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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-07-19 · 29 (19.7.1912) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
29 (19.7.1912)
Date
1912-07-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 494 Nr. 29 Mir strömten die Tränen aus den Augen: ich fiel ihm um den Hals und umarmte ihn. „Nein, nicht du bittest um Verzeihung, ichcht du; ich, ich bitte dich^ mir zu vergeben. Und jetzt mutzt du mit hinein zu meiner Mutter und ihr sagen, datz wir uns versöhnt haben und hierfür uns gegenseitig achten wollen." „Darum bin ich ja just zu Euch gekommen." Hierauf ging er mit mir zu rneiner Mutter hinein und sprach: „Ich komme um Ihre Vergebung zu bitten, gnädige Frau, für die Beleidigung, die ich Ihnen zugefügt. Ich bin der Schuldige, ich gestehe es ein. Denn worüber wir disputiert, darin hat er recht gehabt, der Moritz. Der Buchstabe „h" ist m d,er Tat ein Konsonant; nur aus poetischer Lizenz wird er zuweilen als „Spiritus levis" betrachtet. Der Herr Professor hat mir. das klar und deutlich erklärt. Darum verzeihen es mir, datz ich den Moritz Veranlassung gab, mich, zu schlagen. Seine Schläge haben mich nicht geschmerzt: denn der Moritz hat recht, und auch eine tüchtige Faust hat er. Und mit dieser Faust wird er den Juden verteidigen, wenn er recht ha,ben wird . . , .“ In diesem Augenblick bin ich Philo semit geworden. Literatur. „1001 W hebräischer Sprachst. Im hebräischen Vorlage Turgamann in Odessa, der die hebräische Uebersetzung der Klassiker der WeMitesratur sich zur Aufgabe gemacht hat, erschien dieser Ta.ge auch die hebräische Uebersetzung von „1001 Nacht". Die Uebersetzung stammt von dem bekannten hebräischen Schriftsteller David Iellin und iss an sich ein Meisterwerk hebräischer Dichtkunst. Ohne eine sklavische Uebersetzung zu sein, trifft das Buch in allem Ton und Stil des Originals und liest sich, wie wenn uns der Uebersetzer etwas selbst Erlebtes geboten hätte. Amerikanisch-jüdische Publikationsgesellschaft. Vor kurzem fand in Philadelphia die 27. Jahresversammlung der Jewish Publikation Society of America statt. Der Zweck dieser Gesellschaft ist, die jüdische Literatur unter den Juden Amerikas zu verbreiten. Welchen Anklang die Bestrebungen dieser Gesellschaft finden, beweist die Tatsache, daß die Zahl ihrer Mitglieder im Berichtsjahre um 8000 größer wurde und heute schon 10.100 beträgt. Im vergangenen Jahre haben die Mitglieder der Getellschaft 7 neue Bände gratis erhallen, und zwar das amerikanisch-jüdische Jahrbuch/ ein Band Essays von Achad Haam in englischer Sprache, ferner den dritten Band von P-of. Ginzbergs „Legenden der Juden" und einen Band jüdischer Erzählungen, übersetzt von Fräulein Helene Frank. Forschungsreise nach Mesopotamien. Der Forscher Professor Musil kehrte von seiner letzten Forschungsreise nach Arabien und Mesopotamien, die er mit dem Bruder der Erzherzogin Z ta. Prinz Sixtus von Parma, unternommen hatte, zurück. Zu Kamel, von drei Dienern begleitet, durchforschten sie 3000 Kilometer, fanden römische Straßen mit Meilensteinen, Grenzfesten, Wachtürmen, panthische und persische Lagerplätze, Landsitze der Omaijaden und Abbassiden. Sie konstatierten mehrere jüdische uralte Kolonien und Ueberreste verbannter israelitischer Stämme, die sich äußerlich nicht mehr von Mohammedanern unterscheiden. Der Ehacham der jüdischen Gemeinde Ana erfreut sich größten Ansehens wegen seiner Freigebigkeit. Das wichtigste Ergebnis der Reise ist die Erforschung des unbekannten Mesopotamien. Die Forscher haben eine Karte mit mehreren hundert Namen ausgenommen; sie fanden uralte Straßen, die das Land sternförmig durchziehen, Festungswerke, große Kanäle und unerschöpfliche Salzwerke. Prinz Sixtus, der nach Pianore zur Familie reiste, will sich ganz der Forschung jener Länder widmen. Eine Zudaiea Sammlung in Washington. Wie aus Washington mitgeteilt wirb, hat die Direktion der großen nationalen Kongreßbibliothek in Washington verfügt, daß eine eigene, ausgedehnte Abteilung für jüdische Literatur und Geschichte errichtet werde. Der Staat hat dafür bte über 10.000 Bände zählende Judaica-Privatbücherei des bekannten Schriftstellers und Reisenden Ephraim Demhardt (jetzt in Arlinqton wohnhaft) angekauft. Diese umfaßt das gesamte Gebiet der jüdischen Literatur und aller ihrer Fächer und dürfte wohl nur in der Judaica- und Hebraica-Abteilung. welche die Frankfurter Stadlbibliothek besitzt, ibreSgle'chen haben. Die in den verschiedensten Sprachen gedruckten Werke stammen in der Mehrzahl aus dem Orient und repräsentieren zum großen Teil e'nen hohen Wert. .Richard Charmatz. Geschichte der auswärtigen Politik Oesterreichs im .19. Jahrhundert. Erster Teil. Bis zum Sturze Metternichs. Aus Natur und Geisteswelt. Sammlung wissenschaftlich-gemein verständlicher Darstellungen.’ 374 Bändchen. Druck und Verlag von B. G. Teubner in Leipzig, 1912. - Wien in Buchform. Der neue Bezirkstaschenplan und Führer von Wien in Buchform, der einzige, der Wien in 21 Bezirkskarten einteilt und die Signalzeichen der Elektrischen Straßenbahnen eingezeichnet hat, liegt nun in dritter, verbesserter Auflage vor. (1913. Verlag Moritz Stern, Wien, VI., Mariahilferstraße 1. Preis K 1.60.) Als aktuelle Neuheit bringt diese Auflage den Plan des Wiener Flugfeldes in Aspern und Schilderung der Verkehrswege hiezu. Wer an Stelle eines großen, unhandlichen Planes von Wien lieber diesen Buchplan gebraucht, findet in der dritten Auflage nebst den zahlreichen neuen und veränderten Straßennamen auch noch die Haltestellen (der Automobil-Omnibuslinie Stephansplatz—Volksoper, die Häusernumerierung auf den Karten nach Maßgabe des verfügbaren .Raumes, einen Uebersiehtsplan und eine Umgebungskarte von Wien und zahlreiche praktische Behelfe, so daß für den Fremden und auch ansässigen Wiener dieses Buch zur Orientierung in Wien unentbehrlich ist. Ernst HIadny: Der heilige Judas. Roman.. Dieterich’- sche Verlagsbuchhandlung, Theodor Weicher, Leipzig. (Geheftet Mark 3.—, gebunden Mark 4.—.) Der Verfasser legt seinem Helden, der als kroatisches Generalkind in die Erscheinung tritt und sich nach schmerzhaftem Dulden, nach großer Gewissensnot als Sohn deutscher Bauern erkennt, die Frage tief in die Seele: „Was ist das Deutsche, das, was die Deutschen zu Deutschen macht?“ — Als ein Roman vom deutschen Volkstum, aufgebaut auf den wichtigsten Gegenwartsfragen, durcherlebt von einer ungestümen Seele, gibt sich des Verfassers neues Werk und reiht sich würdig, ja in größerer Reife an des Verfassers früher erschienenen Roman „Deutscher Glaube“. „Ost und. West“. . Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Organ der Alliance Israelite Universelle. XII. Jahrgang. . Heft ,*7. Juli 1912. Inhalt: Rabb. Dr. Max Eschelbacher: Hermann Cohen; Zum 4. Juli 1912 (mit Porträt). — Revue der Ereignisse. — Illustrationen zu Rußlands Judenpolitik im letzten Monat. — Karl Schwarz: Max Levi (mit 7 Illustrationen). — Jüdische Skizzen. — Literarische Rundschau. — 8. Anski: Unter Proselyten (Ein 'Tagebuchblatt (mit Illustrationen). — Zu dem Studienkopf von Minna Anrot (mit Illustrationen). —‘Jüdische Hochzeitsmelodien: (Zu der Chuppa) Noten. — Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Bekanntmachung. — Die Ereignisse in Fez. — Erstes Verzeichnis der bei dem Zentralkomitee der A. I. U. für die Opfer der Exzesse in Fez eingegangenen Beträge. — Aus den Schulen der Alliance. — Notizen. — Dr. Emanuel Lasker: Schach. — Dr. 8. M. Melamed: Sir Edward Sassoon. — Inserate. — Verlag Ost und West Leo Winz, Berün-Charlottenbürg, Knesebeckstr. 32. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Brann. 56 Jahrgang. Heft 5/6. Neue Folge. 20. Jahrgang. Mai—Juni 1912. Inhaltsverzeichnis:. Heinrich Loewe: Die Juden in der Marienlegende. — Louis Ginzberg: Eine unbekannte jüdische Sekte (Fortsetzung). — V. Aptowitzer: Die talmudische Literatur der letzten Jahre. — W. Bacher: Aus der Bibelexegese Joseph Ihn Kaspis (Fortsetzung). — Ludwig Lazarus: Neue Beiträge zur Geschichte der Familie Fränkel-Spira. — J. Sclieftelowitz: Die Grundlagen einer jüdischen Ethik (Fortsetzung). — ’ Besprechungen. — Koebernsche Verlagsbuchhandlung (Barasch und Riesenfeld), Breslau, Schmiedebrücke Nr. 17/18. „Die Hilfe“. Wochenschrift für' Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Dr. Friedrich Naumann. Nummer 28. 11. Juli 1912. Aus dem Inhalt: Friedrich Naumann: Arbeitslose als Kolonisatoren. — Anton Erkelenz: Die sozialdemokratische „Volksfürsorge“ und die liberalen Arbeiter. — Hermann Eernau: Zur französischen Wahlrechtsreform. — Unsere Bewegung. — Soziale Bewegung. — Curt Blass: Der Dichter in Staat und Gesellschaft. — Karl Grunsky: Eine Maßregelung. — Paul Zschorlik: Eine Reise in Algerien. V. — Alfons Paquet: Kamerad Fleming. Roman. — Büchertisch. — Politische Notizen. — Fortschritt (Buchverlag der „Hilfe“) G. m. b. H., Berlin-Schöneberg.

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