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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-08-16 · 33 (16.8.1912) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
33 (16.8.1912)
Date
1912-08-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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tn den gemischten Tribunalen neben der arabischen als offizielle Sprache zugelassen wurde. Die weitere Folgjr davon war, dass Me Intellektuellen, bei denen während des allen Regimes der nationale Gedanke nicht so eingewurzelt war, die französische Sprache vollständig beherrschten und sie in Kurs setzten. Die politischen Ereignisse Haben es nun verursacht, daß die französische Sprache in Palästina wie überhaupt im ganzen Orient allmählich an Böden verliert. In Palästina dürfte es ungefähr 40.000 Menschen geben, die französisch sprechen. In letzterer Zeit hat die hebräische Sprache im Heiligen Lande eine ungeahnte Verbreitung gefunden. Der Fremde ist ganz überrascht, hier diese tote Sprache zu neuem und fruchtbarem Leben erwacht zu sehen. Heute ist die hebräische Sprache die Unterrichtssprache in den meisten jüdischen Schulen. Man wundert sich heute nicht mehr in Palästina, auf den Strassm und in den Familien hebräisch sprechen zu hören. Mit einer bemerkenswerten Ausdauer arbeitet das jüdische Volk daran, dieser Sprache die Wichtigkeit von ehedem wieder zu erobern, und es ist kein Zweifel, das? es in diesem Bestreben auch reüssieren werde. An vierter Stelle ist die deutsche Sprache zu erwähnen. Man schätzt die Zahl der deutsch sprechenden Personen in Palästina auf 8000. Man unterschätzt im allgemeinen eine andere in Palästina vorherrschende sogenannte Noisprache. nämlich den iüdisch-deutschen Jargon, der von 80.000 Menschen gesvrochen wird und wegen feiner Verwandtschaft mit dem Deutschen leicht verständlich ist. Die englische Svrache. welche 5000 Anhänger in Palästina zäM. verdankt diese ihre Verbreitung den Hospitälern und ausgezeichnet geführten Schulen, welche von den Engländern in verschiedenen Städten gegründet wurden und auch heute noch erhalten werden. An letzter Stelle erst figuriert die türkische Sprache mit 5000 Personen, die sich zumeist aus Beamten und dem Militär rekrutieren. Die übrigen Sprachen, welche in Palästina außerdem noch gesprochen werden, sind ganz bedeutungslos und werden auch in Zukunft keine besondere Rolle spielen. Familienrat der Nachkommen Jakob Vassrwis. Der Familienrat der Nachkommenschaft des kaiserlichen Dieners. Neichsfreien Jakob Basseui von Threwenberg. veranstaltet am 82. Geburtstage Seiner kaiserlich und königlichen apostolischen Majestät Franz Josef I.. den 18. August 1912 in Budapest eine Festsitzung, zu welcher die legitimen grossjährigen Nachkommen männlicher und weiblicher Linie höflichst geladen werden. Tagesordnung: 1. Dankgottesdienst und Huldigung anläßlich des 82. Geburtstages Seiner kaiserlich und königlichen apostolischen Majestät Franz Josef I. 2. Verleihung der Franz Josef I. Geburtstagsstipendien. 3. Endgültige Redigierung des Stiftungsbriefes über die Franz Josef I. Geburtstagsstipendien, Studenten- und Lehrlingsheime. 4. Verlautbarung der Beschlüsse des letzten Familien tayes. 5. Festsetzung des Budgets pro 1912/13. 6. Wahl der Repräsentanz für das Jahr 1912/13. 7. Sonstige Anträge. Die Teilnahme ist bis 14. d. M. beim Syndikus Michael Vaida (Budapest. V.. Szemere-utca 6) anzumelden. Geldsendungen sind an den Schatzmeister. Herrn Kammerdirektor Siegmund Liebstein (V., Szemere-u. 6) zu richten. Ort und Zeit der Zusammenkunft werden den Teilnehmern rechtzeitig bekanntgegeben werden. Die Beschlüsse des Familienrates sind ohne Rücksicht auf die Anzahl der Erschienenen endgültig. i Seite 55t Rabbi Hirsch. Dänemark. Wir erhalten folgenden Aufruf mit dem Ersuchen um Veröffentlichung: Es lebte vor zirka 30 Jahren ein Wundermann „Rabbi Hirsch Dänemark", auch Eisenkopf genannt, der sich vor hohen Herrschaften und Monarchen mit seinem phänomenalen Gedächtnisse produzierte: dieser Mann ist plötzlich verschollen: ich ersuche nun höflichst alle, die ihn gekannt haben und die irgend etwas von ihm wissen oder von ihm in irgend einem Werke oder Zeitung gelesen haben, mir dies gefl. mitzuteilen, besonders wenn jemand weih, wo selber gestorben ist. Briefe, auch unfrankiert, erbeten an Markus Dänemark. Kurort Ro2nau, Mähren. An Herrn Poincare! Im „Univers Israölite" steht ein „offener Brief" an den Ministerpräsidenten Poincarö, der bekanntlich dieser Tage nach Russland reiste. Der Brief ist witzig, enthält aber im scherzhaften Stil die ernstesten Dinge. Hier einzelne Stellen daraus: „Sorgen Sie für einen Pah. Die Vereinigten Staaten haben den Handelsvertrag mit Russland gekündigt, weil Russland sein Visum den Pässen amerikanischer Bürger versagte. Verlangt Ihr russischer Kollege der auswärtigen Angelegenheiten was rechtens ist. dass die französische Republik die russische Autokratie gegen Amerika unterstützt, so versprechen Sie ihm, dass Sie das tun wollen. Russland denkt ohne auswärtige Juden auszukommen, es kann auch ohne sie triumphieren. Der russische Kriegsminister wird von Ihnen verlangen, dass alle Ernennungen des französischen Generalstabes der Genehmigung des Zaren unterliegen. Versprechen Sie es ihm, das ist durchaus in der Ordnung. Denken Sie endlich daran, dass in Kiew ein unschuldiger Jude im Gefängnis für das Verbrechen eines anderen büsst. dass eine Gemeinschaft für das Verbrechen dieses Unschuldigen haftbar gemacht wird und dass selbst Zivilrich^er auf höheren Befehl einen Unschuldigen verdammen können. Klären Sie Ihren Kollegen, den Justizminister auf. was Ihnen ja leicht sein wird wie man in Frankreich eine derartige Iustizkabale entwirrt hat. Zum Schluss noch ein Wort. Herr Ministerpräsident. Sie bringen zweifelsohne französisches Geld nach Russland: Achtung vor Taschendieben." Es kann keine blutigere Satire auf das unnatürliche französisch-russische Bündnis geben, das ja in diesen Tagen durch eine Marinekonvention gefestigt und erweitert worden ist, als diesen köstlichen offenen Brief. Der internationale Eugenistenkongress und dir jüdische Hygiene. Der internationale Eugenistenkongress hat vor kurzem in London stattgefunden. Die Eugenistik ist eine junge, in England emporgekommene Wissenschaft, die die Erforschung der Bedingungen zur Erzeugung und Erhaltung eines körperlich und geistig gesunden Menschenschlages zum Ziele hat. Auf dem Kongress wurden als wesentliche Voraussetzung der Förderung des Lebens die Ernährungsweise. der regelmässige Wechsel zwischen Arbeit und Ruhe, und natürlich vor allem die Auswahl bei Eheschließung und das Eheleben behandelt. Das sind längst bekannte Forderungen unseres jüdischen Gesetzes, die unsere Thora unter dem Begriff der Lebensheiligung zusammenfaßt. und es ist daher erklärlich. dass einer der bedeutendsten englischen Gelehrten, Prof. I. A. Lindfay, über die eigentümliche Stellung der jüdischen Rasse gegenüber den Krankheiten einen längeren Vortrag gehalten hat. (Der Gelehrte hatte wohl richtiger Nr. 33 Dr. Blochs Wochenschrift im Orient Hatte zur Folge, dass die französische Sprache

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