Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 30 (26.7.1912)
- Date
- 1912-07-26
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 30 Dr. Btochs Wochenschrift Seite 507 die dem Wohltätigkeitsbund vermachten Testamente so gestaltet werden, datz der Bund über die vermachten Geldmittel nach einer gewissen Anzahl von Jahren nach bestem Wissen und Gewissen verfügen darf und nicht mehr daran gebunden ist, eine enge Testamentsklausel einzuhalten. — Bei der zweiten Sitzung hielt der Sekretär des „National Desertion Bureau", welches vor zwei Jahren durch die Konferenz gegründet wurde, einen interessanten Bericht, der über die „Defertierung" der Familienstützen ins Einzelne gehende Mitteilungen brachte. Nach dem Berichte wurden 561 Leute, die ihre Familien verlassen hatten, Zu diesen wieder zurückgeführt. 2m ganzen gingen 852 Fälle durch die Bearbeitung des Bureaus. Als das beste Mittel, der Flüchtigen habhaft zu werden, erwies sich die Veröffentlichung ihrer Photographien in den verschiedensten jiddischen Zeitungen. Auch diesmal wurden diesem Werke 8000 Dollar gewidmet. Mehrere soziale Probleme wurden noch verhandelt und deren weitere Erledigung dem Ausschutz überwiesen. "Ableben eines jüdischen Obersten der Burew-Armer. Aus Warschau wird uns geschrieben: Vor einigen Tagen starb im Alter von 86 Jahren der Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Petrikau. Mar Hirsch. Als junger Mann machten auf ihn die heldenmütigen Freiheitskämpfe der Buren einen so mächtigen Eindruck, datz er seine Heimat verlietz und nach Transvaal ging, um in die Burenarmee einzutreten.. Hier zeichnete sich Hirsch in verschiedenen Kämpfen der Buren durch seine Tapferkeit und Heldenmut aus und trüg auch vielfach schwere Verwundungen davon. Als Dank für feine heldenmütigen militärischen Leistungen wurde er in den Rang eines Obersten erhoben. Hirsch kehrte vor einigen Jahren wieder in seine Heimat zurück, um seinen Lebensabend im Kreise seiner Verwandten zu vollenden.. In Petrikau genotz der jüdische Burenoberst bei der Eesamtbevvlkerung grotzes Ansehen, und die Sympathien für den Verstorbenen kamen denn auch in der Beteiligung sowohl der jüdischen, als auch der nichtjüdischen Bevölterungsschichten an dem Leichenbegängnis zum Ausdruck.. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I.. Seitenstettengasie 4 für arme kranke Glaubensgenosien. Anläßlich des Ablebens der sel. Clementine Lucka: Friedrich Weil 15, Olga Neumann, Prag 10, Walter Neumann. Prag 10, Professor Ehrmann 10, Minna Hahn 20. Zusammen K 65. Spende Betti Bauer anläßlich des Todestages des sel. Albert Bauer 40. Anläßlich des Ablebens der sel. Hermine F l e i s ch m a n n: S. Steiner und Frau 10, Ludwig Herzfeld und Frau 50, Ignaz Todor und Frau 5. Jak. Klein 10, Alexander Kraus 10, Langraf Lajos 10, Ignatz Jonas und Frau 10, Jaques Wallis 5. Zusammen K 110. Anläßlich des Ablebens der sel. Gusti Bock: Adolf Deutsch 10, Franz Herzka 10, Sig. Bock 20, M. Barscs 5, Julius Schulz 10, Dr. Karl Natanson 10, Ludwig Taller 10, Paul Bock 5. Zusammen K 80. Wien. Am 26. Juli d. I. begeht in aller Stille im Kreise seiner Familie Herr Leopold Fehl seinen 70. Geburtstag. Herr Leopold Fehl wirkt gleich seinem Bruder Herrn Heinrich Fehl einige Dezennien als Lehrer und Religionslehrer an der Volksschule, II., Leopoldsgasse, und erfreut sich besonders seines biederen Charakters wegen nicht nur seitens seiner Kollegen, sondern auch seitens seiner zahlreichen Freunde der allgemeinen Achtung und Wertschätzung. Möge ihm noch eine lange Reihe von Jahren frohen Schaffens und ungetrübter Gesundheit beschieden sein! L. W. Bethausvorsteher Theodor Kohn. Herr Theodor Kohn, Mitglied des Bethausvorstandes, ein Bruder des k. k. Landesschulrates und ersten Vizepräfidenten Dr. Gustav Kohn, beging dieser Tage die Feier seines siebzigsten Geburtstages. Um diesen Tag in aller Stille und Zurückgezogenheit zu verbringen, begab er sich um diese Zeit mit seiner Gattin zur Kur nach Karlsbad. Indessen ein Kreis dort anwesender Freunde ließ es sich nicht nehmen, dem Jubilar aus Anlaß dieses Tages eine Ueberraschung zu bereiten. Als er frühmorgens zur gewohnten Stunde im Etablissement „Posthof" zum Frühstück erschien, war der Tisch mit Blumen reich geschmückt und die Freunde erschienen nacheinander, um den rüstigen Jubilar zu beglückwünschen, der in gewohnter Bescheidenheit alle Lobspendungen ablehnte. Der Bethausvorstand übermittelte seinem beliebten Mitgliede eine herzlich abgefaßte Adresse; auch sonst kamen Herrn Theodor Kohn aus diesem Anlasse telegraphisch und schriftlich zahlreiche Kundgebungen als Beweise der Wertschätzung und Sympathie zu, deren sich Herr Theodor K o h n in weiten Kreisen erfreut. Wien. (Kaiser Franz Josephs-Ferienh e i m.) Vor einigen Tagen traf die zweite Serie, bestehend aus 140 Mädchen in Begleitung der Vizepräfidentin und dem entsprechenden Begleitpersonal aus unserem Heime in Tischnowitz in Wien ein. Freitag den 12. d. M. verließ die erste Knabenkolonie, 140 Kinder, in Begleitung einer Vorstandsdame, eines Präfekten und dreier Aufseher Wien, um sich zu einem vierwöchentlichen Aufenthalt in unser Heim in Tischnowitz, welches in einem herrlichen Parke gelegen ist, zu begeben. Gleichzeitig wurden 24 kranke Mädchen in das Seebad Grado in Begleitung der Vizepräsidentin des Vereines „Oesterr. * Seehospiz" Frau Sofie Grünfeld entsendet, die nach sünfwvchentlichem Aufenthalte von 26 Knaben abgelöst werden. Wien. Herrn Elieser K i s ch n e r, der seit Jahren kantorale Funktionen am Leopoldstädter Tempel versieht und wiederholt auch bei Vertretung von ersten Funktionen Gelegenheit hatte, seine prachtvolle Bariton stimme, sowie sein fachmännisches Wiffen und chasanisches Können zur Geltung zu bringen, ist vom Kultusvorstande der Titel eines Kantors verliehen worden. Herr Kischner vereinigt mit bedeutenden musikalischen Kenntniffen ein reiches hebräisches und rabbinisches Wiffen und genießt auch persönlich in hohem Maße die Sympathien und Wertschätzung in allen Kreisen der Leopoldstädter Tempelbesucher. Austritte ans dem Judentum Vom 17. Juli bis inkl. 20. Juli 1912. Angel Rosa, Kontoristin, geb. 1. .Mai 1888, Wien, XVI., Grundsteingasse 40 Engelsmann Eva, ledig, geb, 18. September 1880 zu Vag Ujhely, XX., Am Krautgarten 131 Fassei Annie, Private, geb. 18. November 1891 zu Brünn, I., Eührichgasse 6 Fischer Gustav, Privatbeamter, geb. 20. April 1881, Brandeis a. E.. VII., Wimbergergasse 10 Fischer Julius, Privatbeamter, geb. 14. September 1894, Bramleis a. E.. VII., Wimbergergasse 10 Fischer Ludwig, Privatbeamter, geh. 15. Juni 1870, Brandeis a. K., VII., Wimbergergasse 10 Flatau Gabriele Ludmilla geb. von Wolf, Justizratsgattin, geb. 4. März 1867 zu Wien, derzeit Marienbad Gutmann Julius. Student, geb. 18. Jänner 1891 zu Wien, VII., Neubaugürtel 24 Mayer Emiie, Verkäuferin, geb. 23. November 1887, Wien, XIX, Braunhirschengasse 21 Rosenfeld Richard, ledig, geb. 14. Juli 1889, Wien II.. Vorgartenstrasse 129 Klosterneuburg. (Dekorierung eines Einjährig-Freiwilligen.) Am 20. d. M. fand hier die feierliche Dekorierung des jüdischen Einjährig - Freiwilligen- Korporals Dr. Ernst B a j a y vom Pionierbataillon Nr. 6 mit dem silbernen Verdienstkreuz statt. Dr. Bajay erhielt diese Auszeichnung für die mit eigener Lebensgefahr vollzogene Rettung zweier adeligen Damen, die bei einer Kahnfahrt au