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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-08-23 · 34 (23.8.1912) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
34 (23.8.1912)
Date
1912-08-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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’Jh. 34 Dr. Blochs Wochenschrift Gene 569 Bei der Kaiserfeier im Brigittenauer Tempel sang Herr Oberkantor B a s s e r den Kaiserpsalm und Herr Rabbiner Dr. Armin A b e l e s hielt die Festpredigt. Im Bethause des Hietzinger Tempelvrreines, XIII., Penzingerstraße, hielt Herr Rabbiner Dr. P r o ß n i tz beim Sabbath-Gottesdienst das Kaisergebet. * * * Im Prater-Bel Haus „T» filath Jeschurun" war die Kaiserfeier zahlreich besucht. Oberkantor C h a j t m a n n sang die Kaiserpsalmen. * * * Im Bethause des „Vereines zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender", Wien, II., Malzgasse 1, versah Herr Oberkantor Mayer Schorr in erhebender Weise unter Begleitung seines Chores die kantorale Funktion. Nach einer begeisterten Festrede des Herrn Rabbiner Goldstein wurde die Volkshymne gesungen. * -i- * In Tobitschau fand Sonntag den 18. d. M. der Festgottesdienst statt. Unter den anwesenden Festgästen befand sich auch der Besitzer der Herrschaft Tobitschau Herr Wilhelm Ritter von G u t m a n n. Die Festpredigt hielt Herr Rabbiner S ch a p. * * * In Dobiisch hielt Herr Rabbiner Dr. I. Eisenberg die Festrede, in welcher er den Kaiser mit König David verglich und ihn insbesondere als Beschützer der verlassenen und hilflosen Kinder pries. Mit der Abfingung der Kaiserhymne durch Kantor P o l l a k unter Assistenz der Schuljugend und Rezitierung des Kaisergebetes schloß die erhebende Feier. -i- * * In Marienbad nahmen an der Kaiserfeier auch Vertretungen der k. k. Bezirkshauptmannschaft, der Siadtgemeir.de und zahlreiche Kurgäste teil. Nach Absingung der unter Orgelbegleitung rezitierten Kaiserpsalmen durch Kantor Goldenberger hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Diamant eine tief ergreifende Festpredigt, in welcher er Seine Majestät als einen segensreich waltenden Herrscher pries, der Freude am Wohltun empfindet. Dem Herzenswünsche Sr. Majestät folgend, — sagte Redner — hat auch die hiesige Kultusgemeinde ein Monumentalweik der Nächstenliebe zu errichten beschlossen und mit Unterstützung der Prager Kultusgemeinde und Förderung seitens der hiefigen Kurgäste den Bau eines „Internationalen Kaiser Franz Josef- Jubiläums-Kurhauseö" demnächst zu verwirklichen. Mit der Absingung der Volkshymne, nach dem vor geöffneter Bundeslade gesprochenen Gebet für Kaiser und Reich, schloß die besonders erhebende Feier. -i- * * In Bad Daruvar wurde mit besonderer Feierlichkeit der Festgottesdienst abgehalten, an dem zahlreiche Kurgäste, sowie die Beamtenschaft der Stadt und des Bezirkes mit dem Herrn Bezirksvorsteher von I e l i c an der Spitze teilgenommen haben. Die Festrede hielt Herr Bezirksrabbiner Dr. M. Frankfurter. * * * In Amstetten fand die Kaiserfeier im israelitischen Tempel statt. Der Tempelvorsteher Herr Alexander Deutsch versah die kantoralen Funktionen, Herr Rabbiner Dr. B e r t i s ch hielt die Fesipredigt, worauf die Kaiserhymne intoniert wurde. * * * Aus Mödling wird uns berichtet: Die Kaiserfeier fand Sonntag den 18. d. M., vormittags, im festlich beleuchteten, mit Blumen geschmückten Tempel statt. Die Festrede hielt Rabbiner Dr. Bardowicz und Oberkantor Falk mit seinem Chore trug unter Harmoniumbegleitung mehrere Psalmen und die Volkshymne vor. Dem Gottesdienste wohnten Vertreter der k. k. Bezirkshauptmannschaft und der Stadtgemeinde und ein derart zahlreiches und distinguiertes Publikum bei, daß der Tempel nicht alle Besucher zu fassen vermochte und Viele nur bei den offenen Fenstern den schönen Gesang hören konnten. Aus demselben Anlaffe wurde auch der Grundstein der neu zu erbauenden Synagoge gelegt, deffen Bau der verstärkte Kultusausschuß unter dem Vorfitze seines Kultusvorstehers Ignatz B e l a i in seiner Sitzung vom 25. Februar d. I. "'irr '7 beschloß und mit dessen Ausführung der Architekt Ignaz Reiser, der Erbauer des Kaiser Franz Josefs-Huldigungstempel in Wien, betraut wurde. Bei dieser erhebenden Feier waren außer den Mitgliedern des Kultusausschuffes von Mödling anwesend die Festgäste: Herr Dr. Alfred Stern. Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Wien, Herr Moriz L e i t n e r, Präses, mit den Herren Simon Mandl und Anton Schneider, Mitglieder des engeren Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Baden, Herr Albert Leicht, Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde St. Pölten, und viele Gemeindemitglieder von Mödling. Nachdem der Kultusvorsteher B e l a i die Festgäste begrüßt hatte, verlas Herr Architekt Reiser die Grundsteinurkunde, welche, in Glas- und Metallkapsel gegeben, in den Grundstein versenkt und mit der Platte zugedeckt und vermauert wurde. Herr Präsident Dr. Alfred Stern führte die ersten drei Hammerschläge nach einem tief empfundenen Spruch und sodann ging der Hammer von Hand zu Hand, bis jeder Einzelne seine besten Wünsche für das Gelingen des Baues dieses Gotteshauses vorbrachte und mit den üblichen drei Schlägen bekräftigte. * * * In Gr. -Meseritsch fand die Kaiserfeier im dichtgefüllten Tempel im Beisein der k. k. Behörden statt. Der verstärkte Chor sang die Psalmen. Herr Oberkantor Steiner hielt die Festrede. * Bei der Kaiserfeier im israelitischen Tempel in Aussig waren außer den Vorstandsmitgliedern Vertreter des Stadtrates, des k. k. Bezirksgerichtes und der k. k. Finanzbehöcde. Herr Oberkantor B o r o d k i n rezitierte unter Begleitung des Tempelcbores die Psalmen und Herr Rabbiner Dr. Rosenzweig hielt die Festrede. -i- * * Aus Bad Reichenhall wird uns gemeldet: Im beliebten und von den meisten Kurgästen aus der österreichischungarischen Monarchie zahlreich besuchten Cafe Flora ist das Geburtstagsfest des Kaisers in gehobener Stimmung gefeiert worden. In den festlich geschmückten, hell illuminierten Räumen hielt vor einem distinguierten Publikum Herr Professor Doktor Brettholz aus Wien eine kernige Ansprache, die mit einem begeisterten Hoch auf den greisen und innig verehrten Herrscher ausklang. Ewrgrantensörprge der Zsme.itHchrn Allianz zu Wtzsn. Während des Monats Juli 1912 wurden von der Zentrale der Israelitischen Allianz in Wien insgesamt 137 Emigranten, davon 128 russische und 9 rumänische, weiterbefördert, und zwar 21 nach Argentinien, 66 nach den Vereinigten Staaten, 13 nach Canada, 3 nach England. 29 nach Frankreich (nach den beiden letztgenannten Ländern in jedem einzelnen Falle nach vorherigem Briefwechsel mit den Hilfskomitees in London, bezw. Paris, wegen der EXistenzmöglichkeit der betreffenden Einwanderer), 5 nach verschiedenen anderen Ländern. In die Heimat zurückbefördert wurden 13 Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden im Iuli für 43 Personen zusammen 122 Tage Logis und volle Verpflegung gezahlt und an 95 Emigranten insgesamt 285 Speisemarken für die Israelitische Volksküche ausgegeben. Warnung. Bereits dreimal wurde während dieses Sommers das Bureau der Israelitischen Allianz davon verständigt, daß größere Gruppen angeblich russischer Emigranten von Ort zu Ort durch Oesterreich und Ungarn nach Zigeunerart mit Pferd und Wagen wandern und Spenden sammeln. Nach eingezogenen genauen Erkundigungen handelte es sich jedesmal um professionelle Wanderbettler, die sich in der Bukowina und in Galizien von Zeit

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