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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-07-26 · 30 (26.7.1912) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
30 (26.7.1912)
Date
1912-07-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Nr. 30 Sette 500 Dr. Blvchs Wochenschrift nämlich einen Auszug gus dem Testament dieses vorbildlichen Juden, der einst dem niederländischen Statthalter Wilhelm III. einen brennenden Fidibus, im Werte von 100.000 Gulden, reichte: eine Schuldverschreibung ans den Tagen, da der (Statthalter nach England gezogen war. Dieser Auszug lautet: „Copia uyt liet Testament van de B-ijke Jood de Pinto, Aan den Staat tot belioefte von het Landt, gemaakt vijf Tonnen Gouds, Aan den Staat gedaan om den oorlog te voeren 14 Tonnen Gouds, met conditie zal den Staat deze 15 Tonnen Gonds gebruiken 15 Jaren lang zonder intrest, edog binnen 10 Jaren vreede wordende, ket kapitaal weder te geven. Voor ider Cliristen kerk zoo in Den Haag als Amsterdam zal kebben 10 duizend Gulden. Zyn Nabuur Dyeaskerk zal kebben 20 duizend Gulden 10 Duyzend Ryxdaalders voor jeder Ckristen weeshuys zoo in Den Haag als tot Amsterdam. Het eerste Weeskindt uis het Diaconie-Weeskuys, mondig of onmondig, zal kebben 1000 guldens. Het tweede 600 Guldens. Voor de Portugeesche Kerk 2 en een kalve Tonne Gouds. Voor ’t Portugeesche Weeshuys 30,000 Ryxdaalders. — Het Swarte Laken om ket Huys te behängen, ket Begrayen, alles om den armen te kleeden. 12 Tonnen Gouds aan de Stad op intrest voor de Joden tot Jeruzalem, tegen 6 ten Hondert, ’t kapitaal weder te geven. 5000 Guldens voor de Smouse kerk. 31 Tonnen Goudts aan syn neef Pieter Overis, Lust en Panden, Huys en Hof, mits zyn Nigt te Trouwen. 10 Tonnen Gouds aan zijn eigen vrouw met 6 eigen Huyzen, en Hofsteede by Den Haag en een by Amsterdam. Aan yder neef 1000 Ryxdaalders. Yder nabuur die hem uit keeft getrokken (die Leiche, getragen hat) 100 Dukatons. Yder knecht en meidt 500 Guldens Bank geld. Yder Predikant 100 Ryxdaalders. Yder Koster 50 Ryxdaalders.“ Der Jude Pinto schenkte also nicht nur dem Staate zu Kriegs- und Friedenswerken 20 Tonnen Goldes (9 Millionen Gulden), sondern quch jeder Lhristenkirche in Amsterdam und Haag — deren waren nicht wenige — 10.000 Gulden. Von noch weit liberalerer Auffassung aber zeugt die Schenkung von 5000 Gulden an die „Smouse terf‘: die Synagoge der deutschen Juden, die man früher „smous" genannt zu haben scheint. Denn damals bestand Zwischen portugiesischen und deutschen Juden eine große Kluft. Erstere fühlten sich über letztere, infolge ihrer adeligen Abstammung,, hoch erhaben. Eine Eheschließung zwischen beiden war undenkbar. Ausgewanderte jüdische Städte. Aus Petersburg wird uns geschrieben: Die wilde,, ungeregÄte Emigration der russischen Juden nimmt ungehmre Dimensionen an. Es vollzieht sich, ein ganz merkwürdiger Prozeß. Die Juden wandern zunächst gegen die Reichsgrenze zu und von dort in Massen über die Grenze. Eine, ganze Anzahl kleinerer Grenzstädte, in denen einst ansehnliche Judengemei>nden blühten und die verschiedensten jüdischen Schulen Und Synagogen und andere kulturelle und soziale Einrichtungen bestanden, sind heute fast vollständig judenleer. So zum Beispiel ist in ber Grenzstadt Gowre im Kownoer Gouvernement, in welcher rinst eine blühende Judengemeinde war, fast kein Jude« mehr vorhanden, und das grotze Beth Hamidrasch mit seiner reichhaltigen wertvollen Bibliothek steht verlassen und herrenlos da. So geht es auch in anderen Grenzstädten, und es wäre nicht unwichtig, daran zu denken,, wenigstens die Bibliotheken, in denen wahre Schätze alten jüdischen Schrifttums begraben sind, vor dem Vandalismus des russischen Pöbels zu retten. Neue englische Funde in Aegypten. Die Ergebnisse der jüngeren Grabungen des Aegypt Erploration Fund, der hauptsächlich durch englische, aber auch durch amerikanische Stiftungen ausgestattet ist, werden im Londoner Kings College durch eine stattliche Ausstellung der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Die Hauptarbeit der diesjährigen Grabungen, die von den Professoren Naville und Peel in Abydos, Atfieh und anderen Oertlichkeiten geleitet wurden, war die Freilegung eines großen unterirdischen Bauwerks, des Osireion, von dem Man annimmt, daß es den Mysterien des Osiris gedient habe. Nach einer anderen Anschauung wurde der Bau als Kenotaph für den König Menetaph errichtet, der der Pharao der biblischen Josepherzählung gewesen sein soll. Eine Anzahl von Relief-Vignetten, die an den Steinwänden eingehauen entdeckt wurden, werden auf diesen Herrscher bezogen. Eine der Vignetten zeigt den König bei einem Spiel', das unserem Schach ähnelt und bei dem sechs als Tierbilder geformte Steine gebraucht wurden. In einem völlig unberührten Grab der Ptolemäerzeit wurden 18 Mumien gefunden, von denen aber nur eine, die eines kleinen Kindes, wegen ihrer ungewöhnlich, guten Erhaltung ausgestellt ist. Von den anderen sind nur einzelne Teile, geschmückt mit Amuletten und geflügelten Skarabäen, zu sehen. Ein sehr interessanter Gegenständ ist das Wachsmodell eines Ofens, der in einer prädynastischen Ansiedlung gefunden wurde. Das Original bestand aus 23 großen Tonkrügen, die von Feuersteinen umschlossen waren. Män/ nimmt an, datz der ganze Apparat einen Ofen darstellte, der bei der Herstellung einer Art von Bier verwendet wurde. Jüdische FraucnseMon des Roten Kreuzes. In London hat sich eine eigene jüdische freiwillige Frauensektion der Roten Kreuz-Gesellschaft gebildet, welche eine eigene Vorbereitungsschule für jüdische Sa? mariterinnen im Kriegsfälle unterhält. Vorige Woche wurde die Abteilung von einem hohen Offizier inspiziert, der in seinem Berichte über die Inspektion voll Lobes ist, sowohl über die Haltung der Mitglieder dieses Detachements, wie auch über die grotzartige (Ein* richtung desselben. Besonders der Unterricht in der Pflege der Verwundeten wird bei der jüdischen Frauensektion als mustergiltig hingestellt, und die anderen Sektionen Londons werden eingeladen, das jüdische Frauendetachement zu besuchen, von dem man sehr Vieles lelnen könnte. Der Bericht hebt ganz besonders die selbstlose Liebe der jüdischen Frauen für den Samariterdienst hervor und spricht die Meinung aus, datz die jüdischen Frauen und Mädchen schon infolge ihrer Religion und ihres religiösen Lebens sich, von Geburt aus für diesen patriotischen Liebesdienst eignen. Eine judenfemdMe Verordnung her rumänischen Regierung. Aus Bukarest schreibt mander „N. I. K.": Bisher waren sämtliche Studierenden an der medizinischen Fakultät der Bukarester Universität von der Erfüllung ihrer Militärdienstpflicht bis zur Erreichung des 28. Lebensjahres befreit, damit sie ihr Studium ungehindert beenden konnten. Nunmehr hat das Kriegsministerium verfügt, datz die „Fremden" von dem Genuß dieses

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