Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 33 (16.8.1912)
- Date
- 1912-08-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 554 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 33 ihre Vorarbeiten beendet und die Grundzüge für einen Gesetzentwurf ou-gearbeitet. Die Kommission nahm das im Kriegsministerium vorhandene Material' über.die Haltung der indischen Soldaten im russisch-japanischen Kriege sowie die eingelangten Berichte über die Erfahrungen. -welche man mit jüdischen Soldaten in anderen Staaten gemacht hat. zur Grundlage. Trotzdem hat die Kommission den Grundsatz ausgestellt, daß die Juden in Rußland auch in bezug auf den Militärdienst anders zu behandeln seien., wie die übrige Bevölkerung. Die Kommissionsmitglieder sind nur über die Form noch nicht einig, in welcher sich die Ausnahmsstellung der Juden im Militärdienste zu äußern habe. Es sei bei d'eser Gelegenheit daran erinnert, daß seinerzeit, als der Antrag auf - Ausschließung der Juden vom russischen Militärdienst zum erstenmale ausgetaucht ist, die Juden selbst sich am heftigsten gegen eine solche Zumutung gewehrt haben, daß selbst an den Zar von Tausenden von ausgedienten Soldaten Protestkundgebungen ergangen sind und daß schließlich auch die zwei jüdischen Mitglieder der Reichsduma, Niffelowitsch und Friedmann. wiederholt in längeren Reden dieses Attentat auf die jüdische Bevölkerung mit aller Entschiedenheit zurückwiesen. Letzte Ehrung eines jüdischen Arztes. Vorige Woche wurde in Riga der wegen seiner großen Menschenfreundlichkeit allseits beliebte Arzt Dr. S. Steinfeld von einem seiner Patienten, bei dem, wie festgestellt wurde, plötzlich der Wahnsinn ausgebrochen war. überfallen und ermordet. Von dem überaus großen Ansehen, dessen sich der auf so tragische Weise aus dem Leben geschiedene Arzt in Riga und seiner Umgebung zu erfreuen hatte, lieferte sein Leichenbegängnis einen erschütternden Beweis. Nahezu die ganze Stadtbevölkerung nahm an dem Leichenbegängnis teil, 200 Rigaer Aerzte bildeten ein Ehrenspalier und die Rigaer Zeitungen schätzten die Zahl der Menschen, welche dem Sarge bis auf den Friedhof gefolgt waren, auf nahezu 30.000. Die Blumen und Kränze, welche dem beliebten Arzte als letzte Ehrenbezeigung gewidmet wurden, füllten mehrere Wagen. Als der Sarg in die Erde versenkt wurde, ging ein markerschütterndes Schluchten durch die trauernde Menge, denen Dr. Steinfeld ohne Rücksicht auf ihre konfessionelle Zugehörigkeit Freund und Berater gewesen. Das Leichenbegängnis, bei welchem eine große Anzahl von Trauerreden gehalten wurden, nahm 8 Stunden in Anspruch. Vermischtes. Krarrzablöfuugsspeudeu zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I.. Settenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des sel. Heinrich Hacker: Eugenie Scherer 10, Sigfried Ellenbogen 20, Hans Bock 20; Rott 10. Zusammen 60 Kronen. Anläßlich des -Ablebens des sel. David P e r e l i s: Leopold Selmeczy 50 Kronen. . . Anläßlich des Ablebens des sel. S. Heit: Von den Kindern 100, Salo Cohn 50, Marie und Jakob Kann 20, S. Goldman» 10, Moritz Breitner 10, Carl Lemberger 20. Salomon Simon 10. S. Steiner 10. David. Tanger 10, Adolf und Hermine Fleischmann 50. Sofie Spiegel 20, Em. Kallberg 10. Dr. Leopold Kohn 20, Sigmund Kopperl 20, B. Rothzieqel 10, Hauspersonale S. Heit 10, Rudolf Reff 5. Josef Mandl 20, Julius Stern, kai>. Rat 20, Fr. Stern 20, Hugo Kadisch 10, Jakob Ehrenwald 20, Dr. Markus 10, S. Erben 20, Dr. Alfred Berger 20, Albert Winterberg 10, G- Bettelheim 20, Familie Steinhof- Horovitz 40, Dozent Dr. S. Erben 30, Rosa Erben 20. Ed. und Element. Wiener 20, Personale Fa. S. Heit 100, Amalie Jritzer 20, . Stefan Epstein 10, W. Freistadl und E. .Engel 10. Zsuammen 805 Kronen. Uleine Oesellschaftsreise nach Palästina. Herr Rabb. Dr. M. Grunwald, Wien, XV., Mariahilferstraße 167 beabsichtigt Anfang Oktober in kleinerer Reisegesellschaft — bis 'zu 20 Personen — die dem jüdischen Interesse näher liegenden Stätten Palästinas (älteren und neueren Datums) zu besuchen und ist bereit, einige Anmeldungen zur Teilnahme noch entgegenzunehmen. Durch die Gesellschaftsreise ist es möglich, erhebliche Vorteile zu genießen. Die Anmeldungen müssen - aber möglichst umgehend erfolgen bei Herrn Dr. Grunwald oder bei der Palästina-Reise-Gesellschaft e. V. in Hamburg (Adresse: Dr. Chwolles, Hamburg- Bahrenfeld). Wien. (Auszeichnung.) Der Kaiser hat dem Großindustriellen kaiserlichen Rat Moritz Doctor in Wien den Adels stand, das Ehrenwort „Edler" und das Prädikat „Hohenlangen" verliehen. Wien. (Gottesdienst.) Der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde veranstaltet anläßlich der diesjährigen hohen Feiertage im Musikvereinssaale. I., Dumbagosse 3, im großen Sofiensaale, HI., Marxergasse 13 und im Saale des Hotel Continental, II., Taborstraße 4, feierliche Gottesdienste. Wien. Anläßlich des Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers findet Samstag, den 17. d. M., 9 Uhr früh, im Tempel IX., Müllnergafse 21, ein Festgottesdienst statt. Wien. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers findet Sonntag, den 18. August l. I., 9 Uhr vormittaqs, in der Synagoge ..Beth Israel" und um 11 Uhr im Verein stempel, XX., Klucky gasse 11, ferner im Bethause der Adaß Jisroel (S ch i f f s ch u l) um 11 Uhr vormittag ein Festgottesdienst statt. Wien—Mariahilf. Aus Anlaß des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers findet am Sonntag, den 18. d. M., halb 8 Uhr früh, im Tempel VI., Schmalzhofgaffe 3, ein feierlicher Gottesdienst statt. Wien. (Verlobung.) Unser geschätzter Mitarbeiter Herr Isidor G r o b t u ch, Direktor der Wiener Spar- und Kredit-Gesellschaft, hat sich mit Fräulein Tina Aufgabel, Tochter des Großkaufmannes Herrn S. Aufgabel in Czernowitz, verlobt. Wien. (70. Geburtstag.) Am 11. August 1912 feierte Herr Ignaz Hahn Tempel Inspektor der Jsr. Kultusgemeinde Wien, seinen 70. Geburtstag. Diesen Anlaß benützten seine vielen Freunde und Bekannten, um ihn zu diesem Tage besonders zu ehren. Seitens des Vorstandes der isr. Kultusgemeinde erhielt Herr Hahn ein in Worten der Anerkennung über seine langjährige Diensttätigkeit abgefaßtes Gratulations-Schreiben nebst einem Ehrengeschenke. Ein sehr schönes Glückwunschschreiben erhielt der Jubilar vom Bethaus-Vorstande. Die Bezirksvertretung des Gemeinderates der Stadt Wien ehrte den Jubilar durch ein Gratulations-Schreiben. Im Restaurant Herling e versammelten sich nebst den Familienangehörigen viele seiner Bekannten und Freunde, sowie der Vorstand des Vereines zur Bekleidung armer alter Männer. Namens des genannten Vereines überreichte Herr Präsident Isidor Schwarz dem Jubilar ein Ehrengeschenk und feierte denselben als langjähriges, treues und aufopferndes Mitglied des Vereines, Der Erste Sekretär der isr. Kultusgemeinde Herr kais. Rat Dr. Liebe n, welcher durch seine Anwesenheit bei dieser intimen Feier den Jubilar besonders auszeichnete, würdigte denselben durch Worte der Anerkennung über seine stets treue Diensterfüllung und überreichte denselben Namens des Beamtenkörpers der isr. Kultusgemeinde ein Ehrengeschenk. Viele Telegramme und Zuschriften zeigen, welch großer Beliebtheit sich der Jubilar allseits erfreut und wünschen ihm seine Freunde, er möge noch viele Jahre in körperlicher und geistiger Frische im Kreise seiner Familie verleben. Wien. Die jüdischen Turnvereine Westösterreichs wurden bei dem am 26. und 27. Mai d. I. zu Berlin abgehaltenen Verbandsturntage zu einem eigenen Kreise vereinigt. Dieser Kreis, der die jüdischen Turnvereine Biel i tz, Boskowitz, Brünn, Graz, Jglau, Mähr.-Ostrau, Proßnitz, Wien, I. JüdischerTurnverein, JüdifcherTurnverein Favoriten, Fünfhaus und den Sportklub Hakoah umfaßt, wird bereits im Dezember d. I. den ersten Kreisturntag, verbunden mit einem gtoßen Kreisschauturnen, abhalten.