Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 38 (20.9.1912)
- Date
- 1912-09-20
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 38 Dr. Vlochs Wvchenßchr-st Sette 647 hast Unvergängliches geschaffen. Dein Andenken wird auch in diesem Gotteshause, für welches Du gewirkt und gestrebt hast, ein dankbares und ehrendes bleiben. Ziehe in Frieden!" In bewegten Worten schilderte hierauf Herr Rabbiner Dr. M. Bauer das Wirken des Verblichenen in unserer Gcmeinde, in deren Namen er ihm Worte des Dankes und der Anerkennung zollte. In der Zeremonienhalle des Zentralsriedhofes waren neben einem dichtgedrängten, vornehmen Publikum Vertreter der Kultusgemeinde, der Tewpelvereine, verschiedener Korporationen, Künstler und Architekten u. m. a. anwesend, wo der Herr Rabbiner Dr. M. Bauer die ergreifende Gedenkrede hielt und die hervorragenden Tugenden und edlen Charaktereigenschaften des Verblichenen rühmend hervorhob. Der greise Präsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. Alfred Stern, war trotz schlechten Wetters aus Baden herbeigekommen, um unseren teuren Toten zu Grabe zu geleiten. In beredten, aus tiefem Herzensgründe kommenden Worten schilderte er die Selbstlosigkeit des Verblichenen, der seine schönen Fähigkeiten auch in den Dienst der Kultusgemeinde stellte, indem er als Mitglied der technischen Kommission treu und gewissenhaft seine in selbstloser Weise übernommene Pflicht erfüllte. Herr Dr. S. Goldberger, Schriftführer unseres Vereines, sprach namens unseres Gemeinwesens Worte des Dankes für das rastlose Streben und für den nie ermüdenden Eifer, den Jakob Modern durch eine lange Reihe von Jahren in unserer Mitte entfaltete. Für den Rekonvaleszentenheimverein „Philanthropia", dessen Ehrenmitglied der Verblichene war, sprach die Frau Präsidentin Amalia Beck tief erschüttert Worte dankbarer Anerkennung und ehrenden Nachrufes. Die kantoralen Funktionen versah Oberkantor Neumann mit dem zweiten Kantor. —.g Wien. (Trauerandacht.) Sonntag den 8. d. M. veranstaltete der Vorstand des Schul- und Tempelvereines, Wien, VI., Stumpergasse,' eine würdige Trauerandacht für seinen vor kurzem verschiedenen Rabhiner M. A. Fürst. Die überaus zahlreiche Menge der' erschienenen Mitglieder und Traüergäste konnte als vollgiltiger Beweis für die außerordentlichen Sympathien gelten, deren sich der so früh Verstorbene erfreut hat. Unter den Gästen bemerkten wir Kultusvorsteher Adolf S ch r a m e k mit Sekretär Dr. Emil Adler, Obmann der „Adaß Jisroel" PH. Back mit dem größten Teil des Vorstandes, eine Abordnung des „Thora ez chajim" sowie Vertreter mehrerer orthodoxer Vereine; ferner den Vater des Verstorbenen, Rabbiner S. Fürst und die Rabbiner Dr. T a g l i ch t, Dr. Frankfurter, Schenk und G o l d st e i n. Oberkantor Müller (Schiffschul) rezitierte in ergreifender Weise das El mole rachamim und Rabb.-Kand. Levy Fürst hielt die Gedenkrede, die den nachhaltigsten Eindruck machte. Erster Wiener Indischer Turnverein IX., Liechtensteinstraße 20. Jüdische Eltern! Die Gesundheit und das Wohlergehen Eurer Kinder bildet Eure größte Sorge, ist das einzige Ziel, welches Ihr erstrebt, ist der unaufhörliche Ansporn im harten Lebenskämpfe. Kein Opfer ist Euch zu groß, um die gestörte Gesundheit Eurer Kinder wieder aufzurichten. Doch nur zu oft werden Eure Teuersten von Krankheiten heimgesucht. Die Ursache davon liegt in den meisten Fällen in der Unwissenheit darüber, wie ungleich stärker ein durch regelmäßige Leibesübungen gestählter Körper den Anstürmen der Krankheiten widersteht. Die anderen Nationen haben das schon längst begriffen und lassen ihren Kindern eine planmäßige körperliche Ausbildung zukommen. Nur Ihr, jüdische Eltern, vernachlässigt ganz die körperliche Ausbildung Eurer Kinder! Statt vorzusorgen und mit geringen Kosten die Gesundheit Eurer Kinder zu kräftigen, tragt Ihr lieber Euer Geld zu Arzt und Apotheker und bereitet Euch selbst kummervolle Stunden. Und noch etwas! Das beste Kapital, das Ihr Euren Kindern auf den Lebensweg mitgeben könnt, ist eine eiserne Konstitution, ein kraftvolles, strammes Auftreten, ein aufrechter, offener Charakter. Unsere Turner zu solchen Edelmenschen heranzubilden, ist unser unablässiges Bestreben, ist unser höchstes und vornehmstes Ziel. Darum, jüdische Eltern, wollt Ihr die Gesundheit Eurer Kinder, wollt Ihr, daß Eure Kinder, wenn sie einst ins Leben hinaustreten, mit Mut und Selbstbewußtsein für den harten Daseinskampf gerüstet seien, dann schickt sie in die Turnfchule des 1. Wiener Jüdischen Turnvereins» IX.. Liechten st ein st raße 2 0. Der Turnrat. Das Turnen beginnt am 1. Oktober; Turnstunden: Mittwoch und Samstag. Für Mädchen: von 6 bis 10 Jahren von 3 bis 4 Uhr, von 10 bis 14 Jahren von 5 bis 6 Uhr. Für Knaben: von 6 bis 10 Jahren von 4 bis 5 Uhr, von 10 bis 14 Jahren von 6 bis 7 Uhr. Schulgeld: 40 Kr. pro Schuljahr (kann auch in Monatsraten entrichtet werden). Wien. (Saisoneröffnung des Tanzlehrinstitutes Heimann.) Am 1. September d. I. hat die Saisonerössnung des altrenommierten Tanzlehrinstitutes Heimann, II.. Praterstraße 43, stattgefunden. Am 2. Oktober beginnen die Jugend- und Kinderkurse. Interessieren dürfte es. daß der Unterrichtsleiter Herr Rudolf Heimann heuer in diesen Kursen eine Neuerung einführt, und zwar gymnastisch-ästhetische Körper- und Gelenksübungen, welche d-as Turnen vollkommen ersetzen. Diese Neuerung wird gewiß allgemein Beifall und Anerkennung finden. Wien. Der Oesterreichische Damenschwimmklud „W i e n" eröffnet seme diesjährige Schwimmsaison Dienstag den 1. Oktober d. I. im Dianabade, ll.. Obere Donaustraße 93. Die Klubabende finden allwöchentlich Dlenstag und Freitag ron halb 6 bis halb 8 Uhr statt. Die Uebungen in den verschiedenen Disziplinen des Schwimmen und Springen werden von anerkannt tüchtigen Fachleuten geleitet. Gäste herzlich willkommen. Monatlicher Beitrag inkl. Badebenützung: für Mitglieder X 4.—; für Elevinnen K 3.50. Einschreibungen jeden Klubabend an der Klubkaffa. Austritte aus dem Judentum Vom 8. bis inkl. 14. September 1912. Deutsch Irma, geb. 22. November 1882, Lackenbach, XV., Dingelstedtgasse 4. Fürst Walter, Student, geb. 1. Mai 1895, Wien, II., Taborstraße 8. Grossmann Kasimir, Kaufmann, geb. 15. April 1882, Czenstochau, IX., Alserstraße 20. Humplik Anton, geb. 3. Juli 1884, Wien, XIX., Sickenberggasse 13. Kalmus Otto, Fabrikant, geb. 29. Oktober 1876, I., Babenbergerstraße 1. Lederer Aloisia, geb. 11. Jänner 1886, Petschau. Ranisteau, Dr. Hermann HePri, Schriftsteller, geb. 6. August 1857, Buzen (Rumänien), VII., Kirchengasse 44. Ranisteau, geb. Liberia Henriette, Private, geb. 1. September 1871, Galatz, VII., Kirchengasse 44. Robitschek Isidor, Fächermachergehilfe, XVI., Hasnerstrasse 56. Rosenberg Theresia, Bankbeamtin, geb. 13. Juli 1881, Wien, IX., Währingerstraße 82. Singer Emilie, Selchwarenverschleißerin, geb. 28. Mai 1883, Wien, VI., Stumpergasse 48. Sträussler Eugen, Kaufmann, geb. 31. Jänner 1871, VII., Lindengasse 4. Urich Moriz, Student, geb.|25. Mai 1891, Suczawa, IX., D’Orsayg. 7. Die SelbstschLirduiig vrs Renegatentums. In Arad hat ein Täufling bei der Stadtverwaltung den Antrag gestellt, die jüdischen Geschäftsleute zu verpflichten, in der Firmatafel bekannt zu machen, daß sie Juden sind, damit Christen bei ihnen nicht einkaufen. Der Gemeinderat von Arad hat diese Eingabe ohne Erwiderung ad acta gelegt. Czernowitz. (Ernennung.) Der Iustizminister ernannte den Richter Dr. Heinrich Burstyn in Czernowitz zum Staatsanwaltstellvertreter in Suczawa. Abbazia. (Blindenpen siona 1.) In dem reizend gelegenen Abbazia an der österreichischen Riviera wurde das erste Pensionat für Blinde eröffnet, das dem viel empfundenen Bedürfnis nach einem Blindenheim in klimatisch bevorzugter Lage Abhilfe schaffen soll. Die Anstalt bietet den bestehenden Blindeninstituten gegenüber besonders noch zwei Vorteile: Während die öffentlichen Institute durch ihre Statuten gehindert sind, Kinder im Alter über 12 Jahren auszunehmen, finden in dem Blinden-Pensionat in Abbazia alle Blinden ohne Rücksicht auf das Alter Aufnahme, da dieses Pensionat sich in zwei getrennt von einander geführte Abteilungen gliedert: a) Erziehungspensionat für blinde und schwachsichtige Kinder, b) Bildungs- und Erholungsstätte für erwachsene resp. später Erblindete, so daß jeder Nichtsehende in der einen oder andern Abteilung Unterricht und berufliche Ausbildung erhalten kann. Dieses Institut nimmt im Gegensatz zu den bestehenden Anstalten auch Ausländer jederzeit auf. Die Leiterin des unter Aufsicht des k. k. Landesschulrates stehenden Pensionates war durch viele Jahre Hauptlehrerin an dem mit dem Oeffent-