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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-11-22 · 47 (22.11.1912) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
47 (22.11.1912)
Date
1912-11-22
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 804 Dr. Vkochs Wochenschrift Austritte aut den» Judeatum Vom 10. November bis inkl. 16. November 1912. Endre Mariska Blauka, Beamtin, geb. 7. Juni 1895 in Mocsa, VI., Schmalzhofgasse 1 B Fischer Frieda, Kontoristin, geb. in Mähr.-Krumau, IX., Fmhsihallergasse 4 Greyer Rudolf, Privatbeamter, g< b. 22. Dezember 1887, Hafnerbacb, Niederösterreich, IX.. Georg Siglgasse 2 Hardwig (Abeies) Arnold, geb. 8. Juli 1887, Wien, VI., Mitteig. 27 Rardwig (Abeies) Paul, Kaufmann, geb. 22. August 1882, Wien, VI., Mittelgasse 27 Hellmann Frida, geb. 10. März 1886, Brzesany, IX., Aiserbachstrasse 10 Klein Janos, geb. 10. April 1889, Wien, wohnhaft in Budapest Löffler Albin, Privat, geb. 22. Februar 1878, Wien, wohnhaft in Lemberg Löffler geb. Feiler, Privatbeamtensgattin, geb. 10. August 1878, W ien, wohnhaft in Lemberg Riegelhaupt Jakob, Schriftsetzer, geb. 23. August 1878, Szered, Ungarn, XX. Jägerstrasse 44 Sachs Franziska, Private, geb. 4. Juni 1889. Wien, IX., Hörig. 10 Schaffer Etelka, geb. 22. Jänner 1868, Belgrad, II., Praterstr. 56 Schaffer Georg, Musikschüler, geb. 27. April 1889, Sofia, II., Praterstrasse 56 Schaffer Jlona, Artistin, geb. 10. Oktober 1896, Sofia, 11., Praterstrasse 56 Schaffer Szali, Artistin, geb*. 24. Jänner 1889, Temesvar, II., Praterstrasse 56 Spitzkopf geh. Steinhardt Rosa, geb. 3. April 1881, Prerau, XIII., Märzstrasse 126 Steiner geh. Woog Charlotte, geb. 22. August 1869, Baden, Nied.- Oesterreich, VI., Köstlergasse 11 Weinstock Sofie, geb. 7. Juli 1871, Wien, wohnhaft Lemberg Möhrisch-Budwitz. Am 10. d. M. verschied hier die allseits geschätzte Präsioentin und Gründerin des hiesigen Jüdischen Frauenwohltätitzkeilsvereines, Frau Elise Pächter, in ihrem 75. Lebensjahre. Sie war die Gattin des vor 3 Jahren verstorbenen Vorstehers und Ehrenpräsidenten der jüdischen Gmeinde. H. Moriz Pächter, und zeichnete sich durch wahrhafte Frömmigkeit und edlen Wohliätigkeitssinn aus. DaS Begräbnis, der welchem Herr Kantor und Religionslehrer Adolf Kohn einen tiefergreifenden Nrchruf hielt, fand am 12. d. M. unter großer Beteiligung aller Kreise der hierortigen Einwohnerschaft statt. Budapest. Oberrabbiner Dr. Alexander B ü ch I e r in Keszthely hat einen Ruf nach Stockholm erhalten. Derselbe hat die Berufung abgelehnt. — In DissöSzentmarton verschied — erst 48 Jahre alt — der Kreis-Oberrabbiner Mordechai Chaim Zwi Marion, einer der gebildetsten Rabbiner Ungarns. Mistlitz. Dienstag den 2. Kislew wurde unter allgemeiner Teilnahme Frau Navriy N e u m a n n, eine Tochter des gottseligen Brünner Rabbiners F r i s ch a u e r und Mutter des Herrn k. u. k. Oberst Josef Neu mann und Dr. James Neumann, Wien, sowie drs hiesigen Gemeinderat Berthold Neumann zu Grabe getragen. Mit dieser biederen, noch vom alten jüdischen Schlage stammenden Frau, die das 82. Lebensjahr erreichte, verliert unsere Gemeinde eine stille Wohltäterin und unser Frauenverein ihre Vizepräsidentin, welche die Zwecke und Ziele desselben, dessen Gründerin die Verblichene war, durch werktätige Mitarbeit Jahrzehnte hindurch und bis an ihr Lebensende weitgehendst förderte. Hamburg. Dr. Jos. G o l d s ch m i d t, von 1876—89 Lehrer an der israel. Realschule in Franksurt a. M. und seitdem Direktor der hiesigen „Talmud Thora "-Realschule, feierte am 16. November den 70. Geburtstag. Gleiwitz. Die in dem altbewährten Solbade Königsdorff-Jastrzemb im Jahre 1890 gegründete israelitische Kiuderheilstätte (Verwaltung zu Gleiwitz) hat in der vergangenen Saison (1912) 159 Pfleglingen, und zwar 78 Knaben und 81 Mädchen, Aufnahme gewährt. Bei allen Kindern war ein günstiger Kurerfolg zu verzeichnen. Als geheilt wurden entlassen 69, als sehr gut gebessert 27, als gut gebessert 52, als gebessert 11. Die durchschnittliche Gewichtszunahme betrug 4s/4 Pfund. Insgesamt hat die Anstalt seit ihrem Bestände 2169 Pfleglinge beherbergt und ihnen zur Kräftigung und Gesundheit verholfen. Sicherlich eine anerkennungswerte Leistung auf dem Gebiete humanitärer und sozialer Fürsorge. Aber es liegt im Zuge der modernen Zeit, Nr. 47 daß die Ansprüche, die an die Anstalt gestellt werden, von Jahr zu Jahr sich steigern. Es ist eine Pflicht der Nächstenliebe, düsen Anforderungen nachzukommen. Kein krankes, bedürftiges Kind soll vergebens um Aufnahme bitten. Es wird daher ein größerer Erweiterungsbau geplant. Zu diesem Zwecke ist bereits ein umfangreiches Gelände, das an das Grundstück grenzt, erworben worden. Die Erhaltung des segensreichen Werkes geschieht durch Stiftungen und milde Beiträge. Vorsitzender der Kinderheilstätte ist Rabbiner Dr. Wilhelm Münz in Gleiwitz. _ Feuilleton. “ (Nachdruck verboten.) Was sich das jüdische Kolk erzählt. Historisches Allerlei vom jüdischen Volkshumör. Von kö.iigl. Bibliothekar Dr. Heinrich Loewe. III. Unmittelbar nach der Zeit, wo Hipponar zuerst die Judenwitze als eine eigene Gattung des Witzes in einem besonderen Abschnitt behandelte, kam auch die' Zeit, wo der journalistische Judenwitz neben dem literarischen seinen Einzug in die deutsche Literatur hielt. Zugleich mit den jüdischen Autoren, die in der deutschen Literatur der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts eine große Rolle zu spielen hatten, knüpfte auch der Witz der Nichtjuden mit Vorliebe an Juden an, über die man zumeist entsprechend der ererbten Abneigung spöttelte. Gutzkow war keineswegs ein Feind der Juden, aber als ihn der jüdische Verfasser der „Anna-Liese", der Dichter Hermann Hersch, besuchte und sich mit den Worten: „Allein Name ist Hersch" vorstellig konnte er sich nicht enthalten, ihm zu antworten: „Ja, das sehe ich!" Der Witz hat sich im'Volksmunde ohne Nennung des Autors gehalten, nur daß anstelle des Namens Hersch, entsprechend der gegen den Namen Cohn verbreiteten Feindseligkeit, dieser getreten ist. Auch hat sich seitdem die Variante gebildet: „Verzeihen Sie, mein Name ist Cohn!" Antwort: „Ich verzeihe es!" In genau derselben Richtung liegt die Bemerkung, die einem jungen Juden bei Zaumsegel in seiner Sammlung interessanter Anekdoten in den Mund gelegt wird. Auf einem Ball im Winter wurde ein junger jüdischer Elegant durch seine Arroganz in einen Streit verwickelt, und sein Widersacher sagte ihm höchst aufgebracht : . „Herr! Ich mag hier um der Gesellschaft willen kein Aufsehen machen, sonst wollt' ich Ihnen zeigen, wie man Sie behandeln muh: aber kommen Sie heraus, und Sie sollen ein paar Ohrfeigen haben, — die —“ „Nein!" schrie der Judg „ich soll raus fönten. Nein, das thu' ich nicht, es ist so kalt drauhen', dah ich nicht raus gehen möchte, und wenn ich auch zwei, .Ohrfeigen erhalten könnte."') Von weit größerem Interesse in diesem ZusamNienhange sind für uns die witzigen Anekdoten, die das Ghetto selbst hervorgebracht hat und die zumeist das viel mehr haben, was man im Jüdischdeutschen „Chein" oder „Ta'am" nennt, das heißt Geschmack mit jüdischem Hintergrund. Diese Witze und humoristischen Anekdoten, die sich von Generation auf Generation verpflanzt haben, sind zum grohen Teile nachweislich von sehr hohem Alter. - : i ■ Dah nun gerade ein alter Witz oder eine alte Anekdote nicht auf allzuviel Gegenliebe stoßen, weih man überall zur Genüge. Redensarten wie „Das ist ja so *) 8 a » msegel Earl Christoph: Eine Sammlung von interessant n Aiukooten. Berlin 18^7. Leae 14/tb.

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