moenum. Typis M. Slobotzky. Kommissionsverlag von Sänger u. F r i e d b e r g, Frankfurt a. M. The Jewisli Review. Edited by Norman Bentwicli and Dr. Joseph Hochmann. Contents: Editorial Notes: The Cloud of Anti-Semitism; The Jews and Agricultur; The Balkan War. — M. Gast er: The Biblical Lessens: A. Chapter on Biblical Archäologie (continued). M. Simon: Hebrew Culture. — Dr. J. Klausner: The Essentials of a Nation (translated by Leon Simon). — Norman B ent wich: Jewish Educational Disorganisation in London. — Reviews of Books: Pharisaism; The Book of Enoch or I Enoch. — Vol IH. Nr. 16. Nov. 1912. G e o. Routledge & Sons, London. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin C.■ 2, An der Spandauerbrücke 15. Schriftleitung: Dr. Bruno Blau, Berlin. 8. Jahrgang, Heft Nr. 11. November 1912. Inhalt: I. Abhandlungen. 1. Cordt Trap, Direktor des kommunalstatistischen Bureaus in Kopenhagen; Die russischen Juden in Kopenhagen. — 2. Dr. oec. publ. Jakob Segall, Berlin: Die Zahl der Juden in Deutschland nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910. —PQ 3. L. Loydold, Wien: Die Juden in der nordamerikani-iS sehen Ein- und Auswanderungs-Statistik 1910—11. — II. W Statistisches Archiv. — Eheschließungen in Deutsch-'!'"! land von 1901 bis 1909. Eheschließungen in Elsaß-Lothrin-T gen in den Jahren 1906 bis 1910. — Austritte aus dem Juden-1^] tum und Uebertritte zum Judentum im Jahre 1910 mit Rückblick bis 1896. — Auswanderung von Juden aus Ungarn | und Rückwanderung im Jahre 1910. — Zur Anthropolo- ’ > gie der nordafrikanischen Juden. — III. Mitteilungen. . . „Jung-Juda“. Illustrierte Zeitschrift für unsere Ju- J gend. XIII. Jahrgang. Nr. 22. Prag, den 22. November 1912. (12. Kislew 5673.) Inhalt: Alfred Nossig: Die Makkabäer. — Ben Jehuda: Clianuka. — Ida Bock: Familienbande.;—, Aus Tel Awiw. (2 Illustrationen.) — M. Ehren- Ihal: Aus Hermann Vamberys Jugendjahren. (Schluß.) — Akylas. — Die zwei Münzen. Legende. — Aus den beiden :V; Bundestafeln. — Uebersetzungs-Auf gäbe. — Rätsel. — Rer; daktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse 629. '1 Jesqias Press. Die jüdischen Kolonien Palästinas. Mit : .einer Karte. J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig, Blumengasse 2. KriefKaste«. Siegmund Läufer, Budapest. Ter eindringlichste Appell zur-^! Wiedervereinigung der gelrennlen R.ologen und Orthodoxen in UngamtO wird leider ohne Erfolg bleiben. Durch Zeitungsartikel und MahnungenW werden die Verhältnisse in Ungarn keine Aenderung erfahren. Deswegen^ haben Oberrabbiner H e v e s i und Präsident Frankl wohl recht, wenn sie als den einzigen Weg zum Frieden den Ausbau vollständiger^ ] autonomer, gesonderter Organisationen er klären, die dann durch eme§ 1 gemeinsame Delegation einen Bruderbund zur Verteidigung gemein-tz-H samer Interessen bilden könnten. f“ ]j Rabbiner Löwy. Kaadeu. Jawohl. f | Dr. Sch. Der Zuruf „Jud" „Jud" in einer Polemik gegen^' - die Sozialdemokratie ist nun einmal letztes und wichtigstes Argument und sichtbares Merkmal für die Armen im Geiste. Für fromme Dummköpfe ist „Judentum" einmal der Hauptträger des Kapitalismus, ein andermal der Führer der Sozialdemokratie. Wenn in „Oesterreich-Ungarn" auch ein „k. k. Hauptmann" in solcher Geistesverfassung sich offenbart, so ist bloß die Armee zu bedauern. Eifriger Leser in Linz. Hermine Adler, geb. 1869 in Wien und RosaUe Adler, geb. 187a in Lmz, sind im Jahre 1901 aus dem Judentum ausgetreten. I. B. An dem Wiener Spital der israelitischen Kultusgemeinde (Rothschild-Stiftung) werden weibliche Personen jüdischer Konfeffion als Krankenpflegerinnen ausgebildet. Zur Erinnerung an das Regierungsjubiläum Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I. wird, gleich wie in den Vorjahren, der Betrag, der für nvSj? und Bethausspenden beim Gottesdienst an dem dem 2. Dezember vorangehenden Sabbath hereingebracht wird, zur Verteilung an Bedürftige verwendet. Der Vorstand der Adas Jisroel (Schiffsynagoge) Wien, II., Gr. Schiffgasse 8.