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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-11-22 · 47 (22.11.1912) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
47 (22.11.1912)
Date
1912-11-22
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 47 Dr. Blochs Wochenschrift Seile 803 Kindernusspeisung im XVIII. Bezirke. Seit dem 1. November findet im Gemeindehause des Kultusamtes im XVII l. Bezirke täglich eine Auslpetsung bedürftiger Kinder statt. Um die Mittagsstunde finden fich ungefähr 25 Schulkinder, Knaben und Mädchen, ein und erhalten in einem gefälligen Raume an netter Tafel ein retchltches und kräftiges Mutagmahl. Die Damen des Währinger Frauenvereines besorgen die Verabreichung und Ueberwachung in liebenswürdiger Weise. Dle Speisen liefert die bewährte Küche der „Einheit". Was sonst nur Vereine und Kö perschaflen zu leisten bereit und imstande find, das leistet in diesem Falle ein einziger Philanthrop, dessen Namen nicht genannt werden soll. Er findet in seiner Bescheidenheit Genugtuung im Werke selbst und wünscht keine Lobpreisung. Pflicht ist es, ihm öffentlich zu danken. Möge sein Beispiel Jtachahmung finden und sich viele gleich ihm der Pflichten des Besitzes bewußt werden. Wien. (Verein' zur Ausspeisung isr. Schulkinder.) Der Vorstand des Vereines zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk veranstaltet Sonntag den 8. Dezember 1912, um 21/2 nachmittags int Deutschen Volkstheater eine Wohltätigkeitsvorjlellung, bei welcher das Lustspiel von Gustav Davis „Die Katakomben" mit Willy Thculer in der Titelrolle zur Ausführung gelangt. Das Erträgnis dieser Vorstellung dient wie immer dem eminent wohltätigen Zweck der Ausweisung armer Schulkinder. Der Verein speist durchs ganze Jahr täglich 120 bis 125 Schulkinder aus und erhält einen Hort, wo 70 Kinder tagsüber von Lehrpersonen beaufsichtigt werden. Zuschriften wegen Karlen sind an den Verein, XVI., Hubergasse 8. zu richten. Wien. (Vereinigung jüd. Erport-Akademiker in Wien:) Ausschußwahlen für das Wintersemester 1912 13: Emil Borger, Präses; Julius Flieget, 1. Vize-Präses; Jakob Gruber, 2. Vize-Präses; Siegfried Landau, 1. Schriftführer; Abraham Groß, 2. Schriftführer; Artur Berger, 1. Kassier; Hugo Werthemer, 2. Kassier. Die Vereinigung jüd. Erport- Akademiker wurde im Jahre 1911 gegründet und hal den Zweck, den jüdisch-nationalen Hörern dieser Anstalt eine nationale, wissenschaftliche und sachliche Ausbildung und gesellschaftlichen Anschluß zu bieten. Ferner soll sie die Interessen der Konnationalen an der Erpürtakademie vertreten und in jeder Weise schützen. Die Zahl der aktiven Mitglieder beträgt 70. Jüdische Toynbeehalle. XX., Othmargasse 46. Vortrags-Programm für die Zen vom 23. November 1912 bis 29. Nov-mber 1912. Freitag den 2a. November, Herr Lehrer Benj. Benedttt, Bibelvortiag. Samstag den 28. November, Konz il. Sonntag den 24. November, Rabbiner Dr. At. Bauer über „Der Talmud ürec die Frauen". Montag den 2». November, Dozem Dr. M. Oppenheim üoer „Geschlechtskrankheiten un-, deren Bekämpfung" (für wluiuier) Dienstag den 2ü. November. Dr. M. Reiß über «Vom Verbrechen zur Sirafe". Mittwoch den 27. November, Deu.jcher Literatui-Zyklus, III. Abend. Donnerstag den 28 November, euvä. uig. Steindltng über „Angewandte Astronomie". Freitag den 2a. Novemoei, Bibelvortrag. Beginn der Vorträge: An Wochentagen halb 8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Einum frei für j den Erwachsenen. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwi'kungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Samuely, Wien, I, Fischetstlege 6, gelangen lassen. „Beth Haam" (Jüdisches VelkShcim). Wien, XVII., Hormayrgasse 7a. Samstag den 23. d. M., 1/28 Uhr abends, Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. I. M. Bach über: „Ein kaiserlicher Beschützer jüdischer Wissenschaft." Der Verein eröffnet in der heurigen Saison unentgeltliche Unterrichtskürse für Anfänger über Stenographie, Maschinenschreiben und französische Sprache. Einschreibungen werden jeden Samstag abend entgegengenommen. Anmeldungen von Vorträgen oder Mitwirkungen bei Konzerten find gef. an Dr. M. Förste r, XVI., Thaliastraße 22, zu richten. Wien. (Bet-Hamidrasch „Talmud-Thora". II.. Malzgasse 16) Sonmag den 24. b. M., k» Uvr abends, findet daselbst e>n Vortrag statt und zwar über „Oberrabbiner Josef Weisse und sein Wirken" — anläßlich seines bevorstehenden 100. Geburtstages — gehalten von Herrn Prof. Mor. Antscherl: D«e nächsten Freitag-Abendvortiäge, b-ginnend um 7 Uhr 30 Minuten abends, sind: Am 22 d. M., Herr Rabbiner H. Schenk: „Die Psalmen" und am 29. d. M.. Her, Rabbiner L. Goldstein: „Eine Geschichte aus dem Mittelalter". Aufruf! Mächtig ist in den letzten Jahren die jüdische Turubewegung aufgeblüht. Allerorten hat sich die jüdische Jag nd in Scharen in jadlsch n Turnvereinen zusammengefunden, um fich körperlich zu stärken, sich und dem Ges nn'juvenmm zum N-tz-n. Ein webrvaftes Judentum soll erst»he»! Ern Vo k. geist g und tö pertich vollkommen, soll das Judentum, der nächnen Zukunft schon sein. Die Leopoldstadt, da« Zentrum der Wiener Juden, ist bis heute ohne lüufchen Turnverein. Aliergru"d, FüufhauS, Favoriten und selbst Hernals hauen den Wert de« Turnens eikannt. Dövlmg rüstet sich, die R i den der südlichen Turner zu verstärken, und so glauben wir, daß auch die Leopoidstadt nicht zurückstehen kann und darf. Die jüdische Bevö kerung der Leopoldstadt braucht das Turnen besonders dringend. Ern Großteil der Lcopoldstädter Juden find Hantelsangestrllte. L Ute. denen turnerische Betätigung, körperl'che Enlw ck ung Not lut. bitter Not tut. Die Schäden des Berufes 'oll das Turnen p ira! yü-ren, neu- Kraft und neue Lebensfreude soll eS uns bringen. Den Wert des Turnens kennen unsere Gegner und darum baden sie den Juven die T»re ihrer Turnplätze geschloffen, jener Turnplätze, die nicht zul-tzl m t jüdischem G U> errichtet wuroe». U s-"^ G gurr wollen auch weiterhin den körperlich schwachen, gediück-n Juten um außer der Mawt der Z>hl, auch die Macht der Köip f 1 aft (und damit der Lebensfähigkeit) voraus zu Huven, um uns dann steis der Feigheit zeihen zu können. Aach bei uns im Bezirke wird ein jüdischer Turnverein ersehnt. Dieses S hnen muß erfüllt werde». Als Wo Eurer der Gleichgesinnten fordern wir alle auf. unseren Bestrebungen tatk ästige Hilfe zuteil werden zu lassen. Wer selber turnen will oder wer auch nur Interesse am Bestehen eines jüdischen Turnvereine« in der L opoldstadt bat, möge seinen Nrmen uno Adresse an Herrn Benno Deutsch, II., Springergasse 11. gelangen laffen. Ort und Zit der kanitituierenden Versammlung wird den Jntereffenten sodann schriftlich bekunntgegeben. Die Pro ponenten: Siegfried Keffler, Benno Deutsch. Gyula Neumauu, Fritz Spay. Wien. (All gemeinerjüdischer Ar beiter-Verein „Poale Zion".) Samstan, den 23. November spricht im Souterrain- Sauie des Industriellen-Cafes. I., Corco diaptlltz 4, Gei'vfse B. B 0 r 0 ch 0 w. Schriftsteller, über „Den Balkankrieg undserne Komplikationen vom sozialistischen 11. nd zionistischen Standpunk t". Beginn p. äzffe 8 Uhr. Regiebeitrag 30 H. Wien. Der.Jüdisch-akademische Philosophen-Verein" beehr* sich, allen f inen Mitgliedern, F eunde» uuo Gönneln v k nnnugedeN' daß am 22. Novemb-r um 1 Uhr nachmittags im g'vß-n Festsaal der Ui'ne'fiiäl die Promotion der A H. Berth. Hirschl und M. Prager zu Doktoren der Philosophie statlfindel. Wie«. (Jüdischer Schulvereiu für de» IX. Bezirk' Seegaffe 16) Ä,n 0. Dezember (28. Klstev) findet tat Pruchtfaaie deS Hoiels „Baierifcher Hof", II.. Taborsttaße 39, eine F stakademie seiner Zöglinge statt. Karten find täglich ä 3 K und 2 K n der Schulkanzlei, IX. Bezirk, Seegaffe 16, erhältlich. Wien. (B e k l e i d u n g s f e st.) Die große Anerkennung, deren sich das humaniläre Wirken de8 „Vereines zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession" in den weitesten Kreisen erfr-ut, kam auch heuer in dem außerordentlich starken Besuche deS am 17. d. M. um 4 Uhr nachm, im „Hotel Continental" stattgehabten B»k eidungsfestes zum Ausdruck. Anw iend waren: In Vertretung der KuItuSgemeinde Kultnsvorst her Adolf Schrame! Bezirksoorsteher Blasel. L'ndt.gS- Abgeordneter Coruel Spitzer, di- Knlku-v rsteher Carl Lembergrr, Emannel tttrünwald »no S. Brod G mernderor Reuftadtl. die Bor,tt her Theodor Kohu und Leopold Otto, di- Bezirk», älr Philipp Bak und Com Hofmanu. die Overkantoren Bauer und Morgenstern Kanror Löwit O erlandesgerichtsrat Spitzkopf. Hofrat Schlag, kau. Rai Dr. Arnold Ascher u. v. a. Professor Storch litie die Feier mit einem stimmungsvollen Präludium ein und hierauf brachte nach Begrüßung d-r Festaäste durch den Vizepräsidenten Dr. Elias Münz Fräulein Nelly Weiß ein von Rabbiner Dr. Schmied! verfaßtes Gedicht „Der erste Schnee" f-in nuanziert zum Vorträge. Die Festrede hielt Rabbiner Dr Feuchtwaug. der den Gedanken „Wohltun ist Gottesdienst" in kurzer aber meisterhafter Rede auf die Täti feit des Vereines anwendete. Die künstlerischen Darbietungen der Frau Dr. Tausky aus Prerau, die fick als eine Sängerin von reichen Stimmitteln und feinem Geschmack zeigte, sowie die Chöre des K lufmänniichen Gesangsvereines, in deren Leitung sich Chormeister Al v. Heuriquez und Komponist Dr. Leo Ascher teilten, wurden bürmisch akklamiert. Bezirks Vorsteher Blaset und Kultusvorsteher Schramek zollten in ihren Ansprachen dem Wirken deS Verein-« große Aneikennung. Die Schlußrede des Vereinspräfioenten Isidor Schwarz, der unter anderem auch dem Andenken des verstorbenen Gönner» des Vereines, Herrn David Ritter v. Gutmanu, pietätvolle Worte widmete, klang in ein dreifaches Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus, in das die Festversammlung begeistert einstimmte.

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