Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 36 (6.9.1912)
- Date
- 1912-09-06
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 604 Nr. 3S Dr. Blochs Wochenschrift die Schauflüge zu Gunsten der eingewanderten Juden vorführt, ist selbst ein erst vor ganz kurzer Zeit aus Rußland eingewanderter Jude namens Abraham Raygorowsky, der in seiner alten Heimat wohl als Künstler in seinem Fache und mutiger Pionier der Aviatik bewundert wurde, aber nicht die Möglichkeit hatte, sich an dem Flugmeeting von Petersburg und der anderen groben russischen Städte zu beteiligen, weil er als Jude diese Städte nicht aufsuchen durfte und dem Drängen seiner Gönner, seinen Glauben zu wechseln, nicht nachgeben wollte. Abraham Raygorowsky steht heute erst im 28. Lebensjahre, hat die Universität in Charkow mit Auszeichnung absolviert, diente drei Jahre im russischen Heere und widmete sich nach Absolvierung seines Militärdienstes dem Automobilgeschäfte, nahm an verschiedenen Automobilrennen mit Erfolg teil, ging dann nach Paris, wo er die Farmannsche Pilotenschule durchmachte. In Amerika selbst hat Raygorowsky mit seinen kühnen Flügen wiederholt Aufsehen erregt. Vermischtes. Gratulationen anläßlich des ttfKI - Festes zugunsten der Chewra-Kadischa. Einem seit Jahren eingebürgerten Brauche folgend, laden wir unsere p. t. Leser ein, Neujahrsgratulationen durch eine Anzeige in der „Oesterreichischen Wochenschrift" an Stelle der direkten Gratulationen per Post erstatten zu wollen. Auf diese Weise verbindet der Gratulant mit der Erfüllung einer Formalität gleichzeitig die Förderung einer unserer ältesten und würdigsten jüdischen Anstalten. Die Einschaltung solcher Anzeigen erfolgt in der dem Roschhaschanah-Feste vorangehenden Nummer unseres Blattes vom 11 September l. I. gegen Einsendung einer Spende von mindestens K 4.—, zugunsten der Chewra-Kadischa Wien. Letzter Termin zur Einsendung solcher Anzeigen 9. September 1912. Wien. (Präsident Dr. Alfred Stern.) Der Präsident der israelitischen Kultusgemeine Dr. Alfred Stern beging am 29. August in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 81. Geburtstag. Dr. Alfred Stern erhielt aus diesem Anlässe zahlreiche Ooationen und Sympathiekundgebungen. Wien. (Auszeichnung.) Der Kaiser hat dem Sekretär der Freiwilligen Rettungsgesellschaft, Herrn Moritz Wortmann das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. Wien. (Silberne Hochzeit.) Der bekannte Antiquitätenhändler Herr Michael Sam ek feierte am 4. September l. I. mit seiner Gattin Mina, geb. F r i e d m a n n, im engsten Familienkreise das Fest der silbernen Hochzeit. Wien. (Trauung.) Sonntag den 8. September um 3 Uhr nachmittags findet im Tempel zu Floridsdorf die Trauung des Fräulein Mina Wimmer, Tochter des Herrn Leopold Wimmer, mit Herrn Andor K o h u t. absolvierter Jurist und Beamter, Sohn der Frau Dr. Regina K o h u t, statt. Grabdenkmal-Enthüllung für Oberkantor BLla Gnttmanu s. A. Sonntag den 8. d. M., mittags 12^/z Uhr, findet am Zentralfriedhof die Enthüllung des Grabdenkmales statt. Die Trauergesänge werden von Herrn Oberkantor Josef Morgenstern mit Chor vorgetragen. Wie«. (Rabbiner M. A. F ü r st s. A.) Sonntag, 8. September, ^6 Uhr abends, findet im Bethaus, VI. Bez., Stumpergofse 42, eine Trauerfeier nach dem verblichenen Rabbiner des Bethauses M. A. Fürst s. A. statt. Wien. Herr Rabbiner Dr. David Feuchtwang wird an beiden Rosch-ha-schana-Tagen im Leopoldstädter Tempel die rabbinischen Funktionen versehen. ÄuszMMM des Dr. Hiidrshrim.c. Der Kaiser hat Dr. Arnold Hildesheimer das Komturkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. Dr. Hil-, desheimer, der der H^eresveiwaltung eine vollständig ausgerüstete automobile Radiostalion zum Geschenke gemacht hat, zählt zu den bekanntesten Sportsleuten und Automobilisten in Wien. Er gehört dem k. k. Oesterreichischen Automobilklub seit dessen Gründung an, ist lebenslängliches Mitglied des Klubs und hat im Klubvorstand Sitz und Stimme. Dr. Hildesheimer ist auch auf flugtechnischem Gebiete in hervorragendem Matze organisatorisch tätig gewesen, so erst anläßlich des letzten großen Flugmeetings auf dem neuen Flugfelde von Aspern, dessen Schaffung zum Teil seinen Anregungen entsprang. Als Automobilsportsmann fehlte Dr. Hildesheimer bei fast keiner größeren automöbilistischen Veranstaltung in Oesterreich, so in den SemMeringrennen der früheren Jahre, den Alpenfahrten ufw.;■ auch an automöbilistischen Veranstaltungen des Auslandes hat .er mehrfach teilgenommen, und besonderes 'Interesse hatte seine Beteiligung an der englisch-deutschen Prinz Heinrich-Fahrt des Jahres 1911. Dr. Hildesheimer ist auch Mitglied des k. k. Freiwilligen-Motorfahrer-Korps und kam im Verlaufe seiner freiwilligen militärischen Dienstleistung auf den Gedanken, ein Automobil mit einer Radiostation zu versehen. Er stellte nebst seinem Personenautomobil auch diesen Wagen der Heeresverwaltung vorerst versuchsweise zur Erprobung zur Verfügung: die Einrichtung bewährte sich ausgezeichnet und ist jetzt in das dauernde Eigentum der Heeresverwaltung übergegangen. Dr. Hildesheimer brachte diesen außerordentlich interessanten Wagen bekanntlich auch zu der Automobilparade, die am 9. Juni im Schönbrunner Schlotzhofe vor Kaiser Franz Josef stattfand. Wien. Der Verein zurBekleidung und Unterstützung arm er alter Männer israelitischer Konfession bringt hiermit zur Kenntnis, daß die diesjährige Beteilung mit Winterkleidern im Monate November stattfindet. Gesuche sind bis spätestens 15. Oktober an den Vorstand des Vereines zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession, II., Ferdinandsstraße 22, schriftlich einzureichen und denselben Geburtsschein und Armutszeugnis beizulegen. Gesuche, denen Armutszeugnis und Geburtsschein nicht beiliegen, bleiben unberücksichtigt. Wien. (Ad aß Jisroel sSchiffschu lj). Der Vorstand beehrt sich bekanntzugeben, daß die in ungarischen Blättern verbreitete Nachricht, es hätte Herr Oberkantor Müller seinen Posten verlassen, zur Gänze erfunden ist. Herr Oberkantor Müller mußte wegen Familien an gelenheiten Urlaub nehmen, was zu diesem Gerüchte Anlaß gab. Herr Müller hat keine Absicht, seinen Posten an der Schiffschul vor Ablauf seines mehrjährigen Vertrages zu verlassen. Wien. (Verein „T e f i l a s H a n e o r i m" sJmgendandachtj). Die Kartenausgabe .für den Gottesdienste im VI. Bezirke findet Sonntag den 8. d., 2—4 Uhr nachmittags, im Restaurant Goldner, VI., Kollergern gafft, statt. Israelitischer Bethausverein „Am Bolkert". In stattlicher Pracht entfaltet sich bereits der Rohbau des „Kaiser Franz Josepb I.-Huldigungstempel". den der israelitische Bethausverein „Am Volkert" anläßlich, des Allerhöchsten achtzigsten Geburtstages nach den Plänen des Architekten Ignaz Reiser' erbaut. Schon überragen die Türme die angrenzenden, mehrere Stock hohen Häusergruppen, auch im Innern zieren bereits die prachtvollen Galerieanlagen und Säulengänge den vom Stadtbaumeister Josef Lichtendorf aufgeführten - schmucken Bau, selbst das Stiegenhaus, das zu