Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-10-18 · 42 (18.10.1912) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
42 (18.10.1912)
Date
1912-10-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021981-3022024--21553-3046653
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr 42 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 711 Mein Losungswort wird, falls ich auf den so verantwortungsvollen Posten eines Gouverneurs des wichtigsten Staates unserer Union gestellt werden sollte, wieder sein: „Freiheit und Menschlichkeit". Interessant und bezeichnend für die große Beliebtheit, deren sich die Familie Strauß im ganzen Lande erfreut, ist auch die Szene, die sich abgespielt hatte, als die Frau Oskar Strauß im Auditorium bemerkt wurde. Minutenlanger Applaus und Tücherschwenken zu Ehren der Mrs. Strauß, die gleichfalls als eine eifrige Förderin aller Pläne sich betätigt, welche ihr Mann auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge entwirft und in die Tat umsetzt. Der Direktor des Rockefellc'r Inst i lutes, Dr. Sinkon Flerner. Der Direktor des Rockefeller-Jnstitutes für medi- Onifche Forschungen. Dr. Simon Flerner wurde, wie aus Newyork berichtet wird, für das soeben beginnende Schuljahr zum sogmannten Hurley Lecturer ernannt. Es ist dies eine besondere -Ehre, die nur hervorragenden Gelehrten zuteil wird. Dem Hurley Lecturer wird ein großes Stipendium zur Verfügung gestellt, wofür dev Gelehrte an irgend einer auswärtigen Universität Vorträge über die letzten Ergebnisse seiner Forschungen zu. halten hat. Direktor Dr. Simon Flerner wird seine nächsten Vorträge an der medizinischen Fakultät in London halten. Jüdische Auswanderung im abgelnu^enm I^hrc'. Wie wir der offimstlen amerikanisch,m Statistik entnehmen. betrug die Zahl der Einwanderer in die Vereinigten Staaten von Nordamerika während des letzten Berichtsjahres (1. Juli 1911 bis 30. Juni 191?) insgesamt 838.172 Menschen. Davon 80.595 jüdische Einwanderer. Interessant ist die Feststellung, daß die Zahl der jüdischen Einwanderer in den lebten fünf Jahren bedeutend geringer geworden ist. Während man im Jahre 1907 149182 jüdisch? Einwanderer zählte, betrug die Zahl der maischen Einwanderer 1909 nur 57.551 Köpfe, im Jahre 1911 zählte man 91.223 jüdische Einwanderer, wählend in dem abgelaufenen Jahre 1912 ihre Zahl 80.595 beträgt. Vermischtes. Wien. (C h e w r a K ad i s ch a.) In der am 15. Oktober l. I. stattgehabten Sitzung des Vorstandes der Chewra Kadischa hielt der Präsident Herr Salo Cohn dem verewigten Borstands¬ und Ehrenmitgliede der Chewra Kadischa Herrn S. Heit einen tiefempfundenen Nachruf, welcher von den Anwesenden zum Zeichen der Trauer stehend angehört und dem Protokolle einverleibt wurde. Zum Schriftführer an Stelle des Dahingeschiedenen wurde einhellig das Vorstandsmitglied Herr Jakob Kann gewählt. Wie»». (Trauerfeier für den verewigten Herrn S. H e i t.) Dienstag, den 22. Oktober l. I., findet um 6 Uhr abends im Tempel der Inneren Stadt eine von der Chewra Kadischa für ihr Vorstands- und Ehrenmitglied Herrn S. Heit veranstaltete Trauerandacht statt. Die zahlreichen Freunde und Verehrer des Verewigten werden eingeladen, an dieser Trauerfeier teilzunehmen. Wien. (Verein der Sabbatfreunde.) Am Mittwoch, den 23. Oktober d. I., Va 8 Uhr abends, Festsaal des „Hotel Continental", Wien, II., Taborstraße Nr. 4, wird Herr Rabbiner Dr. Arnold Klein aus Nürnberg über „D i e Zukunft des Judentums und der Sabbat" sprechen. Gäste, auch Damen willkommen. Herrn Dr. Klein geht der Ruf eines bedeutenden Redners voraus und gibt sich in hiesigen jüdischen Kreisen lebhaftes Interesse für diese Vorträge kund. Enthüllung des Grabdenkmals für Baurat Wilhelm Slraßiny. Zum 70. Geburtstage des vor zwei Jahren verstorbenen Künstlers wurde über dem Ehrengrabe dss Verblichenen auf dem Wiener Zentralfriedhofe ein Denkmal errichtet und am 15. d. M, 12 Uhr mittags, in feierlicher Weise enthüllt. An eine mächtige Stelle gelehnt, erhebt sich auf grobbehauenem, hohem S'ekel ein kleiner Tempel mit pyramidenförmigem Aufsatze über dem Haupteesimse, der in seinen Formen das Grabdenkmal des Propheten Zacharias im Tale Josaphat wiedergibt. Dieser in klassischem Stile gehaltene Bau soll an das sich auf Jahrzehnte erstreckende Studium Wilhelm Stiaßnys über die Kultur und Kunst des heiligen Landes erinnern, wie auch an den Renaissancestil derjenigen Bauten, die Stiaßnys Namen einen ehrenvollen Platz unter drn Künstlern seiner Zeit einnehmen ließen. D r am Sockel angebrachte Vers aus Zacharias gibt in treffender Weise ein Bild der Lebensart Wilhelm Stiaßnys: »Ich bin kein Prophet, ich bin ein Ackersmann, dnn ich habe Menschen gedient von Jugend auf*. Das Material des Denkmales ist feinkernieer, leicht bräunlich getönter Istrianer Marmor. Entwurf und Ausführung erfolgten durch Professor Karl Mayreder, welcher das mit Rücksicht auf den beschränkten R um und diQ umgebenden Grabmale keineswegs leichte Problem meisterhaft löste. Die Steinmetzarbeit wurde durch S'einmefzmeis'er S o n n e n s c h e i n vollkommen in den Intensimien des Architekten und in tadelloser Wei^e durchgeführt Namens der ..Gesellschaft zur Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums" ergriff Hofrat Professor A. Politzer das Wort und sprach die Hoffnung aus. daß das von Baurat Stiaßny gegründete Werk in ethischer wie in kulturelle Beziehung erhalten und vermehrt werde. Sodann würdigte Prozessor Dr. S. Ehrmann die allgemeinen Verdienste Stiaßnys als Mensch, wie als Bürger d"r Stadt und schloß mit dem Wunsche, daß die Saat des ..Ackermannes" zum Wohle aller und zum Ruhme des Verblichenen aufgehen möge. Nebst der Familie waren erschienen: namens d^s f'ortschrittlichm Vc't»icherbandes Gemeinderat Dr. von Dorn: für die ifraelit. Kultusgemeinde Oberrabbiner Dr. Güdemann und kaiserlicher Rat Sekretär Dr. Lieben: für die Humanitätsvereine ..Wien" und Eintracht" die beiden Vräsidenten Vetschek und Dir. H e ch 1. sowie zahlreiche Mitglieder: für das Kuratorium des ..Jüdischen Museums" Hofrat Professor Volitzer. Regierungsrat Dr. Frankfurter und Dr. M. Grunw a l d: für den gleichfalls von Stiaßnv gegründeten Verein zur Unterstützung jüdischer Handwe^k-r und Kleingewerbetreibender Dir. I o l l e s und viel' Mitglieder des Vorstand-'s: für den Verein ..Frauenbort" Frau Klotilde Benedikt: für das Versoraunoshaus Frau Ida D i a m a n d: dann Kammervirtuos' Alfred Grünfeld. Maler Isidor Kaufmann. Direktor Ludwig Horch. Industrieller Gustav Frankl, mehrere Schüler und ehemalige Mitarbeiter Stiaßnys u. v. a. Wie». Samstag den 19. Oktober 1912 um 9 Uhr vormittags findet im Tempel. VIII., Neudegqergasse 12 die Barnv'zwah-Feier des Sohnes des Herrn und Frau Albert Frankl statt. Wie«. In der Bibelschule in Währing, XVIII., Schopenhauerstraße 39. hat am 1. Oktober der Unterricht begonnen. Wie«. (Verein jüdischer Hochschüler Mensa academica Judaica, IX., Pramergaffe 31.) Die dritte ordentliche Plenarversammlung des Vereines jüdischer Hochschüler Nensa academica Judaica findet nicht Freitag, den 18. d. M., sondern Samstag, den 19. d. M. um halb acht Uhr abends statt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.