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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-10-18 · 42 (18.10.1912) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
42 (18.10.1912)
Date
1912-10-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 708 Dr. Blochs Wochenfchrfft Nr. 42 tionen find eben auch zur Erklärung der alten geographischen Ländernamen der Bibel und zum besseren Verständnisse der da vorkommenden Stellen gleichfalls aus alter Zeit konserviert worden. Es geben nämlich das alte jerusalemitische Targum (G.nesis X, 2) wie auch der bayl. Talmud (Joma lo a3) und Genesis Rabba K. 37 rc.) das Wort p' mit NTipo d. h. Makedonien, wieder, während es, der jerus. Talmud Meg, I. 10, mit diddw (088a) erklärt. Diese auf den ersten Blick fast rätselhaft anmutenden Angaben bekommen den richtigen Sinn erst, wenn man Herodot I. 57 zur Erklärung heranzieht. Er erzählt daselbst, daß ursprünglich die Dorier und Ionier den Norden Thessaliens, Makedonien inbegriffen, am Fuße des „Ossa" bewohnten und deshalb in alter Zeit „Makedonier" genannt wurden. Die alten Rabbiuen oder die verschiedenen Traditionssammlungen haben diese Nachricht nicht erst aus Herodot entlehnt, sondern sie gleich unzähligen anderen Namenserklärungen aus ihren eigenen Traditiousquelleu geschöpft? Zn der Tat wird richtig in der Bibel unter p' nur Nordgriechenland, Makedonien mit Einschluß eines Teiles von Thrazien gemeint, während der südliche Teil Griechenlands verschiedene Namen, wie bei den alten griechischen Schriftstellern führte. Anläßlich der Erwähnung des Importes der damals sehr bekannten Gewebe aus Griechenland nennt Ezechiel (27, 19) die Namen p'i pn nebeneinander, zuerst das für den Handel wichtigere Südgriecheuland, unter den Namen Dauaerland (Aävaot bei Homer Od. I, 350 vergl. dazu Strabo VIII, 6 re.), dann erst das minder bedeutende p*1, d. i. Nordgriechenland. Mit dem in Bezug auf Sklavenausfuhr nochmals (Id. V. 13) neben Jeria und Moschien aufgezählteu pmeint Ezechiel die bei den erwähnten Völkern etablierten griechischen Handelsniederlassungen im Schwarzen Meere. Ebenso zweigeteilt erwähnt es Jesaias (66, 19) von den in der Diaspora lebenden Juden sprechend, indem er nach ihrer' geographischen Lage folgende Länder aufzählt: bia t^tsnn p'i tAi Tharschisch heißt das südöstliche Gestade des Poutus, dann folgt dia, Jlios (mit Digamma FiXiog, s. w. u.) wie die ganze Landschaft Trojas nach der Hauptstadt auch genannt wurde (Hom. Ilias I, 73); ferner -7^, das von dem letzterwähnten südlich gelegene Lydia; endlich Südgriecheuland und p* Nordgriechenland. Jesaias bezeichnet hier getreu dem von uns bereits (II, 2) nachgewiesenen Grundsätze der Bibel die Gegend oder den Ort der Niederlassung eines ausgewanderten Volkes nach dessen ursprünglichem Stammsitze zu benennen, Südgriechenland mit Jesaias bezeichnet eben die von Kolchis und Jberien nach Südgriechenland eingewanderten Phönizier oder Pelasger mit dem Worte das in der Bibel stets mit Moschien im Zusammenhänge erwähnt wird und Jberien bedeutet. (Josephus (Aut. I, 6, 1); die rabbinische Literatur dagegen geben es mit Otene, ein von Jberia südlich liegender Landstrich wieder.) Die pelasgische Einwanderung nach Südgriechenland in der vordorischen Zeit ist aber nicht nur durch die Ausgrabungen Schliemanns in Mykenä und Tiryns außer Zweifel erwiesen, sondern viele Gebiete Südgriechenlands führten im Altertume den Namen Pelasgia und auch der früher den Danaern gehörig gewesene Landstrich (Strabo, VIII, 6). Nun hat auch der bekannte Historiker Fallmerayer nachgewiesen (Geschichte des Kaisertums Trapezunt, München 1827, pag. 3), daß der Landstrich um Trapezunt im Altertume Pelasgia hieß, was sich auch aus der rabbinischen Literatur durch viele Belege erhärten läßt, so zum Beispiel neunen die Rabbinen diese fragliche Gegend »pm und identifizieren sie mit pcn^a (Pelasgica, s. 0. II, 1); ebenso heißt es in Ab. Sara 39 a von gewissen Fischsorten pjtan K'öbdki KDi^ße demnach soll das Land nördlich von s) Joma 10 a sind die Worte durch Copisten irrtümlich versetzt und soll es, wie in den anderen Qnrll°n richtig heißen: 1VVVV2 mrr K'JHpÖ ll fl\ Sophene Pelasgia geheißen haben (s. w. u. ausführlich darüber); desgleichen gibt das Targum die gewöhnlich mx wo genannte Schekelmünze mit wieder und legt der Talmud Keth. 66 Ii ihr nach derselben Gegend auch den Namen 'pJN'D bei (Tgavwaj hieß die Gegend östlich von Trapezunt, später auch bis zum Halys, Ritter, Erdkunde, XVIII, p. 102.) Ebenso finden sich verschiedene alte Relationen, daß diese von der Gegend um Trapezunt sogenannte pelasgische Bevölkerung im Altertume nach Südgriecheuland auswanderte (Nie. Damasc. Fragm. in C. Müllers Hist. Graec. Frag. III, p. 378 rc.), deshalb soll sie auch später nach ihrem Heimatslande „Tropeznntier" genannt worden sein. Pausanins (Arcadia XIII. cap. 27, 3) erzählt, daß ein Teil dieser Bevölkerung wieder in seine trap?zuntische Heimat am Poutus zurückgekehrt fei.4) Diese Konstatierungen gewähren 0 Auch aus altifiyptischen Dokumenten ergibt sich, daß man zwischen Nord- und Süd-Griechenland, die verschiedene Namen führten, unterschied, und aus dem dem letzteren beigelegten Namen, daß dessen Bevölkerung aus dem Nordosten stammte. Champollion fand in dem Papyrus von Gallier (campagnes de Sesostris) den Namen der Javanen oder Jouni und den der Luki (Bunsen, Aegypten I, p 60). Dieses Luki ist Lakonien und dürfte gcuu Süd-Griechenland so geheißen haben, weil die Einwohner \pb waren. Wir finden in der talmudischcn Literatur, in Ueberetnstimmung mit externen Quellen, auch die Bevölkerung der hier in Frage kommenden Gegend um Trapezunt mit diesem Namen belegt (s. w. u.). Wir wollen vorläufig nur einen Beweis hiefür namhaft machen, indem nämlich der in Südsophene entstandene Talmud Jeruschalmi (Maas. Scheut II, I) den dort kursierenden Landesmünzen (*on *nn), die ]pb Kirn (synonym mit ms njtt) in bsmx (so die richtige Lesart bei Muffaphia s. v. jpb) entgegensetzt. Wir haben (0. II, 5) bereits nachgewiesen, daß Apsarus ist; es dürfte aber vielleicht doch ganz Süd-Colchis mitumfassen, weil die Beschito (Hosea 10, 4) für dieses Wort ‘rK ri'2, d. h. Bocksland (wie Colchis und Jberia hießen) und die Septuaginta ein gleichklingendes Wort ’lspoßaaX (weil von Colchis der Cybele- und Baaikuitus ausging) gibt. — Bon dieser eingewanderten Bevölkerung der Lakhi dürfte der Name des Landes Lakonien berrühren. — Wir können auch nicht umhin, zu bemerken, daß schon der Name der Hauptstadt Lakoniens Sparta. srnöD gebildet aus ibp, wie «rinn aus mn, die Herkunft seiner Bevölkerung von der oben erwähnten Gegend in Nordosten, die auch in der Thora den Namen ibd führt (s. 0. II, 2) verrät. Diese Annahme g'winnt dadurch einige Gewißheit, daß Sparta und die sie umgebende Landschaft auch Lacedaimon (•oitt'ip1?), tote in der Bibel die Gegend um Sophene 'Zivnp heißt (f. w. u.), welchen Namen R. Simon ben Jochai sehr richtig mit K'öbdk, Sophene erklärt (Ser. Rab. C 44 2c) Eine Stelle bei Homer bringt dies noch deutlicher zum Ausdrucke; es heißt Od. IV, 1 AaxeSatjxwva xyjTÖsSSav. was sich die alten Scholiasten gar nicht erklären können, seine Erklärung aber leicht findet, wenn man berücksichtigt, daß dieser Landstrich am oberen Euphrat in der Bibel als trnnn pK bezeichnet wird. Die Mitteilung, also ein König von Sparta (I. Mac. 12, 21. Josephus, Alt. XII, 4, 10) solle an die Juden geschrieben haben, daß nach Vorgefundenen Berichten, die Spartaner und Juden einer AB stammung aus dem Geschlechte Abrahams seien (ein ähnlicher, die gemeinsame Abstammung; betreffender Passus findet sich auch in einer Urkunde des Magistrates P rgamum aus Cäsars Zeit an die Juden gerichtet, bei Jos. (Alt. XIV, 10, 20) aus der Sammlung der römischen Senatskonsulte veröffentlicht), gewinnt gewissermaßen an historischer Authentizität, wenn man den alten Berichten folgt, die Abraham aus derselben Gegend abstammen lassen. Midr. Rab. 60 bezeichnet als Geburtsland Abrahams „Sophene und Umgebung" rmrfimsi K'öbdkö «st» und identifiziert es richtig C. 44 mit Mesopotamien, K'fifc’BOö, da im Altertum nur Sophene zwischen oberen Euphrat und Tigris (Aram Naharaim oder Paddan Aram) Mesopotamien genannt wurde; deshalb heißt es richtig Apostelgeschichte 7. 2: Abraham, der noch in Mesopotamien war, ehe er nach Charan auswanderte. Auf Grund dieser von den Rabbinen gegebenen geographischen Erklärung, läßt sich das biblische a'-rao “vik als Geburtsland Abrahams leicht ermitteln; es bedeutet so viel wie „Abend- oder Westseite des Chalderlandes", womit Sophene gemeint ist. Nicht nur aus Xenophon (Cyr. III, 2. 7; Anab. VIl, 8, 14 2c.) und Strabo <XII, 2 2c.) wissen wir, daß in Nordarmenien und Cappodozien Chaldäer wohnten, sondern es hat jüngst erst auch Prof. Lehmann-Haupt in seinem Werke „Armenien einst und jetzt" (Berlin 1911) an der Hand reichen, alten Materials zweifellos nachgewiesen, daß dort ein uraltes Chalderland existierte. Desgleichen ist der Sinn des Wortes “ns sicher, da es im Aramäischen Abend oder West bedeutet, wie Mischna Pas. I, 11»'^ litt und darum heißen auch die aus Sophene -- auch Kmyü genannt s. 0. II, 2 — Kommenden im Talmud wiederholt rrrnitr 12; selbst der Name Sophene ist von jiLL t^ocpov (wie H8 cqjp) Verborgenheit, Dunkelheit abzuleiten, das gleich allen damit verwandten Namen wie E^eßop des Homer 219 ("2^v) der Bibel; Ea?cepos der späteren Griechen, als

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