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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-08-16 · 33 (16.8.1912) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
33 (16.8.1912)
Date
1912-08-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 33 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 555 Josef Saborsky gestorben. Dienstag ist hier Herr Josef Saborsky. Begründer und Seniorchef der Firma Josef Saborsky u. Söhne, im 93. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene, zu Nieder-Toschanowitz in Schlefien als Sohn eines Fleischhauers geboren, widmete sich zunächst diesem Gewerbe und etablierte sich in jungen Jahren in Radwanitz bei Ostrau als Fleischhauer. Bon hier wandte er sich nach Leipnik, das ein bedeutender Platz für Biehmärkte war, wo viel russisches, rumänisches und galizisches Vieh aufgetrieben wurde. Saborsky, der sich mehr und mehr dem Viehhandel zuwendete, erwarb hier Vermögen und überfiedelte im Jahre 1863 nach Wien, wo er die Firma Josef Saborsky u. Söhne gründete. Durch seine Energie und Umsicht sowie durch seine Rechtlichkeit bekam sein Name einen guten Klang und sein Geschäft gewann bald eine große Ausdehnung. Er war einer der Förderer der Begründung des Viehmarkts in Preßburg, der., im Gefolge eigentümlicher Verhältniffe geschaffen. nach einigen Jahren seine Bedeutung einbüßte, während der Wiener Markt seine ursprüngliche Wichtigkeit in vollem Umfange wiedergewann. Unter Leitung des Verstorbenen übernahm seine Firma kontraktlich die Tilgung der Lungenseuche in Oesterreich Ungarn in der Weise, daß sie alles kranke und verdächtige Vieh aufkaufte; in der Tat wurde so die Lungenseuche getilgt. Saborsky erfreute sich überall großer Wertschätzung. Er war eine markante Persönlichkeit, einer der ältesten Vertreter seiner Branche. Die Arbeitslust des 93jährigen Mannes war so groß, daß er noch bis vor einer Woche vor seinem Tode täglich auf dem Viehmarkte erschien. Bis ins höchste Alter bewahrte er sich einen trefflichen Humor. Seine lange Praxis in der Schätzung bei Gewichten von Lebendvieh hatte es dahin gebracht, daß er bis auf einige Kilogramm das Gewicht mit einem flüchtigen Blick untrüglich feststellte. Saborsky hinterläßt drei Söhne: kais. Rat Albert Saborsky und Kommerzialrat Leopold Saborsky, Vorsteher des Gremiums der Viehhändler in Wien, Kommerzialrat Rudolf Saborsky in Budapest, ferner zwei Töchter. Wien. (Verein jüd. Hoch schul er ..Mensa academica Judaica".) Vor wenigen Tagen erschien der erste Tätigkeitsbericht des Vereines jüdischer Hochschüler „Mensa academica Judaica" Wien, IX., Pramergasse 31. Demselben seien die folgenden Zahlen entnommen: In kaum 7 Monaten (vom 1. November 1911 bis 31. Mai 1912) wurden nicht weniger als 53.550 Mahlzeiten verabreicht, was. wenn man von der naturgemäß schwachen Frequenz in den Weihnachts¬ und Osterferien absieht, einem Durchschnitt von ungefähr 400 täglich Speisenden entspricht. Der Verein gibt den jüdischen Studenten die Möglichkeit, ein gutes, nahrhaftes und dabei doch billiges und rituell zubereitetes Essen zu erhalten. So kostet ein Mittagsmahl 52 respektive 56 Heller und ein Nachtmahl 40 bezw. 44 Heller. Abgesehen davon, daß an ärmere Kollegen sogar Freimarken, heuer im Betrage von 404 Kronen, ausgegeben wurden. Selbstverständlich arbeitet der Verein daher mit einem Defizit, das nur durch die hochherzigen Spenden aus allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung Oesterreichs gedeckt werden kann. Tätigkeitsberichte werden auf Verlangen jedermann zugesandt. Spenden sind an folgende Adreffe zu richten: Verein jüd. Hochschüler „Mensa academica Judaica", Wien, IX., Pramergaffe 31. Wien. Am 3. August l. I. starb während der Heinreise von Bad Reichenhall, wohin er sich zur Heilung seines Leidens begeben hatte, der in Grazer israelitischen Kreisen sehr bekannte Vertreter der Firma Hermann Schnabel, Wien—Graz, Herr Adolf Gellis im 66. Lebensjahr in Golling und wurde am 6. August am israelitischen Friedhof in Salzburg begraben. Der Verstorbene, ein überzeugungstreuer, frommer Jude, genoß in Wien, Graz und den österreichischen Alpenländern allgemeine Achtung. Ec hinterläßt einen Sohn und eine Tochter, die in Wien wohnen. Auftritte ans dem Judentum Vom 4. August bis inkl. 10. August 1912. Nachod Sophie ged. Rosenberg, Private, geb. 8. Dezember 1867 Wien, XIX., Eichendorffgasse 3. Neuberger litte, geb. 7. März 1878, Storozynez, Bukowina, II., Taborstrasse 61. Spielmann Alosia ged. Schmelzinger, geb. 3. Februar 1876, Frauendorf, Niederösterreich, XVI., Speckbachergasse 30. Spielmann Simon, geb. 24. Juni 1876, Wien, XVI., Speckbachergasse 30. Weiß Max, Handelsangestellter, geb. 26. April 1885, Wien, X., Herzgasse 6. Baden Aus Anlaß des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I. findet Sonntag, den 18. August, V212 Uhr vormittags, im Tempel der israelitischen Kultusgemeinde Baden ein Festgottesdienst mit Predigt statt. Lundenburg. (Silberne Hochzeit.) Seit geraumer Zeit vlante in aller St'lle der Kultusausschuß, seinem hochverehrten Obmanne Herrn Josef Holländer, der bereits durch 9 Jahre die Stelle als Kultusvorsteher mit der größten Hinaabe und Opkerwilligkeit bekleidet, anläßlich der Feier der silbernen Hochzeit, welche er mit seiner vortrefflichen, allaemein hochgeschätzten Gemahlin am 9. Auausi l. I. beging, eine Ovation darzubrinaen. Bloß aus reiner Bescheidenheit feierte das Jubelpaar dieses Fest im engsten Familienkreise fern von Lundenburg und vereitelte so den Plan des bereits gebildeten Komitees. Nichtsdestoweniger kamen der Familie Holländer von Seite der vielen Freunde zahlreiche Gratulationen auf schriftlichem Wege zu. Der Kultusausschuß entsandte Sonntag am 1l. August dem Silberpaare eine Deputation, best-hend aus Sr. Kbrwürden Herrn Dr. H Sdweuger. ferner den Herren Direktor G Elsner, Gemeinderat I. Gold und Tempelvorsteher Josef Hoffmann Vom Wobltätigkeits-Frauenvereine stellten sich zur selben Zeit die Präsidentin Frau Dr. Bauer und Frau Direktor Elsuer em. Das Jubelpaar dankte tief gerührt für die ihm dargebrachte Ovation. Sauerbrunn. Die Erwartungen, welche die Veranstalter an den am Sonntag, den 11. d. zu gunsten des so eminent wohltätig wirkenden Vereines „Krankenbesuch" (Bikur cholim) stattgefundenen Zuckerltages knüpften, haben fich vollauf erfüllt. Herren, Frauen und Kinder hatten fich in nicht genug anzuerkennender Opferwilligkeit in den Dienst der Humanität gestellt und ihre Arbeit zeitigte edle Früchte. Der Erlös aus dem Verkaufe der Kanditen für den erwähnten Zweck war ein höchst ansehnlicher. Besondere Verdienste um das Gelingen dieser menschenfreundlichen Veranstaltung hatten fich u. a. erworben: Herr und Frau Wechsler, Frau Bezirksrat Mary Rübne r, Herr und Frau Reiß, die Damen Blau. Läufer, Frau Dr. Karpfen, ferner seien genannt: Dr. Leo W i t t m a n n, Grete F l e i s ch m a n n, Jeanette K u l k a, Hermann und Trude Steiner. Maria Popper, Grete L ö w y u. s. w. Wie gesagt, der Erfolg dieses Wohltätigkeitsfestes war ein über alle Erwartung überraschender. Zum Schluffe jedoch ein ernstes Wort der Mahnung im Interesse der Philanthropie: Seit dem Beginn der Saison jagt hier Fst auf Fest. „Tag auf Tag". Nulla dis sine linea. Trotz der Zeiten Not, wo gar manche Familie haushälterisch mit dem Heller umgehen muß, tragt gewiß jedermann gern und willig sein Scherflein für die Aermsten der Armen, die kranken Glaubensgenoffen in den Wiener Hospitälern, bei. Allein man solle in den Sommerfrischen den Bogen nicht zu straff spannen, zu viel wäre hier von Schaden und diesen trügen ja nur unsere armen Kranken. Darum laffet für heuer genug sein der Feste und Tage, denn sonst wird in der Konkurrenz um das Wohltun — die Wohltätigkeit erschlagen. Bad Gastei«. (HochherzigeSpende.) Anläßlich der 25jährigen Wiederkehr in Bad Gastein hat der bekannte Wohltäter kais. Rat Herr Moritz Hahn aus Prag dem Gasteiner Bürgermeister kais. Rat Herrn Karl Straubinger eine hochhefige Spende von Kr. 1000 für mittellose leidende Badegäste übergeben. Dieser Betrag wurde sofort dem hiesigen Badehospital überwiesen, in welchem derzeit auch Israeliten unentgeltlich in Verpflegung find und die Thermalbäder für arme Leidende ist. Konstff on verabreicht werden. Vor der Abreise des Herrn kais. Rat Moritz Hahn erschien in dessen Wohnung der Primararzt Dozent Dr. Ludwig W i ck und überreichte demselben, mit dem Ausdruck der wärmsten Dankesworte folgende Adreffe:

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