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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-11-29 · 48 (29.11.1912) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
48 (29.11.1912)
Date
1912-11-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 46 Dr. Blochs Wochenschrift Geite 815 käne Frucht aba-vfl'lckt tö»rhett, und erst im fünften Jahre ist der Genus? der Früchte erlaubt" — so sind das Vorschriften. die beute noch ibre Gültiokät haben sollten. Dnrcb den regelmäßigen Schnitt w'rd bezweckt, hast dem Baum ein reqelmäßiaes Kronenaerüst. Z-neiae von gleicher Siärke u d gleichmäßigem. ansrechtem Wachs gegeben wird, da dieses zur Gesundheit und Fruchtbarkeit des Baumes erforderlich ist. Wenn im dritten Jahre die Form der Baumkrone vollendet ist. ist ein weiteres strenges Schneiden nicht mehr unbedingt nötig. Bei dieser B 'Handlung der jungen Baumkronen wird man stets eine schöne Form erbalten, beugt dem frühen Herabhänoen der Zweige vor und erzielt eine frühere Fruchtbarkeit, welche dem Wuchs und der Dauer des Baumes nicht zum Nachteil oereicht, und kommt nicht in die nnangkhme Lage, den Bäumen armstg'ke Aeste fortnebmen zu müssen. — Auch die Bestimmung, erst im fünften Jahre die Früchte von den Bäumen genießen zu dürfen, ist so übel nicht, da durch diese Anordnung in den folgenden Jahren gröbere Fruchtbarkeit erzielt werden konnte. Dies war zwar nicht der Grund des Gesetzes, aber sicherlich doch eine segensreiche Folge desselben. Und so gilt auch heute noch die gärtnerische Regel, daß den jungen Obstbäumen in den ersten Jahren die Blüten ausgebrochen werden sollen." Korrespondenzen. Wien In der am Sonntag den 24. November 1912 stattgehabten Wahl von 9 Vorstandsmitgliedern der israelitischen Kultusgemeinde Wien wurden wiedergewählt: Für eine 6jährige Mandatsdauer: Emanuel Hoffmann; Dr. Gustav K o h n, Hof- und Gerichtsadvokat; Dr. Josef Pollak, k. k. Univerfitäts Professor; Adolf Schrämet, k. u. k. Hoflieferant; Leopold Simon, k. k. Kommerzialrat; Dr. Maximilian Steiner; Dr. Alfred Stern, em. Hof- und Gerichtsadvokat: Neugewählt: Für eine 6jährige M a n d at s d a u e r: Ingenieur Robert Stricker, Oberkommistär der k k. Staatsbahnen. Für eine 2jährige M a n d a t s d a u e r: Dr. Jakob Ehrlich, Hof- und Gerichtsadvokat. Eine Jntc'cpeUation im! Abgeordnetenhause wegen der Ausschreitung^ in Salonichi. Abg. Reitz.es und Genossen haben im Abgeordnetenhause folgende Interpellation eingebracht: Zu den gewöhnlichen Greueln des Krieges gesellen sich in den letzten Tagen Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten seitens mancher Baltanheere gegen die wehrlose Bevölkerung der besetzten Gebiete. Die Nachrichten, welche hierüber aus Albanien kommen, sind schrecklich, aber unverbürgt. Sicher sind die Ausschreitungen der griechischen Soldateska gegen die unschuldige jüdische Be völkerung Salonichis. Vielleicht haben die Juden nicht mit gewünschter Schnelligkeit die Pflichten gegen den Staat, welchem die Stadt bis vor kurzem angehört hat, vergessen! Vielleicht haben sie dem Besieger ihres Landesherrn nicht zugejubelt! Etwas anderes kann man ihnen nicht vorwerfen. Zum Schutze der deutschen und türkischen Juden in Salonichi soll nach Zeitungsmeldungen die deutsche Regierung eingegriffen haben; was geschieht aber mit den österreichischen Juden? Was unternahm die österreichische Regierung, die sich stets so lebhaft fü/"'Stzlonichi interessierte? In Konstantinopel schritten alle> MrößmMilitz; als Ausschreitungen befürchtet wurden, undnthre JMtzrvention wehrte jede Gefahr. -«V? Möckünö geschieht 'UiHk gleiches-auch in Angesichts Äesseü^^Wen' Re/ertrgte'n an Ä. Erzellenz den Herrn Ministerpräsidenten die Anfrage: 1. Findet der Herr Ministerpräsident es nickt für angezeigt. den Herrn Minister des Aeutzern um Schutz für die Iudensckaft Salonickis und spenell für die dort ansässigen österreichischen Juden zu ersuchen? 2. Findet der Herr Ministerpräsident es nickt für angezeigt, durch den Herrn Minister des Aeustern eine Intervention sämtlicher Großmächte zu Gunsten der Inden Salonickis anzuregen? Diese Interpellation ist von den ruth niscken und Bukowinaer Abgeordneten, sowie den Wiener Abgeordneten Kuranda. Neumann, Ofner. Zenker und F r i e d m a n n unterzeichnet. Zwanglose Zusammenkünfte in Wohltätigkeits sachen. Vielfach geäußerten Wümchen entsprechend. zwanglose Zulamm <* n F ü tt f t e »u veranstalten, in we'chen den in den verschiedenen Zweigen der Armenlüsorae tätiaen Vereinen und Personen Gelegenbeit gegeben werden soll, miteinander in persönliche Beriebnnaen zu treten, Anreannaen zu aeben imd Verbesstrunaen zu besprechen, bat die Z e n t r a l e l l e für d a 8 i ü d i s ch e A r m e n w e s e n, die erste diesem Zilsawmenkünste am 12. November d F. im S'tznnaösaale der israelitischen Kultusoemeinde unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Landesschulrates Dr. Gustav Kohn abaebalten. Nach Begrüß,,na der E"sch-enenen durch den Vorsitzenden. in welcher er mit besonderer Genuatiiuna konstatierte, daß den Einladunaen eine so oroße Anzabl von Personen aesolat. erläuterte er kur; den Zweck d-r Versammlung und erteilte den Knratarinmsvize» vrasidenten Dr. Rudolf Sch o r st e i n das Wort zur Erstattung des Referat-s. Nach Beendianna desselben entwickelte sich über Einladung des Vorsitzenden eine äußerst anreaende Diskussion, an der sich rablreiche P-rw"en beteiligten und wu"den die Anreannaen der Damen Hovsi'mer („Z"st"ck>t"), Deutsch (. Gre sinnensü'sorae") ,md der Herren Avotbeker R a d i tz. Josef K o b n u. a. beifällia ausgenommen. Besonderer Beifall wurden den Ausführungen der Frau Dozent Dr. G r ü n f e l d gezollt. Im Schlußworte oab das Kuratoriumsmitalied Herr Heinrich Mendl namens der Zentralstelle für das Armenwesen über den aelunoenen Verlaus der ersten Veranstaltnna diestr Art Ausdruck und avvellierte an die anwesenden Vertreter der Verein?, sich zu gemeinsamer Tat in Wirklichkeit zusammen nschließen. Der Vorsitzende dankte lnerauf nochmals den Erschienenen für die lebhafte Anteilnahme und schloß die erste zwanglose Zusammenkunft. Im Nachfolaenden reproduzieren wir das Referat des Herrn Dr. S ch o r st e i n : Verehrte Versammlung! Sie leben in der bentiaen Zusammenkunft ein?n neuen Versuch der Zentralstelle, das Band der Vereine und Wohltätiakeitsanstalten enaer zu knüpfen, die Ersatz",wgen der einzelnen allen zunutze ru machen, wenia bekannte Nebel offen an den Taa zu leaen. NM so Einer für Alle, Alle für E'nen gemeinsam gegen Schäden anzukämpsen, die vielleicht nur wenigen bekannt sind, die wertvollen Errungenschaften aber, der G-samtheit zuoute kommen rn laff-n. Diese Zusammenkünfte sollen sich aber, wie S'e schon aus der Einladung ersehen, von den schon früher von der Zmtralstelle veranstalteten Versammlungen vor allem dadurch imterscheiden, daß sie in einfacher, z w a n a l a s e r W e i s e allen jenen, die irgendwie ein Interesse für die Sache habe", Gelegenheit geben sollen, ihre Meinunoen und Wünsche bekani.tzngetzen und wi"^> die Zentralstelle jede Anreouna. wenn immer nur die Hoff"iina vorbanden ist. daß ans dem Korn j'mals eine Frucht reift, mit Dankbarkeit zu würdigen w'ss-u. Wir werden nicht von bereits erledigten Dinaen sprechen, nicht unsere Zeit vergeuden mit Klagen über Mißstände, die zu verbessern auß-r unserer Macht stebt, wir wo l l e n die Gedanken hören, die sich im Kopse der einzelnen Ph r l an tb r o p e n malen, die uns Ansganospunkte sein sollen für w-itere Schritte auf dem Gebiete der öffentlichen Wohltätigkeit. Gestatten S'e mir, meine Verehrten beispielsweise einer Idee: *» erwähnen, die einen sthr bekannten Menschenfreund zum Vater hat und nach meiner Ar sicht, wenn wirklich ihre Durchfühänrg dank der Opferwilligkeit vermögender Wohltäter zustande' kommen sollte, eine außerordentliche Vereinfachung» Vsrbillianng un^ Entlastung der allaemeinen Wohifohrtstzffege zur Folge, haben dürfte, E^ w'rh Ihnen vielleicht aus der Mitteiluna des vom Verein, für Verarmung ustv Bevelei, heransge, aebenen Blättchens „Die ArMentzff>ge^ bekannt serm. daß Regierungsrat Camillo Windck.sich-mit.,;dem^Gedanken: der Errichtung: eines Hauses der Wobltässskeitllraat/'welches möglichst viele Vereinsleitungen in seinem-Rstuwenhehe^bergeir foll.' Nedmöw Sie \<Mr es WÜÄL dieses bellgrößeren Vereinen zu Selbstkostenpreffm die erförddrpchey R^llme zur Verfügung stellen., den. kleineren vielleicht nur ahwechskungsweife oder, genteiiifant. welche Vereinsachutig und Herabsetzung der Regie wäre damit erzielt! Ein Sitznnaszimmer abwechselnd mehreren Vereinen zur Verfügung gestellt, ein Kataster, allen Vereinen zur Be-

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