Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 38 (20.9.1912)
- Date
- 1912-09-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021981-3022020--21474-3046570- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 636 Dr. Vlochs Wochenschrift Nr. 38 verpflegt, Auslagen K 3741,52. Die Notwendigkeit dieser beiden Institute wird durch den Umstand charakterisiert, daß im k. k. Taubstummeninstitute im IV. Bezirke, der n.-ö. Landes-Taubstummenschule im XIX. Bezirke, den beiden Taubstummen-AbteilUngen im IX. und XV. Bezirke zusammen nur 4 jüdische Knaben und 6 Mädchen .untergebracht waren. Aehnlich befanden sich im k. k. Blinden-Erziehungs-Jnstitute im II. Bezirke, der Blindenabteilung im XVI. Bezirke, im Vereine zur Ausbildung von später Erblindeten zusammen nur 6 jüdische Knaben und 1 Mädchen. ' Schließlich sei bemerkt, daß 1910 in sämtlichen Wiener Kindergärten 914 jüdische Kinder eingeschrieben waren gegen 1165 im Vorjahre. Unter diesen nimmt die hervorragendste Stellung ein die im Jahre 1843 von Josef Ritter v. Wertheim er begründete Israelitische Kinderbewahranstalt (Präsidentin Sara v. Stern, Direktor Mar Fischer): 1868 wurde unter der Leitung des Direktor S. Fischer, der sich um das Kindergartenwefen in Oesterreich unvergängliche Verdienste erwarb, eine Privatbildungsanstalt für Kindergärtnerinnen nnd ein Bildungskurs für Kinderpflegerinnen begründet. Seit 1904 besitzt der Verein eine Filiale: „den Israelitischen Volkskindergarten", XX., Klosterneuburgerstraße 14. Im Iahre 1910 fanden 334 Kinder Aufnahme und wurden 28.769 Kostrationen verabreicht; die Filiale war von .157 Kindern besucht, die 18.861 Kostrationen erhielten. Im Abschnitte XV finden wir die Daten über das außerordentlich segensreiche Wirken des Spitales der Wiener israelitischen Kultusgemeinde (Direktor Dr. Kjarl Fleisch mann). Anzahl der Betten.,170 männl. weibl- - Personen Krankenstand von 1909 verblieben . . 80 79 im Iahre 1910 aufgenommen . . 1119 1174 Summe der behandelten Personen . . 1199 1253 entlassen.. 992 1093 gestorben.. . . . , 125 74 Die Durchschnittszahl der Verpflegstage für einen Kranken betrug 24 94. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß im Spitale zur Beteilung austretender armer Rekonvaleszenten eine eigene Aushilfskassa besteht, aus welcher verausgabt wurden: im Iahre 1906 K 14.275 58 „ „ 1907 „ 14.787 53 1908 „ 14.448 40 „ „ 1909 „ 14.080 84 „ „ 1910 „ 13.438 70 Die Zahl der Veteilten ist nicht ersichtlich. Es wäre gewiß innigst zu wünschen, daß die Spitalsverwaltung, welche in den letzten 4 Iahren diese Ausgaben einschranken mußte, in die Lage käme, über reichlichere Mittel Zu verfügen, um gerade Rekonvaleszenten, die noch nicht ganz arbeitsfähig sind, zu unterstützen; hiezu sei bemerkt, daß in den k. k. Krankenanstalten die Beteilung aus Mitteln der öffentlichen Armenpflege im Iahre 1899 aufgehört hat und nur aus Stiftungsintereffen an allen k. k. Krankenanstalten an 3136 Personen ohne Unterschied der Konfession K 27.832 36 und aus Klingelbeutelgeldern und Honorare für ärztliche Befunde K 5744,49 verteilt wurden. An gleicher Stelle finden wir das Rekonvaleszentenheim „Philanthropia" für arme israelitische Frauen und Kinder im XIII. Bezirke, Lainzerstraße 172, welches von dem israelitischen Wohltätigkeitsvereine Iosefstadt unter dem hingebungsvollen Präsidium der Frau Amalie Beck begründet wurde. Anzahl der Betten ............. 12 von 1909 verblieben.. 8 1910 ausgenommen ..127 entlassen . . . •.. . , , , , 131 Durchschnittszahl der Verpflegstage für 1 Person 16'29. In diesem Abschnitte wird der von Jahr zu Iahr steigende Beitrag der israelitischen Kultusgemeinde zu den Kosten der ersten Anlage des ZentralfriedhoGs unter den Einnahmen der städtischen Friedhöfe angeführt: 1906 ..... K 12.815 64 1907 ..... „ 15.336 33 1908 .. 15.942 14 1909 .„ 15.833 85 1910 ..... „ 18.041 02 Im Abschnitte XVII, welcher die Vereine anführt, die sich mit der Arbeitsvermittlung befassen, finden wir auch den von der Vne Vrith-Loge im Iahre 1899 begründeten Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis (Präsident Kommerzialrat Eduard Wiene r, Obmann des Exekutivkomitees Dr. Bela Taussig, Bureauvorstand Josef Weiß), dessen glänzende Leistungen nicht hoch genug veranschlagt werden können, sowie den im Jahre 1906 gegründeten Verein für unentgeltliche Arbeitsvermittlung an jüdische 'Hochschüler (Obmann Dr. Hermann Wolf); dieser zählte 52 Mitglieder und vermittelte an 290 Stellensuchende 87 Posten. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis zählte 1228 Mitglieder, die Zahl der vorgemerkten Stellen- und Arbeitsuchenden betrug 5913, darunter 1734 weibliche, die der vorgemerkten offenen Stellen (Arbeitsplätze) 6027, die der untergebrachten Stellen- und Arbeitsuchenden 3799, darunter 692 weibliche. Die rastlose, ununterbrochene. Tätigkeit dieses eminent sozialpolitisch wichtigen Vereines zeigt sich am deutlichsten in den im Iahrbuche angeführten Ziffern über die in den einzelnen Monaten in Anspruch genommene Intervention, auf welche auch bei dieser Gelegenheit das wärmste Interesse aller Arbeitgeber gelenkt werden soll; es waren Arbeitsuchende offene Stellen vermittelte Jänner . . . 562 ' 468 288 Februar . . . 513 .466 303 März . . 481 . 557 429 April . . . 357 532 . 305 Mai . . . . 487 498 298 Juni . . . . 455 433 247 Juli . . . . 482 469 301 August . . . 459 520 345 September . .' 594 632 327 Oktober . . . 513 . .594 365 November . . 581 533 330 Dezember . . 429 . .370 261 Im Anschlüsse hieran sei auf die gleich segensreiche Tätigkeit des im Iahre 1840 begründeten Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten verwiesen (Präsident Dr. Leopold Simon, Sekretär Wilhelm Husserl, Oberst!, i. P.). Die Zahl der vorgemerkten Lehrlinge betrug 342, die der an gemeldeten Lehrplätze 705, der untergebrachten Lehrlinge 276. Ende 1909 standen 778 Lehrlinge unter Obhut des Vereines,, welcher 1909: K 58.588 59 Einnahmen, Ii 59,867 70 Ausgaben hatte; im Lehrlingsheime waren 14 Knaben untergebracht. Von dem israelitischen Waisenhause für Mädchen im XIX. Bezirke wurden 10 Mädchen in Gewerbebetrieben, 2 in einem Dienstverhältnisse pntergebracht. (Schluß folgt.)