Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 36 (6.9.1912)
- Date
- 1912-09-06
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36 Dr. Blochs Wochenschrift Sette 605 breiten Terrassen, eine seltene sehenswürdige Anlage im GotteShause, führt, steht vollendet da, und doch wurde erst für den 8. September, vormittags 11 Uhr, den ersten Rüsttag für das herannahende Neujahrsfest, die Grundsteinlegung angesetzt. Wenn auch in Anbetracht des Umstandes, daß in wenigen Monaten das Einweihungsfest m würdigster Weise gefeiert werden kann, die Grundsteinlegung nur als voll g inlerne Fier des Bethausvereines abgehalten wird, so werden sich dennoch die Spitzen der israelitischen Kultusgemeinde, durch deren Munifizen; dieser großartige, dem allgemeinen Bedürfnisse in diesem Bezirkssprengel dienende Bau ermöglicht wurde, an dem Feste beteiligen. Dasselbe liefert den bedeutsamen Wendepunkt in dem Werdegange dieses am Wochenfeste des Jahres 6635 (Mai 1875) als äußerst kleiner Minjanverein ins Leben gerufenen Bethausvereines. Schon im fünften Jahre seines Bestandes wurde der derzeitige, in verdienstvollster Weise wirkende Präsident Herr Adolf Cchramek zum ersten Obmanne des Vereines gewählt, der durch sein rastloses Streben den Berein zu einer achtunggebietenden Körperschaft in der Wiener Kultusgemeinde emporgehoben hat. Nur eine einzige Trübung fallt in dieses Freudenfest, daß in dem heurigen Baujahre seit dem Verlause von etwa fünf Monaten drei sehr verdienstvoll wirkende Männer mit dem Tode abgegangeu sind. Nebst dem Ende Februar verstorbenen ersten Obmannstellvertreter Herrn Michael Glogau, der den Verein durch größere Geldspenden unterstützte und Überdies größere Stiftungsbeträge zusagte, beklagt der Verein das Hinscheiden seines überaus rührigen Bethausverwalters Herrn Josef Werner und seines am 6. August verschiedenen Ehrenmitgliedes Herrn Salomon Beck, der seit Gründung des Vereines dem Vorstande angehört hat. Fünsklassige Vereins Volksschule (Talmud Thora) mit Öffentlichkeitsrecht für Knaben. II. Malzgasie 16. Die Schüler-Einschreibungen für das Schuljahr 1912/13 fi„d«n am 15. und 16. September von 8 bis 12 Uhr vorm, im ersten Stcck des Schulhauses statt. Schüler der ersten Klasse benötigen Geburts- und Impfschein, sowie Heimatsnachweis. Ist das sechste Lebensjahr ncch nicht vollendet, so muß die Altersdispens rechtzeitig beim OrtsschuUote eingeholt werden. Von diesem Schuljahre an ist die Führung der ersten Klasse mit Parallelklasse beabsichtigt. Kinder aus anderen Schulen müssen die Schulnachricht mit der lieber siedlungsklausel versehen lass n. Das Schuljahr beginnt am 17. September um 8 Uhr früh. Wien. (Musikschule Adler.) Höchst beachtenSwei t für Musiklernende (Kinder und Erwachsene beiderlei Geschlechter, ist der Perfektionsunterricht (Korrekturmethode) für Violine und Klavier. 1. Schnelle Ausgleichung der Tonleiter rc. (Punkrationsmerhode); 2. Entwicklung des Gesangtones (Zugfingermethode); 3. a-vista- Spiel. Neueinschreibungen täglich in der Direktionskanzl-i. IX., Roßauergasse 4. Für die Besetzung der zwei halben Freiplätze (KU vier, Violine) endet die Aufnahme Ende Oktober. Wien. Dienstag den 9. d. M. fand im Vereinstempel des VIII. Bezirkes, Neudeggergasse, die Trauung des Fräulein Dora Goldman«. Tochter des Oberkantors Jonas Goldmann in Oderberg-Bahnhof, mit dem Herrn Armin Armidi. Opernsänger am Theater in Czernow'tz, statt. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bauer hielt eine gefühlvolle Ansprache an das Brautpaar, in welcher er den Kunstsinn desselben hervorhob, auf welchem Wege ihre beiden Herzen sich zusammengefunden, welche die Beteiligten zu Tränen rührte. Den gesanglichen Teil versah Herr Oberkantor Neumann, begleitet vom Gesamtchore, in welchem sich die Soloiängerin Fräulein Käte Paschkns in besonderer Weise hervortat, in wahihaft glänzender Weise. Wien. (Ottakring.) Sonntag, den 1. September a. c., nachmittags 3 Uhr. fand im Gemeindetempel, XVI. Hubergasse 8, die Trauung des Fräulein Irma Politzer, Tochter des Obmannes des Tempelvorstandes Herrn Eduard Politzer, mit dem Ingenieur Herrn Maximilian Steinherz statt. Vor dem feierlichen Akt hatten sich Vertreter aller Korporationen in der Eemeindekanzlei versammelt. Der Obmann der Bezirkskommission Herr Dr. Jacob Deutsch hielt an Herrn Eduard Politzer eine Ansprache, worin er seine besonderen Verdienste im Bezirke hervorhob. und überreichte ihm ein vom Tempelvorstand und der Chewra-Kadischa des XVI. Bezirkes gewidmetes Ehrengeschenk, bestehend in einer Silberkanne und Silbertasse für die Zeremonien des Tempels zur bleibenden Erinnerung an diesen festlichen Tag. Hierauf wurde Herr Politzer von allen Korporationen des Bezirkes beglückwünscht, u. a. Herr B. Kahane für die Ausspeisung. Herr Philipp Blau für den Verein „Kinderstütze", Herr Rudolf Urbach für den Verein „Kinderfreunde" und Herr Alexander Goldblatt für die Bezirkskommission. Der Tempel war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Die Trauung vollzog Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bach. Die kantorale Funktion wurde vom I. Kantor M. Kaufmann in exakter Form zum Ausdrucke gebracht. Wien. (Ottakring.) Sonntag, den 1. September a. c., fand in Hernals, Hauptstraße 67, vom Trauerhause aus das Leichenbegängnis der Frau Rosa Weiler, Gattin des Präses der Chewra Kadischa für den XVI. und XVII. Bezirk, statt. Im Trauerhause hatten sich eingefunden: Die Kultusvorsteher kaiserlicher Rat Kauderr, Carl Leinberger, Se. Ehrwürden Herr Dr. Bach, der Obmann der Bezirkskommission Herr Dr. Jacob Deutsch» der Obmann des Tempelvorstandes Herr Eduard Politzer, eine Abordnung der Chewra Kadischa mit den funktionierenden Vorstehern Ottomar Katz und Sigmund Schickler, Vertreter sämtlicher Korporationen des Bezirkes und zahlreiche Trauergäste. Im Hause versah Herr Kantor I. Smotri^ die Funktion. Die kantorale Funktion am Friedhof versah der 1. Kantor Herr M. B. Kaufmann, mit dem Chor in ergreifender Weise. Se. Ehrwürden Herr Dr. I. M. Bach hielt eine ergreifende Rede, worin er das bescheidene Wesen der Dahingeschiedenen hervorhob. Jüdischer Schulverein für den IX. Bezirk (IX.. Seegasse 16.) Der Vorstand des Vereines gibt bekannt, daß die Einschreibungen für alle Abteilungen Sonntag den 15. September, vorm. 10—1 Uhr, Montag den 16., Dienstag den 17., Mittwoch den 18., abends 5—1 / ^8 Uhr. staitfinden. und ersucht, rechtzeitig die Anmeldungen^ vorzunehmen. da schon eine größere Anzahl Schüler und Schülerinnen vorgemerkt sind. Austritte aus dem Judentum Vom 25. August bis inkl. 31. August 1912 Elsner Hermann, geb. 24. Februar 1886, Lomnitz, X., Landgutg. 25. Hermann Stefanie, Verkäuferin, geb. 26. Dezember 1892, Elbeteinitz, VI.. Morizgasse 5. Hofmann Margarethe, geb. 16. April 1891, Wien, I.. Gonzagag. 5. Nuky Elsa, geb. Kövy, geb. 27. März 1884, Wien, XV., Löhrg. 22. Penzias Arthur, Brauereidirektor, geb. 29. Mai 1872, Lemberg. IV., Johann Straußgasse 49. Pollak Regine, Arbeiterin, geb. 20. Jänner 1842. Domany (Ungarn), XV., Palmgasse 3. Rehberger Heinrich, Hilfsarbeiter, geb. 16. August 1881, Essegg, (Slavonien), X., Absbergergisse 13. Reimann Adelheid, geb. 9. November 1891, Prag, III., Slrohg. 8. Schidrowitz Arthur, akademischer Maler, geb. 6. Mai 1886, Wien, VIL, Urban Loritzplatz 4. Schidrowitz losest e, geb. Waituch, g b. 1883 in Tarnow, VII., Urban Loritzgasse 25. Schwarz Elsa, geb. 1. September 1896, Wien, II., Kaiser Josefstr. 29. Baden. (Verlobung.) Am 1. S.ptember hat sich Herr Oberkantor Leo Z o l d a n mit Fräulein Berta G e s ch ü r verlobt. Marienbad. Bei der am 15. August d. I. stattgefundenen Sitzung des verstärkten Vorstandes wurde auf Antrag des-Vorstandes einhellig beschlossen, dem derzeitigen Rabbiner, Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Jakob Diamant, nach dem abgelaufenen Probejahr die vollste Zufriedenheit betreffs der Leistungen als Religionslehrer wie auch Seelsorger der Gemeinde zum Ausdrucke zu bringen und seinen Vertrag auf eine Reihe von Jahren zu verlängern. Durch diesen Beschluß beweist die Gemeinde Marienbads, daß sie die Verdienste eines Rabbiners, der seine Pflichten erfüllt, zu würdigen weiß. Ung.-Brod (Mähren). Die hiesige Samenklenganstalt des Herrn Jakob Schön versendet anläßlich der herannahenden hohen Feiertage an alle Geschäftsfreunde folgendes Zirkular: Hoher Feiertage wegen ist mein Bureau geschlossen am Donnerstag, den 12. September, am Freitag, den 13. September, am Samstag, den 14. September, am Samstag, den 21. September, am Donnerstag, den 26. September, am Freitag, den 27. September, am Samstag, den 28. September, am Donnerstag, den 3. Oktober, am Freitag, den 4. Oktober, am Samstag, den 5. Oktober. Dieses Vorgehen der Firma Schön, die das Hauptgeschäft gerade um die Zeit der Feiertage ganz besonders in Anspruch nimmt, verdient umso mehr hervorgehoben zu werden, als Herr Schön sein ausgebreitetes Etablissement auch am Sabbat ruhen läßt. Karlsbad. (Beerdigung in Karlsbad.) Unter überaus starker Beteiligung aller Konfessionen wurde am verflossenen Sonntag den 1. September der Karlsbader Kurhausbesitzer und Kaufmann Herr Wilhelm Lenk, ein allgemein geachteter Bürger der Stadt, auf dem israelitischen Friedhofe beerdigt. Der Verstorbene gehörte früher dem Vorstande der israelitischen Kultusgemeind', an, ebenso dem Vorstande des Tempelgesangvereines und wirkte durch 40 Jahre in selten eifriger Weise im Tempelchor mit. Aus diesem Grunde wurden auch in der Leichenhalle des Karlsbader Friedhofes zwei Totengesänge vom Tempelchor vorgetragen.