Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 27 (5.7.1912)
- Date
- 1912-07-05
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 458 De. Blochs WochMchrift Nr. 27 Anläßlich des Ablebens des sei. kais. Rat Adolf Zappert: Von Theodor Guttmann Kronen 10.—, Cäcilie Rosenthal 10.—, Familie Weiß 20.—, Albert Kohn 20—, Wilhelm Hirsch, 20.—. Ludwig Zeiß 20.—, Berthold Schick 20.—, kais. Rat Jonas Weil 20.—, Karl Schmeichler 20.—, Edmund Melcher 20.—. Direktor der Holz-Hand. Aktien-Gesellschaft 50.—, kais. Rat Rud. Lemberger 20.—, Mar Eeiringer 20.—, kais. Rat Julius Stern 20.—, kais. Rat Mar Daschnitz 20.—, Fr. Schönau 20.—, Mar Jaray 20—. Zusammen Kronen 350.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Mar W a s s e r v o g e l: Bon Arthur Blau Kronen 10.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Direkt. Adolf Landesberget: Von Josef und Robert Wortmann Kronen 30;—, L. Schönwald 20.—, F. Stransky 50.—. Michael Benies 50.—, Rudolf Pichler 20.—, N. Ehrlich 20.—, Dr. Emil Schmeichler 20.—, Karl Schmeichler 20.—, Arnold Schmeichler 30.—, Wilhelm Löw-Beer 20.—. Rudolf Kahler 30.—, Adolf und Gabriele Mautner 20.—. Zusammen Kronen 320.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Salomon Z a d g e r: Von Regine und Alb. Winterbcrg Kronen 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Jgiraz F ü r n b e r g: Von Ignaz Kerner Kronen 3.—, Hermann Kohn 3.—. Zusammen Kronen 6.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Josef B a r k a u: Von Mar Schlesinger Kronen 5.—. Ignaz Paschka und Frau 5.—. Fam. Steinhos-Horowitz 50.—, Mar Sebenmayer 5.—, Doktor Maximilian Sarl 20.—. Zusammen Kronen 85.—. Anläßlich des Ablebens der sei. Rosa Keßler: Von Dr. I. Flcsch und Frau Kronen 6.—, I. Bergei 10.—, S. ö. 10.—. Zusammen Kronen 26.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Rudolf B o d a n s k y: Von Fam. Jakob Jokl Kronen 10.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Ferdinand Brüll: Von Robert Mayer Kronen 30.—, I. Roubicek 20.—, S. Weinwurm 10.—. Zusammen Kronen 60.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Dr. Klara Pollak: Von Dr. Ausricht 10.—, Dr. Alfred Pollak 30.—. Dr. Stefan Kien 10.—, Heinrich Spitzer 20.—, Ernestine Pollak 20.—, Dr. Franz Gutmann 10.—. Zusammen Kronen 100.—. Wien Das Kaiserin Elisabeth-Institut für israelitische Krankenpflegerinnen übernimmt Schülerinnen und in anderen Schwesterinstituten ausgebildete Schwestern. Auskünfte bei der Frau Oberin, IX., Sechsschimmelgafse 7 (ab August XVIII., Währingergürtel 99). Wien. (Hohe Auszeichnung.) Der Kaiser hat den Hof- und Kammerlieferanteu S. Schein, Gründer und Alleininhaber der gleichnamigen bekannten Firma (Teppichhaus- Möbelhaus) in Wien, Karlsbad und Lemberg, Industriellen in Wien und Zdirec, zum kaiserlichen Rat ernannt. Diese Auszeichnung ist die wohlverdiente kaiserliche Anerkennung für das langjährige verdienstvolle Wirken aus dem Gebiete der inländischen Textil- und Möbelindustrie und Innendekoration einerseits, auf dem Gebiete des Exports in diesen Industriezweigen andererseits. Wien. (Vermählung.) Am 30. Juni d. I. fand im Tempel, III., Untere Viaduktgasse 13, die Vermählung des Herrn Prof. Dr. K. Kupfer mit Fräulein Margarete Wolfs aus Wien statt, wobei Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. A b e l e s in Anwesenheit des Tempelvorstandes und mehrerer Gäste die ebenso geistvolle wie rührende Trauungsrede hielt. Wie». (Jüdisches Museum.) Für seine Beteiligung an der Intern. Hygiene-Ausstellung ist dem Jüdischen Museum in W i e n z. H. des Herrn Hofrates Professor Politzer von der Ausstelluugsleitung ein Anerkennungsschreiben nebst einer Plakette zugegangen. Wie». (Talmud-Thora-Verein für die westlichen Bezirke.) Zu einer erhebenden Szene gestaltete sich die vergangenen Sonntag um 12 Uhr abgehaltene Schlußfeier des Schuljahres. Der Sitzungssaal der israelitischen Kultusgemeinde faßte kaum die Schüler und ihre Angehörigen. Nach Absingung eines Eröffnungsliedes und einigen einleitenden Worten des Vereinsvorsitzenden wurde von Herrn Inspektor Julius Braun eine humorvolle Anrede an die Kinder gerichtet. Den Höhepunkt erreichte die fröhliche Stimmung der Kleinen bei der Verteilung der zahlreichen Prämien. Ein Schüler und eine Schülerin sprachen hierauf den Dank an die Herren: Lehrer W i e s n e r und T e l t s ch aus. Mit dem Vortrag der Kaiserhymne schloß die gelungene Feier. Wien. (Kindergärtnerinnenkurs.) Am 1. Juli fanden an der mit dem Oeffentlichkeitsrechte versehenen ersten Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen in Wien, II., Schiffamtsgasse 15, unter dem Vorsitze des Delegierten des k. k. Landesschulrates Prof. Viktor Trautzl die Befähigungsprüfungen statt, welche ein sehr günstiges Resultat ergaben. Anmeldungen für den nächsten 45. Jahreskurs werden bis zum 15. Juli bei der Direktion entgegengenommen. Die Direktion macht bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam, daß die Nachfrage nach tüchtigen, jüdischen Familien-Kindergärtnerinnen eine so große ist, daß sie das Angebot weitaus übersteigt. Wien. Der jüdisch-akademische Verein „Theologia" teilt mit, daß sein a. H. Dr. M> Tauber aus Lemberg am 30. Juni an der Jsrael.-theolog. Lehranstalt seine Rabbinerprüfung bestanden hat. «Oster Geburtstag von Jda Barber. Am 23. Juli feiert in Reichenhall eine -seltene Frau, die durch ihre Tätigkeit in der deutschen Belletristik 1 und Frauenbewegung allseits geschätzte Wiener Schriftstellerin Jda Barber ihren 70. Geburtstag. Die zahlreichen Freunde und Leser der begabten Schriftstellerin beabsichtigen derselben an diesem Tage besondere Ehrungen zuteil werden zu lassen. Unsere Mitarbeiterin. Frau Jda Barber, wurde 1842 in Berlin geboren, wirkte zuerst als Lehrerin, später als Vorsteherin der Berliner höheren Töchterschule, begann 1872 auf pädagogischem Gebiete ihre schriftstellerische Tätigkeit, veröffentlichte u. A. in der „Gartenlaube", „Vossische Zeitung" und in dem von Professor Kürschner hemusgegebenen „Vom Fels zum Meer", „Universum" etc. zahlreiche wertvolle Artikel in Eltern und Erzieher gewinnender Darstellung. Jda Barber schrieb auch viele ergreifende und belehrende Erzählungen und Novellen aus dem jüdischen Familienleben, hielt immer die Fahne des Judentums hoch und wirkte vielseitig in diesem Sinne. Jda Barber legte 1872, nach ihrer Verehelichung in Leipzig, den Grundstein zur Organisation der großen deutschen Hausfrauen- Vereine, wo sie vor Tausenden von Frauen in großen Versammlungen sprach und Begeisterung erweckte. Gleichartige, wirtschaftliche Organisationen wurden später durch Lina Morgenstern und Ottilie Bondy in Berlin und Wien ins Leben gerufen. 1680. übersiedelte Jda Barber nach Wien und entwickelte hier, aus dem Gebiete der Belletristik, eine intensive, bedeutende schriftstellerische Tätigkeit; ihre große Popularität aber errang Frau Barber hauptsächlich als Verfasserin der bis dahin noch wenig bekannten Modeplaudereien. Anläßlich der Budapester Hochzeitsfeierlichkeiten des Kronprinzen Rudolf mit Kronprinzessin Stefanie, ersuchten die damaligen Herausgeber der „Presse", Adolf v. Nassau und Edgar v. Spiegel, Jda Barber, die glänzenden Hosfestlichkeiten und Toilettenpracht in Form von Feuilletons zu beschreiben. Dieses damals noch neue Sujet fand in Leserkreisen großen Beifall und entwickelte sich dann in weiterer Folge die Modeberichterstattung, welche mit dazu beitrug, daß Wiener Mode tonangebend wurde und der gute Wiener Geschmack große Verbreitung fand. Der Chefredakteur des „Peiler Lloyd". Max Falk, wußte Jda Barber 1881 für sein Blatt zu gewinnen; es erschienen dann im Laufe von 1881—1906, also während 25 Jahre, regelmäßig monatlich zwei, also über 600 interessante Feuilletons Jd.a Barber's im „Pester Lloyd", welche nicht nur von den Leserinnen, sondern auch von den Lesern stets gewürdigt wurden; diese Artikel fanden noch in vielen deutschen, österreichischen und amerikanischen Zeitungen ihren Abdruck. Ferner erschienen viele Reijeschilderungen aus dem Süden und aus Badeorten von Jda Barber, u. zw. in großen deutschen Blättern, wie „Neu Freie Presse". „Neues Wiener Tagblatt", „Fremdenblatt", „Leipziger Illustrierte Zeitung", „Oesterr. Jllustr. Zeitung", „Berliner Tagblatt", „Hamburger Korrespondent", „Bohemia", und in den meisten übrigen deutschen Zeitungen. Die Gründung der nunmehr bedeutendsten österr. Frauenzeitung, der „W teuer Mod e". entstand infolge ihrer Anregung. Bezeichnend ist, daß sie, die Pionierin der Mode, in ihren Artikeln stets allen Modetorheiten scharf entgegentrat, nur ästhetische, erzieherische, nationalökonomische, hygienische Zwecke verfolgte und durch vornehme Form und kluge Interpretation dort, wo es Not tat, wo materielle oder Hygienische Bedenken es verlangten, ihre Leser nicht für, sondern eigentlich gegen die Mode, aber für Vernunft und Gesundheitspflege zu gewinnen wußte. Nebst dieser rastlosen, stets schaffenden Tätigkeit wirkte Jda Barber im Kreise ihrer Familie, besorgte selbst den Unterricht und Erziehung ihrer drei Heranwachsenden Söhne, welche dieser mütterlichen Sorgfalt ihre angesehenen Stellungen verdankten; dabei arbeitete die vorwärts strebende Frau gleichzeitig an einer großen Anzahl preisgekrönter Romane, wie „Der Mann zweier Frauen", „Der neue Monte Christo", „Verkaufte Frauen" usw., die in zahlreichen Auflagen erschienen. . Der so seltene Typus einer rastlos schaffenden Frau wäre nicht voll-