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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-10-11 · 41 (11.10.1912) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
41 (11.10.1912)
Date
1912-10-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 698 Dr. Vlochs Wochenschrift Nr. 41 6.61-11 auch manch anderem „ganz deutlich“ als eine „Phantasie“ erscheinen. Auf alles das läßt sich nur erwidern, daß es falsch ist.“ Soweit Prof. Rachfahl. Nicht minder unzweideutig hat der bekannte Fachgenosse S.’s, Prof. Lu jo Brentano in München, in einer Danksagung für eine Rezension des Sombartschen Buches über dieses Werk das Urteil gefällt: ^S.’s Buch ist keine wissenschaftliche Arbeit, sondern eine Frivolität.“ Um mich dieser Ansicht einer solchen Autorität über 8. zu vergewissern, ließ ich mir aus zuständigster Quelle bestätigen, daß Herr Professor Brentano in seiner Vorlesung über Wirtschaftsgeschichte von Sombarts erwähntem Buch gesagt hat, es seien „Frivolitäten eines geistreichen Jongleurs, der die Seifenblasen einer Laune dem verblüfften Leser mit souveränem Uebermut ins Gesteht blase und dalzfu von ihm verlange, daß er seine Einfälle als „unwiderlegbar richtige“ wissenschaftliche Sätze anerkenne.“ Daß Sombart von einer Presse ä la „Deutsches Volksblatt“ gefeiert wird, darf freilich den ewig Vorsichtigen noch immer nicht beweiskräftig erscheinen. Immerhin Beachtung verdient aber wohl ein Artikel in den „Unverfälschten Deutschen Worten“ (Schönererscher Herkunft!), Ostermond 1912, 1. Heft, der in den Worten (Seite 3) gfpfelt: „Gibt es eine glänzendere Rechtfertigung des Antisemitismus, als Sombarts Buch und seine Vorträge?“ Wir' stellen die Gegenfrage: Gibt es eine glänzendere Rechtfertigung für alle, dlie jn der Leisetreterei gegen Sombart nicht mittun? Und nun, da der Herr Professor uns Wienern demnächst wieder in der „Urania“ die Eure erweist,. — plaudite!;' ' : ' M. Ein Roman aus dem galizischen Petroleumgebiet. Von Hermann Blumenthal, dem Verfasser deH Romantrilogie „Der Weg der Jugend“ erscheint soeben ein neuer Roman unter dem Titel „Der Weg zum Reichtum“ im Verlag Wilhelm Borngräber G. m. b. H., Berlin, W. 35. Dieser Roman spielt in Boryslaw und Droikobycz. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. M. Grunwald, Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. 15. Jahrgang, 4. Heft (der ganzen Reihe 44. Heft). Diese Mitteilungen erscheinen zugleich als Organ der Gsellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Wien 1912.. 8. Beilin — 8. Fink — Dienemann: Jüdische Sprichwörter und Redensarten aus Rußland und Ostgalizien. — 8. Beilin: Jüdische Volkslieder aus Rußland. — William Zeitlin: Zur Geschichte deal Totenaberglaubens. — Bücherschau. — Fragekasten. Olga Wohlbrück, Du sollst ein Mann sein. (Berlin SW. 68, Ullstein u. Co., Preis 1 Mk. In diesem Buche, in dem Olga Wohlbrück von dem Werdegang eines Bremer Patriziersohnes erzählt, der in Berlin erzogen wird, entwirft sie ein prachtvolles, an Licht und Schatten reiches Bild Berliner Lebens. Wie der Held des Buches über alle Fährlichkeiten hinweg zu einem ganzen Mann und makellosen Charakter emporwächst, ist mit künstlerischem Ernste erzählt. Allerdings wird ein schiecht s Subjekt au h hier mit dem Namen »Trebiner« etikettiert. Erfordert das wirklich die historische Wahrheit? Soeben erschienen: I r. Ignnz Schwarz. Geschichte der Juden in Wien bis zum Jahre 1625. Mit 9 Tafeln und 9 Textill ifatrationen. VI11 und 61 Seiten. Folio-Format. — Dr. Max Grunwald. Geschichte der Juden in Wien von 1625 bis 1740. Mit 10 Tafeln und 11 Textillustrationen. VII und 35 Seiten. Folio- Format. Beide Werke, in nur 175 Exemplaren herausgegeben vom Wiener Altertumsvereine, sind zu dem Preise von K 25.— zu beziehen von der Buchhandlung Gilhofer & Ranschburg, Wien, I. Bognergasse 2. Eine eingehende Würdigung dieser luxuriös ausgestatteten Publikationen folgt in einer der nächsten Nummern unseres Blattes. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin C. 2, An der Spandauerbrücke 15. Schriftleitung: Dr. Bruno Blau, Berlin. 8. Jahrgang, Heft Nr. 10. Oktober 1912, — Inhalt: I. Abhandlungen. 1. Cordt Trap, Direktor des kommunalistischen Bureaus in Kopenhagen: Die russischen Juden in Kopenhagen. — 2. Dr. Theodor Haas, Advokat in Brünn: Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 und die jüdische Bevölkerung in Oesterreich. — 3. Horator: Die jüdischen Ordens-Brüderschaften in England. II. Statistisches Archiv. Berufsgliederung und Todesursachen der jüdischen und nicht jüdischen Bevölkerung Amsterdams. — Aktien-Gesellschaft zur Beschaffung billiger Wohnungen in London. — III. Literatur. Briefkasten. S. in Frauzeusbad. Der Sch nähartrkel gegen Ihren Rabbiner ist in österreichischen Kreisen kaum bekannt geworden und Se. Ehrwürden erhielt durch die Enunziation des Chefredakteurs jenes ungarischen Blattes, in welchem der Schmähartrkel aus Unachtsamkeit abgedruckt worden, eine uneingeschräkte feierliche Ehrenerklärung. Es scheint uns deswegen unangebracht, die ganze nunmehr vollständig erledigte Angelegenheit in einem österreichischen Blatte neuerdings aufzufrischen und den ohnehin recht unerquicklichen Vorfall in weitere Kreise zu tragen. Th. K. In der Zeitschrift „Pan" veröffentlicht Alfred K e r r nachstehende beachtenswerte Aphorismen zum Thema „Juden": Die Judenfrage besteht darin, daß alle unmöglichen Leute Antwort geben auf Fragen, die sie sich nie vorgelegt haben. — Was wäre sie, wenn sie nichts wäre als eine Frage der Juden, eine der tausend Nationalitäten- und Länderfragend — Sie ist aber die Frage des Fortlebens einer Denkform und Weltanschauung. — Der Judengeist ist ein Geburtshelfer der Gedanken, wie er ein Totengräber ist. — Es bleibt ein Unglück, daß man die letzte Respektlosigkeit, jenen Mangel an verecundia etwa eines Heinrich Heine mit der Frechheit eines Versicherungsagenten verwechselt. — Toleranz ist beschämender als Haß und Feindschaft. — Bei Progroms werden die Juden zu Hunderten totgefchlagen. Hierzulande wird ihnen bloß unter die Nase gerieben, daß sie Gäste sind. Ein zivilisiertes, unausgesetztes Memento Moritz! — Auch der Antisemitismus hat sein Gutes. Ec bewahrt die Juden vor Verblödung. Zu Staatsruheposten werden sie nicht zugelassen. Carola Buchseier. T as Manuskript liegt zum Abholen bereit. Dr. F. Daß die Lämmelschule österreichisch bleiben sollte, ist wohl ein berechtigter Wunsch jedes patriotischen Juden und dürfte vermutlich in diesem Sinne zum Resultate gelangen. B. L. Folgende Tabelle enthält die Zahl der Juden in den verschiedenen Staaten von Australien und Neuseeland in den Jahren 1901 und 1911: Staat 1901 1911 Neusüdwales 6.447 7.660 Victoria 5 907 6.270 Queensland 733 672 Südaustralien 786 765 Westaustralien 1.259 1.790 Tasmania 107 130 insgesamt im eigentlichen Australien 16.2 9 17.287 Neuseeland 1.611 2.128 zusammen 16.850 19.415 Notizen. Neue Verkehrswege. Nach Newyork sowohl wie nach Südamerika kann man jetzt von Triest aus mit den Prachtdampfern der „Austro-Americana“ fahren, von denen besonders der „Kaiser Franz Joseph I.“ und die „Martha Washington“ sich bereits einen internationalen Ruf erwor, ben haben. Die Schiffe sind in jeder Beziehung erstklassig, bieten jeden modernen Komfort, aber auch die III. Klasse kann jetzt in eigenen Kabinen reisen und die Zwischendeckpassagiere haben geräumige Speisesäle, in welchen ihnen das Essen serviert wird und wo sie, an Tischen sitzend, in Ruhe ihre Mahlzeit verzehren können. Der Weg über Triest dauert zwar etwas länger als über. die nördlichen Häfen, aber das hängt davon ab, daß man das Adriatische und Mittelländische Meer durchfahren muß. Diese Reise ist jedoch eine wahre Vergnügungsreise, auf der man schöne und seltsame Länder kennen lernt und die man ganz umsonst macht, weil der Preis für die gesamte Fahrt so billig ist, als sonst für die Ueberfahrt allein. Tanziiistitut Julius Singer, II., Praterstraße 50. Der Inhaber dieser Anstalt, Herr Tanzmeister Prof. Singer, stets bemüht, auf dem Gebiete der ästhetischen Körperkultur bei der heranwaclisenden Jugend neues zu bringen, hat auf seiner diesjährigen Sommerreise in England wissenschaftlichen Vorträgen und Vorführungen auf diesem Gebiete beigewohnt, welche denselben veranlaßt haben, eine allererste Kraft, Frl. Käthe Ulrich, Schülerin der berühmten Akademie für harmonische Gymnastik (System StebbLngs- Kallmeyer) für seine Anstalt zu verpflichten. Frl. Ulrich’, einzige für Wien diplomierte Lehrerin dieses Faches, wird an obiger Anstalt in den Kindertanzkursen ihre Methode: demonstrieren und in öffentlich zugänglichen Vorträgen daselbst die besseren Kreise der Residenz für diese neue Methode der Körpergymnastik zu gewinnen suchen. Einschreibungen für Kinder jeden Alters täglich im Institute.

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